Motörhead, Danko Jones, Rose Tattoo, Chip Hanna in der Zitadelle

In der Überschrift ist eigentlich schon alles gesagt…

Am Freitag (4.7.) war das Konzert, der erste Tag der sehr heißen Woche, an dem es eine Abkühlung mit Regen gab. Toll. Trotzdem sind wir wegen der zu erwartenden Parkplatzprobleme mit dem Motorrad gefahren, heute war der Helm auch wieder trocken. Außerdem haben wir uns weiter verfahren, als im gesamten Urlaub davor.

Daher kamen wir etwas verspätet, die erste Band, Chip Hanna and the Berlin Three waren schon vorbei. Das hatte uns zunächst geärgert, nachdem wir Hörproben im Netz angehört haben, ist es nun doch nicht mehr so schlimm.

Wir kamen, als Rose Tattoo spielte, übrigens die einzige Band mit ordentlichen Merchandise-Artikeln, ob des Wetters hätten wir Tücher und Kappen gekauft, gab aber nix. Rose Tattoo spielten Old-School-Rock, der Sänger hatte eine klasse Stimme, der Bassist sah cool aus, der Regen verstärkte sich. Sie gaben sich Mühe, waren ok. Der Sänger hat übrigens bei Mad Max 3 den Handlanger von Tina Turner gespielt, ich vermute mal, der kleine Glatzköpfige mit dem coolen Zopf. Leider klatschte er ganz komisch mit den Händen zum Takt. Und die Lied-Überbrückungs-Sprüche waren auch nicht die besten: “United we stand, divided we fall” und ähnliches.

Danach gab’s Umbaupause, für uns unter einem Baum, dann ging es mit Danko Jones weiter, einer kanadischen Band, das hätte uns schon auffallen müssen, weil der Mund des Sängers so komisch auf- und zuklappte. Whatever, die Musik war ok, laut, schnell, ohne Schnörkel. Die Gitarre fand ich etwas unterrepräsentiert bzw. nicht sehr virtuos gespielt, war aber nicht so schlimm, denn Danko Jones hatte Humor. Und ein cooles Gröhlen. Er erklärte uns beispielsweise, dass es regnen würde, weil die Sonne sich versteckt, wenn Motörhead spielt. Hatten wir uns auch schon gedacht.

Danko Jones hatte gut Stimmung gemacht, der Regen verstärkte sich trotzdem, daher suchten wir in der Umbaupause Zuflucht unter einem Torbogen und trockneten etwas ab. Die Ordner waren zwar uncool, aber dafür die beiden Mädels neben uns um so cooler. Und ganz weiß im Gesicht. Jeder Anflug von Gesichtsröte wurde durch neues Makeup vernichtet.

Eine gute halbe Stunde später hatten wir unsere Plätze unter den Boxen eingenommen, der Regen wurde langsam weniger, eine kleine alte Frau im Zwergenkostüm mit Lackschuhen und Sonnenbräune stellte sich vor uns und schüttelte furchtbar gefährlich mit ihrer Goldkettenhand. Lemmy erklärte uns, dass eine DVD aufgenommen würde. Und: “Sorry for the rain.”

“We are Motörhead. And we play Rock’n’Roll.”

Und dann ging es los, natürlich mit “Dr. Rock”. Danach, Überraschung, neue Lieder. Mal eine willkommene Abwechslung. Gewohnt gut, überraschend kurz, so ist das Fazit des Abends. Denn nach weniger als anderthalb Stunden war das Konzert schon zu Ende. Angesichts des Regens hätten die drei schon was drauflegen können. Dafür durften wir die Kinder von Mikkey Dee betrachten, sehen um die Haare aus wie er. Die Zwergin hatte uns kurz vorher verlassen, als ein klein wenig Moshen zu uns schwappte.

Insgesamt war der Abend ok, viele Bands, viel Regen, wenig Motörhead. Der Sound war erstaunlich gut und genügend laut, denn Phil Campbell hatte während des Konzerts noch einmal eine Erhöhung des Schallpegels erreicht. Motörhead müssen nicht Posen, das zeigt sich, wenn, wie bei “Killed by Death”, Gastmusiker singen, die nicht an sich halten können vor Zappeln. Aber immerhin sind Motörhead auch schon 153 Jahre alt.

Der Rückweg war schnell und leidlich trocken.

