Kritik: The Conjuring

The Conjuring ist ein Horrorfilm von 2013, der eine Fortsetzung und zwei Spin-Offs erfahren hat, Grund genug, sich den Film anzusehen (von den sehr guten Kritiken mal abgesehen).

Hounted-House-Filme haben das Problem, dass eine unheimliche Stimmung aufgebaut werden muss, ohne zu viele Jump-Scares zu benutzen, ohne zu viele falsche Fährten zu legen aber auch ohne zu langweilen. Und da ist auch noch das offensichtliche “es gibt keine Hounted-Häuser”-Problem. Manche Filme schaffen das zu lösen, manche nicht. The Conjuring gehört zur ersten Sorte.

Von Beginn an wird klar, hier wird nicht rumgealbert, hier gibt es Besessenheit, die ausgetrieben werden muss. Und das ist nicht lustig, sondern eher schlimm für die Betroffenen.

Dabei bringt es der Film fertig, die Figuren nachvollziehbar agieren zu lassen angesichts der unrealen Geschehnisse, mit denen sie konfrontiert sind. Damit leidet man tatsächlich mit den Figuren mit, denn oft ertappt man sich dabei zu denken – jetzt würde ich das machen, und genau das tun die Leute dann auch. Ohne dass es etwas hilft.

Hilfe verschaffen die paranormalen Ermittler Ed and Lorraine Warren, die die Gefahr erkennen und letztendlich auch bannen können. Dabei sind die beiden sympathisch und bis auf einen nervigen Beschützerkomplex von Ed auch sehr nachvollziehbar gestaltet.

Kurz zum Grusel: ja, der Film ist gruslig. Er funktioniert nicht nur über Jump-Scares, sondern auch über Stimmung, Schauspielerleistungen, Setting und steht zurecht auf meiner Liste der grusligen Filme.

Einziger Wermutstropfen ist, dass es Lorraine und Ed Warren tatsächlich gab, zwei Scharlatane, die die Gutgläubigkeit der Menschen ausnutzten, indem sie suggerierten, dass es paranormale Phänomene tatsächlich gibt. Und am Set gab es natürlich auch Wind, wo keiner sein konnte, unerklärliche Phänomene, etc. pp. Das macht den Film nicht schlechter, aber trotzdem…

Fazit: einer der besten Hounted-House-Filme.

Kritik: Deliver Us from Evil

Kommen wir zu den beiden härteren Filmen des Wochenendes und beginnen mit Deliver Us from Evil, einem Horrorfilm über die Besessenheit mehrerer Menschen und den notwendigen Exorzismus.

Der Film erzählt die Geschichte aus der Sicht des Polizisten Sarchie (Eric Bana), der den Fall annimmt und mit Hilfe des Geistlichen Mendoza (Edgar Ramirez) löst. Dabei ist Sarchie besonders feinfühlig den Dämonen gegenüber, seiner Familie dafür eher nicht.

Der Film macht sehr viel richtig, der Einstieg ist stimmungsvoll, danach bringt Eric Bana den Polizisten sehr gut rüber und die Geschichte ist sehr bodenständig erzählt. Die gruslige Stimmung kommt nicht nur aus dem übernatürlichen, sondern auch aus der Überzeugung von Sarchie, das Menschen selbst durchaus zu grausamen Dingen fähig sind.

Diese Grundeinstellung in letzten Drittel aufgegeben, durchaus ok im Kontext des Films, und weicht einer kirchlichen Stimmung, die mich auch im Kontext des Films befremdet hat. Hier hätte das Drehbuch etwas ausgeglichener sein können.

Gleiches gilt für den Subplot der Familie des Polizisten, der nur angerissen aber nicht auserzählt wird. Der Film hätte nicht verloren, wenn darauf komplett verzichtet worden wäre. Im Gegenteil. So wirkt die ganze Familiengeschichte angeklebt, Olivia Munn und Lulu Wilson hätten hier besseres verdient gehabt.

Trotzdem ist der Film sehr gut erzählt, sehr gruslig und gerade das Bodenständige an der Besessenheit macht den Film zu etwas Besonderem. Und etwas sehr Dreckigem.

Was nervt ist die Andeutung, dass sich das Ganze genauso zugetragen hat, also auf einer wahren Besessenheit basiert. Das mag ein guter Marketinggag sein, mich nervt das.

Fazit: sehr guter Film mit kleinen Schwächen.

Kritik: Corpse Bride

Corpse Bride ist ein Stop-Motion-Film von Tim Burton, die Geschichte ist alt und russisch (wusste ich nicht) und erzählt von einem jungen Mann, der sich aus Versehen mit einer Toten verheiratet und wie er da wieder herauskommt.

