Neues Jahr – neue Idioten

Entweder haben die Behörden zwischen Weihnachten und Neujahr die eingezogenen Führerscheine wieder herausgegeben oder es sind zur Zeit ausnehmend viele Idioten unterwegs. Eine kurze (nicht vollständige) Sammlung:

  • ein Auto, das uns auf der Autobahn rammen wollte, wir waren schon neben ihm, als er links rüberzog, danach hat er uns noch den obligatorischen Finger gezeigt
  • Rotverstöße zähle ich schon gar nicht mehr, das sind zu viel, besonders krasser Fall: ein VW, der einfach so losgefahren ist, als es ihm zu lange dauerte mit dem Rot
  • ein Auto, das sich an der Ampel links neben mich stellte, ca. 10 cm Abstand, dann losfuhr wie ein Henker (mit ausbrechendem Heck), um dann an der nächsten Ampel warten zu müssen (ich habe ihn noch überholt)
  • ein Autofahrer, der gestern nach ca. 3 Sekunden Gelb und 1 Sekunde Rot gemerkt hat, dass er bremsen müsste, das dann mit VOllbremsung mitten auf dem Fußweg geschafft hat

Es ist im Augenblick sehr gefährlich, mal sehen, was passiert, wenn der Winter kommt.

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Tagesthemen und Verkehr

Gestern kam ein Bericht in den Tagesthemen über Knöllchen, Flensburg, arme Berufkraftfahrer. Leider habe ich nicht alles gesehen, ich schaltete ein, als ein Berufskraftfahrer mit 108 erwischt wurde, 80 war erlaubt.

Sein Interview: 1. er wußte nicht, wie schnell er gefahren war (hatte das Auto keinen Tacho?) 2. er als Berufskraftfahrer kann Knöllchen gar nicht umgehen, das kommt mit dem Beruf

Dann noch eine Schalte in eine Verkehrserziehung mit lauter Rasern, eine lustige Bemerkung, dass aus alten Akten jetzt Klopapier wird und fertig der Bericht.

Liegt das an der Zielgruppe (während eines Fußballspiels), liegt das an der Ignoranz oder sind Raser gar nicht so gefährlich, wie ich denke. Seltsam.

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Sicherheit?

Warum fühle ich mich nicht sicherer, wenn ich durch noch mehr Technik überwacht werde?

Worum geht es? Der Mainzer Hauptbahnhof wird zum Testfeld für Gesichtserkennung: http://www.heise.de/newsticker/meldung/79262

Es ist ja nett, wenn die Testteilnehmer freiwillig teilnehmen, aber schon die Daten Unbeteiligter werden in diesem Testversuch 48 Stunden lang gespeichert. Die Daten der Kameras werden zu einem Rechner im Keller geschickt. Ich hoffe (ohne das dem Artikel entnehmen zu können), dass die Übertragung und der Rechner abgesichert sind, dass die Zugriffsrechte streng gesetzt sind etc. Ich weiß, was Hacker können. Auch nach der seltsamen Gesetzesänderung, die auf uns zukommt.

Wie kommt aber der Vizepräsident des BKA zu der Aussage “Es geht nicht um die totale Überwachung, sondern um die gezielte Suche nach bekannten Personen. Mit dem System wird kein Überwachungsstaat installiert.”?

Kennt er Politiker und Polizeiverantwortliche nicht? Hat er die Mautdaten vergessen? Denkt er, mit gesellschaftlichen Veränderungen wird Technik abgeschafft? Vielleicht will er keinen Überwachungsstaat. Was aber, wenn in zwei bis drei Jahren einer gefordert wird. Würde sich Herr Stock dann hinstellen und die Demontage der Überwachungstechnik fordern und durchsetzen? Wahrscheinlich nicht.

Und warum werden gesellschaftliche Probleme nur noch mit Technik gelöst, während die Kommunikation, Hilfsprojekte, kurz: Menschen, die sich mit Menschen auseinandersetzen, um Probleme an der Wurzel zu packen; warum werden deren Gelder gnadenlos gestrichen?

Ich weiß es, aber man sollte den Mut haben, das auch zu sagen.

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Deppentag

Heute war es mal wieder besonders schlimm, Deppentag ist ja jeden Tag, da betont man nur die außergewöhnlichen Tage.