Nachtrag 8.7.: ich vergaß, zu erwähnen, dass einer der Leute, die sich von der Menge nach vorne tragen lassen und dann an der Bühne vorbei wieder den Zuschauern zugeführt werden; dass einer dieser Leute vor Freude über seinen Stunt an der Bühne vorbeirannte, dabei auf das Publikum schaute und mit dem Gesicht an einem Bühnenpfeiler bremste. Was haben wir gelacht.

Kritik: O Reino Proibido

Das verbotene Königreich (The Forbidden Kingdom), so wird der neue Jackie-Chan/Jet-Li-Film wohl heißen, wenn/falls er in D veröffentlicht wird. Wir konnten eine der letzten Vorstellungen in Portugal besuchen, hier läuft der Film seit Mitte Mai.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Gut gegen Böse in exotischem Ambiente. Es gibt einen unscheinbaren aber nicht ganz unsympathischen Hauptheld zu sehen. Jackie Chan darf Drunken-Stil vorführen und diverse andere Stile. Jet Li sieht alt aus, darf aber auch einiges zeigen, beide kämpfen gegeneinander – eindeutig der Höhepunkt des Films. Eine schöne Asiatin (die wohl Amerikanerin ist) fehlt auch nicht, alles züchtig, humorvoll, leicht und schnell erzählt. Selbst alte Bekannte des Kung-Fu-Films, die lustige Lernphase des Schülers (Junge, Du willst doch noch Kinder kriegen!) wurde integriert.

Es gab drei Mankos am Film: zum einen war die Leinwand nicht gerade, der Film daher teilweise unscharf, zum anderen können weder Jackie Chan noch Jet Li gut Englisch sprechen, Jet Li ist völlig unverständlich. Drittens setzt der Film sehr plakativ auf Gewalt als Problemlösung (ok, das von mir klingt seltsam, ich bin gerade von Koontz’ Odd-Geschichten etwas sensibilisiert).

Fazit: leichte Kost, ordentlich gemacht.

Kritik: O Incrível Hulk

Der unglaubliche Hulk ist schon wieder verfilmt worden, dieses Mal mit Edward Norton als Bruce Banner. Zum Glück werden Filme in Portugal nicht synchronisiert, sondern mit Untertiteln versehen. Das hat zwei Vorteile: die Bevölkerung lernt schneller Englisch und Urlauber können bei schlechtem Wetter das Kino aufsuchen.

Werbung kam wenig, Trailer (Speed Racer scheint schlimm zu werden, der Film mit Angline Jolie wird wohl ein Jungenfilm) ein paar. Mittendrin eine Pause. Kino klimatisiert, aber wir hatten lange Hosen und Pullover mit. Hätte schlimmer werden können.

Viel haben wir uns vom Film nicht erwartet, der Trailer sah schon wieder nach viel Computer und wenig Schauspiel aus, das haben wir auch bekommen.

Die Erschaffung des Hulk ist eher Nebensache, der Film konzentriert sich darauf, wie Banner mit seiner ungebetenen Gabe fertig wird. Außerdem gibt es ja noch Liv Tyler, die von der Ehe mit falschen (aber aufrichtigen, verständnisvollen) Fremden erlöst werden muss. Viel Arbeit für Edward Norton, die er gewohnt gut erledigt. In den Szenen mit echten Schauspielern ist der Film gut, witzig, angenehm zu sehen.

Leider muss ja dann der Hulk auftauchen und, wenngleich Lou Ferrigno ein Cameo hat, sowie den Hulk sprechen darf, ist das Computermonster wie erwartet schlecht. Lässt das erste Auftreten noch hoffen, da dunkel gehalten, ist spätestens beim zweiten Mal Schluss. Da wird Action mit dem Füllhorn inszeniert, eine Szene dümmer und langweiliger als die andere, dann gibt es schlimme Reminiszenzen an King Kong und zum Schluss wird es vollends blöd.

Nein, zu viel gewollt, zu viel reingepackt und wenig erreicht. Der Film kann gerade mal billiges Popcornkino bieten, wenn das das Ziel war: ok. Aber warum dann gute Schauspieler für den Rest casten? Nett die Schlussanspielung auf Iron Man (die uns schon bei der Eröffnungssequenz aufgefallen ist), sonst ein fader Nachgeschmack.

Fazit: viel Potential, wenig draus gemacht.

Mnemic, Machine Head, Metallica

karteWenn man schon keine Karten für Metallica in D. bekommt, muss man flexibel sein und nach Prag fahren. Gesagt, getan, das Stadion von Slavia Prag erwartete uns. Den Weg fanden wir schnell, geparkt wurde in einer kleinen Siedlung vor dem Stadion, nach etwas Suchen war ein Parkplatz frei, Entfernung zum Stadion ca. 1,5 km.

