Sprache: Kostenfrei

Für mich einer der Kandidaten auf Unwort des bisherigen Jahrzehnts: kostenfrei. Das hat irgendein Marketingfuzzi erfunden, weil wahrscheinlich “kostenlos” zu abgedroschen klang und “gratis” eventuell nicht mehr verstanden wird.

Also “kostenfrei”. Was für ein blödes Wort. Das klingt nicht schön, es klingt klinisch, erfunden, nach Operationssaal der deutschen Sprache.

Also noch einmal: es heißt “kostenlos”! An diesem Wort gibt es nichts auszusetzen.

Sprache: 19 Jahre jung

Erst heute wieder gehört: “Er ist 19 Jahre jung”. Da rollen sich mir die Fußnägel auf. Er ist “19 Jahre alt”. So heißt das auf deutsch. Das ist nicht negativ oder wertend, sondern es ist gutes Deutsch.

Ich glaube, Dieter-Thomas Heck hat diese miese Redewendung in Gebrauch gebracht, in dem Versuch, einschleimend freundlich originell zu sein. Das war vor mehr als zwanzig Jahren. Jetzt ist das nur noch blöd.

Lesen Sie in den folgenden Wochen: “Neudeutsch”, “Ausnahmen bestätigen die Regel” oder “Zweiter Sieger”

Vorbereitungen auf Präsentationen

Man kann nicht paranoid genug sein, um sich richtig auf Präsentationen vorzubereiten. Tips von einer Profi-Präsentiererin. Sehr gute dabei über Vorbereitung, Material, Computer etc.

Durchaus lesenswert, ich habe viele auch für mich neue Tips lesen können (immer Ersatzsachen dabei haben). Auch Selbstverständliches, das man vergisst (Konverter für das Ausland).

(Gefunden bei Guy Kawasaki)

Rotsünder

Ich hatte letztens eine angeregte Diskussion mit meinem Mitarbeitern, bei der ich die These vertrat, dass es nicht mal absolut mehr Rotsünder unter Radfahrern gibt als unter Autofahrern. Ich stehe immer noch dazu, vor allem, wenn ich selbst zähle.

Gestern wurde die Ampel rot, der LKW bremste. Dann überlegte er es sich und fuhr doch noch drüber (ca. 2 Sekunden). Soweit, so bekannt. Aber das hinter dem LKW fahrende Auto fuhr auch noch mit. Gemächlich. Als die querende Fußgängerampel schon 2 Sekunden Grün hatte. Und das sind keine Einzelfälle auf meinem Arbeitsweg.

Ganz was anderes: angesichts meiner heutigen Fahrgeschwindigkeit stellte ich mir die Frage: “Wann wird Entschleunigung eigentlich zur Lahmarschigkeit?” Und wer hat das schreckliche Wort “Entschleunigung” erfunden?

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Schlangennazis

Heute geht es um den Begriff des Schlangennazis. Das ist

1. die Person, die hinter einem an der Supermarktschlange steht und keinen Abstand hält, mit der Ware in der Hand wartet, dass man endlich seine Waren auf das Band gelegt hat und dann, wenn man fertig ist, die eigenen Waren zusammenschiebt, um ihre drauflegen zu können. Das Ganze natürlich unabhängig von der Menge der einzukaufenden Güter. Gerne wird auf mit dem Einkaufswagen in die Beine gefahren. Beispiele kann man in jedem Supermarkt finden (je schneller kassiert wird, desto penetranter).

2. ein Autofahrer, der absichtlich auf der Rechtsabbiegerspur/Busspur an einer Ampel nach vorne fährt, um die auf der richtigen Spur befindliche Schlange zu überholen. Beispiele sind zur Zeit am Alexanderplatz oder immer am Strausberger Platz (beides Berlin) zu beobachten.

Beide Arten der Schlangennazis sind unangenehme Zeitgenossen, beide haben gemein, dass sie, wenn man sie auf ihr Verhalten anspricht, zunächst ihr Verhalten mit “das stört doch keinen” begründen und dann unwirsch werden, besteht man auf dem beobachteten Fehlverhalten.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)