Internet

Man ist es heutzutage einfach gewohnt, einen Internetzugang zu haben. Bis heute auch kein Problem, dann erreichten wir Frankreich. Jetzt sitze ich mit dem Stuhl an der Eingangstür, hoffe, dass die Internetverbindung nicht dauernd zusammenbricht und fühle mich wie in Deutschland.

Falls sie funktioniert, ist doch der ftp-Port gesperrt, was einen großen Teil des Urlaubsvergnügens zunichte macht.

Also werden wir das alte Urlaubsspiel “Finde den vernünftigen Hotspot” spielen.

Update: gefunden. Dank an Le Pinocchio.

2015-06-03_1 2015-06-03_2 2015-06-03_3 2015-06-03_4

 

 

 

Carrara

Die Berge hinter Carrara sehen so aus, als seien sie ganzjährig schneebedeckt. Sie müssen vorsichtig abgebaut werden, damit das Klima nicht leidet oder ein Berg ganz verschwindet. Und es gibt unterirdische Marmorbrüche, gigantische Höhlen. Dabei ist der Marmormarkt derzeit im Umbruch, Nachwuchsländer wie China haben plötzlich auch Marmor und billiger. Mal sehen, ob es die Berge (oder die Höhle) noch lange gibt, oder ob bedauerliche Unglücke oder Fehlplanungen geschehen. Spannung.

Auf jeden Fall ist weißer Marmor sehr hell und sehr staubig.

2015-06-02_1 2015-06-02_2 2015-06-02_3 2015-06-02_4

 

Autofahren in Italien

Autofahren in Italien ist anstrengend. Nicht nur, dass man durch Gegenden fahren muss, die man nicht kennt, es gelten auch keine Regeln.

Ein 50-Schild z.B. besagt, dass man eine Geschwindigkeit fahren soll, die man für richtig hält, im Zweifelsfall lieber etwas schneller. Oder eine durchgezogene Linie verbunden mit einem Überholverbotsschild bedeutet, dass man überholen kann, wie man will, gerne vor Kurven oder anderen nicht einsehbaren Strecken. Und das Konzept des Sicherheitsabstands existiert nicht.

Das ist für mich ein Problem, da ich mich insbesondere im Ausland an die Regeln zu halten versuche. Das bringt mir hier extrem enges Auffahren, extrem enges Überholen und allgemeine Unzufriedenheit ein.

Mir ist unklar, ob z.B. das Prinzip des Sicherheitsabstands in Fahrschulen gelehrt wird oder hier einfach nicht existiert. Auf jeden Fall kann ich mir nicht vorstellen, dass es nicht deutlich mehr Unfälle gibt als in Ländern, in denen Verkehrsregeln wenigstens grob befolgt werden.

Was nicht heißen soll, dass es keinen Spaß machen würde, wie ein Schwein zu fahren. Langfristig ist das jedoch kein Erfolgsrezept und, wie eingangs erwähnt, extrem nervig und damit anstrengend.

2015-06-01_011_Florenz~01 2015-06-01_024_Florenz~01 2015-06-01_064_Florenz~01 2015-06-01_I_052_Florenz~01

 

 

Mugello

Mugello liegt ausgesprochen schön und, obwohl davor gewarnt wurde, waren An- und Abfahrt durchaus in Ordnung. Die Strecke selbst ist schön, soweit man das als Zuschauer sieht.

Das ist das erste Problem: man bekommt kein richtiges Gefühl für die Strecke, da man oft nicht nah genug an die Strecke kommt und sowieso nur von außen schauen kann, nie von innen.

Zweitens sind die Zuschauer nervig (wie immer: wahrscheinlich nur 10 %): die Kettensägenmänner, deren Lautstärke jedoch noch von den Leuten übertroffen wird, die einen nackten Motor ohne Auspuff mit Vollgas betreiben. Es ist schwer vorzustellen, wie laut das ist. Und auch, wie ausdauernd man das machen kann, wir reden hier von 5-10 Minuten! Mordgelüste machen sich breit.

Drittens ist auf dem Gelände für alle Fahren erlaubt, das heißt, dauernd kommt jemand angefahren, Italien-typisch sehr schnell und sehr eng. Über die Strecke schlendern ist da nicht, jedenfalls trägt es nicht zur Entspannung bei.

Viertens werden zu viele Zuschauer eingelassen und es gibt zu wenig Videoleinwände. Ergo war das das vom Zuschauen her uninteressanteste Rennen, das wir erlebt haben. Aber das Anstrengendste vom Platzsuchen her. Wer hierherwill: Tribünenplatz buchen und darauf achten, dass eine Videoleinwand da ist, mit dem Auto über Borgo anreisen.

Fünftens: die sanitären Anlagen – das Grauen. Vielleicht gibt es deswegen ja so wenig davon?

Fazit: Mugello muss nicht sein. Hat keinen großen Spaß gemacht.

2015-05-31_016_Mugello~01 2015-05-31_028_Mugello~01 2015-05-31_043_Fiesole~01 2015-05-31_047_Fiesole~01

 

 

 

Der Onkel

Ein Onkel ist heutzutage der Bruder des Vaters oder der Mutter bzw. der Ehemann der Schwester des Vaters oder der Mutter (wenn wir mal Nennonkel außer acht lassen). Früher war es wichtig, Onkel danach zu unterscheiden, ob sie Geschwister von Mutter oder Vater waren. Onkel mütterlicherseits waren Oheime, Onkel väterlicherseits Vettern. Dem lag zugrunde, dass sich Oheime im “Schadensfall” um die Kinder ihrer Schwester zu kümmern hatten, da sie nachweislich blutsverwandt waren, denn die Mutterschaft war sicher nachzuweisen, die Vaterschaft nicht.

Heutzutage ist auch die Vaterschaft nachzuweisen, daher verschwindet die Trennung Ohm/Vetter und wird zu Onkel (Vetter wird sogar zum Synonym für Cousin).

Diese Information hat nichts mit den Bildern zu tun.

2015-05-30_1 2015-05-30_2 2015-05-30_3 2015-05-30_4

Identifizierung von Tieren

Tiere sehen recht unterschiedlich aus. Nicht jede Tierart ist so leicht zu erkennen wie Katzen. Heute hatten wir die Wahl, ob wir einen Reiher oder Kranich im Flug beobachten konnten. Wer weiß? Kurz danach sahen wir eine grün-schwarze Eidechse. Erste Vermutung: Zauneidechse. Aber die wachsen hier unten hinter den Alpen nicht. Daher legten wir fest: es ist eine Mauereidechse, die auf der roten Liste der bedrohten Arten steht. Also noch ein gutes Werk getan, und die Eidechse nicht gegessen, sondern wieder aus dem Kochtopf entlassen. Wer hätte gedacht, dass Eidechsen schwimmen können. Erstaunliche Tierwelt!

2015-05-28_1 2015-05-28_2 2015-05-28_3 2015-05-28_4

Motorradfahren

Motorradfahren hat in Italien eine ganz andere Tradition. Trotzdem ist der Rummel um Valentino Rossi und Marco Simoncelli noch etwas ganz anderes. Das Dorf von Rossi steht voll in seinem Schatten, er hat dort sogar eine Pizzeria mit sehr schmackhafter Pizza. Das Dorf von Sic hat ein Denkmal für ihn. Beide landschaftlich schön gelegen, aber auf schwierigen Straßen zu erreichen.

2015-05-26_033_Cattolica~01 2015-05-26_039_Cattolica~01 2015-05-26_059_Cattolica~01 2015-05-26_I_080_Cattolica~01