Das Konzert war für 19 Uhr angesetzt, wir stiegen 17:30 aus dem Auto und hörten schon die erste Vorband spielen. Es ist eine Unsitte, irgendeine Zeit auf den Karten anzugeben, aber nicht die Zeit, zu der die erste Band anfängt zu spielen. Also zum Stadion geeilt, noch ein Mohnhörnchen hintergeschoben und rein ins Vergnügen. Schon auf dem Weg zum Stadion wurde uns bewusst, dass das Ganze eine laute Angelegenheit wird, wie laut, erfuhren wir erst im Stadion selbst.

Mnemic gefiel uns sehr gut, jedenfalls die anderthalb Lieder, die wir noch hören durften. Sehr laut. Das waren endlich Bässe, die auch in etlicher Entfernung durch den Körper wummerten. Zusätzlich sehr schnell und mitreissend. Müssen wir mal zu Hause was besorgen und in Ruhe reinhören.

Danach Umbaupause, Gelegenheit, das Stadion zu betrachten. Ein neugebautes Fußballstadion, das sehr roh aussieht, die Steine wurden nicht verputzt, ein für mich eher unfertiges Aussehen. Scheint aber Absicht zu sein. Genügend Sanitärräume (außer für Frauen), dafür sehr enge Zu- und Abgänge. Und das Dach ist von unten mit Laminat bedeckt. Passt irgendwie nicht.

mhSightseeing beendet, Machine Head kam. Machine Fucking Head. Fuck yeah. Fucking great show with a fucking great band and a fucking unbelievable great fucking audience. Fuck. Musik war auch ok, laut (wie gesagt), allerdings mehr Gegröle als Gesang, ist live ok, im Radio ist das nicht mein Ding. Ein Lied (mit teilweise Akustikgitarre) hat mir sogar ausnehmend gut gefallen. Machine Head spielte ca. 70 angenehme Minuten, es war etwas kalt und der Rücken ist auch nicht mehr der Jüngste. Nachdem wir mit “fucking awesome” verabschiedet wurden, weil wir “fucking early” ins Konzert gekommen waren und deshalb die “fucking greatest audience” waren, ging es in die Umbaupause für Metallica.

Lange Umbaupause. Die Herren von der Hauptshow ließen sich Zeit bis 20 Uhr, um zu erscheinen. Sie gingen 21:50. Dazwischen gute Musik. Metallica ist einfach mein Ding. Schnell. Sehr schnell. Extrem schnell. “Damage Inc.” live ist unglaublich gut. Und “One” natürlich. Trotz der Feuerwerksraketen. Die neuen Lieder nach dem Black Album (ich weiß, Teilhäresie, weil das Black Album schon zu der neuen Zeit gehört) sind nicht so mein Ding. Langsam. Langweilig. Aber laut. Zum Glück wissen Metallica das und greifen zur Aufmunterung immer wieder auf bewährte Songs zurück. Es muss bloß frustrierend sein, zu wissen, dass das musikalisch Beste bereits mehr als fünfzehn Jahre zurückliegt.

Metallica sind eine Mitmachband. Da wird animiert, was das Zeug hält. Beispiel?

 

Who cares about you?
Metallica cares. And that’s new!

Ja, das ist schlimm. Auch das ständige drauf rumreiten, wie toll alle sind und wie schön es war. Davon etwas weniger tut’s auch. Im September ist Record-Release-Konzert in der O2-World, ich wäre gerne dort, aber Karten wird es wohl nicht geben. Ist nämlich gleichzeitig Einweihung der Halle. Daher: es war gut, Metallica noch einmal gesehen zu haben.

I sagt: Mein erstes Metallica Konzert, noch dazu gleich ein Stadionkonzert, ebenfalls mein erstes. Fazit: viel zuviele Leute 😉 ansonsten hat es mir gut gefallen. Ohne Kopfschmerzen hätte es mir sicherlich noch viel mehr gefallen. Auch die Tatsache, daß ich mal wieder ohne Ohropax (dabei habe ich es extra eingepackt) vor den Boxen dastand, linderte das Kopfweh nicht. Die Tschechen können Metallica nicht korrekt aussprechen und ich sah längst vergessene Fönfrisurdauerwellenwunder für Herren aus den 80ern wiederauferstehen.

