Kritik: Mission: Impossible – Rogue Nation

Mission: Impossible – Rogue Nation ist der 5. Teil der M:I-Reihe, natürlich mit der unmöglichsten Mission aller Zeiten.

Der erste M:I war richtig gut, 2 und 3 richtig schlecht, der 4 . wurde besser und der fünfte hat mich positiv überrascht.

Schon die Eröffnungssequenz mit dem Flugzeug ist gelungen. Es geht weiter mit dem üblichen Plot (da könnte man sich evtl. auch mal was Neues ausdenken, wenn man nicht in der Bond/Superhelden-Falle landen will): Weltverschwörung, Schließung IMF, etc. pp.

Aber die Geschichte ist gut erzählt. Den Teammitgliedern wird außerhalb Hunts Raum eingeräumt (ok, eigentlich nur Simon Pegg und Rebecca Ferguson), das reicht aus für etwas menschliche Interaktion. Die Actionsequenzen sind außergewöhnlich gut (wenn man die Motorradverfolgung mal gnädig außer acht lässt), die Orte sind exotisch (die Wiener Oper!), es passt alles, wir schwurbeln noch ein wenig an der Geschichte rum, und fertig. Etwas Humor lockert das Ganze auf.

Kurzweilige Unterhaltung ohne größeren Logikanspruch, aber hat mich nicht gestört. Evtl. hätte der Bösewicht nicht so nuscheln brauchen, aber sonst…

Fazit: guter, unterhaltsamer Film.

Kritik FFF: Don’t Kill It

2016-08-27_Dont-Kill-ItDon’t Kill It, der neue Mike Mendez, der uns schon Perlen wie Big Ass Spider brachte oder eine gute Episode in Tales Of Halloween. Seine anderen Filme habe ich nicht gesehen. Mike Mendez war denn auch persönlich da, zusammen mit Kristina Klebe, die die weibliche Hauptrolle im Film spielt.

Beide sah ich vor dem Kinosaal stehen und hatte nicht das Gefühl, es mit Stars zu tun zu haben – sehr angenehm. Auch auf der Bühne machten beide einen unglaublich sympathischen Eindruck.

Zu schade, dass der Film mies war.

OK, wir haben keine fertige Fassung gesehen, insbesondere die Tricks waren noch nicht fertig, evtl. wird auch noch ein wenig umgeschnitten, Herr Mendez sagte etwas von einer 90%-Fassung. Das mit den Tricks störte doch mehr, als ich dachte, aber ich denke, davon kann ich bei meiner Beurteilung abstrahieren.

Die Idee des Films ist sehr gut: ein Dämon springt von Opfer zu Opfer und zwar zu denjenigem, der das vorige Opfer tötet. In dessen Körper bringt er dann Menschen um, daran wird er gehindert usw. Das heißt, man kann ihn nicht töten, ohne selbst sterben zu müssen.

Die Schauspieler sind gut, Dolph Lundgren ist gut drauf und angenehm sympathisch, Kristina Klebe ist zweifelsfrei eine gute Schauspielerin.

Aber die Dialoge sind hölzern bis peinlich, die Charakterentwicklung ist überhaupt nicht nachvollziehbar und die Action ist mal gut mal schlecht.

Warum kann der Dämonenjäger nach Jahren des Jagens nicht einen geraden Satz sagen? Warum wird die Hauptdarstellerin, eine FBI-Agentin(!), sofort inkompetent, wenn sie bedroht wird? Warum gibt der Sheriff plötzlich auf? Was ist das für eine komische Ortsversammlung gewesen? Warum musste die Rolle des Priesters rein, wenn deren Potential überhaupt nicht genutzt wird? Was ist das für ein grottiges Ende, wo durch die Ausgangssituation von Hauptdarstellerin und Dämon so viele interessante Möglichkeiten offen sind?

Während des Sehens sind mir schon unzählige Verbesserungen eingefallen.

