Über den 1. Weltkrieg

Gerade trudelt das neue Sabaton-Video über Verdun bei mir ein und das ist mir zu heroisch. Ich weiß, das ist anders gemeint und Sabaton sind eine eigene Sache, aber ich würde da dann mal Lemmy mit Motörhead dagegen stellen, wie ich mir ein Lied über den 1. Weltkrieg vorstelle.

1916

16 years old when I went to war,
To fight for a land fit for heroes,
God on my side, and a gun in my hand,
Counting my days down to zero,
And I marched and I fought and I bled and I died,
And I never did get any older,
But I knew at the time that a year in the line,
Is a long enough life for a soldier,

We all volunteered, and we wrote down our names,
And we added two years to our ages,
Eager for life and ahead of the game,
Ready for history’s pages,
And we fought and we brawled and we whored ’til we stood,
Ten thousand shoulder to shoulder,
A thirst for the Hun, we were food for the gun,
And that’s what you are when you’re soldiers,

I heard my friend cry, and he sank to his knees,
Coughing blood as he screamed for his mother,
And I fell by his side, and that’s how we died,
Clinging like kids to each other,
And I lay in the mud and the guts and the blood,
And I wept as his body grew colder,
And I called for my mother and she never came,
Though it wasn’t my fault and I wasn’t to blame,
The day not half over and ten thousand slain,
And now there’s nobody remembers our names,
And that’s how it is for a soldier.

Bad Wimpfen

Bad Wimpfener.

Dass man Eure Stadt besucht mit Hoffnung auf den in Reiseführern gepriesenen Neckarblick und dieser Blick dann aus einer Sicht auf ein Kraftwerk, eine Baustelle, das DHL-Logistikzentrum und einen riesigen Aldi besteht – dafür könnt Ihr wahrscheinlich eher wenig.

Aber dass die beiden Attraktionen (beide Türme) gleichzeitig wegen Renovierung geschlossen sind, davor schöne Container gestellt werden und überall Autos das mittelalterliche Stadtbild prägen – muss das sein? Auch die Kapelle war nicht offen.

Ansonsten sind Rückreisetage grundsätzlich von Fotoarmut geprägt.

Moderne Architektur und volle Autobahnen

Moderne Architektur muss man mögen, so eine Sichtbetonkirche ist gewöhnungsbedürftig. Nicht wirklich schlecht aber auch nicht so richtig gefällig. Aber wer bin ich, mich mit Le Corbusier anzulegen. Immerhin ist er der Weltkulturerbearchitekt und ich nicht.

Ob Softwarearchitekturen auch mal Welterbe werden können? Die Berliner IKT-Architektur nach der Überarbeitung 2020? Wäre meine Chance…

Sobald man deutsche Autobahnen erreicht wird sehr schnell offensichtlich, dass wir ein Verkehrsproblem haben. Es ist zu viel Güterverkehr unterwegs. Irgendwann muss doch auch mal der CSU dämmern, dass man Entscheidungen ändern muss, wenn sie sich nicht bewährt haben. Und wenn man über eine beliebige Autobahn fährt, merkt man, dass die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Autobahn halt ein Irrweg ist. Ging eine Zeit lang gut, jetzt ist es einfach zu viel geworden.

Andererseits – CSU und über Entscheidungen nachdenken und anhand von Fakten entscheiden – merk ich selbst.

Saline Royale

Die Saline Royale ist der frühe Versuch von Claude-Nicolas Ledoux, eine “Fabrikanlage”, in dem Fall eine Saline, nach idealen Maßstäben zu bauen. Dabei stand die Funktion im Vordergrund, sowie der Versuch, zum Hierarchie der Menschen abzubilden, vom Direktor zum Arbeiter, sowohl in der Architektur als auch in der Funktion der Gebäude.

Das ist so halb gelungen, die Gebäude sind beeindruckend und konnten ihre Aufgabe erfüllen. Auch die Hierarchie wurde abgebildet vom riesigen Haus des Direktors bis zu den kleinen Wohnungen der Arbeiter. Leider wurde versäumt, gerade den Arbeitern vernünftige Wohnungen, also heiz- und belüftbar sowie mit Fenstern, zu geben. Auch die Produktionsbedingungen waren nicht gut, so fehlten z.B. Schornsteine (oder Löcher) für die Abluft bei der Salzsiedung, was zu Krankheiten und frühen Toden führte.

