Gewöhnung

Man gewöhnt sich so schnell an Fehlverhalten.

Heute ein LKW, der beim Rechtsabbiegen nicht geschaut hat und im Weg steht. Dann ein Auto, das mitten auf der Straße anhält und erst, wenn man fast vorbei ist, wieder anfährt. Natürlich nur kurz, um dann wieder zu bremsen. Dann ein LKW, der sich auf den Radstreifen stellt, rechts blinkt, aber nicht fährt. Dann die Autofahrerin, die schon halb rausfährt vor der roten Ampel, so dass man auf sie warten muss, obwohl die Ampel schon lange auf grün umgesprungen ist. Dann das Taxi, das rechts abbiegt, ohne zu schauen, kurzes Bremsen hat gereicht.

Alles für sich nicht wirklich wild, heute auch kaum gefährlich. Aber so zermürbend. Vor allem, wenn man sich vor Augen hält, wie man als Radfahrer für meist eingebildete Verzögerungen von Autofahrern angegangen wird. Da kann man froh sein, wenn es beim Hupen, Abdrängen und Beschimpfen bleibt.

Aber zur Gewöhnung: ich fand das alles nicht so schlimm, dass ich drüber geschrieben hätte, weil es so alltäglich ist. Weil man schon auf Schlimmeres wartet. Weil es niemanden aufregen würde. Nicht mal einen selbst.

Die Stadt ist voll

Das ist in den letzten Tagen auffällig: die Stadt ist einfach voll. Der Autoverkehr fährt nur selten, im Berufsverkehr steht man. Mit dem Fahrrad komme ich gut vorbei, aber schon mit dem Motorrad würde das schwer werden.

Was tun? Wahrscheinlich konsequent den individuellen motorisierten Verkehr aus der Stadt holen, auf Öffentlichen Nahverkehr, Busse, Taxis, und Fahrräder setzen. Und das Ganze weniger über Verbote, sondern über Förderung des “richtigen” Verkehrs. Das würde auch die Lebensqualität in der Stadt erhöhen, die derzeit hauptsächlich von “Autos ausweichen” und “den Autos weichen” geprägt ist.

Werde ich das noch erleben? Wahrscheinlich nicht. Dafür ist das Auto als Synonym für Verkehr zu fest in den Köpfen drin. Egal, ob man da nur im Stau steht, Hauptsache nicht Öffis oder Fahrrad.

Was bedeutet das für mich konkret? Ich werde noch öfter von Autofahrern aggressiv abgedrängt, belästigt, geschnitten, ausgebremst etc. werden, weil die mittlerweile jede Möglichkeit zum Vorankommen nutzen und offensichtlich auch neidisch auf jeden sind, der schneller vorankommt (siehe die Autotüröffner im Stau, wenn man mit dem Motorrad kommt). Das kann nicht sein, also wird es mit Gewalt verhindert.

Was wäre schön: mediales und politisches Umdenken.

Zwei Tote und viel mehr Fehlverhalten

Die Polizei hatte letzte Woche ihre Woche der “Stadtweite Kontrollen zur Bekämpfung von Verkehrsunfällen mit Radfahrern“. Jetzt ist die Auswertung da und es ist ernüchternd. Das Ausmaß des Fehlverhaltens ist erschreckend. Und auch, dass zwei Radfahrer totgefahren wurden: einer von einem abbiegenden LKW, einer einfach so.

Konsequent und wünschenswert wäre jetzt, auch mal juristisch durchzugreifen: warum werden beide LKW-Fahrer wieder fahren dürfen, wenn sie jemand totgefahren haben? Unverständlich.

Der Tagesspiegel berichtet unter der Überschrift “Das Fahrrad wird in Berlin zum Lebensrisiko“. So schlimm ist es zwar noch nicht, aber die Scheißegal-Haltung von Politik, Justiz, Polizei und Mitmenschen ist schon erschreckend.

