Verkehrswiesel

In letzter Zeit sind sie wieder vermehrt unterwegs: Verkehrswiesel (dem Wiesel-Begriff von Scott Adams folgend). Am Strausberger Platz fahren sie rechts neben der zweispurigen Schlange vorbei, um sich an der Rechtsabbiegerspur anzustellen (grüner Pfeil). Dann fahren sie auf die Kreuzung und fahren geradeaus weiter. Prima Rotverstoß und extrem nervig für die korrekt Wartenden.

Anmerkungen heute: heute fuhr mir eine Frau mit dem Auto auf meiner Spur entgegen, als ich nicht wegfuhr (war kein Platz), fuhr sie widerwillig an mir vorbei (1/2 Meter Abstand) und direkt hinter mir wieder um die Ecke. Warum?

Die Leute beim Gesundheitsministerium sind seltsam: Verlinkungsregeln. Wenn die selben Leute für die Gesundheitsgesetze zuständig sind…

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Meldungen en masse

Mal eine Sammlung von Pressemitteilungen der letzten Tage, erschreckend viel Alkohol im Spiel.

Na, bei 125 Euro und 3 Punkten wird der das doch nicht noch einmal machen…
http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/40917/index.html

Überladenen Transporter angehalten
Völlig überladen war am vergangenen Sonnabend ein Klein-Lkw, den Beamte der Autobahnpolizei auf der Stadtautobahn bemerkt und angehalten hatten. Der 23-jährige Fahrer aus Neukölln des “VW” fiel den aufmerksamen Kollegen am Spandauer Damm auf, weil die Reifen sehr stark ausgebeult waren und das Fahrzeug keinerlei Federung mehr hatte. Bei der anschließenden Kontrolle stellten sie auf der Ladefläche des
3,5-Tonners mehrere gefüllte und bis zum Dach gestapelte Wodka- und Sektkartons fest.
Die anschließende Wägung des Fahrzeuges ergab eine Überladung von 56 Prozent. Den jungen Mann erwarten jetzt drei Punkte in Flensburg und wenigstens 125,- Euro Bußgeld. Erst nachdem die Kartons umgeladen waren, durfte er seine Fahrt fortsetzen.

http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/40868/index.html

Unfallflucht – Fußgänger verletzt
Ein 20-jähriger Mann aus Lichtenberg ist gestern gegen 22 Uhr 40 von einem roten “Opel” erfasst worden, als er die Schulze-Boysen-Straße im selben Bezirk überquerte. Der Mann stürzte auf die Motorhaube und schlug mit seinem Kopf gegen die Frontscheibe. Er wird mit Kopfverletzungen und einer Fraktur des Sprunggelenkes im Krankenhaus behandelt.
Der unbekannt gebliebene Fahrer flüchtete nach dem Zusammenprall ohne anzuhalten. Polizisten fanden das Fahrzeug kurze Zeit später mit Unfallspuren in der Pfarrstraße geparkt und stellten den Wagen sicher. Der Unfalldienst der Direktion 6 ermittelt.

http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/40675/index.html

Radfahrer schwer verletzt
Prellungen im Brustbereich und Verletzungen an der linken Schulter erlitt gestern Abend ein 53-jähriger Radfahrer durch den Zusammenstoß mit einer Autotür. Der Weddinger fuhr gegen 18 Uhr 20 die Müllerstraße im selben Ortsteil entlang und war gerade im Begriff, rechts an einem haltenden Pkw vorbeizufahren, als eine 28-jährige Insassin ohne sich umzuschauen die Beifahrertür aufstieß. Der überraschte Radfahrer stürzte zu Boden und wurde durch die Feuerwehr zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/40490/index.html

Betrunkener fuhr gegen Einsatzwagen – Zwei Leichtverletzte
Ausgerechnet gegen einen Einsatzwagen der Polizei prallte heute früh ein 35-jähriger Reinickendorfer bei einem Verkehrsunfall in Hohenschönhausen.
Gegen 0 Uhr 50 war der Mann in seinem “Daimler Chrysler” auf der Darßer Straße in Richtung Norden unterwegs. Vermutlich in Folge zu hoher Geschwindigkeit verlor er in Höhe des Graaler Wegs die Herrschaft über den Wagen, fuhr über die Mittelinsel und stieß gegen den Einsatzwagen. Die beiden Polizistinnen wollten Erste Hilfe leisten und bemerkten eine Alkoholfahne bei dem 35-Jährigen. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von mehr als 1,8 Promille. Nach einer Blutentnahme wurde er wieder entlassen, sein Führerschein wurde beschlagnahmt.
Die beiden Beamtinnen klagten über Schmerzen an Nacken und Schulter. Sie wurden ambulant in einem Krankenhaus behandelt und traten danach vom Dienst ab. Der Sachschaden an den beiden Fahrzeugen beträgt etwa 18.000 Euro. Da aus dem “Daimler Chrysler” Öl ausgetreten war, musste die Feuerwehr etwa auf 300 Quadratmetern Ölbindemittel verstreuen.