Zunächst ein Taxi, dass am berüchtigten Zwangsüberholen litt mit dem typischen sofortigen Abbremsen danach, so dass ich nur knapp dahinter zum Halten kam. Wir zuckelten dann so vor uns hin, in einer engen Straße sind Fahrräder tatsächlich oft schneller.

Danach auf den Strausberger Platz, ein Corsa fuhr mit ca. 50 über den Fahrradstreifen, um sich auf die Rechtsabbiegerspur zu stellen, um dort geradeaus zu fahren.

Dann die Karl-Marx-Allee, auf der die Radfahrerin vor mir die rechte Spur voll ausnutzte incl. Torkeln nach links, als ich neben ihr war. Gleich darauf an der Kreuzung überholte mich eine andere Radfahrerin, nur, dass sie zum einen nicht schneller war und andererseits dort eine Baustelle ist, bei der man nur einzeln fahren kann.

Die Deppen lauern überall, nur die Fußgänger fielen heute nicht auf, die waren vorgestern schlimm.

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Gedanken vom Wochenende

Wie stellen sich das die Drängler eigentlich vor? Man überholt ein Auto, das auf der mittleren Spur fährt. Man befindet sich neben dem Auto, da kommt ein Schnellerer von hinten mit vollem Programm: Blinker, Lichthupe, nah auffahren. Was soll man tun? Dematerialisieren? Doch den Sicherheitsabstand beim Einscheren missachten?

Andererseits: warum denken manche Autofahrer, nur weil man den Sicherheitsabstand einhält, will man nicht überholen?

Ein neu gebautes Stück A9 ist so gebaut, dass man bei 130 schön mit dem Auto reitet. Ich dachte zuerst, die Reifen sind defekt.

Ich genieße es, anonym und unbeobachtet auf der Autobahn zu fahren. Was hätte Herr Schäuble davon, zu wissen, wo ich am WE war? Wie viele Straftaten mehr würden durch Totalüberwachung aufgeklärt werden?

Kann man wegen Jump-Radio den MDR wegen Gebührenverschwendung verklagen? WDR, BR, NDR, RBB – alle machen vor, dass gebührenfinanziertes Radio auch Niveau haben kann.

Ein A3 liegt bei 190 erstaunlich ruhig auf der Straße. Alle anderen sind laaaaaaangsam.

Digitalkameras sind extrem praktische Geräte. Wer eine Fernbedienung dazu kriegen kann – das ist der Gipfel des Familienfotos.

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Blame Canada

Gestern haben wir uns mal wieder “South Park”, den Film angeschaut. Ist schon eine Weile her, zwischen dem letzten und dem jetzigen Sehen lag z.B. der 11. September und “Team America: World Police”.

Der Film ist einfach genial. Die ganzen Anspielungen, Witze und Sprüche treffen so schön ins Schwarze, dass man den Machern “Team America” fast verzeihen möchte.

Also: wer Crank schon gesehen hat und nicht weiß, was er tun soll: ran an South Park.

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Rotsünder

Ich hatte letztens eine angeregte Diskussion mit meinem Mitarbeitern, bei der ich die These vertrat, dass es nicht mal absolut mehr Rotsünder unter Radfahrern gibt als unter Autofahrern. Ich stehe immer noch dazu, vor allem, wenn ich selbst zähle.

Gestern wurde die Ampel rot, der LKW bremste. Dann überlegte er es sich und fuhr doch noch drüber (ca. 2 Sekunden). Soweit, so bekannt. Aber das hinter dem LKW fahrende Auto fuhr auch noch mit. Gemächlich. Als die querende Fußgängerampel schon 2 Sekunden Grün hatte. Und das sind keine Einzelfälle auf meinem Arbeitsweg.

Ganz was anderes: angesichts meiner heutigen Fahrgeschwindigkeit stellte ich mir die Frage: “Wann wird Entschleunigung eigentlich zur Lahmarschigkeit?” Und wer hat das schreckliche Wort “Entschleunigung” erfunden?

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“The Devil is a loser and he’s my bitch”

Yupp, gestern spielte Lordi im Postbahnhof und wir waren da. Vorgruppe war The Dogma.

