Kritik: FPS – First Person Shooter

FPS – First Person Shooter ist ein Film, bei dem der Protagonist, der hautpsächlich aus der Ich-Perspektive gezeigt (oder auch nicht) wird, wie in einem Ego-Shooter seine schwangere Freundin in einem Zombie-verseuchten Haus sucht. OK, originell geht anders, aber ich finde den Versuch interessant, diese Perspektive zu zeigen und das Genre auch mal filmisch auszuarbeiten.

Zuerst zum Guten: filmisch ist das Ganze extrem gut gelungen. die Kamera ist superb, der Ton ist Klasse, die Zombies sind angemessen. Der Film schafft es, die ganze Zeit ein Computerspiel nachzuahmen, es dabei in die Realität zu erweitern, ohne albern oder übertrieben zu wirken. Die Zombiedichte ist unangemessen niedrig, aber das schiebe ich mal auf das Budget.

Aber dann spricht unser Held. Und spricht. Und spricht. Und erzählt dabei eine gequirlte Scheiße, dass es mich jedesmal aus dem Film riss. Schon erstaunlich, immer, wenn er ruhig war – perfekt. Kaum sagt er was – schlimm. (Ich hab die deutsche Fassung geguckt, keine Ahnung, ob das Englisch besser ist.)

Ich vermute mal, was er von sich gibt ist das, was die Macher beim Spielen denken oder was sie denken, was die Mehrheit der Spieler denkt. Wenn das so ist, dann sind Ego-Shooter-Spieler doch primitiver als ich dachte. Mir gehen beim Spielen jedenfalls nicht solche Sätze durch den Kopf.

Daher: wenn man die Sprüche des Helden abkann ist der Film klasse. Wenn nicht – Pech gehabt.

Fazit: Klasse Film, der durch den Text kaputtgemacht wird.

Warum nicht mal die Situation verbessern?

Es fällt mir zunehmend schwer, zu verstehen, warum Politiker sich so schwer tun, Gesetze und Situationen einfach mal so zu ändern, dass es auch mal besser wird.

Beispiel Übergriffe in Köln: das wäre ein guter Punkt gewesen, sich a) einzugestehen, dass weniger Polizei auf Dauer schlecht ist. Eine gute Gelegenheit, der Polizei den Rücken zu stärken und personell aufzustocken. Sogar ohne Gesichtsverlust (der anscheinend das Schlimmste ist, was man sich vorstellen kann).

Und b) hätte man die Situation von Menschen verbessern können, die Übergriffe, meist mit sexueller Gewalt verbunden, ertragen müssen. So gibt es da genügend Gesetzeslücken zu schließen, z.B. dass man nicht unbedingt direkte Gewalt ertragen muss, um offiziell vergewaltigt zu werden. Oder dass ein “Nein” halt auch mal was zählt.

Aber das ist weit von der Welt der Politiker entfernt, die sich weniger um konkrete Probleme kümmern als vielmehr um Stimmungslagen, globales Befinden oder was weiß ich. Wahrscheinlich einfach um Lobbyarbeit und die Möglichkeit, möglichst viel Geld und/oder Macht abzugreifen. Scheißegal, was Gesetze bewirken.

Und die kontrollierende Macht im Staat, der gesetzliche geschützte(!) Journalismus lässt das auch alles so durchgehen, oder sehe ich nur die Nachfragen nicht, was eine Gesetzesverschärfung für Flüchtlinge an der Situation belästigter Frauen verbessern soll? Oder warum mehr Überwachung helfen soll, wenn diese in allen Ländern, die darauf setzen, gescheitert ist?

Genau deswegen haben wir Pressefreiheit im Gesetz drinstehen. Nicht Sicherheit für Bürger oder alles, was derzeit für gesetzesänderungen herhalten muss. Und die Pressefreiheit gilt auch, wenn sich “das Volk” gerade nicht um ein Thema kümmert. Das als Ausrede zu nehmen oder immer wieder die Lethargie des Volkes anzuprangern ist billig.

“Das Volk” muss auch mal arbeiten gehen und kann ich nicht über alles ereifern. Und wenn es das dann mal massiv tut (TTIP, Vorratsdatenspeicherung, Milchbauern, Landwirte, …), und die Presse nicht drüber berichtet, ist das halt kein Versagen des Volkes. Oder wenn die Presse sich darin gefällt, nur über Kleindemonstrationen von Nazis zu berichten, aber nicht über Gegendemonstrationen (die sowieso nur negativ dargestellt werden) oder zivile Hilfe für die Gesellschaft.