Bilanz der stadtweiten Verkehrskontrollen zur Verhinderung von Radfahrunfällen durch abbiegende Kraftfahrzeuge

In der vergangenen Woche hat die Polizei Berlin im Rahmen einer fünftägigen Schwerpunktaktion im gesamten Stadtgebiet intensive Kontrollen zum Schutz von Radfahrern an verkehrsreichen Kreuzungen und Einmündungen durchgeführt. Im Fokus der gezielten Überwachung stand vorrangig das Verhalten rechtsabbiegender Kraftfahrzeugführer gegenüber Radlern. Viel zu häufig muss tagtäglich beobachtet werden, wie unaufmerksame Kraftfahrer ihrer Rückschaupflicht nur ungenügend nachkommen und deshalb den Vorrang der Radfahrer missachten. Wie hochgradig gefährlich solche Verstöße für das Leben und die Gesundheit von Radfahrern regelmäßig sein können, wurde tragischer Weise auch während der Aktionswoche überdeutlich, als am vergangenen Mittwoch ein 63-jähriger Radfahrer in der Köpenicker Landstraße von einem nach rechts abbiegenden Sattelschlepper tödlich verletzt wurde. Lastkraftwagen sind bei den Kontrollen auch daraufhin überprüft worden, ob das Sichtfeld der Fahrer in den Führerhäusern in unzulässiger Weise zum Beispiel durch Wimpel, Gardinen, Bilder oder andere Gegenstände eingeschränkt gewesen ist. In drei Fällen wurden solche Verstöße festgestellt.

Insgesamt wurden 1.447 Kraftfahrzeugführer nach Fehlverhalten beim Abbiegen angehalten und eindringlich zu den Gefahren ihrer Fahrweise aufgeklärt sowie sensibilisiert. In 429 Fällen waren die Verstöße so eindeutig und gravierend, dass Verkehrsordnungswidrigkeitenanzeigen gefertigt werden mussten. Dabei kam es weniger darauf an, möglichst viele Verstöße festzustellen. Vielmehr stand die Qualität der Überwachung im Vordergrund. Beispielsweise wurden auch die betroffenen Radfahrer angehalten und zum Kontrollort gebeten, um gegenüber den Kraftfahrern die Gefährlichkeit des gerade Erlebten anschaulich zu bezeugen.
Selbstverständlich wurden aber auch die Radfahrer selbst in ihrem Verhalten überwacht. Insbesondere ahndeten die Polizisten die hochriskanten Rotlichtfahrten von Radlern.

Insgesamt zeigen die Erfahrungen, diesen Schwerpunkt bei den Verkehrskontrollen beizubehalten. Eine vergleichbare Aktion ist daher bereits für Mitte Juli geplant.

Radfahrer tödlich verunglückt (wieder eine sehr euphemistische Überschrift, der ist nicht “verunglückt”, der wurde totgefahren)

Tödliche Verletzungen erlitt ein Radfahrer bei einem Verkehrsunfall heute Mittag in Baumschulenweg. Bisherigen Erkenntnissen zufolge befuhr ein 41-jähriger Fahrer eines Lkw die Köpenicker Landstraße in Richtung Schnellerstraße. Als der Mann gegen 12.45 Uhr nach rechts in die Baumschulenstraße einbog, erfasste er mit seinem Lkw den Fahrradfahrer. Der 63-jährige Mann erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen. Der Lkw-Fahrer kam mit einem Schock zur ambulanten Behandlung in eine Klinik. Der Sattelschlepper wurde für die weiteren Ermittlungen sichergestellt. Während der Unfallaufnahme und den Bergungsmaßnahmen kam es zu Sperrungen rund um die Unfallstelle.