Zunächst zum Postbahnhof, direkt neben dem Ostbahnhof für uns in günstiger Fahrradentfernung mit Fahrradständern vor der Tür gelegen. Am Einlass war ein kleine Schlange, nach 15 Minuten waren wir aber drin, immer noch etwas früh, daher rausgesetzt in den Strandbereich. Sehr gemütlich und auch seltsam, Leute mit Motörhead-, Rammstein- oder Lordi-T-Shirts über Return of Investment sprechen zu hören.

Ziemlich pünktlich 21 Uhr kam “The Dogma”: ui. Der Bassist und der Keyboarder sahen halbwegs grimmig aus, der Gitarrist trug ein Netzhemd und sah aus wie Totti, der Sänger Lack/Kunstleder(?) mit schönen langen Haaren. Anscheinend kamen die Leute aus Italien und spielten melodischen Hard-Rock, ungefähr wie Rhapsody (die wir als Vorgruppe von Manowar im Dezember sehen werden). Musikalisch war das ok, nicht der ganz große Brüller, halt Melody-Rock, ein “Speed-Metal”-Stück drin, das war meines Erachtens auch das beste.

Aber der Sänger. Zwischendurch brachte es Sätze wie “This is fucking rock.” oder “It’s getting hot, this is fucking good.” Das Ganze mit der Betonung und Ausstrahlung eines italienischen Softpornos der 70er. Auch seine Gestik war extrem hölzern, er stieß immer waagerecht mit der Faust vor sich hin, sehr seltsam. Ich meine, es ist ok, wenn man nicht der große Sprecher oder Entertainer ist, dann sollte man sich halt auf’s Singen konzentrieren.

Genug davon, Umbaupause, Zeit für die Betrachtung, dass entgegen meinen Befürchtungen eine passable Anzahl Leute reingelassen wurde aber nicht zu viel. Und die Luft war wesentlich besser als vor einem Jahr bei Kurt Krömer. Wir standen neben dem Tontechniker, der nach dem Soundcheck eine selbstgebrannte CD einlegte, das war dann das Intro. Auch nicht schlecht.

Damit waren “Lordi” angekündigt, kamen und rockten. Die Lieder waren hauptsächlich aus “Get Heavy” und “The Arockalypse”, Lordi (diesmal ist der Sänger gemeint) bekommt seine Stimme exakt wie auf dem Album hin. Die restlichen Bandmitglieder auch, so dass musikalisch nichts auszusetzen war, wer gerne normalen harten Rock hört, dem sei Lordi wärmstens ans Herz gelegt. Vergleichen würde ich sie ungefähr mit den guten Liedern von Alice Cooper, nur ohne Balladen, was das Ganze sehr sehr erträglich macht.

Mit dem Aussehen muss man sich eventuell anfreunden, wenn man nicht auf Monsterrock steht. Aber das ist so dezent, man muss schon schwer Realität und Show verwechseln, um das falsch zu verstehen. Die Show war auch ok, “Lordi” bemühen sich sichtlich, ein gutes Konzert abzuliefern. Vor allem die Details beim Bühnenbild haben mich beeindruckt, zum Beispiel hing im Hintergrund (sicher von 90% der Zuhörer unbemerkt) eine bemalte Leinwand, um der Deko Tiefe zu verleihen. Sowas ist stark, denn es wäre auch ohne gegangen. Oder auf den Grabsteinen sind verwelkte Blätter aufgeklebt, das sieht man wirklich kaum. Die Pyrotechnik ist noch überarbeitbar, das war teilweise etwas wenig, einmal hat die Pyro sogar versagt. Schade.

Dem Sänger Lordi hab ich schon gehuldigt, er war stark. Awa an den Keyboards hat die undankbare Aufgabe, eher die Hintergrundmusik und -stimme zu liefern, hatte aber auch ihren guten Auftritt. Außerdem sind an den Keyboards die einzigen mir bekannten Metal-Schwibbögen angebracht. Ox, der Bassmann, ist beeindruckend. Die Sachen, das sieht einfach gut aus. Kita an den Trommeln hatte ein schönes Solo und durfte einen Bühnentechniker sprengen, was will man mehr? Amen, die Mumie, ist extrem beweglich, sprang auf der Bühne rum, hat eine lange Zunge und sein Mikro auf Bauchnabelhöhe angebracht, kommt aber trotzdem mit dem Kopf hin. Stark.

