Einstürzende Brücken

Gußeisen ist sehr belastbar, solange keine Verformung gewünscht ist. Verformungen wie Dehnen oder Biegen mag Gußeisen gar nicht. Das wurde schon beispielhaft beim Einsturz der Dee-Brücke 1847 festgestellt, bei dem fünf Menschen starben. Die Brücke bestand aus gußeisernen Trägern, die mit Schmiedeeisen verstärkt wurden. Das Gußeisen brach bei der Verformung durch Be- und Entlastung durch Zugfahrten.

1871-1878 wurde die Brücke über die Mündung des Tay (Firth of Tay) geplant und gebaut. Trotz anderweitiger Erfahrungen mit Gußeisenträgern. Andere Probleme: die Windstärke wurde nicht ausreichend berücksichtigt, die Geschwindigkeit des Zuges ebenfalls nicht, beim Bau wurde geschludert und abfallende Teile bei der Benutzung nach der Eröffnung 1878 wurden ignoriert, genau wie der bei einem Bausturz beschädigte Träger. Dafür blieb der Bau im Zeit- und Geldrahmen.

Am 28. Dezember 1879 um 19:17 stürzte die Brücke mit Zug bei einem Orkan ein. Keine Überlebenden, 75 Tote.

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