Radfahrer bei Unfall tödlich verletzt (*seufz*)

Ein Radfahrer verstarb heute Nachmittag bei einem Unfall in Oberschöneweide. Nach derzeitigem Ermittlungsstand befuhr der 36-Jährige mit einem Fahrrad die Fahrbahn der Edisonstraße in Richtung Karlshorst, als er von dem LKW eines 44-Jährigen, der ebenfalls in Richtung Karlshorst unterwegs war, erfasst wurde. Die dabei erlittenen Verletzungen des Fahrradfahrers waren so schwer, dass er verstarb. Die Edisonstraße blieb wegen der Unfallaufnahme bis in die frühen Abendstunden für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

(Quelle: Pressemitteilungen der Polizei)

Radfahrer bedroht Autofahrer

OK, man könnte die Meldung auch so aufmachen: ein Autofahrer wird aggressiv, bedroht einen Radfahrer und benutzt sein Auto dabei als Waffe, um den Radfahrer auf einem Radstreifen in den Straßengraben zu drängen. Der Radfahrer kann gerade so noch ausweichen und will den Autofahrer zur Rede stellen, er wird dabei auch aggressiv. Der Autofahrer reagiert nicht und überfährt zur Strafe das Fahrrad des Radfahrers.

Oder man formuliert so, dass nur der Radfahrer etwas falsch gemacht hat, nie in Gefahr war, verletzt zu werden und der arme Autofahrer ein Unschuldslamm ist. Und dass der Radfahrer völlig überreagiert hat (hat sich “wohl” geärgert).

Weil er sich wohl über das Fehlverhalten eines Autofahrers ärgerte, reagierte gestern Nachmittag ein Radfahrer in Steglitz sehr aggressiv. Laut Zeugen habe der 60 Jahre alte Radfahrer gegen 16 Uhr an der Kreuzung Schloßstraße Ecke Ahornstraße sein Fahrrad vor das Auto eines 80-Jährigen gestellt, als dieser bei „Rot“ hielt. Anschließend soll der Radfahrer dem Audi-Fahrer Schläge angedroht haben und mehrfach mit der Faust gegen die geschlossene Seitenscheibe geschlagen haben. Als die Ampel wieder auf „Grün“ umsprang, fuhr der nach eigenen Angaben verängstigte 80-Jährige los und überfuhr hierbei das Fahrrad. Dieses verkeilte sich dabei unter dem Fahrzeug, so dass die Feuerwehr das Rad mit Hilfe eines Hebekissens herausholen musste. Die Schloßstraße musste deshalb in Richtung Wolfensteindamm für rund 20 Minuten gesperrt werden. Gemäß Zeugen soll der Autofahrer zuvor in den Radschutzstreifen gefahren sein und hierbei den Radfahrer abgedrängt haben. Die Polizei ermittelt nun wegen eines Verkehrsunfalls mit Sachschaden und Nötigung im Straßenverkehr.

(Quelle: Polizeimeldung vom 08.04.2016)

Firefox und Vivaldi

Seit Opera die Bookmarks entfernt hat, ist es schwierig, einen guten Browser zu finden, bei jedem ist was.

Vivaldi ist angetreten, der Nachfolger von Opera zu werden und er fühlt sich tatsächlich so an. Leider ist er unter Linux noch sehr instabil bzw.  fühlt sich sehr langsam an, so dass ich hier auf Firefox zurückgreife.

Unter Windows ist es genau andersherum: Firefox friert dauernd ein und will abgeschossen werden, Vivaldi ist ok.

Technisch basiert Vivaldi auf Chromium; wenn ich es richtig verstehe, benutzt Firefox eine Eigenentwicklung als Basis. Beide können (und sollten) mit Erweiterungen versehen werden. Für beide steht eine riesige Anzahl an Erweiterungen zur Verfügung.

Bei beiden Browsern habe ich aus Sicherheitsgründen HTTPS Everywhere installiert. Vivaldi bringt Mausgestures gleich mit, auch bleibt der Browser offen, wenn man den letzten Tab schließt. Das muss beim Firefox nachgerüstet werden, für Mausgestures verwende ich Mouse Gestures Suite. Um auch den letzen Tab schließen zu können, ohne dass Firefox sich schließt, gibt man about:config in die Adresszeile ein, bestätigt, dass man vorsichtig ist, sucht nach lasttab und stellt das entsprechende Flag auf false.

Für das Aussehen von Firefox nutze ich My Little Pony Friendship is Magic – Main Cast. Vivaldi habe ich noch nicht angepasst.