Sonstige Beobachtungen: die Bühnentechniker mussten Kutten mit Kapuzen tragen. Jeder Musiker wurde von einem Ventilator angeblasen. Fotohandys sind eine Erfindung des Teufels. Für richtige Pyro mal Rammstein anschauen. Lordis Anfangsumhang mit Wolfskopf ist guuut. Das Publikum, das mehr als 10 Sekunden einen Takt halten kann, muss noch gefunden werden.

Nach knapp zwei Stunden war das Konzert dann vorbei, nicht ohne zwei Zugaben abzubetteln: wann kommt eigentlich mal die Band, die (wie Rammstein ganz früher) ihr Zeug abspielt und gut ist. Die Zugaben sind sowieso geplant. Na ja. “The Dogma” waren unterdessen auch rausgekommen, alles eher kleine Leute. Die wirkten auf der Bühne größer. Nach dem Ende, als alle Leute sich noch am Ausgang drängelten, drängelte die Security von der anderen Seite, wir sollten endlich rausgehen. Das ist mir schon in der Columbiahalle negativ aufgefallen, statt in Ruhe zu warten, muss man mit dem stinkenden Partyvolk die engen Gänge nach draußen füllen.

Gesamteindruck: Vorgruppe ok, Lordi stark. Wieder anschauen, Pyro verbessern.

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Die Stadt ist voll

Gestern war wieder so ein Tag. An jeder Ampel mindestens 30-40 wartende Autos, und da die ja keine Gnade kennen, haben sie sich gegenseitig die Kreuzungen zugestellt, so dass auch in den freien Richtungen nichts mehr ging. Ich konnte das von 19-20 Uhr beobachten, eine Zeit, zu der man normalerweise gut durch die Stadt kommt. Keine Ahnung, warum es ausgerechnet gestern so voll war.

Interessanterweise wuchs auch die Aggressivität an. Mehrere Male habe ich beobachtet, dass Fußgänger direkt nach dem Umschalten auf Rot angehupt wurden, sie haben sich auch jedesmal beschwert. Wenn man dazu noch bedenkt, dass die Autofahrer jeweils ca. 20 Meter fahren konnten, bevor das nächste Schlangenende war…

Auch die freien Passagen waren schnell wie nie. Es ist schon putzig, einen tiefergelegten Corsa zu beobachten, der eine Strecke von ca. 100 Metern mit quietschenden Reifen beginnt, dann auf 80 km/h beschleunigt, um ordentlich in die Eisen zu gehen, um halten zu können.

Ansonsten ist die Einführung von Radstreifen z.B. am Breitscheidplatz ein Segen. Und Busse sollte man in 30er-Zonen nicht überholen, da regen die Fahrer sich tierisch auf.

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Hekticket, Grebe, Berlin

Gestern wollten wir auf dem Weg zu Rainald Grebe noch schnell Karten für nächsten Mittwoch abholen, die wir bei Hekticket bestellt hatten. Wir kommen rein, sagen, dass wir Karten abholen wollen und werden begrüßt mit “zwei Stunden vor Ladenschluss, was?”
Damit konnten wir erst mal wenig anfangen, schilderten also die Situation, da wurde der Herr leicht freundlicher und sagte: “das geht jetzt nicht, das muss ich telefonisch buchen!” (Mit Ausrufezeichen)
Also fragten wir, wann es denn gehen würde, Antwort “Na bis zwei Stunden vor Ladenschluss!”
Jetzt werden wir die Karten direkt im Theater kaufen und Hekticket meiden.

Weiter ging’s zu Herrn Grebe in die Bar jeder Vernunft, war nett, wennngleich zu ernst, zu laut und zu “massenkompatibel”.

Rückweg Bar jeder Vernunft -> Kosmos: 18 Minuten.

Nachtrag (16.11.06): Heute rief ein Kundenzuständiger von hekticket an und entschuldigte sich für seinen Kollegen, erklärte, dass das die Ausnahme sei und hekticket ansonsten nett ist. Sogar einen Gutschein hat er mir angeboten, den ich aber abgelehnt habe, sonst wird es zur Gewohnheit, Gutscheine zu erhaschen

Ich bin überrascht (positiv) und kann daher sagen: hekticket liest Blogs und reagiert freundlich auf Kritik. Was will man mehr?

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