Tote Radfahrerin – 2.800 €, kein Führerscheinentzug

So sieht es aus. Die Staatsanwältin hat gefordert: 3.600 € Strafe.

Da fühlt man sich doch gleich von der Staatsmacht beschützt: Menschen töten ist halt nicht so schlimm. Führerscheinentzug kommt nicht mal der Staatsanwältin in den Sinn. War halt nur eine Radfahrerin.

Eine nüchterne Schilderung ist bei der Rad-Spannerei zu lesen: “70 Tagessätze Strafe gegen LKW-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung von Radfahrerin

Als die Ampel auf grün springt, setzt der Fahrer seinen Truck in Bewegung und biegt mit einer Geschwindigkeit von 11 bis 13 km/h nach rechts ab. Danach nimmt er Fahrt auf und wird 430 Meter weiter von einem PKW-Fahrer gestoppt, der beobachtet hat, dass der LKW-Fahrer beim Abbiegevorgang eine 32-jährige Radfahrerin überfahren hat.

[…] Der Sachverständige konnte ebenfalls berichten, dass das Fahrrad der Frau mit funktionierendem Seitenläuferdynamo sowie Vorderlicht und Rücklicht ausgestattet war. Ob das Licht der Radfahrerin angeschaltet war, ließ sich angesichts des zerstörten Fahrrads nicht ermitteln.

Aber jetzt kommts, ich versuche, ruhig zu bleiben:

[…] Die Verteidigung forderte einen Freispruch für ihren Mandanten und begründete das damit, dass sich “Radfahrer nur eingeschränkt an die Straßenverkehrsordnung halten”.

Einfache Möglichkeiten, das Radfahren in Berlin zu verbessern

Während der Radentscheid wieder zerredet wird und auf irgendeine lange, politische Bank geschoben wird, ein paar kurze Ideen, wie das Radfahren in Berlin schnell und sogar kostensparend verbessert werden kann:

  • keine separaten Radampeln mehr. Die kosten nur Geld und sorgen ausschließich für Unmut. (spart Geld)
  • vor Änderungen überlegen, wie Radfahrerinnen geführt werden sollen, damit nicht noch mal sowas wie am Hauptbahnhof oder am Alex passiert
  • überdachte Abstellanlagen an Bahnhöfen, z.B. in der Tiefgarage des Hauptbahnhofs (bringt Geld)
  • an geeigneten Kreuzungen Rot für den Radverkehr als Anhalteempfehlung einführen, damit man nicht unsinnig an leeren Fußgängerüberwegen oder T-Kreuzungen stehen muss (so eine Art grüner Pfeil)
  • Knöllchen und Abschleppen von Autos, die auf Radwegen parken (bringt Geld)
  • Knöllchen für Autos, die zu eng überholen oder sonstwie Scheiße bauen (bringt Geld)

Wer noch Ideen hat – her damit, aber das oben ist alles nicht schwierig, spart oder bringt Geld und hilft schon enorm.

Busspur Invalidenstraße

Auf der Invalidenstraße gibt es zwischen Alt-Moabit und Clara-Jaschke-Straße endlich eine Busspur, das hilft schon gewaltig, auch wenn sich recht viele Autofahrer nicht dran halten.

Was mir auffiel: bei der ersten und letzten Straßenmarkierung mit dem Schriftzug “BUS” ist das “S” falsch herum aufgemalt worden, nur in der Mitte ist es korrekt. Sieht einfach mies aus.

Richtig:

BuS_korrekt

Falsch:

BuS