Kritik: Die Hard 4.0

Live Free or Die Hard ist einfach ein guter Film.

Ich hatte so meine Bedenken, denn Bruce Willis ist alt, der zweite Teil war mies, der dritte gefiel mir ausnehmend gut. Der Trailer ließ auch nichts Gutes vermuten, meine Erwartungen waren also im Keller.

Was dann kam, war überwältigend. Ein gut aufgebauter, gut gespielter Film, bei dem die Handlungslöcher zwar groß sind, was aber nicht stört, weil die Leute sympatisch sind und Bruce Willis mitspielt. Ich hoffe, die dt. Synchro versaut den Film nicht, laut Kalkofe soll sie aber gelungen sein. Lediglich die neue Hollywood-Moral bringt uns um den Die-Hard-typischen Spruch, verstehe einer die Amis.

Klare Sehempfehlung.

Kritik: Shrek 3

Shrek The Third ist nicht ganz so lustig wie seine Vorgänger aber immer noch extrem unterhaltsam.

Die Latte ist durch die Vorgänger natürlich sehr hoch gelegt, so dass man da schon ins Straucheln kommen kann. Die erste halbe Stunde habe ich Tränen gelacht (der Frosch!), danach wurde es etwas gemächlich und sogar besinnlich. Das war dann auch der nicht so spannende Teil, wenngleich in bewährter Manier die zeigefinger-Stellen kurz darauf wieder aufgelöst wurden.

Insgesamt eine Empfehlung für den Film, wenngleich die Reihe damit ein Ende finden kann.

Kritik: Hot Fuzz

Hot Fuzz – ein Film über Mord und Totschlag in einem englischen Dorf.

Nachdem ich “Shaun of the dead” immer noch nicht gesehen habe, wollte ich wenigstens “Hot Fuzz” sehen, um mir einen Eindruck über die Macher holen zu können. Jetzt suche ich nach “Shaun of the dead”!

Hot Fuzz ist einfach ein guter Film. Von Anfang bis Ende faszinierend, gut gespielt, viele bekannte Schauspieler, die dem Film eine besondere Note verleihen. Keine übertriebene Pietät (um es vorsichtig auszudrücken) stört den Tod bei seiner Arbeit.

Insgesamt sehr lustig, wenngleich manchmal etwas hart. Aber wen stört das schon.

Chauvinismus in der ARD

Die Sportredaktion in der ARD sollte sich schon Gedanken machen, wer als Kommentator und Bildregisseur für das Damen-Pokalendspiel gewählt wird. Ich kann gerne auf Kommentare wie

Da hat sie sich für das Pokalendspiel schön gemacht.

verzichten. Ich kann auch auf die Geringschätzung der Bildregie verzichten, die mitten im Spiel zeigt, wie der Präsident von Nürnberg seine Fans begrüßt.

Dortmund

heute war ich in Dortmund und habe mich dort von Hauptbahnhof zum Technologiezentrum und zurück bewegt.

Vielleicht liegt es an der eingeschränkten Welt, die ich zu sehen bekam, aber Dortmund ist bisher die häßlichste Stadt, die ich gesehen habe. Und ich war in Braunschweig und Wolfsburg.

Die Häuser kaputt, angeranzt, die Geschäfte geschlossen oder Sexshops.

Aber der Signal-Iduna-Park sieht gut aus. Von der Autobahn.

Kritik: Ali G Indahouse

Ein nicht ganz frischer Film, den wir uns auf DVD angeschaut haben. Humor, wie man ihn von Sacha Baron Cohen kennt: nicht niveauvoll aber herzlich.

Wir haben uns köstlich amüsiert, man sollte jedoch Fäkalhumor in Reinkultur mögen, erstaunlicherweise waren die Witze wirklich übel aber lustig. Nicht jeder Gag zündet, aber über die gesamte Laufzeit des Films haben wir uns nicht gelangweilt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Film in einer anderen Sprache als Englisch irgendwie lustig ist. Das kann man einfach nicht übersetzen. Damit ergibt sich das zweite Problem: ich habe nicht alles verstanden. Slangausdrücke noch und nöcher, die DVD konnte wenigstens einige davon klären.

Insgesamt: Sehempfehlung.

Kritik: Full Metal Village – Ein Heimatfilm

Ein Film über das Dorf Wacken, das alljährlich mit einem riesigen Metalfestival konfrontiert wird. Gezeigt wird das Leben und die Gednaken der Dorfbewohner, weniger über das Festival, mehr über das Leben an sich.

Sehr interessant gedreht, obwohl kaum Metal vorkommt, das Konzert selbst nimmt vielleicht 20 Minuten Zeit in Anspruch, der Rest ist Dorfleben und Lebensweisheiten.

Trotzdem langweilt man sich nicht, die Regisseurin hat ein sehr gutes Gespür für Situationen und Komik, aber auch für ernste Momente, ohne in Pathos oder Kitsch abzugleiten.

Wer den Film sehen kann, sollte dies tun.

