Kritik: Avengers: Infinity War

Jetzt der bisherige Höhepunkt des Marvel Cinematic Universe: Avengers: Infinity War. Alle bisherigen Filme stellten die Figuren vor, die in diesem Film mehr oder weniger wahllos auftreten und zur Hälfte umkommen. Da es einen Zeitstein gibt, gehe ich davon aus, dass die meisten der Helden überleben werden, daher machte ich mir da erst mal nicht so viele Sorgen.

Der Film hat die Herausforderung, eine umfassende Geschichte zu erzählen, so viele Superhelden wie möglich sinnvoll auftreten zu lassen und dabei plausibel zu machen, warum die ganzen Helden nicht gewinnen können (in Teil 1).

Schwierig. Und nur zum Teil gelungen.

Zunächst der Bösewicht: böse, ja, aber komplett aus dem Computer in “nicht gut”. Das zieht schon mal aus dem Film raus. Auch die Motivation von Thanos ist mehr als dünn und mit “unlogisch” nett umschrieben.

Dann die Helden: offensichtlich sorgt Thanos für Spontanverblödung bei Superhelden, anders lassen sich deren Aktionen nicht erklären. Hat schon was von Karl May, der Thanos.

Unabhängig davon sind die Einsätze der Helden qualitativ sehr unterschiedlich: gut die Guardians, Captain America, Doctor Strange, Iron Man. Schlecht: die Guardians, Iron Man, Spiderman, Black Panther, Black Widow, Thor. Ganz schlecht: der Hulk. Mittelmäßig: die anderen.

Tricktechnisch kann man dem Film nichts vorwerfen, das ist schon State of the Art.

Fazit: unterhaltsam mit vielen Schwächen, eher meh.

Kritik: Doctor Strange

So so, ist das auch schon wieder anderthalb Jahre her, dass Doctor Strange in die Kinos kam.

Ob das nun gut oder schlecht ist, dass ich mich im Marvel-Universum kaum auskenne – ich weiß es nicht. Einerseits kann ich mich den FIlmen unbelastet nähern. Andererseits entgehen mir etliche Querverbindungen, Witze, Anspielungen etc., die geneigte Fans erkennen.

Wie dem auch sei, der Film beginnt mit der Vorstellung des äußerst unsympathischen Doctor Strange (Benedikt Cumberbatch) und seiner Superheldenwerdung. Ich will nicht zu viel verraten, aber die fand ich mal im Rahmen des Superheldengenres ok umgesetzt. Dabei hilft auch Cumberbatch, dem mal wieder eine Rolle auf den Leib geschrieben zu sein scheint. Er ist ein Arsch, der aber nicht an seiner Heldwerdung verzweifelt.

Mir gefiel auch die viel kritisierte Rolle der Ancient One, gespielt von Tilda Swinton, vor allem in der Kritik wegen des Whitewashing. Hier kommt mir die Unkenntnis des Originalmaterials zu Gute.

Die Geschichte ist nicht unbedingt originell – Held verliert alles, wird Superheld, muss sich bewähren. Die Nebenfiguren sind gut besetzt, die Chemie stimmt, die Handlung wird durch äußerst trockenen Humor aufgewertet.

Die Tricks des Films sind sehr gut umgesetzt, das ist oft ein Schwachpunkt der heutigen[tm] Filme – zu viel zu wollen und zu wenig zu können. Und alles zu animieren, was nicht bei drei auf den Bäumen ist – Uncanny Valley anyone?

So weit, so gut. Dann kommt das Finale des Films.

Selten war ich so begeistert von einem Finale. Die Auflösung der eigentlich unlösbaren Situation hat es in sich und mich komplett auf dem falschen Fuß erwischt. Genial.

Fazit: sehr guter Film im Reigen der sehr stark schwankenden Avengers-Einführungsfilme.