Kritik: Dead in Tombstone

Dead in Tombstone mit dem wunderbaren Danny Trejo und dem immer mehr wie eine Wachpuppe aussehenden und dauernuschelnden Mickey Rourke ist ein Western um den Anführer einer Banditengang, die sich gegen ihn stellt, umbringt und der dann aus der Hölle zurückkommt, um die alten Kumpels umzubringen.

So weit so mehr oder weniger originell. Die Geschichte wird auch nicht komplizierter, der Film konzentriert sich auf wirklich coole Westernbilder mit wirklich coolen Zeitlupen von Stiefeln, Sporen, fliegenden Mänteln, laufenden Männern, kurz: visueller Fanservice vom Feinsten.

Leider können die Actionszenen da nicht ganz mithalten, insbesondere die zeitfüllenden Schießereien und Faustkämpfe sind eher schlecht gefilmt, im Making-Of sieht man noch, dass die eigentlich gut inszeniert sind. Wird leider im Film nicht eingefangen.

Und die Geschichte ist in ihrer Schlichtheit etwas zu schlicht. Insbesondere ist nicht klar, warum wer was tut, es ist einfach völlig wirr. Spannung kommt ebenfalls nicht auf. Niveau Boll in Sachen Geschichte und Schnitt.

Schauspielerisch geht der Film, in Ordnung, sehen wir einmal von Mickey Rourke ab. Es ist halt ein Film um Danny Trejo, da kann man nicht zu viel erwarten. Von Dina Meyers Rolle hätte ich mir etwas mehr erhofft – man kann nicht alles haben.

Insgesamt war der Film unterhaltsam, kein Meilenstein, nicht wirklich schlecht aber auch nicht gut. Mal sehen, wie der zweite Teil wird…

Fazit: meh.

Kritik: Warcraft

Warcraft (gerne auch mit dem hoffnungsfrohen Zusatz “The Beginning”) ist ein Fantasyfilm und basiert auf den Warcraft-Spielen.

Ich kenne die Spiele nur von Trailern, so dass ich nichts zur Spieltreue des Films sagen kann, laut Making-Ofs ist diese wohl sehr hoch – wer weiß…

Wir beginnen den Film mit den Orks, die von ihrer zerstörten Welt in die Menschenwelt einfallen, um diese zu erobern. Dabei haben wir Gelegenheit, uns an den Computerlook zu gewöhnen und uns von dem Gedanken zu verabschieden, einer sehr langen Cutszene beizuwohnen und den Controller zu übernehmen.

Hat bei mir nicht lang gedauert, da Figuren, Settings, Grafiken, Action und die Geschichte gut sind. Der Film fackelt auch nicht lang, sondern wirft uns in das Geschehen, das nicht originell, aber gut erzählt ist. Schnörkellos, ohne störende Verwicklungen, Zweifel, Liebesgeschichten etc.

Die Figuren agieren nachvollziehbar und meist cool. Das gilt für die Guten wie für die Bösen, für die Orks und für die Menschen. Allen voran Travis Fimmel (der anderen sicher von Vikings bekannt ist).

Was soll ich sagen: ich habe wenig erwartet und einen sehr guten Fantasyfilm bekommen. Das ist selten.

Fazit: sehr gute Fantasy ohne Schnörkel.

Kritik: Inside Out

Inside Out (dt. Alles steht Kopf) ist ein Film darüber, wie Sushi hergestellt wird, er tangiert dabei nicht nur die industrielle Fischproduktion, sondern auch die Weiterverarbeitung, Arbeitsbedingungen in Sushibars und enthält auch einen kleinen Ausblick auf Sesamanbau, das aber nur kurz.

Ok.

Es ist ein animierter Pixar-Film, wie es im Kopf von Menschen aussieht, wie deren Emotionen das Handeln bestimmen, wie Erinnerungen erzeugt, gespeichert und genutzt werden etc.

Das alles wird natürlich nicht wissenschaftlich, sondern äußerst phantasievoll erzählt und bleibt erstaunlich konsistent im Rahmen der Geschichte. Die erzählt von einem 11jährigen Mädchen, das mit seinen Emotionen während eines Umzugs fertig werden muss.

OK, der Film ist zuckersüß. Und traurig. Aber sehr gut. Wenn man das mag. Mir hat es gut gefallen. Teile der Bevölkerung waren weniger begeistert.

Fazit: sehr guter Film, sehr kitschiger Film.

Kritik: Star Wars: The Last Jedi

Episode Acht der Star-Wars-Reihe, im Deutschen festgelegt auf Plural: “Die letzten Jedi”, im Englischen etwas offener.

Wie auch immer – ein langer Film, ein guter Film, ein langweiliger Film.

Erst mal das Gute: Story, Effekte, Inszenierung, Figuren – alles ok, wie gewohnt. Teilweise gibt es schöne Momente, selten wird es lustig, insgesamt ist der Film eher imposant ausgelegt.

Und die Szene, die die Schlussszene hätte sein sollen – Luke vor den Walkern – das ist Augenschmaus vom Feinsten.

Das Schlechte: nichts zündet so richtig. Alles ist egal, Alles ist wie gewohnt. Keine neue Idee stört den Film, die Geschichte wurde schon zigmal erzählt. Besser.