Also – Politiker: traut Euch doch mal, eine Verbesserung der Verhältnisse anzustreben und wirklich mal was Positives zu erreichen, statt nur das Negative zu verwalten und auf Repression zu setzen. Und Presse: unterstützt mal die progressiven Kräfte der Gesellschaft, statt nur die zersetzenden zu begleiten und den Rest zu ignorieren. Das ist Eure gesetzlich geschützte Aufgabe.

Busfahrer

Wenn Du mich beim Rechtsabbiegen fast umfährst und das “fast” liegt nicht an Dir, sondern an meiner Reaktion, dann wäre es schön, wenn Du mich nicht noch anpflaumen würdest.

Aber das würde dann bestimmt wieder ein “aus dem Nichts aufgetaucht” sein oder “Radfahrer fahren sowieso alle bei Rot” oder so. Und ein “Du Du” von Polizei und Justiz.

Fahrradhelme für Sicherheit unnütz

Fahrradhelme sind nicht mal unter der Top 10 der Dinge, die Radfahren sicher machen.

Im Gegenteil, durch das Tragen eines Helms wird der Eindruck verstärkt, dass Radfahren unsicher wäre und alle halten sich daran: Autofahrer machen es unsicherer durch eng überholen und disziplinieren, Radfahrer kuschen oder verschwinden, Presse durch “Radelrambos” und die Polizei aus Prinzip.

Der “British Cycling policy advisor Chris Boardman” kann das natürlich viel besser ausdrücken:

Even talking about making helmets mandatory “massively puts people off” cycling, […]

I think the helmet issue is a massive red herring. It’s not even in the top 10 of things you need to do to keep cycling safe or more widely, save the most lives.

Einfach mal selbst lesen. Wie in den Kommentaren auch schön rauskommt: das heißt nicht, dass ein Helm im Einzelfall nichts nützen würde, sondern dass der Radverkehr als solcher nicht von Helmen profitiert sondern sogar davon negativ beeinflusst wird.

(Quelle: road.cc)

Riemenriss

Ich führe die Tradition fort, mit meinem Fahrrad Dinge zu zerstören, die mein Fahrradhändler noch nie zerstört gesehen hat. Nach Brooks-Sattel, Alfina-Schaltnabe, allen Speichen und Truvativ-Kettenblatt jetzt der Riemen.

Ist einfach so zerrissen, nach ca. 13.000 km, der Hersteller gibt mindestens 20.000 km an. Wird eingeschickt, immerhin von den bikedudes kostenlos ausgetauscht.

OK, Tretlager war auch kaputt, aber das hat damit wahrscheinlich nichts zu tun. Und ist jetzt auch nicht ganz so ungewöhnlich.

Vereiste Radwege

Es ist derzeit so kalt, dass alle Radwege, die nicht beim Schneefall geräumt wurden, angetaut und jetzt vereist sind. Die Wege, auf denen gleich geräumt wurde, sind trocken. Es geht also mit geringem Aufwand.

Besonders blöd derzeit: Landsberger Allee stadtauswärts, gerade am Berg alles eisig. Auch für die Fußgänger.

Auch die Nebenstraßen geben nix her, hier wird auch nichts mehr getan. Das ist für eine Großstadt erbärmlich.

Hans Gruber

Das Jahr wird nicht besser, Lemmy (ok, technisch letztes Jahr), Bowie und jetzt Alan Rickman? Was hat TOD gegen Engländer? Späte Rache für Thatcher? Platz für Idioten schaffen? Man weiß es nicht.

Die beiden Paraderollen für mich: Hans Gruber und Sheriff von Nottingham. Immer noch überragend als Alexander Dane und verschenktes Potential als Professor Snape (aber das gilt für alle Edelschauspieler in Harry Potter).

Tja.

Kritik: Crouching Tiger, Hidden Dragon

2001-01-17_Tiger-and-DragonCrouching Tiger, Hidden Dragon oder “Tiger and Dragon” ist ein chinesischer (Hongkong) Fantasyfilm von Ang Lee mit dem Who-Is-Who des chinesischen (Hongkong) Actionfilms: Chow Yun-Fat, Michelle Yeoh, Zhang Ziyi, Chang Chen, Cheng Pei um nur ein paar zu nennen.

Erzählt wird eine tragische Liebesgeschichte mit allem Drum und Dran, Kämpfen, großer Liebe, erwiderter und nicht erwiderter Liebe, Verrat, Würde, Altern – großen Gefühlen.

Das Ganze nicht langatmig oder verworren erzählt, sondern präzise, schnell, wenn nötig, langsam, wenn nötig. Und die Bilder und Einstellungen sind einfach schön.

Fazit: sehr schöner Film.