Unabhängig von der Architektur war die Saline kein großer wirtschaftlicher Erfolg, da die Sole nicht salzhaltig genug war. Sie wurde früh aufgegeben, die Gebäuder verfielen oder wurden zerstört und erst ab 1926 langsam wieder aufgebaut.

Das Ensemble sieht gut aus, leider ist nicht so viel zu sehen, wie man gerne hätte, insbesondere die Wohnungen oder die Arbeitsbedingungen sind nur schwer vorstellbar.

Weltkulturerbe (zusammen mit den alten Salinen, für die heute die Zeit fehlte).

Belfort ist ok, leider ist der Löwe nicht zu besichtigen, eigentlich das einzige Sehenswerte da (na ja, die Zitadelle und die Kirche).

Puy de Dôme

Der Puy de Dôme (1465 m) ist vor ca. 10.000-11.000 Jahren vulkanisch entstanden. Allerdings ist er “monogenetisch”, er hatte also einen Ausbruch und das wars. Glück für uns.

Interessant auch, dass damit die Felszeichnungen und -ritzungen in den Grotten deutlich älter sind als der Puy de Dôme, den wir heute bestiegen. 424 Höhenmeter auf etwas mehr als 2 km Weglänge, das ist ein Anstieg von mindestens 70 % (ich habs nicht ausgerechnet). Wir Helden wir.

Oben ist die Sicht übrigens sehr schön, bei klarem Wetter bestimmt überwältigend. Aber auch so ist die Kette der Puys beeindruckend. Und man sieht die schwarze Kathedrale von Clermont-Ferrand.

Domme

Die Gemeinde Domme ist eine Bastide und eins der schönsten Dörfer Frankreichs und ich hab meinen Wanderstock dort vergessen.

Eine Bastide ist ein geplantes und in einem Zug erbautes Dorf (im Gegensatz zu gewachsenen Dorfstrukturen) aus dem Mittelalter, in dem Fall von 1283. Bastiden sind normalerweise rechtwinklig angelegt: Mauer draußen, Tore und Straßen, die rechtwinklig verlaufen. In Domme ist das aufgrund des Felsuntergrunds anders, die Linien verlaufen dem Felsen angemessen, trotzdem ist ein stark geometrischer Aufbau erkennbar.

Die Stadt wurde einmal von Protestanten 16 Jahre belagert, erobert, niedergebrannt und nach vier Jahren wieder an die Franzosen verkauft. Da stand dann nicht mehr viel.

Sehenswert sind neben dem Städtchen selbst die Grotte (Vorsicht, Kopf), sowie der Ausblick auf die Dordogne. Da sind drei Stunden schnell vertan und man hat viel Schönes gesehen.

Fotos verboten

Es ist schade, wenn man in einer so bedeutenden Höhle wie der Grotte de Rouffignac keine Fotos schießen darf. Andererseits geht es sicher auch darum, dass alles nicht so lange dauert und außerdem ist in jeder Gruppe mindestens einer, der seinen Blitz nicht ausschalten kann oder das Fotogeräusch am Handy nicht ausgeschaltet hat (immer Männer). So gesehen ist es auch nicht schlimm.

Rouffignac ist eine sehr lange Höhle, durch die man mit einer Eisenbahn gefahren wird, an beeindruckenden Mammutritzungen und Zeichnungen vorbei. Am Ende darf man dann Aussteigen und zig Zeichnungen über einem bestaunen. Schon schön. Aber ohne Fotos.

Mittagspause von 11:30 bis 14 Uhr.

Eyrignac Jardins

Und noch einmal sehr schöne Gärten, diesmal die von Eyrignac. Die Philosophie: nur Handarbeit ist gut, also Verzicht auf elektrische Geräte, die Hecken werden von Hand geschnitten. Ob es tatsächlich nötig ist und bessere Ergebnisse erzielt – wer weiß, dafür bin ich zu wenig Gartenexperte.

Die Gärten selbst sind aber sehr hübsch. Sie sind geschickt angelegt, so dass auch auf kleinem Raum viele verschiedene Sichtmöglichkeiten vorhanden sind, die zum dauernden Entdecken einladen.

Erkenntnis: Schwarz-Weiß-Fotografie kann die verschiedenen Grüntöne nicht adäquat wiedergeben.