Kritik: Rammstein in Nîmes

Apropos Rammstein, 2017 trat die Band in Nîmes auf, wer die Stadt kennt und auch den Konzertfilm von Nîmes, weiß, dass das etwas sehr außergewöhnliches ist.

Die Chance musste ergriffen werden, Kurzurlaub genommen, Auto gestartet, ab nach Nîmes. Auf dem Weg einen Sprung in der Windschutzscheibe eingehandelt, der uns auch den ganzen Rückweg über begleitete – so eine Scheibe ist halt ohne Ersatzscheibe nicht so schnell ausgewechselt.

Das Wetter in Nîmes war sehr sonnig, wir hatten ausgiebig Gelegenheit, die Stadt zu erkunden, sehr empfehlenswert. Eine sehr hübsche verwinkelte Altstadt, in Fußwegentfernung ein Park mit Aussichtsturm, römische Bauten und nicht die geringste davon – die Arena.

Bei unserem ersten Besuch hatten wir die Arena als Amphitheater bereits besichtigt, ohne Band drin, trotzdem sehr beeindruckend. Jetzt stand uns Rammstein bevor – würde das Konzert unseren Erwartungen standhalten?

Jetzt muss man zugeben – Rammstein ist eine der besten Livebands der Welt, unterstützt durch eine bombastische Show – so was sieht mal selten. Sehr selten. Also waren unsere Erwartungen nicht nur hoch, sondern durchaus berechtigt hoch. Außerdem hatten wir das Konzert schon in der Waldbühne gesehen, wussten also, was kommt.

In der Arena selbst findet man sich schnell zurecht, der Einlass war sehr gut organisiert, in meinem Alter gönnen wir uns auch numerierte Plätze, I muss da mit, obwohl sie das altersmäßig noch nicht müsste. Schon den Platz einnehmen, die ganzen Fans sehen, das stimmt einen auf einen schönen Abend ein. Apropos Fans – sehr unterschiedlich, von alt (icke) bis jung, von Stino (wieder icke) bis Gothic – kein Problem. Vor allem herrschte dort eine sehr freundliche Atmosphäre – wann hat man das schon einmal.

Den Anfang machten zwei Frauen am Klavier, die Rammstein spielten. Das war schon gut. Sie sangen auch dazu, das war nur teilweise gut. Mir hätte das Spielen gereicht, dafür gerne mehr davon. Insgesamt aber ein sehr guter Auftakt.

Dann warten auf Rammstein – Umbau, Toilette, gucken, Atmosphäre der Arena genießen. Ruhe. Der Countdown. Mitzählen. Freuen. Lachen. Der Vorhang fällt – Rammstein kommt – Lärm.

Es ist sehr schwer, das Konzert zu beschreiben. Es passte einfach alles. Die Arena, dazu die Musik, die Show, Feuer, begeisterte Menschen, unglaublich gut. Neben dem Konzert in der O2-World das beste Konzert von Rammstein bisher. Die Arena macht das perfekt.

Zweieinhalb Stunden genießen, ein bisschen zur Seite rücken, damit die schwangere Frau hinter einem auch was sieht, mitsingen (oder auch nicht), ein wenig wippen, und hoffen, dass das Konzert noch lange hält.

Als Abschluss dann Frühling in Paris…

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