Kritik: Hardcore Henry

2016-04-19_HardcoreHardcore Henry ist ein Film, der komplett aus Ego-Perspektive gedreht wurde. Nicht der erste, immerhin gab es schon z.B. FPS, aber der erste, der das durchaus überzeugend gemacht hat.

Spoilerwarnung voraus

Das klingt als Konzept anstrengend und ist es auch. Stellt Euch einen Ego-Shooter vor, auf Größe der Leinwand vergrößert mit deutlich hektischerer Kameraführung, Action und abgedrehten Ideen. Z.B.  dass das rechte Auge quer zum linken verdreht ist. Interessante Ideen, interessante Umsetzung.

Trotzdem hat das gut funktioniert, der Film spart nicht mit ruhigen Szenen zwischendurch, bei denen man sich von der Action erholen kann. Aber auch nicht zu viel, sonst würde es langweilig werden (und die Dünnheit der Story deutlich werden).

Apropos Story: Mann wacht auf, muss alles umbringen, was sich in seinen Weg stellt, um seine Frau zu finden und zu befreien. Hilfe bekommt er von einem mysteriösen Typen (Jimmy), bzw. von dessen Inkarnationen, alle gespielt von Sharlto Copley. Das ist schon beeindruckend und völlig überdreht.

Apropos überdreht: der Film steigert sich von Szene zu Szene. Das betrifft das Setting, die Gegner, Jimmy, die Tötungsarten. Da haben Drehbuchschreiber völlig freie Hand bekommen und unsere russischen Freunde haben das ohne Rücksicht auf Verluste umgesetzt. Denkt man am Anfang noch, der Film habe sein 18er-Rating durch Nacktheit verdient, wird man wenig später durch brutalste Tötungsszenen eines besseren belehrt. Ehrlich: so was habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Im Gesamtsetting ist es ok, wenn man einen brutalen Ego-Shooter vor Augen hat. Aber meine Fresse – der Film geht zur Sache. Vor allem zwei Kampfszenen zum Ende: einmal das Haus runter und dann der Endboss – meine Fresse.

Fazit: sehr guter Film, wenn man ihn in den Kontext eines wirklich brutalen Ego-Shooters setzt.

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