Ich hatte etwas in der Richtung Nightmare Before Christmas erwartet und hatte auch diesen Film (wie Robots) immer wieder nach hinten verschoben, obwohl NBC gut ist, ist er doch etwas anstrengend zu schauen.

Ganz anders ist Corpse Bride. Was für eine positive Überraschung. Die Animationen sind vom Feinsten und die Geschichte ist leicht inszeniert, die Lieder stimmen, stören nicht und ziehen sich nicht, die Figuren sind zum Mitleiden und die Toten kommen deutlich besser weg als die Lebenden.

Die Musik ist halt Danny Elfman – man mag es oder nicht – ich mag es zum Glück. Die Inszenierung ist Burton, da gilt das Gleiche.

Fazit: sehr guter Film.

Kritik: Gintama – Der Film

Pro 7 Maxx macht sich gerade bei mir beliebt mit der Ausdauer, mit der sie freitags abends Animes bringen. Denn Animes zu kaufen ist ein teurer Spaß und auch dort ist nicht alles Gold, was animiert ist, so dass ein Einblick in einzelne Animes gut tut, ohne große Investitionen getätigt zu haben.

Am Freitag kam Gintama – Der Film, basierend auf einer Animeserie, von der ich noch nie was gehört habe.

Aliens haben Japan erobert, trotzdem gibt es Samurai, es gibt ein fast unbesiegbares Schwert, eine große Samuraiente(?), fliegende Schiffe und eine Menge lustiger Dialoge.

Ich glaube, damit ist der Film schon ziemlich gut zusammengefasst – einfach Klasse. Da wird rumgealbert, rumgeprügelt, geschossen, schwertgekämpft, dass es eine Freude ist. Ich will nicht sagen, dass ich alles verstanden habe, sicherlich ist dafür die Serie nötig aber der Film hat so viel Spaß gemacht, dass ich mir die mal näher ansehen werde.

Mitten im Abspann “diskutieren” die Figuren der Serie übrigens, wer im nächsten Film die Hauptrolle haben sollte. Bis sich War-San und Nar-San, die Warner Bros. einmischen.

Fazit: richtig guter Film, sehr abgedreht.

Kritik: Robots

Robots ist ein Computeranimationsfilm von 2005, der seit Ewigkeiten als DVD bei uns liegt und geguckt werden wollte. Jetzt hat er es endlich geschafft.

Das erste das auffällt ist, dass die Animationen selbst 12 Jahre später noch unglaublich gut sind. Da ist nichts auszusetzen. Das zweite ist, dass der Film betont lustig ist und an anzüglichen Gags nicht spart. Das hätte ich so nicht erwartet. Und das dritte: die Geschichte ist komplett überraschungsfrei, einfach, Gut gegen Böse, Gut gewinnt, Mega-Happy-End. Wirklich Mega-Happy-End, nicht nur schödes Einfach-Happy-End.

Kann man mal machen aber evtl. hätte ein wenig mehr Zeit in die Geschichte investiert werden können. So konzentriert sich der Film auf seine sehr guten Figuren und deren Interaktion, kommt nie zur Ruhe, im Gegenteil – selten habe ich einen so schnellen Film gesehen. Und der Film nimmt alle Gags mit, inklusive einen Furzgag, der sich gewaschen hat.

Eine Rolle wird von Robin Williams gespielt, ich vermute mal, auch hier war wieder endlose Improvisation am Werk, merkt man.

Fazit: sehr guter Film mit einer etwas belanglosen Geschichte.

Kritik: A Girl Walks Home Alone at Night

A Girl Walks Home Alone at Night ist ein iranischer Schwarz-Weiß-Vampirfilm, der in einer kleinen verlassenen Stadt spielt und die Annäherung unserer Vampirin an einen jungen Mann zeigt.

In langsamen, gefühlvollen, epischen Einstellungen. Mit Betonung auf langsam.

Ich kann mit solchen Filmen nicht viel anfangen. Jede Einstellung dauert eine gefühlte Ewigkeit. Erzählstränge werden angefangen, ohne die der Film auch nicht schlechter wird. Es gibt sehr schöne Bilder und sehr gute Szenen, aber bis man dahinkommt. Eeeeeeeeeewigkeiten. Dabei ist die Geschichte an sich nicht schleccht.

Zwischendurch hab ich den Film in vierfacher Geschwindigkeit angesehen und die Leute haben sich nicht übertrieben schnell bewegt.

Fazit: schöne Geschichte, schöne Bilder, viel zu langsam erzählt.

