Handy am Idiotenohr

Heute mittag fuhr ein Mercedes mit ca. 70 über die Alexanderstraße, Handy am linken Ohr, keine Kontrolle über sein Spurverhalten. Hinter ihm kam ein Krankenwagen mit Blaulicht und Sirene, den hat er natürlich nicht gesehen und fuhr schön knapp vor dem KKW auf die Spur des KKW. Der konnte gerade so ausweichen. Ich dem Mercedes übrigens auch, sonst hätte er mich auch noch umgesenst.

Solche Idioten kann man nicht hart genug bestrafen. Aber sie werden einem erzählen, dass das Handy die Fahrweise keineswegs beeinflusst und sie alles unter Kontrolle haben. Dann werden sie einem erzählen, warum sie in einem Mercedes sitzen aber leider nicht genug Geld für eine Freisprechanlage haben. Dann werden sie auf die vielen Verbote in Deutschland hinweisen und dass man sich nicht so haben soll. Außer, sie warten auf den Krankenwagen. Dann werden sie zetern, dass das alles Scheiße ist hier und keiner leistungsbereit etc. pp.

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Fingerabdrücke

Nachdem ich bei Herrn Vetter gelesen habe, dass Fingerabdrücke von der Polizei im Rahmen laufender Ermittlungen genutzt werden können, kam mir folgende Idee:

Jede Nutzung von Fingerabdrücken zur Sicherung von Daten (am Geldautomaten, für Computer, als Zugangskontrolle etc.) kann mit der von W-iba-S (Wolfgang-ich-bin-anständig-Schäuble) geplanten Fingerabdruckdatei einfach umgangen werden. Keine angenehme Vorstellung.

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Titel, Thesen, Temperamente, Pornographie

Am MontagSonntag warteten wir auf Druckfrisch, das ARD-Büchermagazin, und weil wir noch etwas früh dran waren, sahen wir Titel, Thesen, Temperamente. Immerhin gab es ein interessantes Thema: Jugend und Pornos. Da kann man doch noch etwas lernen, dachte ich.

Selten habe ich einen so schlechten, schlecht gemachten, einseitigen und polemischen Bericht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesehen. (Zugegeben, ich habe den Panorama-Beitrag über Killerspiele nicht gesehen. Der muss ähnlich gewesen sein.) Zusammengefasst: Jugendliche, die Pornos sehen und Sido hören, werden zwangsläufig in ihrer Entwicklung gestört, werden zu Vergewaltigern und sind am folgenden Untergang der Gesellschaft schuld. Alles das schön untermalt von subjektiven, emotionalen Berichten und Experten, die mit ernster Miene Aprilscherze vortrugen. Beispiel gefällig?

Die Jugend sieht Hardcore und verlernt das Lieben – eine bedrohliche Entwicklung, denn: Verwahrlost der Sex, verwahrlost auch die Gesellschaft.

Es war zwar der 1. April, aber wenn das der Aprilscherz gewesen sein soll, war er geschmacklos. Wenn er es nicht war, war er ein Tiefpunkt des deutschen Fernsehens. Was wäre die bessere Alternative?

Mit Entsetzen habe ich auch noch im Tagesschau-Blog gelesen, dass die TTT-Moderatorin Caren Miosga die neue Tagesthemen-Moderatorin werden soll. Ihr wird professioneller Journalismus bescheinigt, Modernität, Kompetenz und auch Frische. Dann hoffe ich mal, der Beitrag war ein Ausrutscher. Leider kann ich wegen der Zensur in den Tagesschau-Blogkommentaren dort nichts schreiben, aber es wird ihnen herzlich egal sein.

Es ging übrigens auf diesem Niveau weiter, wir haben dann bis Druckfrisch abgewaschen, das hatte mehr Gehalt.

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Einreise in die USA

Meine sowieso (nach anfänglicher Begeisterung) seehr schwach ausgeprägte Neigung, in die USA zu reisen, wird nach Interviews, wie dem bei Heise beschriebenen, immer kleiner.

Immerhin spricht der Chef vom “Homeland Security”. Und er meint Dinge wie: er habe ein Recht auf alle zehn Fingerabdrücke von Einreisenden in die USA, er habe ein Recht auf Daten von EU-Bürgern, er würde auch bei Gästen seines Hauses Ausweise verlangen etc. Das macht mich schon einmal nachdenklich, was für ein Mensch das so ist.

Immerhin sind die USA ein Einwandererland und ich würde wetten, die Vorfahren von Herrn Chertoff würden unter seinen Bedingungen nicht in die USA einreisen dürfen. Abgesehen davon macht mich der Satz

Während man mit bekannten Verdächtigen keine großen Probleme habe, würden “Clean skin”-Verdächtige, deren “Dokumente völlig legitim und nicht gefälscht sind”, eine Gefahr darstellen.

stutzig. Es ist also auch offiziell soweit, dass die Unverdächtigen am verdächtigsten sind?