Das alles ist insbesondere deswegen schade, weil die Ausgangslage so gut ist und man dem Film anmerkt, wie viel Potential drin steckt und nicht genutzt wird. Die Verführungsszene am Anfang: in der Auflösung grandios. Splatter – cool. Den Priester durch Gummigeschosse lähmen – Szenenapplaus.

Viele der Kritikpunkte sind wahrscheinlich aufgrund der Entstehung erklärbar: der Film musste in kürzester Zeit vorbereitet und gedreht werden, weil das Geld an Steuermodellen hing und daher alles gehetzt war. Leider hat das dem Film geschadet.

Ich denke daher nicht, dass die 100%-Fassung viel besser werden wird. Evtl. wäre ein Neudreh unter besseren Umständen angebracht.

Fazit: schade.

Gute Frage

Aber manchmal möchte ich in die Köpfe dieser Menschen hineinschauen, möchte wissen, wie sich das anfühlt: immer nur Böses zu sehen, selbst dort, wo gar nichts Böses ist. Immer wütend zu werden, wenn anderen etwas gelingt. Immer alles sofort kaputtschlagen, zündeln wollen, und sich erst freuen, wenn es rundherum brennt.

Kurz zum Hintergrund: Im Bericht geht es um eine Klasse, die mit einem syrischen Kind ein syrisches Lied gesungen hat und wie FPÖ und Krone das kaputtzumachen versuchen.

(Quelle: Die Presse.com, via bildblog)

Kritik FFF: Terra Formars

2016-08-22_Terra-FormarsTerra Formars ist die Realverfilmung eines Manga, von dem es auch eine Fernsehserie gibt (alles Informationen, die ich erst nach dem Film gelernt habe). Und es ist ein Takashi-Miike-Film, also ein Muss für den geneigten Kinogourmet, immerhin hatten wir schon Sukiyaki Western Django von ihm gesehen, und der hatte uns ausnehmend gut gefallen.

Terra Formars ist ähnlich abgedreht, es geht um eine Gruppe Outlaws, die auf dem Mars schauen sollen, ob dessen Urbarmachung gelungen ist und die dabei verwendeten Kakerlaken töten sollen, damit Menschen den Mars besiedeln können.

Nur, dass sich die Kakerlaken weiterentwickelt haben, aufrecht gehen und Menschen töten. Die aber nicht richtige Menschen sind, sondern mit Käfer-DNA aufgepeppt wurden und somit Käferfähigkeiten entfalten können: Düsenantrieb, Schilde, Wespenstiche und so. Zwischendurch bekommen wir kurze Einblicke in die Hintergrundgeschichte der Menschen (Menschenkäfer? Käfermenschen?). Alles wird gesteuert von einem völlig überdrehten Wissenschaftler, der seine eigenen Pläne verfolgt.

Das Setting ist trashig bis sehr gut, die Erzählweise schwankt zwischen getragen ruhig, brutal und albern, dass es eine Freude ist. Nicht zu vergessen der Splatteranteil, der sehr hoch ist, wenngleich kein Blut, sondern weißer bis bunter Schleim fließt.

Einzig: der Film ist zu lang. Zwischendurch passiert minutenlang nichts oder die Dialoge ziehen sich wie Kaugummi, dann ist der Film wieder grandios, dann zieht es sich wieder. Ich schätze, eine Straffung um 25-30 Minuten und der Film wäre überrragend. So bleibt:

Fazit: gute Ansätze, leider zu lang.

Go hugo – eher nicht

hugo ist ein in Go geschriebener statischer Webseitengenerator, der als Template-Engine ebenfalls Go einsetzt.

Derzeit habe ich mit Jekyll Erfahrung, dort gefällt mir die Mächtigkeit der Templatesprache nicht, die einige Sachen sehr gut macht, etwas komplexere Berechnungen aber extrem erschwert.

Also ein Wochenende mit hugo, der Versuch, eine einfache Webseite mit statischen und dynamischen Inhalten aufzusetzen.