http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/40489/index.html

Mit Omas Auto unterwegs
Keine gute Idee hatte gestern Abend ein 15-jähriger Jugendlicher aus Köpenick, als er Großmutters Autoschlüssel aus der Schublade nahm, um eine Spritztour mit ihrem Wagen zu machen. Gegen 22 bemerkte ein Zeuge in der Klafterzeile in Köpenick, wie ein “Ford” von der Glottertaler Straße aus in ein Wäldchen fuhr und kurze Zeit später wieder zurück kam. Dabei prallte der 15-jährige Fahrer mit dem “Leihwagen” gegen einen geparkten “Escort” und schob diesen in einen dort stehenden Container. Während der Jugendliche unverletzt blieb, erlitt sein 19-jähriger Beifahrer eine Kopfplatzwunde, wegen der er zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus kam. An beiden Fahrzeugen und am Container entstand ein Sachschaden von etwa 11.000 Euro.

http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/40485/index.html

Verkehrsunfall
Bei einem Unfall in Kreuzberg ist heute früh eine 36-jährige Radfahrerin verletzt worden. Ein 27-jähriger Autofahrer hatte sie übersehen, als er gegen 04 Uhr in der Wiener Straße losfuhr und sich in den Fließverkehr einordnen wollte. Beim Zusammenstoß stürzte die Frau aus Prenzlauer Berg und erlitt Gesichtsverletzungen. Sie kam in ein Krankenhaus. Nach ersten Feststellungen war der Autofahrer angetrunken.

http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/40287/index.html

Kind angefahren
Ein elfjähriger Radfahrer aus Grunewald wurde gestern Nachmittag gegen 16 Uhr 20 im selben Ortsteil von dem Auto einer 23-Jährigen aus Wilmersdorf erfasst und schwer verletzt. Der Elfjährige fuhr mit seinem Fahrrad auf dem Gehweg der Bettinastraße in Richtung Fontanestraße. An einer Grundstücksausfahrt stieß er mit dem Pkw “VW” zusammen. Das Kind kam mit Kopf- und Gliederschmerzen zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus.

http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/40263/index.html

Kradfahrer starb bei Unfall
Bei einem Verkehrsunfall in Pankow erlitt heute früh ein Kradfahrer lebensgefährliche Verletzungen, an denen er gegen 11 Uhr 30 im Krankenhaus starb. Gegen 6 Uhr 20 wollte eine 46-jährige Autofahrerin aus der Marienstraße nach links in die Pasewalker Straße einbiegen. Sie übersah dabei den 41-jährigen Kradfahrer, der gerade die Pasewalker Straße stadteinwärts befuhr. Es kam zu einem Zusammenstoß. Die Autofahrerin wurde leicht verletzt und im Krankenhaus ambulant behandelt.

http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/40229/index.html

Verkehrsunfall
Schwere Verletzungen erlitt gestern Abend ein 39-jähriger Motorradfahrer bei einem Verkehrsunfall in Friedenau. Der Niedersachse war gegen 22 Uhr 15 mit seiner “Kawasaki” in der Bundesallee unterwegs, als ein 38-jähriger Friedenauer mit seinem “Mercedes” aus der Handjerystraße in die Bundesallee fuhr und dabei dem Krad die Vorfahrt nahm. Nach dem Zusammenstoß flüchtete der Autofahrer zunächst. Polizeibeamte nahmen den Angetrunkenen kurz darauf in seiner nahegelegenen Wohnung fest und brachten ihn zur Blutentnahme. Der Kradfahrer kam mit schweren Armverletzungen zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus.

