20.000 km

20.000 km geschafft. Seit April 2012. Mit Höhen und Tiefen, insgesamt ist es jetzt zuverlässig, am Anfang war oft der Wurm drin.

Überraschung

Es ist nicht einfach, mich zu überraschen.

Aber Bruder Alkohol…

Wozu Platz lassen?

Gleiche Stelle wie gestern, gleicher Tag vorher. Warum sollte man da Platz lassen? Nur, weil vorher schon 2 Radfahrer und 1 Fußgängerin nicht rumgekommen sind? Soweit kommt es noch. Die fahren ja alle bei Rot!

Experimentelle Kameraführung.

Abbiegen

Ja, es ist dunkel und schlecht zu erkennen. Aber nur auf dem Video. Für das Auto bin ich gut sichtbar. Wenn der Fahrer denn überhaupt gucken würde.

Autos als Mittel der Kontrolle, Einschüchterung und Bestrafung

Christine schreibt in Radfahren in Stuttgart über die Doktorarbeit von Tara Goddard von der Portland State University, die sich mit dem Verhalten von Autofahrern gegenüber Radfahrern beschäftigt. Die Arbeit hab ich im Original noch nicht durchgelesen, die Auszüge, die Christine beschreibt, sind sehr erhellend.

Die Arbeit geht von der Frage aus, die sich Radfahrende immer wieder stellen: Warum hassen uns die Autofahrer? Und zwar zuweilen so sehr, dass sie unseren Tod in Kauf nehmen indem sie gnadenlos knapp überholen oder schnell abbiegen. Warum geben wir so schnell den Radfahrern die Schuld an ihren Unfällen, zumindest aber eine Mitschuld?

Yepp. Heute nur auf dem Hinweg dreimal.

Von außen gesehen sind Autos anonym, sie sind Gegenstände. Deshalb fällt es uns schwer, Autos zu hassen, aber ganz leicht, Radfahrer zu hassen. Denn Radfahrer sind in ihrer jeweils individuellen Gestalt sichtbar, als Männer, als Frauen, als Kinder, als Alte oder Junge, als elegant oder schlampig angezogen, als sportlich oder unsportlich. Autofahrer reagieren darauf, sie halten einer älteren Studie zufolge mehr Abstand zu Radfahrenden, wenn sie weiblich sind und keinen Helm tragen. Sie halten weniger Abstand zu männlichen und jungen Radlern mit Helm und Schutzweste.

[…]

Ich selber beobachte: Je mehr Radfahrer Fußgängern gleichen (aufrecht, normal angezogen, langsam unterwegs), desto rücksichtsvoller verhalten sich Autofahrer. Sehen sie hingegen einen über den Lenker geduckten Langstreckenradler mit Helm, Rucksack und Radlertrikot, dann geht es plötzlich um mehr: Nämlich um einen Machtkampf um den Platz auf der Straße. Dann zeigt so mancher Autofahrer dem jungen Mann auf dem Rad, wer das Sagen hat auf den Straßen: er hupt, er schneidet ihn beim Überholen, er übersieht ihn beim Abbiegen. Es ist eine Machtdemonstration im Vollgefühl, im Recht zu sein, die unsere Gesellschaft toleriert.

[…]

Autofahrer fühlen sich in der Mehrheit (die sie in Städten oft gar nicht mehr sind) und darum glauben sie sich oben in der Hierarchie. Sie reklamieren mehr Rechte und Vorteile für sich als sie den “Unteren” zugestehen wollen. So lehnt ein Teil der Autofahrer beispielsweise Tempoblitzer als “Abzocke” ab (also Kontrollen ihres Fehlverhaltens), fordern aber gleichzeitig dass Räder mit Nummernschildern versehen werden, damit man das Verhalten von Radfahrern besser kontrollieren kann.

[…]

Die Fahrbahn wird zum Schlachtfeld, auf dem die Autogesellschaft ihre Vorherrschaft behaupten will, ganz hautnah durch hupen, dicht auffahren, nicht an Zebrastreifen bremsen, keine Straßensperren beachten, auf Radwegen parken, zu eng überholen, nicht gucken beim Abbiegen, zum teils tödlichen Nachteil für Fußgänger und Radfahrer. Autos werden wie Waffen zur Kontrolle und Einschüchterung, sogar zur Bestrafung Schwächerer eingesetzt.

Das belegt Goddard mit vielen Umfrageergebnissen. So sind die eingefleischtesten Autofahrer beispielsweise gar nicht willens, sich nach einem Radfahrer umzuschauen, wenn sie abbiegen. Sie sind ihnen egal. Und je mehr sie Radfahrer hassen, desto eher sind sie auch bereit, sie totzufahren.

Yepp. Einfach selbst lesen, sind noch viele interessante Erkenntnisse drin.

(Quelle: Radfahren in Stuttgart)

Ich bekenne: Ich fahre bei Rot über Ampeln!

Ein sehr schöner Beitrag von Martin Junghöfer bei it started with a fight über Radfahren und Ampeln. Viele schöne Ideen drin, manches diskussionswürdig.

Ich drehe den Spieß um, ich rede mich nicht raus, sondern ich bekenne offen, daß ich gelegentlich absichtlich und mit vollem Bewußtsein bei Rot über Ampeln fahre! Und ich begründe dieses “ordnungswidrige” Verhalten folgendermaßen:

  1. Bei Induktionsampeln kann ich nicht vorhersagen, ob sie auf mich reagieren.
  2. Es gibt Ampeln, die sind für Autofahrer sinnvoll, für Radfahrer aber nicht.
  3. Ampeln sind undemokratische Zwangsmaßnahmen, ihre Übertretung ein Tabubruch.
  4. Die Ampelinflation ist neurotisch.
  5. Verkehrsverflüssigung und Verkehrsberuhigung gilt nur für Autofahrer.
  6. Die Taktung der Fußgängerampeln ist für Radfahrer unsinnig.
  7. Ampeln sind für Autofahrer erfunden worden.
  8. Der Gesetzgeber will nicht, daß Radfahrer – entgegen gebetsmühlenartig wiederholter Propaganda – Verkehrsteilnehmer wie alle anderen sind.
  9. Warum heißt der Kotflügel „Kotflügel“?
  10. Die StVO ist grundgesetzwidrig.

(Quelle: it started with a fight)