Kritik: Dead Again in Tombstone

Dead Again in Tombstone ist der gestern angekündigte Nachfolger zu Dead in Tombstone.

Wir können es kurzmachen: selten so einen schlechten Film gesehen.

War der erste Teil noch durchaus unterhaltsam wegen der Aufnahmen, der Schießereien, der Prügeleien, der Mäntel – so bleiben im zweiten Teil die Mäntel. Dafür kommen dazu: philosophische Abhandlungen, Nachdenken über Erlösung, nackte Brüste und eine Handlung, die so hanebüchen ist, dass einem die Worte fehlen.

Was die Drehbuchautoren bewegt hat, immer die falsche Handlung zu nehmen, immer die falschen Worte, immer das maximal Blödeste zu schreiben, was ein Charakter tun könnte – man weiß es nicht. Es ist so eine Art Trump-Film: immer, wenn man denkt, blöder geht es nicht, wird man eines Besseren belehrt.

Nicht mal Danny Trejo kann den Film verbessern. Ich frage mich bei aller Liebe zu Trejo sogar: warum hat er diesen Film gedreht und nicht darauf bestanden, dass es wenigstens ein schlechter Film wird?

Fazit: Nein. Nein. Nein! Ärger! NEIN!

Kritik: Dead in Tombstone

Dead in Tombstone mit dem wunderbaren Danny Trejo und dem immer mehr wie eine Wachpuppe aussehenden und dauernuschelnden Mickey Rourke ist ein Western um den Anführer einer Banditengang, die sich gegen ihn stellt, umbringt und der dann aus der Hölle zurückkommt, um die alten Kumpels umzubringen.

So weit so mehr oder weniger originell. Die Geschichte wird auch nicht komplizierter, der Film konzentriert sich auf wirklich coole Westernbilder mit wirklich coolen Zeitlupen von Stiefeln, Sporen, fliegenden Mänteln, laufenden Männern, kurz: visueller Fanservice vom Feinsten.

Leider können die Actionszenen da nicht ganz mithalten, insbesondere die zeitfüllenden Schießereien und Faustkämpfe sind eher schlecht gefilmt, im Making-Of sieht man noch, dass die eigentlich gut inszeniert sind. Wird leider im Film nicht eingefangen.

Und die Geschichte ist in ihrer Schlichtheit etwas zu schlicht. Insbesondere ist nicht klar, warum wer was tut, es ist einfach völlig wirr. Spannung kommt ebenfalls nicht auf. Niveau Boll in Sachen Geschichte und Schnitt.

Schauspielerisch geht der Film, in Ordnung, sehen wir einmal von Mickey Rourke ab. Es ist halt ein Film um Danny Trejo, da kann man nicht zu viel erwarten. Von Dina Meyers Rolle hätte ich mir etwas mehr erhofft – man kann nicht alles haben.

Insgesamt war der Film unterhaltsam, kein Meilenstein, nicht wirklich schlecht aber auch nicht gut. Mal sehen, wie der zweite Teil wird…

Fazit: meh.

Kritik: Warcraft

Warcraft (gerne auch mit dem hoffnungsfrohen Zusatz “The Beginning”) ist ein Fantasyfilm und basiert auf den Warcraft-Spielen.

Ich kenne die Spiele nur von Trailern, so dass ich nichts zur Spieltreue des Films sagen kann, laut Making-Ofs ist diese wohl sehr hoch – wer weiß…

Wir beginnen den Film mit den Orks, die von ihrer zerstörten Welt in die Menschenwelt einfallen, um diese zu erobern. Dabei haben wir Gelegenheit, uns an den Computerlook zu gewöhnen und uns von dem Gedanken zu verabschieden, einer sehr langen Cutszene beizuwohnen und den Controller zu übernehmen.

Hat bei mir nicht lang gedauert, da Figuren, Settings, Grafiken, Action und die Geschichte gut sind. Der Film fackelt auch nicht lang, sondern wirft uns in das Geschehen, das nicht originell, aber gut erzählt ist. Schnörkellos, ohne störende Verwicklungen, Zweifel, Liebesgeschichten etc.

Die Figuren agieren nachvollziehbar und meist cool. Das gilt für die Guten wie für die Bösen, für die Orks und für die Menschen. Allen voran Travis Fimmel (der anderen sicher von Vikings bekannt ist).

Was soll ich sagen: ich habe wenig erwartet und einen sehr guten Fantasyfilm bekommen. Das ist selten.

Fazit: sehr gute Fantasy ohne Schnörkel.

Kritik: Inside Out

Inside Out (dt. Alles steht Kopf) ist ein Film darüber, wie Sushi hergestellt wird, er tangiert dabei nicht nur die industrielle Fischproduktion, sondern auch die Weiterverarbeitung, Arbeitsbedingungen in Sushibars und enthält auch einen kleinen Ausblick auf Sesamanbau, das aber nur kurz.

Ok.

Es ist ein animierter Pixar-Film, wie es im Kopf von Menschen aussieht, wie deren Emotionen das Handeln bestimmen, wie Erinnerungen erzeugt, gespeichert und genutzt werden etc.

Das alles wird natürlich nicht wissenschaftlich, sondern äußerst phantasievoll erzählt und bleibt erstaunlich konsistent im Rahmen der Geschichte. Die erzählt von einem 11jährigen Mädchen, das mit seinen Emotionen während eines Umzugs fertig werden muss.

OK, der Film ist zuckersüß. Und traurig. Aber sehr gut. Wenn man das mag. Mir hat es gut gefallen. Teile der Bevölkerung waren weniger begeistert.

Fazit: sehr guter Film, sehr kitschiger Film.

Kritik: Star Wars: The Last Jedi

Episode Acht der Star-Wars-Reihe, im Deutschen festgelegt auf Plural: “Die letzten Jedi”, im Englischen etwas offener.

Wie auch immer – ein langer Film, ein guter Film, ein langweiliger Film.

Erst mal das Gute: Story, Effekte, Inszenierung, Figuren – alles ok, wie gewohnt. Teilweise gibt es schöne Momente, selten wird es lustig, insgesamt ist der Film eher imposant ausgelegt.

Und die Szene, die die Schlussszene hätte sein sollen – Luke vor den Walkern – das ist Augenschmaus vom Feinsten.

Das Schlechte: nichts zündet so richtig. Alles ist egal, Alles ist wie gewohnt. Keine neue Idee stört den Film, die Geschichte wurde schon zigmal erzählt. Besser.

Was ist aus den interessanten Figuren geworden? Abziehbilder ihrer selbst, das fängt bei Luke an und zieht sich leider über Rey und Kylo Ren bis zu allen anderen Figuren durch. Keine Entwicklung, keine richtigen Rollen, nichts wird auserzählt oder spannend gemacht. Rey darf rumlaufen, wütend seni und das wars. Man muss doch nicht die Fehler der ersten Trilogie wiederholen, in denen Luke ein ähnliches, dennoch besseres Schicksal erlitt.

Und so sitzt man in einem beeindruckenden Film, langweilt sich, wird aber gleichzeitig recht gut unterhalten. Ein seltsames Erlebnis.

Und: der Film hätte mit der Luke-Walker-Szene enden sollen (eigentlich müssen!)

Fazit: nicht schlecht, mehr leider auch nicht.