Vichy

Vichy gibt doch mehr her, als ich dachte, ich kannte die Stadt bisher nur aus dem Vichy-Regime.

Zunächst gibt es Heilquellen (teils thermal) und damit viele Thermalbäder, die, wenn sie offen und für Besucher zugänglich sind, bestimmt toll sind. Vielleicht morgen (obwohl da Montag ist, da hat in Vichy vieles traditionell zu).

Dann Schokolade, die hier gern, viel und gut hergestellt wird. Mjam.

Und Pastillen, die aus dem Salz der Quellen hergestellt werden – gekauft aber noch nicht probiert.

Zu guter Letzt eine schwarze Madonna in der Notre Dame des Malades, von außen eine sehr häßliche Kirche, innen dann aber sehr schöner Art-Deco. Wirklich sehenswert, reich ausgeschmückt, schön verziert.

Regen macht die Stadt nicht schöner, auch Baustellen nicht. Da ist Verbesserungspotential.

Autobahnkirche Baden-Baden

Wenn man von Maulbronn nach Freiburg fährt, kommt man auf der A5 an der Autobahnraststätte Baden-Baden vorbei. Dort lohnt es sich, anzuhalten, wegen der Autobahnkirche.

Sie ist eine Pyramide, modern aber gefällig gestaltet mit vier Säulen, die an den von ihr wegführenden Wegen stehen. Am Ende des “Hauptwegs” und damit mitten auf dem Parkplatz befindet sich der Glockenturm mit zwei riesigen Glocken. Sieht alles hübsch aus, kann besichtigt werden, heute sogar mit Orgelspiel.

Erlangen

Bestimmt ist in Erlangen sonst viel los, so als Siemens- und Unistadt, aber zu Karfreitag ist tote Hose. Dafür lockt gutes Wetter Leute in den Park, der auch schön ist. Apropos schön: die Männer hier – alle schöne Haare. Hach.

Der beste Grieche hatte gute Pita, Eis gab es auch, nur die Kinos haben keine OVs. Dafür Vollmond (nicht fotografiert, weil aufwendig).

Fürst Pückler und Machbuba

Fürst Pückler und Machbuba – eine Geschichte.

Pückler reiste Mitte des neunzehnten Jahrhunderts nach Afrika. In Kairo kaufte er 1837 die 12jährige Machbuba als Sklavin. Sie reiste mit ihm weiter durch Afrika, Pückler machte sie zu seiner Geliebten. Er brachte sie am Ende der Reise mit nach Muskau, was ihm seine Lucie nicht verzieh und nach Berlin zog. Machbuba zog sich eine Lungenentzündung zu, Pückler reiste aber nach Berlin, um Lucie zu besänftigen. So starb Machbuba dann 1840 mit 15 in Muskau, ohne Pückler.

Pückler wurde 85.

Wahrscheinlich hieß Machbuba “Bilillee”, aber wen interessiert schon der Name einer Sklavin, wenn man sie “Geliebte” (Machbuba) nennen kann.

Tja.

Faux de Verzy

Als “Faux de Verzy” werden in Frankreich Knorpelbuchen bezeichnet, die in Deutschland “Süntelbuchen” genannt werden. Beide Bezeichnungen beziehen sich auf den Standort der Buchen, in Frankreich der Faux de Verzy, ein kleines Waldstück in der Nähe von Verzy (und auch Verzenay, wo die Mumm-Windmühle steht).

In Deutschland findet man die Buche im Süntel, Teil des Weserberglands. Dort waren bis 1843 mehrere tausend der Buchen vorhanden, dann wurde die Verkoppelung (Flurbereinigung) beschlossen, eine Neuordnung des Gebiets (nicht nur dort, ganz “Deutschlands”) und alle Buchen wurden gerodet bis auf unter hundert Stück, die nun gehegt und gepflegt werden müssen.

Die Buchen sind sehr klein, haben verknorpelte und gedrehte Stämme und das Blattwerk bildet ein Dach, das bis zum Boden reicht. Sie sehen romantisch aus, wenngleich die Faszination abnimmt, wenn man bei 10 Grad nicht ausreichend bekleidet durch den Wald stapfen muss.

Wegen des Aussehens haben die Buchen auch andere Namen bekommen, teils recht malerisch: Krause Buche, Krüppel-Buche, Schirm-Buche, Schlangen-Buche, Renk-Buche, Hexenholz oder Teufels-Buche.