Indy und der Kristallschädel

Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull, wie der ausführliche Titel des Films ist, tritt ein beträchtliches Erbe an. Bis auf den albernen zweiten Teil sind die Filme großartig, besonders der dritte Teil scheint schwer zu toppen. Dazu kommt, dass der Hauptdarsteller in die Jahre gekommen ist, Abenteurerfilme geboomt haben und wieder abgeflaut sind, und die Protagonisten, allen voran George Lukas, zuletzt tüchtig ins Klo gegriffen haben.

Unter diesen Vorbedingungen ist der Film nicht so schlecht geworden, wie er hätte sein können. Von Bestform ist er andererseits meilenweit entfernt.

Angesiedelt in den späten fünfziger Jahren sind Nazis als Gegner passé, es müssen Russen herhalten. Der Beginn ist launig, teilweise gelungen, teilweise hanebüchen, aufgefangen vom ersten Wiedersehen mit Indiana Jones, das wiegt viel wieder auf. Aber nicht den Kühlschrank. Und nicht die albernen Viecher. Das ist Kinderhumor à la Lukas, mit dem er schon die alten Star-Wars-Filme in der Neuauflage verseucht hat.

Danach kommt die Geschichte, ein wilder Mix aus Akte X, Mumie, Alien, National Treasure 2 und diversen anderen Filmen. Kaum eigene Ideen, hauptsächlich geklaut, oft sogar szenengetreu. Inklusive sinnloser Verfolgungsjagden, nicht treffenden Maschinengewehren, Holzhammerhumor etc. Nein, der Teil konnte mich nicht überzeugen. Alle Klischees, die schon überwunden geglaubt sind, massenhaft persifliert wurden, werden wieder ausgegraben und ernsthaft umgesetzt. Vom Humor des dritten Teils nur in Ansätzen etwas zu sehen, viel zu selten.

Die Idee, Karen Allen wieder auszugraben, ist nett gemeint, passt aber nicht in die Reihe. Das Ende ist dann allerdings nur noch peinlich. Böse dürfen nicht nur Böse sein, da wird der dritte Teil zitiert, eine schlimme Begegnung der dritten Art folgt. Und der Weichzeichnungsfilter ganz am Schluss ist ernst gemeint. Da kommen alte Moralvorstellungen wieder zum Vorschein, die gerade in den ersten Teilen nicht vorkamen. Ärgerlich.

Fazit: nicht so schlecht wie die Star-Wars-Filme, aber immer noch weit weg vom Niveau der vorigen Indy-Filme (und das schließt den zweiten Teil mit ein).

Deadline – ein Filmmagazin

Auf meiner Suche nach einem Ersatz für die Cinema, die seit Jahren auf einem konstant schlechten Niveau schreibt, bin ich jetzt anscheinend fündig geworden.

Deadline” heißt die Zeitschrift, mit Schwerpunkt auf harten Filmen, Horror, Anime, etc. Ich habe mir Ausgabe 2/08 besorgt, 5 Euro, geht. Die Rezensionen sind locker geschrieben, aber verständlich und nachvollziehbar. Zumindestens soweit ich das beurteilen kann, anhand der Filme, die ich gesehen habe.

Aber kann eine Zeitschrift schlecht sein, in der man Perlen findet, wie:

[…] erfreuen hier 90 Minuten […], die die Wörter “guter Geschmack” zuerst anpinkeln, dann genüsslich zerschneiden und sich schließlich mit den Eingeweiden die haarigen Achselhöhlen polieren.

The other Boleyn girl

Wie der Titel schon sagt, es dreht sich fast alles um die Schwester von Anne (die Geköpfte). Mir war sie vorher unbekannt, die gute Mary. Und der Film zeigt uns ihre Hochzeit, die Liebe zu König Henry und den Aufstieg und Fall ihrer Schwester Anne. So ungefähr in dem Tempo erzählt der Film auch die Lebensgeschichte der beiden. Etwas verwirrend, jedenfalls für mich. Später las ich nach und fand heraus, daß die Historie doch etwas arg adaptiert wurde fürs Kino.

Fazit: Gutes Hollywoodkino, nette Unterhaltung und Natalie Portman und Scarlett Johansson.

Kritik: Eden Log

Mein letzter Film der Fantasy-Filmfest-Nights: Eden Log. Ein französischer Film, derer zur Zeit sehr viele herauskommen, von sehr gut bis mies, aber es tut sich was bei den Galliern. Laut Regisseur und Produzent des Films, die im Kino waren, ist das hauptsächlich auf Canal+ zurückzuführen, die derzeit sehr viele harte, phantastische Filme finanzieren.

Apropos Auftritt: die beiden waren sehr charmant, sprachen aber sehr schlecht englisch, wir sehr schlecht französisch. So war das Interview unterhaltsam, aber die Informationen aufgrund der Sprache und der Scheuheit der beiden doch eher spärlich. Macht aber nix.

