Silvesterkontrollen in Köln (juristisch)

Schön knapp zusammengefasst hat diese aus juristischer Sicht RA Stadler.

[…] dass ausländisch aussehende Menschen zu einem Ausgang zur Kontrolle geschickt wurden, während alle deutsch aussehenden Menschen einen anderen Ausgang nehmen und unmittelbar zur Domplatte weitergehen konnten.

Man muss der Kölner Polizeiführung keine rassistischen Motive unterstellen, um das bedenklich zu finden. […]

Was den Rechtsstaat seit jeher vom Unrechtsstaat unterschieden hat, ist das unumstößliche Postulat, dass es keine Strafverfolgung um jeden Preis geben darf, selbst wenn sie geeignet wäre, die Ergreifung des Täters zu ermöglichen. Gleiches gilt für die Gefahrenabwehr. Es gibt keine Gefahrenabwehr um jeden Preis, selbst wenn sie von der Intention geleitet ist, Straftaten zu verhindern.

Das Verhalten der Kölner Polizei rüttelt an den Grundfesten unserer Verfassung. […]

So sieht es aus.

Bundestagswahl 2017

Die Prinzessinnenreporter haben sehr schön aufgeschrieben, wie sich Parteien für die Bundestagswahl 2017 aufstellen könnten. Werden sie nicht machen, aber wer weiß…

Hier ein paar Auszüge:

[…] Sie sollte – und da liegt unser Problem mit Euch – vor allem aber auch dafür einstehen, die Ideologie der AfD aus der Politik fernzuhalten, statt dieser hinterherzurennen wie der sprichwörtliche Esel der vor der Nase baumelnden Möhre. Damit gewinnt Ihr keine Wähler von den Arschisten zurück, die wählen nämlich lieber das Original.

[…]

Zumal wir wirklich nicht wissen, worin das kleinere Übel von Parteien bestehen soll, deren Spitzenpersonal wahlweise Interviews bei RT Deutsch gibt (Wagenknecht), in Onkel-Gottfried-Manier über „political correctness“ jammert (Kretschmann), auf „Überfremdungsängste eingehen“ will (Gabriel) oder aber persönlich vielleicht sogar halbwegs okay ist (Merkel), aber leider der gleichen Partei angehört wie Thomas de Maizière und Erika Steinbach.

Wählenswert wäre dagegen eine Partei, die zur Abwechslung mal die Sorgen und Ängste jener 84 Prozent der Bevölkerung ernst nehmen würde, die laut ARD-Deutschlandtrend die größte Gefahr im Land in rechtsextremen Anschlägen und Übergriffen sehen. […]

(Quelle: Prinzessinnenreporter)

Der Hass ist nicht neu. Für uns nicht.

Eine sehr schöne Rede von Mely Kiyak, die aufzeigt, dass der ganze Hass, die Menschenverachtung, die rassistische Grundhaltung, die immer offener geäußert werden, schon lange existieren und wir es uns nur geleistet haben, das zu ignorieren, weil wir nicht betroffen waren.

Rassistische Gewalt? Halt alles Einzelfälle. Hunderte davon.

Und Frau Kiyak hat Recht. Einfach mal durchlesen und drüber nachdenken.

Seit zehn Jahren schreibe ich ohne Unterbrechung jede Woche eine politische Kolumne. Für diese Kolumnen werde ich mit einer geradezu barocken Opulenz mit Ablehnung beschenkt. Es gibt Leser, die mich für diese Texte am liebsten umnieten würden.

[…] Ich spreche übrigens nicht von Online-Kommentaren, sondern von echten Briefen oder Emails. Woche für Woche hagelt es Empörung, Beschimpfung, Anzeigen, Drohungen. Selten handelt ein Brief davon, wovon ich schrieb; meistens davon, dass ich schrieb.

Und wer ganz schmerzfrei ist, kann gerne die Kommentare unter der Rede lesen, die genau diesen Mechanismus aufzeigen.

