Betrachtungen

Eine leere Gaststätte, bei der man beim Eintreten gefragt wird, ob man reserviert hat, weil so viel los ist – das ist seltsam.

Viel von meinem Wohlfühlen auf einer Rennstrecke hängt von der Menge und Qualität der Toiletten ab.

Fotoapparat um den Hals und Tourigesicht aufsetzen erspart das lästige In-der-Heimatsprache-reden, es führt zur sofortigen Kommunikation auf Englisch.

“Englisch” heißt hier “Engels”.

An einer Kreuzung hatten die Fahrräder nach jeder Ampelphase einmal Rundumgrün. Sehr angenehm.

Autofokus

Bei der MotoGP kann man ausprobieren, was der Autofokus des Fotoapparats so leistet. Meiner schafft es, auch bei wilder Bewegung das Motiv stabil und scharf zu erfassen.

Leider denkt der Apparat, das Motiv ist das 100m-Schild oder wahlweise die Werbebande.

Das Display am Apparat ist zu klein und in der Sonne zu schwer abzulesen, um das gleich vor Ort zu erfassen, merkt man also erst abends bei der Bilderbeschau. 700 Fotos später (gestern, heute 900), von denen 600 nicht scharf sind (außer das Schild oder die Werbung).

Sonst ist die Sony alpha 6000 aber ein sehr guter Fotoapparat für den verwöhnten Hobbyfotografen. Einzig störend bisher ist die umständliche Art, den Autofokus ab- und den manuellen Fokus einzuschalten. Ach ja, es gibt auch kein Geotagging, weiß aber nicht, ob ich mir das bezüglich der Akkulaufzeit wirklich wünsche.

Assen

Die “Kathedrale der Geschwindigkeit”, warum auch immer. Etwas schwierig war es, den Weg zum Parkplatz zu finden, da die Ausschilderungen sehr seltsam waren und uns 20 km Umweg abgenötigt haben.

Die Rennstrecke von Assen ist ok, alles vernünftig gebaut, es wurde an Toiletten gedacht (was die Leute nicht davon abhält, in der Gegend rumzupinkeln), die kosteten aber Eintritt, das erwarte ich schon im Eintrittspreis, der nicht gerade billig ist, abgehandelt zu haben. Ach ja, ich hab den Ratburger von Cut-Me-Own-Throat Dibbler (für unsere deutschen Leserinnen: Treibe-mich-selbst-in-den-Ruin Schnapper) zu essen bekommen. Ich lebe noch.

Sei es drum, man kann um die Strecke laufen, die Blickwinkel sind interessant, die Gegengerade ist beeindruckend schnell und dynamisch mit einer leichten Rechtskurve am Ende.

In der Nähe sind Hünengräber, auch interessant und ein sehr guter Eisladen in Borger.

Auch in Holland gibt es ausreichend Autoidioten, die eine halbe Stunde lang den Weg zum McD mit Vollgas und durchdrehenden Reifen befahren. Haben wir Deutschen nicht für uns allein, die Dummheit.

Renntag

Ohne Internet ist erstaunlich schwierig und andererseits auch leicht. Seltsam.

Da übernachtet man in einer Gegend, in der ein richtig schöner Sternhimmel zu sehen ist und dann ist er nicht zu sehen, weil der richtig schöne Mond alles überstrahlt.

Was für ein grandioses MotoGP-Rennen, da wird man glatt wieder zum Fan. Und schön zu sehen, wie albern man sich freuen kann.

Qualitag

Die Anfahrt an eine Rennstrecke wird exponentiell schwieriger, je näher man an den eigentlichen Renntag (morgen) kommt. Dann zeigt sich, wie gut die Besucherführung ist, die meisten kommen mit dem Auto, dicht gefolgt von Motorrädern.

Während die Motorräder gut und nachvollziehbar geführt wurde, änderte sich das gegenüber gestern für Autos schlagartig. Alle Einfahrten waren gesperrt bis auf zwei, die eine führte ans andere Ende der Strecke, die andere fanden wir nach einer halben Stunde Fahrt und führte auf den großen, fast leeren Parkplatz (hat ja niemand gefunden). Die aufgestellten Posten sprachen kein Englisch und drohten bei jeder Frage sofort mit der Polizei. Das ist insgesamt einfach Scheiße.

Und, wo wir gerade dabei sind: zwei Toilettenhäuschen mit je sechs Toiletten sind für zwei Riesentribünen nicht genug. Da hilft es auch nichts, wenn noch einige Dixiklos dazugestellt werden, das ist für Frauen unbenutzbar. Wenn dazu der Zugang zur Strecke nur für genau eine Tribüne möglich ist und man damit ohne Schatten bei 34 Grad ohne Möglichkeit zur Zerstreuung schmort, ist die Chance sehr gering, dass wir die Strecke noch einmal besuchen.

Dabei sind die Streckenführung und unsere Kurven sehr interessant. Wir hätten gerne mehr davon gesehen.

Mal sehen, ob wir morgen auf dem gefundenen Weg an die Strecke fahren können oder ob es neue Überraschungen gibt.

Girona und Pitwalk

Ein kurzer Nachtrag zu gestern: die Reiseaccessoires, wie Shampoo, Lotion etc. des Hotels waren auch in Braille beschriftet, fand ich eine gute Idee.

Heute beim Auschecken haben wir Carlos Checa gesehen, wie er in Orange zu einer Radtour aufbrach (vermuten wir), waren aber zu schüchtern, um ihn anzusprechen.

Girona scheint eine hübsche, verwinkelte Altstadt zu besitzen, beim nächsten Mal werden wir sicher mehr davon sehen, die Kathedrale ist auf jeden Fall eine Reise wert, die Basilika ist ok, die Parkhäuser sind sehr eng und recht teuer – es gibt kostenlose Parkplätze oberhalb, die man tunlichst suchen sollte.

Das Motorland Aragon ist schön auf einem kleinen Berg gelegen, man sieht es schon von weitem. Leider ist damit auch wenig Schatten vorhanden, bei 33 Grad kann das zu einem Problem werden – wir werden es sehen. Die Toilettensituation war noch etwas schlecchter als auf anderen Kursen, mal sehen, wie das ab morgen bei den richtigen Trainings/Rennen wird.