Heimweg

Der Heimweg gestern bot neue und bekannte Handlungen. Es regnete leicht, das ist für Autofahrer ein Signal, besonders eng zu überholen. Dem kamen ca. 7 Autofahrer auch prompt nach, jeden hatte ich nach maximal 500 Metern wieder eingeholt, wir sind ja schließlich in Berlin. Aber das scheint ein Drang zu sein.

Beim Überqueren der “Linden” zu Fuß mit Fahrrad an der Hand kamen mir an der Friedrichstraße viele Fußgänger entgegen, also suchte ich mir eine Linie raus und hielt sie ein. Eine Frau kam mir mit zugeklapptem Schirm entgegen, den sie beim Laufen öffnete und damit nicht nach vorn sah. Ich hielt an, sie lief ins Fahrrad (Vorderrad) rein. Hielt, schaute, versuchte, weiterzulaufen. Das Ganze noch einmal. Dann sah sie wohl ein, daß ich nicht weggehen würde und ging um mich herum. Alles wortlos ohne Erregung, einfach so. Seltsam.

Zähler: 3 Autos bei Rot, 1 Radfahrer bei Rot, 1 Auto auf dem Radweg, 1 Auto auf die falsche Spur gestellt (damit den ganzen nachfolgenden Verkehr behindert, mach’ das mal als Fahrrad)

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 16.02.2006)

Urteil des AG München

Das Amtsgericht München hat entschieden, daß man nicht über eine Kreuzung fahren darf, wenn man wegen tiefstehender Sonne nicht sehen kann, ob grün oder rot ist. Genauer gesagt: wer trotzdem fährt, handelt grob fahrlässig, nicht nur leicht.

Im verhandelten Fall war natürlich rot und es ging der Klägerin darum, trotz des Verstoßes ihre Vollkasko zahlen zu lassen. Die hatte sich wegen grober Fahrlässigkeit geweigert, zu zahlen und dabei recht bekommen.

Urteil des Amtsgerichts München vom 22.07.2005; Aktenzeichen: 345 C 12275/05
http://www.ag-m.bayern.de/Pressemitteilungen/060206%20-%20Blendende%20Sonne/060206%20-%20Blendende%20Sonne.htm

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 16.02.2006)

Es wird Frühling

Zumindestens schmilzt der Schnee. Und da kommen wieder Sachen zum Vorschein…

Ich finde das interessant: bei Filmen wie Jabberwocky oder anderen Mittelalterfilmen ist es immer der größte Gag, wenn auf die Straße geschissen wird. Wir haben hier die Hundehaufen zu hunderten allein auf unserer Straße liegen, das ist aber normal. Wenn man da nicht aufpaßt, holt man sich eine kleine Überraschung ins Haus. Als wenn Hygiene eine Krankheit aus dem 20. Jahrhundert wäre.

Ich kann ja mittlerweile an den Haufen schon erkennen, ob der Hund gesund ist (Bild Straße 4 links: Durchfall), was er gegessen hat etc. Detailwissen, das ich nie haben wollte.

Für Hartgesottene ein paar Bilder:
http://www.ekkart.de/images/blog/strasse_1.jpg
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http://www.ekkart.de/images/blog/strasse_3.jpg
http://www.ekkart.de/images/blog/strasse_4.jpg

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 14.02.2006)

Viele Rotsünder

Gute Ausbeute an Rotsündern, ansonsten Verkehr wie immer, allerdings ohne größere Gesundheitsgefährdung für mich. Dafür ein interessanter Überholvorgang in einer 30er-Zone (enge Straße), bei der das überholte Auto ca. 40 fuhr und das überholende 60. Der war dann wenigstens erster an der roten Ampel.