http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/40187/index.html

Betrunkener Autofahrer leistete Widerstand
Wegen überhöhter Geschwindigkeit hat heute früh gegen 0 Uhr 35 eine Zivilstreife einen betrunkenen Autofahrer ertappt. Der 38-jährige Mann aus Pankow fuhr viel zu schnell in der Tempo-30-Zone des Pölnitzweges in der Nähe seiner Wohnung. Während der Überprüfung des Beschuldigten wurde Alkoholgeruch bemerkt. Eine Atemalkoholmessung bestätigte den Verdacht. Da er keine Dokumente mit sich führte, sind diese in seiner Wohnung überprüft worden. Danach sollte er zwecks Blutprobe zur Gefangenensammelstelle gebracht werden. Er leistete jedoch heftigen Widerstand. Den Beamten gelang es dennoch, dem Beschuldigten die Handfesseln anzulegen und ihn mitzunehmen. Nach erfolgter Blutentnahme und Beschlagnahme des Führerscheines wurde er entlassen.

http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/40076/index.html

Radfahrerin schwer verletzt
Schwere Verletzungen erlitt gestern Abend eine 39-jährige Radfahrerin bei einem Angriff in Reinickendorf. Die Frau aus dem selben Bezirk war gegen 21 Uhr mit ihrem Fahrrad in der Gorkistraße unterwegs, als sie in Höhe der Bollestraße ohne ersichtlichen Grund von einem 19-jährigen Reinickendorfer vom Rad geschubst wurde. Die 39-Jährige stürzte auf die Fahrbahn und zog sich einen offenen Unterarmbruch zu. Als Passanten der Frau zur Hilfe kommen wollten, beleidigte und bedrohte sie der Täter. Kurz darauf nahmen Polizeibeamte den Mann, der bereits als Gewalttäter bekannt ist, in der Nähe des Tatortes fest. Zur Verhinderung weiterer Angriffe ordneten die Beamten einen Anschlussgewahrsam bis zum Ende der vergangenen Nacht an. Die Frau kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus und musste sofort operiert werden.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Noch ein dickes Ding

Es hört ja gar nicht mehr auf:
http://www.an-online.de/sixcms/detail.php?id=706246&template=an_detail_lino_alt

Aus Wut: 66-Jähriger fuhr Kurier einfach um
[…]Der verärgerte Anwohner gab der Polizei gegenüber an, dass er sich seit längerer Zeit über die Verkehrssituation in der Fußgängerzone Augustinerstraße errege. Deshalb habe er den Auslieferungsfahrer, der ihm den Rücken zuwandte und somit den Weg versperrte, umgefahren.[…]

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Ein dickes Ding

http://verkehrsanwaelte.de/presse__ohne_helm_auf_dem_fahrrad__kinder_haften_mit.html

Auszüge:

Als der Fahrer eines mit 30 km/h fahrenden Transporters auf den Hof fuhr, prallte er mit dem Kind zusammen.
…Mitverschulden bei beiden mit 50%…
Auch wenn es keine Helmpflicht gebe, stelle das Nichttragen eines Fahrradhelms eine »Außerachtlassung der eigenen Interessen« dar…

Da fehlen mir die Worte.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Nachtrag: das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Trotzdem ein starkes Stück, so zu urteilen.

Pelikano – alte Liebe

Vorgestern wollte ich mir einen neuen Füller kaufen, durch meine Schulzeit geprägt sollte das natürlich ein Pelikano werden. Die sind elegant, schwarz, haben keine vorgefertigten Griffmulden und diese schöne Metallkappe. Was sehe ich im Regal: Neues Design. Der Horror für alle Produkte, die man mag, meist sind sie danach schlechter. So auch mit dem Pelikano. Der sieht einfach mies aus, schwarz gibt es nicht mehr und die Metallkappe hat einen Plastebügel.

Trotzdem schreibt sich der Pelikano wahnsinnig gut, bestellt und gestern abgeholt. Grund genug, eine Mail an Pelikan zu schreiben, was das denn soll:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wollte mir diese Woche einen neuen Füller kaufen und aufgrund meiner guten Erfahrungen mit dem Pelikano sollte es natürlich ein solcher sein. Ich habe noch in Erinnerung, daß der Pelikano einfach schön aussieht, schlank, schwarz und mit dieser guten Metallkappe.