Sonst kann die Empfehlung ausgesprochen werden, sonnabends eine Heimreise anzutreten, wenn es sich einrichten lässt. Haben wir bisher zweimal gute Erfahrungen mit gemacht.

Reims

Reims hat die beste Kathedrale der Welt. Groß, schön, tolle Fenster, insbesondere die hinteren blauen von Chagall und Knoebel sind gut. Außerdem hatte die Kathedrale ein Mosaik, das im 18. Jahrhundert zerstört wurde, dieses Mosaik ist zum Zeichen für historische Monumente in Frankreich geworden.

Apropos Zerstörung, im ersten Weltkrieg haben wir es geschafft, die Kathedrale gründlich kaputtzumachen bzw. zu beschädigen. Gleiches gilt auch für die Häuser rundrum. Nach dem Krieg wurde die Kathedrale wieder aufgebaut und überstand erstaunlicherweise den zweiten Weltkrieg recht gut. Die Figuren und Figurengruppen sind daher nur teilweise noch Original, größtenteils wurden sie bei der Restaurierung bzw. dem Wiederaufbau ersetzt.

Da wir die Kathedrale auch nächstes Jahr wieder besuchen wollen, wäre es schön, wenn die Nazis nicht wieder die Herrschaft übernehmen, sich abschotten und Krieg anfangen. Wäre mal was Neues.

Damit neigt sich ein kurzer, sonnen- und erlebnisreicher Urlaub dem Ende zu, morgen wird auf der Fahrt hoffentlich nicht viel passieren, falls doch, wird das erst Sonntag vermerkt werden, wird spät morgen.

Danke fürs Zuhören.

Dijon

Dijon, Du alte Senfstadt…

Dijon hat eine sehr angenehme Innenstadt mit entspannter Atmosphäre. Dazu Senfläden an jeder Ecke, Kirchen, umgebaute Kirchen und einen riesigen, sonnigen Hauptplatz.

Senf wird aus den Samenkörnern des Senfs hergestellt, die berühmtesten Senfkonsumenten sind die Senfindianer von Karl May. Wie nicht anders zu erwarten, wurde Senf zuerst in China genutzt und gelangte über Mittelasien ins Römische Reich und von da nach Altenburg (gekürzte Darstellung). Senf diente in Europa neben Meerrettich als einzige scharfe Würze von Speisen, dies blieb bis zur Entdeckung des Pfeffers so. Äußerlich angewendet ist schwarzer Senf durchblutungsfördernd, schmerzstillend und entzündungshemmend.

Zum Dijon-Senf, einem speziellen Rezept für Senf: Dijon-Senf ist insbesondere nicht entölt und damit gut zum Kochen geeignet. Außerdem ist er angenehm scharf und schmeckt gut. Die Bezeichnung “Dijon-Senf” ist nicht geschützt, jeder kann solchen Senf anbieten, wenn er dem Rezept entspricht. Seit 2009 wird in Dijon kein Senf mehr hergestellt. Tja…

“Krokodil” kommt aus dem Griechischen und bedeutet “Steinwurm”.

Vienne

Auch Vienne ist eine römisch geprägte Stadt, aber, direkt formuliert: die räudige Variante von Arles oder Nimes.

Wo dort alles hell und gepflegt ist, ist es hier dunkel, abgeranzt und riecht.

Dafür ist es erheblich teurer, der Nähe zu Lyon geschuldet. Trotzdem haben wir uns alles angeguckt, was es gibt, bis auf die Kirche, die nur Punkt 16:30 zu besichtigen war und den größten Teil des Theaters, das gerade renoviert wird (trotzdem wird natürlich Eintritt verlangt). Dafür haben wir den lokalen Kebab-Laden ausprobiert, weil kein anderes Restaurant offen hatte, nur Bars. Und viele Autos haben wir gesehen, die überall in der Stadt fuhren und parkten. Wirklich überall. Vor allem vor den Sehenswürdigkeiten, die man gerne mal in Ruhe angesehen oder gar autofrei fotografiert hätte.

Der Tempel ist ok, den darf man aber nur von außen ansehen und die Kathedrale ist beeindruckend. Schade, dass im Lauf der französischen Revolution die meisten Figuren kaputt gingen, die hätten wir gerne noch gesehen.

Vienne – ich glaube, wir werden Dich nicht noch einmal wiedersehen, leider.