Porto

Nach dem Besuch von Porto müssen wir uns stark daran erinnern, dass es sonst in Portugal sehr schön, sauber, sonnig, freundlich und ruhig war.

Porto ist anders.

Die Straßen sind eng, die Häuser verfallen, der Dreck auf der Straße ist wie in Berlin, nur mehr Kippen, die Viecher sind räudig und mitten in der Stadt wird man im Hotel vom Krähen der Hähne geweckt, die gegen 6 Uhr dem wolkenverhangenen Himmel trotzen.

Porto bietet alles, was wir in Portugal bisher nicht vermisst hatten: Bettler, aufdringliche Bettler, Bettler mit offenen Wunden, Straßenverkäufer, Musiker, die an den Tisch kommen und einem mit dem Akkordeon ins Ohr brüllen, Brillenverkäufer, die einen am Ausruhen stören und Vögel, die einem im Flug auf den Kopf scheißen.

Andererseits haben sie schöne Brücken hier und Portwein.

Mal sehen, was das Fest des São João bringt, er scheint der Heilige mit dem Hammer (wörtlich) zu sein, denn es gibt überall Plastehämmer zu kaufen, die einen unschönen Ton von sich geben, wenn man mit ihnen auf das Pflaster, auf die Hand, an Beine, an Arme oder auf den Kopf schlägt.

Gestern haben wir “Molwanien” gehört und mäßig lustig gefunden, heute haben wir Teile wiedererkannt.

Fest überlebt, einige Eindrücke: Das auf-den-Kopf-Hämmern ist ein Brauch, der für Kinder erfunden wurde und von diesen, wie auch den Erwachsenen exzessiv betrieben wird. Das ist lustiger, als es sich anhört, solange mit wenig Kraft und kleinen Hämmern gehämmert wird. Alternativ kann man auch dem Gegenüber mit einer Blume oder einem Gewürzkraut ins Gesicht stupsen. Vor dem großen Feuerwerk hörten wir Experimental-Trommelmusik, nicht unbedingt zu empfehlen.

Das Feuerwerk war Klasse, da sind die Portugiesen sehr gut. Thema war Filmmusik, gut in Feuerwerk umgesetzt mit dem typischen großen Abschlussgeknalle. Ist wirklich empfehlenswert. Dabei ist die Wahl des Standorts jedoch von besonderer Wichtigkeit, wir standen am Portuenser Flussufer und damit falsch. Dort sieht man die Bodenillumination auf dem Fluss nicht richtig. Außerdem sind zu viele Menschen für das Ufer unterwegs, nach Abschluss standen wir in einem Gedränge, wie wir es noch nicht erlebt haben. Die Menge war mehrere Male kurz vor einer Panik. Nicht schön. Daher: anderes Flussufer oder erhöhten Aussichtspunkt suchen. Oder 1-2 Stunden warten einplanen und nach dem Gedränge nach Hause gehen.

I sagt: Sogar das Wetter ist schlechter in Porto. Grau und wolkenverhangen. Es riecht nach gegrillten Sardinen, überall! Sogar im Hotelzimmer!

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