Nachtrag: Wir waren natürlich im Klischeekino. Erst mal war es unglaublich voll. Das hat man davon, wenn man 20 Uhr geht. Dann fand ich 6 Euro für den Kinotag nicht gerade billig. Rechts vor uns saßen Leute, die den alten Gag brachten, nach der Werbung “Film vorbei, wir können nach Hause gehen” zu sagen. Hinter uns waren drei Idioten, die ungelogen keine 10 Sekungen ruhig sein konnten. Wenn ihnen nichts einfiel, haben Sie die Geräusche des Films nachgemacht oder Texte auf der Leinwand vorgelesen. Nicht noch einmal!

Drohungen gegen Bundespräsident

Der Bundespräsident von Deutschland wurde in den letzten Tagen von Mitgliedern der CSU, allen voran Generalsekretär Söder massiv bedroht. Sofern er sich für die Begnadigung von Christian Klar entscheidet, würde er nicht wiedergewählt, so der Sinn der Aussagen von Herrn Söder.

Und als sei das nicht genug, schaltete sich gestern auch noch Herr Stoiber ein, der sagte (Tagesschau):

Generalsekretäre drücken sich nun mal zugespitzt aus[…] Man sollte das etwas gelassener sehen.

Das ist ein starkes Stück. Nicht nur, dass der Bundespräsident in eine Lage gebracht wird, aus der er, bzw. sein Amt nur beschädigt hervorgehen kann, egal, wofür er sich entscheidet, nein Herr Stoiber hat noch die Chuzpe, das als normalen politischen Akt darzustellen, als normalen Umgangston, weil Generalsekretäre nun mal gerne zuspitzen.

Nur mal nebenbei: eine solche Drohung ist mit gutem Recht strafbar. (siehe RA Melchior).

Das ist in einer langen Reihe von Enttäuschungen, Dreistigkeiten und Lügen von Politikern mal wieder ein unrühmlicher Höhepunkt. Aber ich nehme an, mit einer halbgaren Entschuldigung, wie bei Herrn Öttinger ist die Sache “politisch” abgetan.

Kurzer Exkurs zur Sache Klar: Hauptargument der Gegner einer Gnadengewährung war die mangelnde Reue Klars.

  1. Zunächst einmal sieht das Gesetz keine Reue als Voraussetzung für Gnade an. (Mitteilung des Bundestags (PDF))
  2. Ist das deutsche Rechtssystem keine Gesinnungsjustiz, diese steht also nicht zur Debatte (bis auf wenige Ausnahmen, zu denen Klar nicht gehört). (Grundgesetz Artikel 3: “Niemand darf wegen […]seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.)
  3. Ist Gnade eine “wohlwollende ungeschuldete Zuwendung” (Wikipedia). Betonung auf ungeschuldet.
  4. Ist gerade im christlichen Wertesystem, dass ein CSU-Generalsekretär ja kennen sollte, die Gnade ebenfalls allumfassend und ohne Bedingungen.

Noch ein paar Aussagen von Markus Söder (von seiner Homepage):

Wer auf Dauer bei uns leben will, muss unsere Werte akzeptieren.

Und in Deutschland gilt das Grundgesetz. Daran haben sich alle zu halten. Die Trennung von Staat und Religion ist ein fundamentales Prinzip.

Das ZDF sollte die Pläne für ein islamisches „Wort zum Freitag“ in der Schublade verschwinden lassen. Ein öffentlich-rechtliches Fernsehprogramm darf nicht zum Moscheen-Sender werden. Dafür sind die Fernsehgebühren nicht gedacht. […] Konkret heißt das: Deutschland ist ein christlich geprägtes Land. Auf christlichen Werten baut unsere Gesellschaft auf, sie sind im Grundgesetz verankert.

Der Trend ist alarmierend: SPD-Chef Beck billigt als Ministerpräsident, dass Kreuze in Gerichtssälen abgehängt werden, die Grünen fordern gar eine Abschaffung des Blasphemie-Verbotes.

Sehe nur ich hier eine zutiefst gespaltene Persönlichkeit, oder besser: jemanden, der sich seine Weltsicht so zurechtrückt, wie er sie gerade braucht? Einen Politiker, wie es sie zur Zeit (oder schon immer?) zuhauf gibt? Jemanden ohne Rückgrat, einen wendigen Menschen, der sein Fähnchen nach dem Wind hängt?

Ein Bonmot noch zum Schluß:

Die Experten sind sich nicht einig, ob es einen Zusammenhang zwischen Killerspielen, Gewaltvideos und den Amokläufen von Jugendlichen gibt. Ausschließen können sie ihn aber nicht. Das ist aus meiner Sicht Grund genug, massiv dagegen vorzugehen.

Kein begründbarer Zusammenhang ist also grund genug, gegen etwas vorzugehen. Wann gibt es Alkoholverbot in Bayern? Da ist wenigstens ein Zusammenhang zu negativen Erscheinungen nachgewiesen?

Hertha – Werder Bremen

Heute waren wir bei der Hertha, um uns gepflegten Fußball anzusehen, die Partie versprach zumindestens keine Langeweile, wenn Hertha mal wieder schlecht wäre, würde das Bremen sicher rausreißen. Andererseits hat Bremen gerade den Rausschmiss im UEFA-Cup hinter sich, vielleicht waren sie ja angeknackst.