Kritik: Mann beißt Hund

Jetzt mal zu einem Kracher: Mann beißt Hund aus dem Jahr 1992. Was für ein Film! Der belgische Originaltitel ist “C’est arrivé près de chez vous”, übersetzt “Es geschah in Ihrer Nähe”, was ein besserer Titel ist, denn “Mann beißt Hund” ist prägnant aber nicht wirklich erklärend, deutsche Verleihtitel…

Der Film erzählt die Geschichte eines Dokumentarfilms, der vom Team über den Serienmörder Ben gedreht wird. Wir erleben den Mann bei seiner täglichen Arbeit. Wir erlangen Einblick in seine Gedanken, seine Techniken, Vorbereitung etc.

Dabei ist Ben ein sehr einnehmender, oft sympathischer Charakter, der gerne philosophiert und das Team in seine Arbeit einbindet. Das führt zu zahlreichen absurden und bitterbösen, zynischen Szenen. Das ist ein Film, bei dem einem das Lachen tatsächlich oft im Hals steckenbleibt. Wenn eine Flöte eine Hauptrolle spielt. Oder Schwanzlängen verglichen werden. Oder wieder einer vom Team stirbt. Oder…

Das gefällt sicherlich nicht jedem und Obacht: der Film ist voll harter widerlicher Szenen, die im Kontext ok sind, aber dennoch sehr gewöhnungsbedürftig.

Fazit: eine bitterböse Mediensatire in schwarz-weiß. Unbedingt sehen.

Kritik: What Women Want

What Women Want” – “Was Frauen wollen”, wer weiß das schon? Zumindestens nicht Mel Gibson, der zu diesem Film noch nicht als das große Arschloch geoutet wurde, das er ist. Damals dachten alle noch, seine Machorollen wären das größte Problem.

Und darauf fußt der Film: Gibson spielt einen Macho, der natürlich nicht weiß, was Frauen so umtreibt und diese für eher unwürdig hält. Durch einen Zufall erlangt er die Fähigkeit, die Gedanken von Frauen zu hören und nutzt diese Fähigkeiten vielfältig: zum Guten, zum Sex und zum Schlechten. Dann einige Verwicklungen, yada, yada, yada, er wird zum guten Menschen, große Liebe, fertig.

Der Film ist unterhaltsam, gut erzählt. Die Geschichte ist nicht so originell, wie sie klingt und die Ausführung bleibt auf ausgetretenen Pfaden, der Macho wird geläutert, Friede, Freude, Eierkuchen. Das ist ok aber nicht mehr.

Heutzutage würde ich den Film nicht noch einmal ansehen – da hätte ich zu große Angst, dass der schlecht gealtert ist.

Fazit: gute, seichte Unterhaltung (damals), heute – keine Ahnung.

Kritik: Highlander: Endgame

Ja, das Kosmos war mal ein Kino. Und Filme haben dort mal 9 DM gekostet, was damals sehr viel Geld war. Fast 4,50 Euro. Schnüff.

Highlander: Endgame ist nicht der beste Film der Welt, das war nach den sehr mauen Fortsetzungen des wegweisenden Highlander auch nicht zu erwarten. Aber man muss die auch nicht unbedingt untertreffen. Kurze Abschweifung: Highlander ist echt schlecht gealtert, die Musik passt noch (ist ja auch Queen), aber Story, Schnitt und Christopher Lambert – ganz schlimm.

Der Film soll die Fernsehserie (einmal kurz reingeschaut – auch ganz schlimm) mit den Filmen verbinden. Das Ergebnis ist ein mauer Film, komplett überraschungsarm, komplett talentfrei, was die Schauspieler angeht. Viel mehr ist auch nicht zu sagen dazu.

Fazit: mies.

Kritik: Brother

OK, 2001 ist lang her. Die Erinnerung verblasst. Im Gegensatz zu Vertical Limit ist mir Brother von und mit Takeshi Kitano in Erinnerung geblieben. Als sehr brutaler, sehr direkter Film.

Der Film erzählt die Geschichte von einem Yakuza, der in die USA auswandern muss, dort stoisch und brutal seinen Weg geht, bis dieser nicht mehr weitergeht, weil er sich mit der Mafia anlegt. Die anders agieren als die Yakuza. Dabei werden Freundschaften geschlossen, Leute gemeuchelt, was das Zeug hält und Kitano geht unbeirrt seinen Weg, der in letztlich in den Tod führt.

Das alles ist schonungslos, brutal und nicht schön. Und daher durchaus beeindruckend.

Es war mein erster (und bisher einziger) Kitanofilm, und das war schon ein Brocken.

Fazit: Brutaler Film über einen starrköpfigen Yakuza – ok.