Inhalte und Layout waren mir klar, ich musste diese “bloß” umsetzen. Der Aufbau von Themes bei Hugo ist durchaus logisch, der Einsatz von “partials” für Templatefragmente ist einfach und überzeugend, die gute Strukturierung einer Webseite ist einfach möglich. Die Templatesprache ist ok, soweit ich das ausprobiert habe, die Variablen sind sinnvoll gesetzt.

Aber.

Die Dokumentation ist mies. Es werden beispielsweise alle Variablen mit ihren Inhalten aufgelistet. Wenn ich aber eine Map aller Sections habe (.Site.Sections), so müsste ich für deren Einsatz auch wissen, was genau gespeichert wird, welche Metadaten erfasst werden etc. Und genau das ist nicht beschrieben. Oder der Einsatz von Parametern bei “partials”: irgendwie kann man ein “dict” einsetzen, oder “Scratch”, aber wann, warum, wie?

Eine google-Suche zu den Problemen ergibt schnell Treffer (sehr viele Treffer), bei denen sehr häufig erwähnt wird, dass das eine häufig gestellte Frage ist. Und dass eine Dokumentation auch nicht alles leisten kann.

Ja, es ist mir bewusst, dass ich ein kostenloses Produkt einsetze und daher schraube ich meine Ansprüche auch zurück. Andererseits habe ich für die Startseite ca. 8 Stunden gebraucht, es funktioniert noch nicht alles und die anderen Seiten habe ich noch nicht begonnen. Einige Probleme mit der Programmierung haben 1-2 Stunden gebraucht, bis ich eine Lösung hatte, die dann einfach, aber nicht dokumentiert war.

Daher gehe ich wieder auf Jekyll mit seinen Unzulänglichkeiten zurück, einfach, weil Hugo den Anspruch der Einfachheit nicht erfüllt und meine Zeit auch etwas wert ist. Und die zugegeben erstaunliche Geschwindigkeit fällt bei meinen überschauberen Seitenmengen nicht so stark ins Gewicht, gerade bei einem statischen Webseitengenerator.

Fazit: gute Ansätze, für Anfänger zu flache Lernkurve, was die Programmierung angeht.

Apropos Tomb Raider

Nachdem wir gestern Mojin sahen und der ein sehr guter Tomb Raider gewesen wäre, dachte ich an den Trailer den ich letztens gesehen hatte. Ein Tomb-Raider-Trailer vom Feinsten, der nicht auf Laras Brüste starrt, oder eine Duschszene zeigt oder so was, sondern eine Bad-Ass-Lara, die was kann, Tombs raidet und wahrscheinlich auch Bären erpfeilt. Cool. Das würde ein guter Tomb-Raider-Film werden. Aber lass Studios ran und obige Szenen werden garantiert wieder eingebaut. Warum auch immer.

Kritik #FFF: Mojin – The Lost Legend

2016-08-20_MojinMojin – The Lost Legend, ein chinesischer 3D-Fantasy-Film, erzählt die Geschichte einer Gruppe von Grabräubern, der Mojin, die die Grabräuberei an den Nagel gehängt haben, nach New York gezogen sind und dort 20 Jahre auf der Straße lebten.

Das ändert sich, als sich die Chance bietet, ein traumatisches Erlebnis der Vergangenheit “aufzuarbeiten”, bzw. eine vermeintliche Schuld abzutragen. Also geht es zurück zur Grabräuberei im großen Stil.

So viel zu den ersten zehn Minuten.

Die Geschichte ist erstaunlich ok, dafür, dass es eine eher gängige Geschichte ist, aber sie wird mit viel Fantasie erzählt, in sehr schönen Bildern und mit gut eingesetzten 3D-Effekten, die tatsächlich gut wirken und den Film unterstützen. Dabei hilft, dass die Hauptdarsteller sympathisch sind, lediglich der lustige Sidekick nervt gewaltig und auch die Haupthelden haben ihre unangenehmen Seiten.

Aber das tritt gegenüber der Geschichte in den Hintergrund und man verfolgt den Film, der der erste Tomb-Raider-Film gerne gewesen wäre.