Im Laden wollte ich kaum glauben, daß dieses grob aussehende Schreibgerät tatsächlich ein Pelikano sein sollte. Komplett neues Design, bei dem aber auch fast alles zum Schlechteren geändert wurde. Für Details habe ich Ihre Homepage besucht und folgende Veränderungen gefunden (mit Kommentaren von mir):
– Neues, zeitgemäßes Design (dick, durchsichtig: häßlich. Warum ist schlank und elegant nicht mehr zeitgemäß?)
– Vier transluzente Farben (transluzent? Die Sichtfenster waren doch Spitze. Und wo bleibt schwarz?)
– Matte Oberfläche (nein: das hat doch jeder. Der Pelikano war doch gerade glänzend so gut.)
– Dynamischer Clip (was ist das? Wo ist der Metallbügel?)
– Optimierte Schreibeigenschaften (was auch immer optimiert wurde: der schreibt wie eh und je sehr gut)
– Neuartiges Griffprofil (Wozu Griffprofil? Aber es ist nicht so schlimm wie erwartet.)
Insgesamt bin ich doch sehr enttäuscht, ich kann mir zum einen nicht vorstellen, daß das neue Design als “zeitgemäß” durchgeht, ein Pelikano ist seit jeher wegen der Schreibeigenschaften und der Eleganz ein Neidobjekt unter Schülern. Wenigstens schreibt er noch gut, so daß ich mich schweren Herzens doch für einen Pelikano entschieden habe.

Ich hoffe, Sie gehen in sich und bieten Leuten wie mir wenigstens als “Klassiklinie” oder so den alten Füller wieder an. Schwarz, undurchsichtig, glänzend mit Sichtfenster. Auf das Sichtfenster verzichte ich auch.

Mit freundlichen, wenngleich enttäuschten Grüßen,

Ekkart Kleinod.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Tooltime

“Hier ist Tim ‘The Toolman’ Taylor.”

Wer je “Hört mal, wer da hämmert” gesehen hat, weiß, wovon ich spreche. Wer nicht, sollte das bei Gelegenheit nachholen, die Serie ist so schlecht nicht.

Das ist aber nicht das Thema des heutigen Eintrags, mir geht es um Werkzeuge und den Umgang mit ihnen. Ein schöner Satz zum Thema ist:

Wenn man einen Hammer hat, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.

Im Gegensatz zur Wirklichkeit, die durch diesen Satz schimmert, wurde mir an der Universität gelehrt, dass ein Werkzeug problembezogen ausgewählt wird. Erst ist das Problem, dann die Lösung, dann das Werkzeug, mit dem die Lösung umgesetzt wird. Nach dem Studium, im Gespräch mit Kunden, ist das der wichtigste Lehrsatz, den wir umgesetzt wissen wollen: erst das Problem, dann das Werkzeug. Natürlich ist mir mittlerweile längst klar, dass Firmen auch äußere Zwänge zu berücksichtigen haben: Werkzeuge wurden gekauft und müssen nun genutzt werden; neue Werkzeuge erfordern Mitarbeiterschulungen; neue Werkzeuge erfordern Zeit für die Umstellung, die einfach nicht da ist. So ergeht es uns oft wie Don Quixote mit den Windmühlen: wider besseres Wissen predigen wir Methoden und bekommen Werkzeuge.

Um so schöner, wenn tatsächlich mal jemand methoden- und lösungsorientiert vorgeht. Wenn zum Beispiel ein Text geschrieben werden muss, wird nicht einfach ein Programm vorgesetzt, sondern der Einsatzzweck und das Problem werden analysiert und daraufhin das geeignete Werkzeug eingesetzt. Für den nächsten Text kann ein anderes Werkzeug geeigneter sein, ein Brief hat wieder andere Erfordernisse. Alles in allem stehen (mir) vier Alternativen zur Verfügung (Word, Framemaker, LaTeX, OpenOffice), die jede ihre Stärken und Schwächen haben. Ohne Scheuklappen sollte das kein Problem sein, denn PDF als Austauschformat kann mit jeder Anwendung erzeugt werden.

Was sind nun Kriterien, nach denen zum Beispiel eine Textverarbeitung ausgewählt werden sollte? Sollen mehrere Leute gleichzeitig an einem Dokument arbeiten, sollte das Dokument in Teile zerlegbar sein. Sollen viele Abbildungen eingebunden werden, wäre es schön, wenn das unterstützt würde. Sollen die Texte ein bestimmtes Aussehen haben, sind vorhandene Templates eine Entscheidungsgrundlage. Soll der Kunde das Dokument weiterverarbeiten können, muss er Vorgaben machen. Mehr Beispiele will ich nicht geben, sonst wird es ermüdend.

Was sind nun Kriterien, nach denen tatsächlich eine Textverarbeitung ausgewählt wird? Habe ich schon immer genommen. Meine kann das auch. Meine hat eine bessere Rechtschreibprüfung (auch wenn die nicht gebraucht wird). Meine ist informatikertypischer (Top-Antwort unter den Geeks). Meine zeichnet Text logisch aus (mein Favorit). Das Programm haben wir gekauft. Das Programm verstehen “xyz” nicht (wobei “xyz” den Text nur lesen, nicht editieren müssen). Muss ich mehr Beispiele bringen?