Wie gesagt, die USA werden mich wohl nicht sehen, auch wenn ich Land und Leute gern kennenlernen würde. Aber nicht unter diesen Bedingungen. Und ich erwarte von meiner Regierung und von der EU, diesen Gedanken zur Menschenwürde, Unschuldsvermutung und ähnlichen Errungenschaften westlicher Zivilisation energisch Ausdruck zu verleihen und nicht jedesmal vor den USA einzuknicken.

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Filmkritik: Nummer 23

Nachdem mich der Trailer von “Nummer 23” wegen der Bilder fasziniert hat, und mich gut gemachte Filme stets über die Handlung hinweg sehen lassen (Sunshine), nahm ich Jim Carrey auf mich und schaute mir den ganzen Film an.

Er findet ein Buch über die Obsession mit der Nummer 23, erkennt sich darin wieder und erlebt so einiges im richtigen Leben und in der Fantasie des Buches. Soweit, so gut.

Im Gegensatz zu meinen Erwartungen war der Film kein Mystery-Thriller, sondern ein harter, gut erzählter Film über Obsessionen verschiedenster Art mit einem twist, den ich nicht vorher erraten habe. Im Nachhinein hätte man drauf kommen können, für größere Spekulationen hat mich der Film allerdings zu sehr gefesselt.

Schauspielerisch stark, wird die Geschichte schnell, gut und hervorragend bebildert erzählt. Sehempfehlung meinerseits.

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Wer nichts zu verbergen hat

Don AntvilleDahlmann hat in http://don.antville.org/stories/1604666/ den Überwachungsdrang von Wolfgang Schäuble und seine Meinung dazu recht gut dargestellt.

Es geht einfach nicht an, die Unschuldsvermutung fallen zu lassen, um ein von WS erfundenes “Grundrecht auf Sicherheit” durchzusetzen, das zudem aus albernen Gründen über allen anderen Grundrechten stehen soll.

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Rasendes Motorrad

Wenn man Leute befragt, was wichtige Merkmale von Motorradfahrern sind, kommt “Rasen” so ziemlich an erster Stelle. Jeder weiß, dass Motorradfahrer keine Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten und grundsätzlich zu schnell fahren. Jeder weiß auch, dass sich Motorradfahrer damit gegen jeden Menschenverstand nur selbst gefährden. Bla, bla, bla.

Warum trifft man dann im Straßenverkehr nur auf Autofahrer, die einen an der Kreuzung kommen sehen und denken “Oh, ein Motorrad. Das ist sicher langsam. Da kann ich noch gemütlich reinschnippeln und ohne große Beschleunigung (der Umwelt wegen) weiterfahren.”

Oder Fußgänger: “Ach, heute bin ich nicht so gut zu Fuß, da gehe ich mal lieber noch vor dem Motorrad rüber.”

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Filmkritik: Sunshine

Gestern ging es weiter mit den Fantasienächten, ich sah “Sunshine”, den neuen Danny-Boyle-Film, der diesen Monat auch regulär in die Kinos kommt. Mit etwas Verspätung hörte ich den Organisator noch erzählen, dass man die Geschichte wohl erzählt nicht glauben würde in ihrer Einfalt, Danny Boyle aber was draus gemacht hat. Da kann ich ihm nur zustimmen.

Die Geschichte ist so hanebüchen, konstruiert, mit Logik- und Physiklöchern vollgestopft, dass man sich nicht getraut, zuzugeben, dass einem der Film gefallen hat, wenn man seiner Frau den Inhalt erzählt. Kurz (und ohne Spoiler): die Sonne erlischt und soll durch eine Bombe wieder gezündet werden. Weltraum, Crew, Tote. Der Film ist eine wilde Mischung aus Mission to Mars, Alien, Event Horizon und etlichen anderen Filmen, die herauszufinden alleine schon den Spaß wert ist.

Der Film ist gut besetzt, Schauspieler, die tatsächlich schauspielern, in Kulissen, die extrem gut aussehen. Das Innere ist Klasse normal aber einfallsreich, die gerenderten Außenansichten sowie die Sonne einfach umwerfend. So muss gute Science-Fiction aussehen. Und so muss sie sich auch anhören. Die Bässe voll aufgedreht, zieht einen der Film akustisch in den Bann, dass man sich fragt, ob das ein Sound-Oscar ist. Und das habe ich mich noch nie gefragt.

Die Geschichte und damit der Film ist vorhersehbar, aber sehr gut erzählt. Alle Klischees werden bedient, alle üblichen Physiklöcher ausgehoben, ohne dass man das dem Film übelnimmt. Trotzdem wurden manche Grundgesetze der Physik auch beachtet. Ich bin äußerst zufrieden aus dem Kino gekommen.

PS: @GSG9-Macher: so dreht man eine Abschiedsszene auf Video!

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