Auch mal auf die Vorfahrt verzichten

ja, ja. Das ist eine der Grundforderungen an Radfahrer, gestern habe ich das natürlich gemacht, weil ein Taxi mal nicht warten wollte, bis die Straße frei ist, sondern sich vorher quer über den Radweg (Lolli) stellen mußte. Ich habe mir dann überlegt, was schlimmer wäre: wenn der Fahrer das aus Unachtsamkeit oder mit Absicht gemacht hätte. Ich werde es nicht erfahren.

Heute früh drängelte ein Auto rechts an einem anderen vorbei, um als erster an der roten Ampel (als Rechtsabbieger) zu stehen. Problem: Das andere Auto wollte sowieso geradeaus und rechts davon war zunächst der Radstreifen, auf dem ich gerade fuhr. War schön eng.

Zähler: 2 Autos bei Rot, 4 Radfahrer bei Rot

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Heimweg

Der Heimweg gestern bot neue und bekannte Handlungen. Es regnete leicht, das ist für Autofahrer ein Signal, besonders eng zu überholen. Dem kamen ca. 7 Autofahrer auch prompt nach, jeden hatte ich nach maximal 500 Metern wieder eingeholt, wir sind ja schließlich in Berlin. Aber das scheint ein Drang zu sein.

Beim Überqueren der “Linden” zu Fuß mit Fahrrad an der Hand kamen mir an der Friedrichstraße viele Fußgänger entgegen, also suchte ich mir eine Linie raus und hielt sie ein. Eine Frau kam mir mit zugeklapptem Schirm entgegen, den sie beim Laufen öffnete und damit nicht nach vorn sah. Ich hielt an, sie lief ins Fahrrad (Vorderrad) rein. Hielt, schaute, versuchte, weiterzulaufen. Das Ganze noch einmal. Dann sah sie wohl ein, daß ich nicht weggehen würde und ging um mich herum. Alles wortlos ohne Erregung, einfach so. Seltsam.

Zähler: 3 Autos bei Rot, 1 Radfahrer bei Rot, 1 Auto auf dem Radweg, 1 Auto auf die falsche Spur gestellt (damit den ganzen nachfolgenden Verkehr behindert, mach’ das mal als Fahrrad)

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 16.02.2006)

Viele Rotsünder

Gute Ausbeute an Rotsündern, ansonsten Verkehr wie immer, allerdings ohne größere Gesundheitsgefährdung für mich. Dafür ein interessanter Überholvorgang in einer 30er-Zone (enge Straße), bei der das überholte Auto ca. 40 fuhr und das überholende 60. Der war dann wenigstens erster an der roten Ampel.

Zähler: 2 Autos bei Rot (2 und 6 Sekunden), 2 Fahrräder bei Rot

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 14.02.2006)

Asymmetrische Tankanzeigen

Ebenso, wie die M25 vom Dämon Crowley erdacht wurde [1], wurde die asymmetrische Tankanzeige von Dämonen erfunden. Da fährt man mit dem Motorrad dahin, ca. 200 km, bis die Tankanzeige auf der Hälfte steht und denkt sich: 100 km habe ich noch.

Mitnichten, nach 50 km machte ich mir echt Sorgen, wie weit die Nadel in den roten Bereich reinragen darf, ohne daß ich stehenbleibe. Zehn Kilometer habe ich noch geschafft, dann kam eine Tankstelle. Es blieben ca. anderthalb Liter.

Wenn man schon eine Anzeige schafft, sollte die doch für was nütze sein. Sonst kann ich wieder mit Reservestellung am Benizinhahn fahren, das hat mir mehr gebracht.

[1] “Ein gutes Omen” von Terry Pratchett, Neil Gaiman

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 13.02.2006)

Schnee und Glätte

Gestern hat es wieder schön mit Schneien angefangen, ich mußte mit dem Auto raus zu einem Punktspiel. Also bin ich 15 Minuten früher losgefahren und voila: hat alles gut geklappt, wenn es mir zu glatt wurde, fuhr ich langsamer – kein Problem.

Erstaunlicherweise dachten anscheinend recht viele Leute so, denn im Gegensatz zu sonstigen Erlebnissen waren die Autofahrer, die ich traf, vorsichtig.

Im Radio hörte ich dann davon, daß andere nicht so vorsichtig waren, folgende Idee: wer einen Unfall verschuldet, bei dem jemand stirbt: Führerschein für immer weg. Wer einen Unfall verschuldet, bei dem jemand verletzt wird: mindestens ein jahr Zwangspause. Und natürlich einkommensabhängige Bußgelder mit Mindestbetrag.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 10.02.2006)

Volle Straßen – keine Regeln

Kaum werden die Straßen voll, und heute waren sie wirklich gut besetzt, gelten die normalen Regeln des Straßenverkehrs anscheinend nicht mehr. Kreuzungen werden so dicht besiedelt, daß ich als Fahrrad nur mit Mühe durchkomme; Fußgängerüberwege werden auch beampelt nicht freigelassen; jedes Mittel ist recht, um der Erste an der nächsten Schlange zu sein. Davon unbeachtet bleibt das Recht, sich über andere ordentlich aufzuregen, die einen mehrere Sekunden aufhalten.

Ein Radfahrer wußte heute auch nicht, daß man beim auf-die-Straße-fahren auch mal schauen muß, ob was kommt. Der Autofahrer war zum Glück sowieso links (um zu überholen, um der Erste an der Schlange zu sein), deswegen ist nichts passiert.

Warum machen Leute in Staus ihre Musik (oft ohne Geschmack) besonders laut?

Zähler: 2 Autos bei Rot, 1 Fahrrad bei Rot

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 09.02.2006)

Winterwetter

“Witterung sorgt für viele Unfälle in Brandenburg” meldet der RBB. Das ist doch schön, daß sich die Witterung (das Wetter?) so sorgt. Daß es Verkehrsteilnehmer sind, die nicht angepaßt fahren, fällt irgendwie weg.

Dazu passen auch meine gestrigen Erlebnisse: frischer Schnee auf den Straßen, da können 50 km/h nur die Untergrenze sein. Von wegen Sommerreifen sind schuld, auch mit Winterreifen muß man langsam fahren.

Dafür war es heute früh entspannt, viele überforderte Autofahrer und eine gesperrte Innenstadt ergaben lange Staus (Kino International bis Mollstraße/Torstraße), an denen sich gut vorbeifahren ließ.

Zähler: 2 Fahrräder bei Rot

Nachtrag: die Innenstadt ist wegen der Trauerfeier für Johannes Rau gesperrt bis 16 Uhr.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 07.02.2006)