Zähler: 2 Autos bei Rot (2 und 6 Sekunden), 2 Fahrräder bei Rot

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 14.02.2006)

Asymmetrische Tankanzeigen

Ebenso, wie die M25 vom Dämon Crowley erdacht wurde [1], wurde die asymmetrische Tankanzeige von Dämonen erfunden. Da fährt man mit dem Motorrad dahin, ca. 200 km, bis die Tankanzeige auf der Hälfte steht und denkt sich: 100 km habe ich noch.

Mitnichten, nach 50 km machte ich mir echt Sorgen, wie weit die Nadel in den roten Bereich reinragen darf, ohne daß ich stehenbleibe. Zehn Kilometer habe ich noch geschafft, dann kam eine Tankstelle. Es blieben ca. anderthalb Liter.

Wenn man schon eine Anzeige schafft, sollte die doch für was nütze sein. Sonst kann ich wieder mit Reservestellung am Benizinhahn fahren, das hat mir mehr gebracht.

[1] “Ein gutes Omen” von Terry Pratchett, Neil Gaiman

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 13.02.2006)

Olympia und Reporter

Zur Olympiade steigt meine Reporterabneigung mal wieder unvermittelt an. Jeder Tag, an dem nicht eine Medaille gewonnen wurde, ist enttäuschend. Holen die deutschen Favoriten keinen Sieg, haben sie gepatzt.

Bin ich denn der Einzige, der sich am Sport selbst erfreut und sich als Bonus zusätzlich freut, wenn ein Deutscher gewinnt. Der Abfahrtslauf z.B. war spannend und gut, da brauche ich keinen Deutschen dabei. Und beide Eisschnelläuferinnen haben alles gegeben, waren zufrieden, es gab halt Leute, die waren schneller.

Da bricht für Reporter eine Welt zusammen, ich wundere mich.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 13.02.2006)

Neudeutsch

Wo ich doch gestern schon bei der Sprache hängen geblieben bin: mein Unwort des Jahres (und das vieler vergangener Jahre) ist “Neudeutsch”. So ein mieser Begriff, der nach meinen bisherigen Erkenntnisstand entweder einen englischen Begriff oder einen Euphemismus kennzeichnet.

Das richtige Unwort des Jahres habe ich schon wieder vergessen, so belanglos und unbekannt war das. Warum das Unwort immer wieder in den Nachrichten erwähnt wird, ist mir bei der Auswahl auch schleierhaft.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 10.02.2006)

Schnee und Glätte

Gestern hat es wieder schön mit Schneien angefangen, ich mußte mit dem Auto raus zu einem Punktspiel. Also bin ich 15 Minuten früher losgefahren und voila: hat alles gut geklappt, wenn es mir zu glatt wurde, fuhr ich langsamer – kein Problem.

Erstaunlicherweise dachten anscheinend recht viele Leute so, denn im Gegensatz zu sonstigen Erlebnissen waren die Autofahrer, die ich traf, vorsichtig.

Im Radio hörte ich dann davon, daß andere nicht so vorsichtig waren, folgende Idee: wer einen Unfall verschuldet, bei dem jemand stirbt: Führerschein für immer weg. Wer einen Unfall verschuldet, bei dem jemand verletzt wird: mindestens ein jahr Zwangspause. Und natürlich einkommensabhängige Bußgelder mit Mindestbetrag.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 10.02.2006)

Gemengelage und Abschlag

Die Tagesthemen gebrauchten gestern den Begriff “Gemengelage”, um ihre Themen alle mit “Ge” beginnen zu können. Der Duden verriet mir dann, daß das “Mischung” heißt. Wer kennt “Gemengelage”?

Weiter im Bericht wurden dann die Befürchtungen der Rentner auf “Rentenabschläge”, na sagen wir “zerstreut”. Diese Abschläge standen heute auch im Spiegel. Ich nehme mal an, es waren Rentenkürzungen gemeint. Warum wird das nicht gesagt? Das selbe Problem wie bei “Entlassungen”, die nur noch “Freisetzungen” heißen dürfen.

So kann man die Sprache und Verständlichkeit auch schwächen.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 09.02.2006)