(Quelle: übermedien)

Kein Geld für Rechts

An sich eine schöne Idee: Firmen ansprechen, die auf rechten Seiten werben und fragen, ob sie das wissen und/oder gut finden.

Frag doch gerne mal bei einer bekannten Marke, die du auf einschlägigen rechtsradikalen Seiten findest, nach, ob sie wissen, wo sie werben. Ein Tweet, eine Facebook Nachricht oder ein E-Mail: manchmal wirken sie Wunder.

[…] Das System hinter Online-Werbung begünstigt derzeit, dass diese Seiten von uns finanziert werden.

Und ich finde, das kann man auch stoppen. Ganz einfach aus dem Ohrensessel – und so, dass es den Zukunftsvergiftern weh tut. Und wenn du magst, kannst du natürlich auch diesen Artikel teilen.

Was ich hiermit tue. Mein einziges Problem dabei: ich bin nicht auf einschlägigen rechtsradikalen Seiten unterwegs.

Aber evtl. wird man da ja mal draufgeleitet, dann wirft man kurz einen Blick auf die Banner, bevor man sich schnell wieder verabschiedet.

(Quelle: davaidavai, via Bildblog)

Über Trump

Ein Kommentar über Trump bei Whatever:

I’m afraid, and I’m a straight, white, christian, middle-class male, so I’m one of the chosen people in Trump’s vision for America, but I am still very afraid of a Trump presidency, and my fear has nothing to do with party or politics. My fear is rooted in one single thing: Trump’s narcissism.

Go look up “Narcissistic Personality Disorder” on Wikipedia. Read it. I’ll wait…

All of that you just read, that describes my father in painful and exquisite detail. When you live with someone with NPD, _you_ are always wrong. If you disagree with them on the most minor point you are belittled mercilessly. You’re not just wrong, you’re told that there is something seriously wrong with you and that you need professional help. Or that you’re stupid. You are always inferior to a person with NPD. They learn your psychological and emotional weaknesses and exploit them to manipulate you into doing their will, behaving like they want you to behave. They have no empathy for others. They are completely unaware of other’s needs but hyperaware of their own. Your feelings either don’t matter or are invalid. If you complain about the narcissist’s behavior, _they_ say that they are the victim. Anyone who calls them on their behavior is persecuting them. They will belittle you to your face, then five minutes later deny they ever said what you say they said.

I’m not a psychiatrist or psychologist, nor do I play one on TV, so I’m not qualified to make an “official” diagnosis of Trump’s NPD. But I lived under/with a narcissist for four decades. I know the signs and symptoms very intimately. It didn’t take me long to figure out my extreme discomfort with Trump; he’s just like my father. And now someone just like my father is President.

I want to emphasize that this fear has nothing to do with party. I’m registered as independent. I voted for both Democrats and Republicans in this election. There were Republican presidential candidates I might have voted for in this election: Kasich, Graham, Bush (I voted for his dad and brother), maybe even Rubio. I’ve voted for Democrat and Republican candidates for president. Sometimes my choice won and sometimes they lost. In none of those cases was I fearful of the candidate that won. I may have disagreed with them on a few points or many points, but I never felt that they would be a danger to the American people or the place of America in world affairs. It’s not a matter of Trump’s ego. All politicians have egos; you have to to aspire to high office and to do the work necessary to get there. It’s his narcissism.

If you’ve never lived with a narcissist, it will be almost impossible for you to understand the visceral terror I’m feeling right now. If you lived with an abusive alcoholic, you might have _some_ idea. Instead of fearing for myself, my brother, or my mother, I now have to fear for the whole country, the whole world. Narcissists destroy people’s lives and sanity, they destroy families, businesses, and institutions. A narcissist like Trump (or my father), shouldn’t be allowed to run a hot dog stand, much less a country.

So yeah, I’m afraid.