Warum ich die Piraten gewählt habe

Wegen solcher Artikel: “Von Lobbyisten, Geschenken und Lustreisen“.

Dort wird geschildert, wie sich die Piratenfraktion Berlin zum Thema Transparenz bzgl. Lobbying schlaumacht, das heißt mit Transparency International und Lobby Control zusammensetzt und über Transparenz allgemein und im Besonderen in Berlin diskutiert. Dabei ist das Thema spannend und nicht so eindeutig, wie ich bisher dachte. Trotzdem gibt es interessante Ansätze, wie man die Transparenz in Berlin verbessern könnte.

Das Ganze ist gut zusammengefasst, verständlich, aber nicht für Idioten (z.B. mit Metaphern) geschrieben.

Sehr lesenswert.

Pirat bei Lanz

Schaut Euch mal diesen Auftritt des Piraten “Faxe” bei Markus Lanz gestern an:

Hans-Ulrich Jörges (Journalist) gibt sich ja noch Mühe und analysiert die Wahl ganz treffend (zumindestens am Anfang), gegen Ende des Ausschnitts wird er etwas vorsichtiger. Leider lässt er die Rolle der Medien während einer Wahl ganz aus seiner Analyse heraus.

Aber Markus Lanz kann ja gar nichts damit anfangen, dass jemand nicht seinem Klischeedenken entspricht. Da kommt doch jemand in Arbeitskleidung! Und will in dieser Arbeitskleidung ins Abgeordnetenhaus! Und kann ganze Sätze sprechen und ist gebildet!

Das geht ja gar nicht.

Diese Überheblichkeit kotzt mich an.

Arrrrgh, Pirates in the Parliament

Gestern wurden die Piraten in das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt, heute ist der internationale Talk Like a Pirate Day. Kann ja wohl kein Zufall sein.

Für “Journalisten” ist das natürlich eine Spaßpartei, alles Protestwähler, eine Ohrfeige für die linken Parteien, eine Partei, die nur die Legalisierung von Haschisch fordert (das bitte mit besonders höhnischem, herablassendem Lächeln aussprechen). Aber sich dann wundern, wenn keiner mehr den “Journalismus” ernst nimmt.

In diesem Sinne

Enter the parliament, you scallywags, put on your spaniard stomper and swap the politics deck, arrrgh.

Wie wäre es mit der aXBench-Seite auf Piratisch?

Gut formuliert

Steffen Uebele (noch SPD) hat sehr schön formuliert:

In den letzten Jahren beobachte ich einen Wandel in der Politik. Die Entstehung des Grundgesetzes beruhte auf mehreren Prinzipien, die die Idee des mündigen Bürgers, der Selbstregierung des Volkes durch das Volk sowie den Schutz des einzelnen Menschen vor dem Staat beinhalteten. Damals ging man davon aus, dass die Mehrheit der Bürger durchaus selbst wissen kann, was gut für sie ist, und nicht jede Straftat begeht, nur weil sie eine Möglichkeit hat. Daraus folgte, dass eine demokratisch gewählte Regierung die beste Staatsform ist, die die Interessen der Bürger vertritt und von ihr durch Wahlen kontrolliert werden kann. Der Staat sollte sich aus den privaten Belangen der Menschen heraushalten, sich auf die Regierung beschränken und dem Bürger gegenüber Rechenschaft tragen müssen.

Heute stellt sich die Situation anders dar: Es scheint die Meinung der Regierung zu sein, der Bürger müsse erzogen, kontrolliert, überwacht und zu seinem eigenen Besten durch Verbote von schädlichen Einflüssen ferngehalten werden. So wenig Vertrauen wird den Menschen noch entgegengebracht.

Ich dagegen glaube noch an die Idee, dass ich durchaus fähig bin, meine eigene Meinung zu entwickeln und auch ohne Verbote eine Moral haben kann, die mich daran hindert, zum rechtsextremen Gewalttäter oder Amokläufer zu werden. Ich glaube noch immer an einen Menschen, der im Alltag nicht jedes Verbrechen begeht, zu dem er die Möglichkeit hat. Und wenn man im „echten Leben“ nicht jede Perversion und jedes Verbrechen genießt, warum sollte man es dann im Internet tun? Was mich im Alltag anekelt, dass will ich auch im Internet nicht sehen – dafür brauche ich keine Internet-Zensur, sondern nur meinen eigenen Verstand.

Dazu noch mehr sehr schlaue Dinge in seinem Aufruf, die Piratenpartei zu wählen.

Herr Güldner (Grüne) hält mich für dumm und ignorant

He he, schon lange nicht mehr so eine dumme Polemik gelesen, wie sie Matthias Güldner, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bremischen Bürgerschaft in der Welt Online von sich gegeben hat (auch auf seiner Webseite unter dem Titel “Tor des Monats“, wahrscheinlich nicht mehr lange).

Schon grundsätzlich habe ich Probleme, wenn ein Grüner in der Welt(!) einen Kommentar schreibt. Aber dann sowas:

Regeln gelten überall, auch im weltweiten Netz. Die ignorante Argumentation gegen Internetsperren kommt von Menschen, die es sich in virtuellen Räumen bequem gemacht haben und übersieht die Opfer in der realen Welt.

Na, das kann heiter werden. Weiter:

Es geht vielmehr knall hart um Definitionsmacht in Zeiten der Virtualisierung der Welt. Ihre Anhänger kämpfen mit hoch effektiven Mitteln für die Rechtsfreiheit ihres Raumes.

“Zeiten der Virtualisierung der Welt”. Aha. Und die Anhänger kämpfen für Rechtsfreiheit. Und wie?

Wer sich in ihre Scheinwelt einmischen will, wird mit Massenpetitionen per Mausklick weggebissen.

Soso, Massenpetitionen also. Das heißt, Petitionen sind schlecht. Interessantes Demokratieverständnis seitens der Grünen.

Wer Ego-Shooter für Unterhaltung, […] hält, scheint davon auszugehen, dass Gewalt keine Opfer in der Realwelt fordert.

Ja, so bin ich. Doof bis zum Erbrechen. Ich halte nämlich Ego-Shooter für Unterhaltung.

Anders kann die ignorante Argumentation gegen die Internetsperren gar nicht erklärt werden.

Nö, anders geht das nicht.
Danach das übliche bla, Sperren sind gut, überall positive Erfahrungen, Umfragen sind dafür. Da hat jemand den Bezug zur Realität verloren. Wer das ist, muss jeder selbst entscheiden.

(Quelle: Welt Online, via Tauss‘ Twitter)

PiPa-Spot

Ein Spot für die Piratenpartei auf Vimeo.

Irgendwann werde ich auch noch rausfinden, wie ich Videos direkt einbinde. Aber erst nach einem Update.

Und in Zukunft wird hier wohl mehr über die Piratenpartei stehen, haben am Sonnabend den Berliner Parteivorsitzenden kennengelernt, habe ein PiPa-T-Shirt und bin von der Partei angetan. Noch kein Mitglied, kann aber noch werden.