Fazit: Ansehen lohnt sich, insbesondere die 3D-Fassung.

Kritik FFF: Abattoir

2016-08-18_AbattoirAbattoir, der neue Film von Darren Lynn Bousman, dessen Saw 2/3 ich schon gesehen und als ok befunden hatte.

Es geht um eine Frau, deren Schwester mit Familie ermordet wird, danach wird das Mordzimmer entwendet und sie deckt eine Verschwörung(?) auf. Klingt jetzt verworrener als es ist, genauere Angaben würde zu sehr spoilern.

Der Film erzeugt eine sehr gute, schaurige Atmosphäre, während wir mit der Hauptdarstellering versuchen, die Geschichte um den Mord zu ergründen und dabei eine große Hintergrundgeschichte zu verstehen.

Die Geschichte wird bewusst nicht komplett aufgeklärt, ist auch nicht schlimm, wir wissen schon ungefähr worum es geht. Leider bleibt etwas zu viel im Ungefähren und die Handlungen der Hauptdarstellerin sind nicht immer nachvollziehbar.

Während der erste Teil des Films Figuren und Geschichte einführt, dabei sehr gut vorgeht und alles stimmig ist, driftet der zweite Teil des Films leider etwas ab, Atmosphäre ist genug da, aber in den letzten 10 Minuten leider keine Substanz mehr. Dadurch wird der ganze Film etwas entwertet, “schlecht am Ende” ist halt immer länger im Gedächtnis als “schlecht am Anfang”.

Die Schauspieler sind gut, der Freund der Hauptdarstellerin hat eine unangenehm tiefe Stimme. Das Setting ist genial, insbesondere die mehr oder weniger verlassene Stadt ist grandios. Dafür ist das Haus am Ende eher mittelmäßig.

Fazit: guter Film mit schwachem Ende.

Kritik FFF: Swiss Army Man

2016-08-18_Swiss-Army-ManDas Fantasy Filmfest läuft wieder, diesmal ist 30jähriges Jubiläum. Erstmalig bin ich beim Eröffnungsfilm: Swiss Army Man, ein Film, der einen zu der Frage veranlasst: “Was ist nur aus Harry Potter geworden?” Und die Antwort ist: “Eine furzende Leiche.”

Vor dem Film gab es Fotos der vergangenen 30 Festivals, kleine Gratulationseinspieler von Regisseuren und die obligatorische Ansprache der Festivalmacher. Das Kino war voll. So voll, dass wir nur vorn ganz links außen sitzen konnten – der Film war etwas verzerrt dadurch.

Zum Film selber: ein Mann ist gestrandet, findet eine Leiche, die sich als Schweizer Messer entpuppt: Jetski, Rasierklinge, Waffe, Feuerzeug, ich will jetzt nicht alles aufzählen, der Spoiler und des Platzes wegen. Wir verfolgen, wie sich zwischen den beiden eine Beziehung aufbaut im Kampf ums Entkommen aus dem Dschungel.

Dabei merkt man häufiger, dass vieles an der Situation inhaltlich nicht stimmt, aber die Inszenierung des Zusammenspiels der beiden ist so gelungen, dass man das abtun kann, bis es einem am Ende des Films wieder auffällt. Klingt jetzt kryptisch, aber Spoiler halt.

Der Film lebt von der Aberwitzigkeit der Situation und seiner Darsteller, beide (Paul Dano und Daniel Radcliffe) extrem gut. Wenn das rausgelassen wird, ist es entweder absurd lustig oder nur absurd, auf jeden Fall beeindruckend. Aber dann ist dazwischen viel Raum, Zeit, Abklingen. Und das hat mich gestört, es war mir einfach zu gestreckt.

Idee und Ausführung sind Klasse, wenn man den Film kürzen würde, so auf 30-45 Minuten, schätze ich. So war er mir zu lang und oft zu langatmig.

Fazit: Absurd mit genialen Szenen, mir leider zu lang.