Zum Stadion zu kommen, ist mit dem Motorrad nicht schwer, vorausgesetzt, man kann durch enge Lücken navigieren. Mit dem Auto kann man die Anfahrt gar nicht empfehlen, dann lieber mit der Bahn.

Wir fuhren rechtzeitig los, um die Stadionatmosphäre zu genießen und waren kurz nach vier am Stadion, nur noch schnell die bestellten Karten abholen und rein ins Vergnügen. Wir hatten nicht mit der Tickethinterlegungsschlange gerechnet. Wir mussten geschlagene 20 Minuten warten, um unsere Tickets abzuholen, für diese Meisterleistung mussten wir 2 Euro pro Ticket extra bezahlen. Alle diejenigen, die kamen, als wir unsere Tickets hatten, sind garantiert zu spät zum Spiel gekommen, obwohl sie eine halbe Stunde vorher da waren. Das ist einfach dilettantisch.

Mit Tickets durch die Abtaster und von unserem Zeitpolster waren gerade mal 10 Minuten übriggeblieben, um einmal ums Stadion zu gehen und unseren Platz über dem Bremer Fanblock einzunehmen. Andere Karten gab es nicht mehr, aber es war ganz i.O. Wir waren nicht die einzigen, die vier mal sitzen blieben und einmal jubelten.

Mit dem Aufrufen der Spieler kamen auch wir, los ging’s. Das Spiel der Hertha war noch viel schlechter als befürchtet. Da ging gar nichts, Pässe kamen nicht an, jeder Bremer war schneller, die Bremer konnten sich den Ball stundenlang im Hertha-Strafraum zuspielen, ohne dass jemand eingriff. Es kam, wie es kommen musste: Bremen ging 1:0 in Führung. Einfach so, ohne große Raffinesse, einfach mit solidem, guten Fußball.

Der nächste Höhepunkt kam von Simunic, ohne Not trat er am eigenen Strafraum seinem Gegenspieler Schulz ins Gesicht, ohne dass der sich bücken musste. Im Gegenteil, Simunic musste dafür sogar noch hochspringen. Die fällige rote Karte nahm er eher staunend zur Kenntnis, er wollte den Platz kaum verlassen. Seine Mitspieler mussten ihn schon fast nötigen, zu gehen. Nach einer Behandlungspause wurde Schulz dann vom Platz getragen und ausgewechselt. Dabei fiel mir auf, dass Fußballfans wohl sehr asoziale Menschen sein müssen, denn das halbe Stadion pfiff Schulz aus. Es ist mir unverständlich. Statt sich für seinen eigenen Spieler zu schämen, einen verletzten Spieler auszupfeifen, ist das Letzte.

So lief das Spiel dahin, Bremen schoss noch ein paar Tore, Hertha wurde erst mit der Einwechselung von Pantelic mit einem Schlag gefährlich. Da wurden die Räume der Bremer eng, teilweise spielte nur noch Hertha und die Bremer waren am eigenen Strafraum eingeengt. Leider hielt das nur 15 Minuten an, ab der 75. Minute wurde es nur noch schlecht. Bremen brauchte nicht mehr, machte trotzdem, Hertha konnte nicht und machte nicht. Mies. Klose ist zur Zeit wirklich schlecht drauf, trotzdem noch besser als viele andere Spieler.

Fazit: es ist mir unverständlich, wie in einer 3-Millionen-Stadt nicht genug Fußballer zur Verfügung stehen können, um das, was auf dem Rasen war, zu ersetzen. Das war gar nichts. Das Olympiastadion ist ausverkauft und Bremen spielt wie eine Heimmannschaft. Da stimmt hinten und vorne nix, der Trainerwechsel hat ebenfalls nichts gebracht, das ganze Konzept und die langfristige Planung ist daneben. Ich halte viel von der Idee, Hoeness sollte aufhören und ein anderer die Geschicke des Vereins übernehmen. Vor allem halte ich viel von der Idee, das Management monetär und fußballerisch zu trennen, was wäre daran so schlimm?

Insgesamt tat mir der Eintrittspreis nicht weh, da Bremen ein gutes Spiel abgeliefert hat. Hertha sollte absteigen oder dringend sehr viel verändern.

Gerade habe ich noch die DSF-Zusammenfassung gesehen. Was ich nicht verstehe:

  • wie man ein Spiel so schlecht zusammenfassen kann, dass man als Zuschauer nachher außer den Toren nichts vom Spiel weiß
  • wie man sich als Journalist eine Geschichte zusammenschreibt und die dann auf Biegen und Brechen ins das Spiel liest
  • wie man Fußball zeigen will und nur Platitüden zusammenträgt und als Vor- und Nachberichterstattung verkauft, dafür aber nur ganz wenig Fußball zeigt
  • wie man das Foul von Simunic als nicht absichtlich und an sich fast nicht so schlimm einschätzen kann
  • wieso Hertha Simunic nicht einfach rausschmeißt. So einen brauchen wir nicht.