Einreise in die USA

Meine sowieso (nach anfänglicher Begeisterung) seehr schwach ausgeprägte Neigung, in die USA zu reisen, wird nach Interviews, wie dem bei Heise beschriebenen, immer kleiner.

Immerhin spricht der Chef vom “Homeland Security”. Und er meint Dinge wie: er habe ein Recht auf alle zehn Fingerabdrücke von Einreisenden in die USA, er habe ein Recht auf Daten von EU-Bürgern, er würde auch bei Gästen seines Hauses Ausweise verlangen etc. Das macht mich schon einmal nachdenklich, was für ein Mensch das so ist.

Immerhin sind die USA ein Einwandererland und ich würde wetten, die Vorfahren von Herrn Chertoff würden unter seinen Bedingungen nicht in die USA einreisen dürfen. Abgesehen davon macht mich der Satz

Während man mit bekannten Verdächtigen keine großen Probleme habe, würden “Clean skin”-Verdächtige, deren “Dokumente völlig legitim und nicht gefälscht sind”, eine Gefahr darstellen.

stutzig. Es ist also auch offiziell soweit, dass die Unverdächtigen am verdächtigsten sind?

Wie gesagt, die USA werden mich wohl nicht sehen, auch wenn ich Land und Leute gern kennenlernen würde. Aber nicht unter diesen Bedingungen. Und ich erwarte von meiner Regierung und von der EU, diesen Gedanken zur Menschenwürde, Unschuldsvermutung und ähnlichen Errungenschaften westlicher Zivilisation energisch Ausdruck zu verleihen und nicht jedesmal vor den USA einzuknicken.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Filmkritik: Nummer 23

Nachdem mich der Trailer von “Nummer 23” wegen der Bilder fasziniert hat, und mich gut gemachte Filme stets über die Handlung hinweg sehen lassen (Sunshine), nahm ich Jim Carrey auf mich und schaute mir den ganzen Film an.

Er findet ein Buch über die Obsession mit der Nummer 23, erkennt sich darin wieder und erlebt so einiges im richtigen Leben und in der Fantasie des Buches. Soweit, so gut.

Im Gegensatz zu meinen Erwartungen war der Film kein Mystery-Thriller, sondern ein harter, gut erzählter Film über Obsessionen verschiedenster Art mit einem twist, den ich nicht vorher erraten habe. Im Nachhinein hätte man drauf kommen können, für größere Spekulationen hat mich der Film allerdings zu sehr gefesselt.

Schauspielerisch stark, wird die Geschichte schnell, gut und hervorragend bebildert erzählt. Sehempfehlung meinerseits.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Wer nichts zu verbergen hat

Don AntvilleDahlmann hat in http://don.antville.org/stories/1604666/ den Überwachungsdrang von Wolfgang Schäuble und seine Meinung dazu recht gut dargestellt.

Es geht einfach nicht an, die Unschuldsvermutung fallen zu lassen, um ein von WS erfundenes “Grundrecht auf Sicherheit” durchzusetzen, das zudem aus albernen Gründen über allen anderen Grundrechten stehen soll.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Rasendes Motorrad

Wenn man Leute befragt, was wichtige Merkmale von Motorradfahrern sind, kommt “Rasen” so ziemlich an erster Stelle. Jeder weiß, dass Motorradfahrer keine Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten und grundsätzlich zu schnell fahren. Jeder weiß auch, dass sich Motorradfahrer damit gegen jeden Menschenverstand nur selbst gefährden. Bla, bla, bla.

Warum trifft man dann im Straßenverkehr nur auf Autofahrer, die einen an der Kreuzung kommen sehen und denken “Oh, ein Motorrad. Das ist sicher langsam. Da kann ich noch gemütlich reinschnippeln und ohne große Beschleunigung (der Umwelt wegen) weiterfahren.”

Oder Fußgänger: “Ach, heute bin ich nicht so gut zu Fuß, da gehe ich mal lieber noch vor dem Motorrad rüber.”

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Filmkritik: Sunshine

Gestern ging es weiter mit den Fantasienächten, ich sah “Sunshine”, den neuen Danny-Boyle-Film, der diesen Monat auch regulär in die Kinos kommt. Mit etwas Verspätung hörte ich den Organisator noch erzählen, dass man die Geschichte wohl erzählt nicht glauben würde in ihrer Einfalt, Danny Boyle aber was draus gemacht hat. Da kann ich ihm nur zustimmen.

Die Geschichte ist so hanebüchen, konstruiert, mit Logik- und Physiklöchern vollgestopft, dass man sich nicht getraut, zuzugeben, dass einem der Film gefallen hat, wenn man seiner Frau den Inhalt erzählt. Kurz (und ohne Spoiler): die Sonne erlischt und soll durch eine Bombe wieder gezündet werden. Weltraum, Crew, Tote. Der Film ist eine wilde Mischung aus Mission to Mars, Alien, Event Horizon und etlichen anderen Filmen, die herauszufinden alleine schon den Spaß wert ist.

Der Film ist gut besetzt, Schauspieler, die tatsächlich schauspielern, in Kulissen, die extrem gut aussehen. Das Innere ist Klasse normal aber einfallsreich, die gerenderten Außenansichten sowie die Sonne einfach umwerfend. So muss gute Science-Fiction aussehen. Und so muss sie sich auch anhören. Die Bässe voll aufgedreht, zieht einen der Film akustisch in den Bann, dass man sich fragt, ob das ein Sound-Oscar ist. Und das habe ich mich noch nie gefragt.

Die Geschichte und damit der Film ist vorhersehbar, aber sehr gut erzählt. Alle Klischees werden bedient, alle üblichen Physiklöcher ausgehoben, ohne dass man das dem Film übelnimmt. Trotzdem wurden manche Grundgesetze der Physik auch beachtet. Ich bin äußerst zufrieden aus dem Kino gekommen.

PS: @GSG9-Macher: so dreht man eine Abschiedsszene auf Video!

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Staubsauger

Unser Staubsauger gab gestern einen unwahrscheinlich nervigen Pfeifton von sich. Nachdem er durch gutes Zureden nicht zu beruhigen war, habe ich ihn geschlagen, geschüttelt und auf den Boden geworfen. I wies mich darauf hin, dass es nichts brachte.

Aber den Versuch war’s wert.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Filmkritik: Dog Bite Dog

Im Rahmen der Fantasy Filmfest Nights #5 sah ich mir mit I vorgestern “Dog Bite Dog” an. Kurz zum Inhalt: Killer tötet viele Leute, Cop versucht ihn zu fangen, Liebe, Tod.

Ein chinesischer Film (Hongkong), der erst einmal gut anfing, wenngleich etwas übertrieben in der Soundsprache. Aber nicht unangenehm. Furioser, blutiger Start, kaum eine Verschnaufpause, brachiale Action ohne großes Wenn und Aber. Ein Klischee wurde ans nächste gereiht, der Film war dennoch nicht vorhersehbar, die meisten Wendungen und Scherze waren ok.

Bis zur Mitte war es noch am Rande des Erträglichen, dann ging der Film richtig ab. Eine krude Idee nach der anderen, die meisten von uns und dem Publikum mit zumeist ungläubigem Gelächter bedacht, wurde auf uns losgelassen. Mehrere Showdowns später kulminierte der Film in solch einem blödsinnigen Finale mit entsprechender Musikbegleitung, dass der ganze Saal lachte. So war das sicher nicht gemeint.

Fazit: unterhaltsam aber die Geschichte weit über die Schmerzgrenze hinaus schlecht.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)