Worauf will ich hinaus? Wasser predigen fällt nicht schwer, den eigenen Wein stehenzulassen, schon. Nicht, dass ich besser wäre: LaTeX ist natürlich das beste aller Programme. Ich habe allerdings mittlerweile gelernt, dass Alternativen ihre Berechtigung haben. Schwierig wird es erst, wenn man Programme so stark verteidigt, dass die Vernunft auf der Strecke bleibt. Dann haben wir “Evangelisten”, die ihre frohe Botschaft per Dogma durchsetzen wollen. So wie mich: nehmt LaTeX!

Wie paßt dieser Sermon nun zum Straßenverkehr? Hier sind die Werkzeuge Fahrzeuge bzw. die Füße. Das Problem ist meist klar: von A nach B kommen, einkaufen, Material besorgen, eine Spazierfahrt machen etc. Wer wählt aber sein Werkzeug (Fahrzeug) nach den tatsächlichen Anforderungen aus? Für Spazierfahrten mal das Fahrrad statt dem Auto. Für das Einkaufen mal um die Ecke laufen und nicht zum Supermarkt im anderen Stadtbezirk. Hier erscheinen die Antworten oft einfach und plausibel.

Wie sieht es aber mit längeren Fahrten durch die Stadt aus? Mein Problem: zur Uni kommen. Meine Lösung: Fahrrad nehmen und los. Warum nicht das Auto? Weil die Parkplatzsuche und der Streß mir die ganze Fahrt zerstören würden und sie damit zur Nervenprobe geraten würde. Warum denken nicht viele Leute so? Weil sie gar nicht an Alternativen denken. Wer schnell durch die Stadt will, sagt: Auto. Daß man mit dem Fahrrad meist nur unwesentlich langsamer ist (den Beweis trete ich bis ca. 10 km Fahrt jederzeit an), sehen wenige ein. Daß der Streß ungleich höher ist, das wissen alle Verkehrsteilnehmer. Dennoch wird das Auto genommen, natürlich wird die optimale Fahrzeit vorausgesetzt, ist dann eine kleine Störung vorhanden, bricht die Zeitplanung zusammen, es muss aufgeholt werden, Streß, Fehlverhalten.

Fazit im Verkehr: Öfter auch mal über Alternativen nachdenken, bevor tradierte Verkehrsmittel zum völlig falschen Zweck eingesetzt werden.

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Radfahrer angefahren

Pressemitteilung der Berliner Polizei:

Den falschen Weg zur Bewältigung seines Ärgers wählte gestern Nachmittag ein 35-jähriger Mann, als er in Köpenick mit seinem Auto auf eine Gruppe von Radfahrern zufuhr. Gegen 14 Uhr 45 erfasste er einen 30-jährigen Mann der mit seinem Zweirad in der Wernsdorfer Strasse stand. Dabei wurde der Radfahrer an der Schulter verletzt und kam zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. Vermutlich hatte sich der Fahrer eines „Ford Galaxy“ über ein angebliches Fehlverhalten der Ausflugsgruppe an der Wernsdorfer Brücke geärgert. Die Beamten beschlagnahmten seinen Führerschein sowie als Tatmittel das Fahrzeug.

Immerhin wurde das Auto als Tatmittel eingestuft.

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Bundesrat und FAusVer

Pressemitteilung des Bundesrates:

Der Bundesrat hat heute der Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften seine Zustimmung verweigert.

Die Verordnung sah vor, die technischen Anforderungen an Fahrräder und Fahrradanhänger an den Stand der Technik anzupassen, entsprechende Bestimmungen der StVZO zu konkretisieren und in eine eigene Fahrradausrüstungsverordnung zu übernehmen.

Der Bundesrat hegt jedoch erhebliche Zweifel an der Notwendigkeit einer solchen Verordnung und ist der Ansicht, dass sie dem Grundsatz zum Abbau überflüssiger bürokratischer Regelungen widerspreche.[…]

Das ist schon mal schön, da mit dieser Verordnung mal wieder Dynamos vorgeschrieben werden sollten und ähnliche Einschränkungen, die heutzutage einfach überholt sind. Statt Wirkungen vorzugeben (Licht vorhanden) wurden Umsetzungen definiert (Dynamo mit xx Volt etc.).

Leider fürchte ich, der Bundesrat hat das Ganze nicht aus inhaltlichen Gründen abgelehnt, sondern nur, um eine Verordnung zu sparen. Das mag löblich sein, die Dynamos werden mir nicht erspart bleiben.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)