Warum schaffen es viele Medien nicht, Oettinger einen Rassisten zu nennen?

Das ist eine gute Frage. Wie rassistisch muss sich Oettinger noch äußern, um endlich auch den Titel Rassist führen zu dürfen?

Zur Erinnerung, wir reden über den Mann der gesagt hat:

Anders als in einigen Nachrufen zu lesen, gilt es festzuhalten: Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des NS-Regimes

Filbinger. Der Filbinger:

1978 wurden infolge seiner Unterlassungsklage gegen den Dramatiker Rolf Hochhuth schrittweise vier Todesurteile bekannt, die Filbinger, damals NSDAP-Mitglied, als Marinerichter 1943 und 1945 beantragt oder gefällt hatte.

Das Bildblog in Person von Johannes Kram hat da anlässlich der neuen rassistischen, homophoben Rede ein paar gute Gedanken zu, die ich jedem ans Herz lege.

Wäre Oettinger AfD-Mitglied, wäre die Sache anders.

[…]

Was deutsche Medien hingegen verblüffend selten zu entlarven versuchen, ist der Rassismus. Es scheint fast so, als müsse sich in Deutschland niemand einen Rassisten nennen lassen, solange er keine Asylbewerberheime anzündet, als hätte in einem Land, in dem sich nicht mal die Nazis als Nazis bezeichnen, die Aussage, „gegen Nazis“ zu sein, schon irgendeinen Wert.

[…]

So führen auch begründete Rassismusvorwürfe nicht dazu, über Rassismus zu reden. Hätte jener Tag, an dem Günther Oettinger sich per „Welt“-Interview als rassismusfrei erklärte, nicht der Tag sein müssen, an dem Medien zum Thema machen, dass das und warum das so einfach eben nicht geht?

(Quelle: bildblog)

Leave a Reply

Your email address will not be published.

+ 46 = 47