Kritik: The Punisher (1989)

The Punisher von 1989 ist die erste mir bewusste Punisher-Verfilmung, die ich kurz nach dem Erscheinen gesehen hatte – in einer schlechten, geschnittenen Kopie. Außerdem war das damals noch ziemliches Neuland: harte Actionfilme über ein Thema, das ich nicht kannte.

Jetzt ist mir der Hintergrund bekannt, Grund genug, sich den Film ungeschnitten mit einem sehr, sehr jungen Dolph Lundgren noch einmal anzusehen.

Der Film ist erstaunlich hart und erfreulich geradlinig gedreht. Der Punisher muss Gangstern den Garaus machen und daneben auch noch ein paar Kinder retten (ok, das hätte nicht sein müssen, passt zur Not noch zur Figur). Dazu kommt ein erstaunlich konsequenter Showdown – Hut ab.

Dolph Lundgren verkörpert den Punisher gut, er ist muskulös genug, maulfaul (wortkarg) und guckt böse bis ernst und sitzt zweimal sogar nackend in seiner Höhle. In der Höhle, in die er mit dem Motorrad durch alte Tunnel fährt. Geil!

Der Film kommt (natürlich) nicht an die Punisher-Referenz Punisher: War Zone heran, ist aber um Längen besser als das Thomas-Jane-Vehikel.

Fazit: guter Actionfilm der 80er.

Kritik: Punisher: War Zone

Punisher: War Zone sollte der Nachfolger des Punisher mit Thomas Jane werden, ebenfalls mit Thomas Jane. Das ist nach dem sehr weichgespülten Film zum Glück nicht eingetreten, der Film wurde neu aufgesetzt, mit Lexi Alexander als Regisseurin und Ray Stevenson als Punisher. Beides eine hervorragende Wahl.

Der Film hält sich teilweise eng an die Comics, insbesondere was die Härte  und die Figur des Punisher angeht. Der Film geht einfach ab, nimmt keine Gefangenen und feuert Actionszenen, bei denen man mit der Zunge schnalzt.

Ein bisschen Geschichte zwischendurch – geschenkt. Wobei: die Geschichte stört nicht. Keine unnötigen Längen, dafür Charaktereinführung und -entwicklung, keine unnötige Verwicklungen – genau wie es sein sollte. Das schaffen viele Actionfilme leider nicht.

Bei aller Freude und Begeisterung: es gibt ein, zwei Wermutstropfen (sehr kleine). Zum einen ist die Action überbrutal in einem comichaften Sinn. Da spratzt das Blut, dass es eine Freude hat. Das ist an sich erfreulich, nimmt dem Film aber die Realitätsnähe, die er in der Figur des Punisher aufbaut. Muss man sich dran gewöhnen – geht schnell, ist wohl sogar Absicht, um gerade Nachahmer nicht zur Nachahmung zu motivieren.

Zweitens ist die Action angenehm erdig inszeniert, aber auch mit den üblichen Klischees: blitzende Einschüsse, Kugelhagel, dem man einfach entkommt. (sehr kleiner Kritikpunkt)

Und zu guter Letzt sind die Bösen wie die Action sehr überzeichnet. Dafür sind die Bösen so herrlich böse und überdreht, dass es schon wieder eine Freude ist.

Alles in allem trifft der Film den Punisher sehr gut (Ray Stevenson ist der Punisher!), ist ohne Längen inszeniert, hart, hat den besten Punisher bisher und gehört damit zu recht auf die Liste der herausragenden Actionfilme.

Fazit: ein Genuss.