Was ist aus den interessanten Figuren geworden? Abziehbilder ihrer selbst, das fängt bei Luke an und zieht sich leider über Rey und Kylo Ren bis zu allen anderen Figuren durch. Keine Entwicklung, keine richtigen Rollen, nichts wird auserzählt oder spannend gemacht. Rey darf rumlaufen, wütend seni und das wars. Man muss doch nicht die Fehler der ersten Trilogie wiederholen, in denen Luke ein ähnliches, dennoch besseres Schicksal erlitt.

Und so sitzt man in einem beeindruckenden Film, langweilt sich, wird aber gleichzeitig recht gut unterhalten. Ein seltsames Erlebnis.

Und: der Film hätte mit der Luke-Walker-Szene enden sollen (eigentlich müssen!)

Fazit: nicht schlecht, mehr leider auch nicht.

Nüchterne Schilderungen

Nüchterne Schilderungen gehen mir oft am nächsten. Dramatische Aufarbeitung mag spannender sein und für längere Bücher/Filme geeignet, aber manchmal ist ein kurzer, sachlicher Text schon anstrengend genug.

Beispiel: Der Abend vor Weihnachten vom kinderdok

“In Raum B”, sagt die Krankenschwester. “Bluterguß am Auge, ist wohl gestern gestürzt, sagen die Eltern.” Sie zeigt den Gang runter und zuckt mit den Schultern. “Was Eltern so sagen.”

Die Schwestern hier haben schon alles gesehen, und ihr Verdacht bestätigt sich meist.

Kurdistan

Für mich ist Kurdistan so ein fernes, exotisches Land, das ich von Karl May kenne. Ich habe schon was über den Konflikt zwischen Kurden und der Türkei gehört und weiß ungefähr, wo das liegt. Das war’s dann auch schon.

Das ist natürlich etwas dünn, aber wie es so ist: da nimmt man sich vor, mal mehr drüber zu lesen, dann ist es uninteressant oder zu lang, irgendwas ist halt immer.

Heute ist mir der Text “Vor Ort beim Kurdistan Referendum” von Enno Lenze in die Hände gefallen, hochinteressant. Kein umfassender Abriss eines Landes, aber genug Einsicht und Information, um wirklich mal tiefer zu schauen, was mit den Jesiden los ist (Karl May lässt wieder grüßen), wer die Peschmerga sind etc. Und auch, zu schauen, ob die geschilderten Eindrücke einseitig sind, wie die Lage derzeit ist, was die Türkei damit zu tun hat…

Neben Dohuk liegt der Ort Khanke, in dem das gleichnamige Flüchtlingscamp für Jesiden liegt. Die meisten hier sind nach dem 74. Genozid aus Shingal geflohen.

Der 74. Genozid!

Wie alle diese Projekte ist es hoffnungslos unterfinanziert. Auch hier muss von einem Tag zum anderen gewirtschaftet werden. […] Das ganze Waisenhaus kostet ca. 10.000€ pro Monat.

[…]

Einer der Jungen kam oft an und erzählte uns etwas und ging wieder. […] Er war gerade fünf Jahre alt und musste bereits erleben, wie seine Eltern vom IS ermordet wurden. Er wurde von jesidischen Peschmerga befreit. […] Wie man diese Kinder wieder in ein normales Leben zurück führen kann, ist ziemliches Neuland.

[…]

Die andere Kinder haben alle ähnliche Geschichten. Sie wirken fröhlich, haben Spaß, aber in ihrem Kopf schlummern ganz düstere Erinnerungen. Ein Mädchen erzählt, dass ihre Schwester zerfetzt wurde und in einer Mülltüte mitgenommen wurde, um ihr eine würdige Beerdigung zu ermöglichen. Für die Kinder ist das eine ganz normale Welt – sie kennen es nicht anders. Was ich mich immer frage ist: Was kann ich für sie tun? Da sind es oft die kleinen Dinge. Da die Grundversorgung bei ihnen funktioniert, wollten wir sie zu einem Essen ihrer Wahl einladen. Einfach, damit der Tag für sie einen schönen Abschluss hat und sie mal etwas anderes machen.

[…]

Neben so schrecklichen Orten gibt es nur ein paar Minuten entfernt einen Freizeitpark mit Achterbahnen, Zuckerwatte und Seilbahn. Etwa so schlagartig, wie die Themen nun in diesem Text gewechselt haben, geschieht es auch vor Ort, wenn man durch die Straßen läuft oder sich mit den Menschen dort unterhält. Man gewöhnt sich irgendwann daran. “Wenn du nicht auf die Achterbahn gehst, steht davon auch niemand wieder von den Toten auf” – sagte man mir hier schon öfters. Die Menschen hier haben gelernt, mit diesem unglaublichen Leid umzugehen.

20.000 km

20.000 km geschafft. Seit April 2012. Mit Höhen und Tiefen, insgesamt ist es jetzt zuverlässig, am Anfang war oft der Wurm drin.

Alle bei Rot, die umpfzigste

Die Radfahrer, die fahren alle bei Rot. Das erste Taxi erwarte ich ja schon, aber das zweite war dann doch dreist. Es ist schon gelb, wenn ich in den Film einsteige!

Überraschung

Es ist nicht einfach, mich zu überraschen.

Aber Bruder Alkohol…

Wozu Platz lassen?

Gleiche Stelle wie gestern, gleicher Tag vorher. Warum sollte man da Platz lassen? Nur, weil vorher schon 2 Radfahrer und 1 Fußgängerin nicht rumgekommen sind? Soweit kommt es noch. Die fahren ja alle bei Rot!

Experimentelle Kameraführung.