Der Film beginnt langsam. Sehr langsam. So langsam, dass ich mich fragte, ob ich a) wach bleiben würde und b) mich wieder ärgern müsste. Aber die Furcht war unbegründet, nach geschätzten 20 Minuten nimmt der Film Fahrt auf und hält sie bis zum (unbefriedigenden) Ende durch.

Eine dunkle Geschichte, die unter der Erde spielt (gedreht wurde unterhalb von Paris, dort wo früher die Pariser Champignons gezüchtet wurden), in verschiedenen Stockwerken, die durch Diaprojektionen an Beton versinnbildlicht wurden. Das fand ich etwas enttäuschend, da sah billig auch billig aus. Das galt für das gesamte Set. Andererseits kann man an solchen Filmen prima erklären, wie Computerspiele trotz mehrerer Ebenen für den Spieler mit nur einer technischen Ebene auskommen. Aber ich schweife ab.

Der Hauptdarsteller ist toll, Clovis Cornillac, ich kannte ihn noch nicht, habe aber auch nicht Asterix gesehen, den er seit Neuestem spielt. In F. ist er wohl ein Star. Physisch sehr präsent, trägt er den Film fast alleine. Die Geschichte ist durchdacht, schwer zu folgen, aber mit genügend Erklärungen, wenn man mal nicht aufgepasst hat. Das Ende hat mir nicht gefallen, eine ökologische Botschaft (so sagten die beiden), die sich mir verschloss.

Fazit: Sehenswert, langsam, finster, neue Ideen.

Kritik: Sukiyaki Western Django

Ich weiß, wer Takashi Miike ist, ich kenne seine Bedeutung, trotzdem habe ich noch keinen Film von ihm gesehen. Diese Lücke konnte ich nun bei den Fantasy-Filmfest-Nights mit Sukiyaki Western Django schließen.

Ein Western, der so albern anfängt, dass wir (I war mit) uns verwundert ansahen. Japanische Schauspieler, die Englisch radebrechen, als gelte es ihr Leben. Alles falsch betont, was geht, falsche Pausen, eigenartig. Daher auch englische Untertitel, damit man verstand, was die Schauspieler gerade auf Englisch sagen. Dazwischen Quentin Tarantino, der mich erstmals seit langer Zeit mal nicht geärgert hat, sondern zwei gute Auftritte hinlegte.

Nach dem Prolog, bei dem die Richtung als albern bis scheißegal vorgegeben wurde, geht die eigentliche Western-Handlung los. Es ist müßig, den Inhalt zu beschreiben. Es passiert alles, was man sich vorstellen kann, in unglaublicher Geschwindigkeit, es wird geschossen, was das Zeug hält, Filme werden zitiert (Herr der Ringe, z.B.), keine Peinlichkeit wird ausgelassen, keine coole Pose verfehlt. Grandios. Wenn man bis dahin nicht gelacht hat, beim Versuch, das Schwert mit klatschenden Händen aufzufangen, rutschte ich tief in den Sessel vor Lachen. Diese Szene war allein den Eintritt wert.

Zwei andere Beispiele: der Showdown funktioniert nur im Schnee? OK, dann schneit es halt in einer Minute einen halben Meter. Who cares?
Der Hauptheld ist verprügelt worden und sieht aus wie ein Steak? Eine Nacht beim Wunderheiler und er sieht aus wie neu. Mit der Dialogzeile “Der Trick des Indianers hat funktioniert”.

Fazit: was für ein Film. Abgedreht, schnell, blutig. Klasse.

Kritik: Frontière(s)

Frontière(s), der neue Film von Xavier Gens, darauf habe ich mich bei den Fantasy-Filmfest-Nights gefreut, nachdem ich Hitman für sehr gelungen hielt.

Aber ach, nach einem starken Anfang sollte ich das Kino extrem enttäuscht verlassen.

Der Film beginnt in Paris, vier Jugendliche fahren von dort los, in ein Motel, eine nicht verratene Anzahl von Menschen überlebt. Der erste Teil des Films erinnert stark an Hostel, ohne dessen Beschränkungen, was das Blut angeht. Hier geht es richtig zur Sache. Gut gespielt, gute Darsteller, gute Inszenierung, keine Kritik.

Nach ca. einer Stunde kommt jedoch ein starker Durchhänger mit Erklärungen, Nazis, Unsinn etc. Nicht nur, dass die Spannung auf den Nullpunkt sinkt, hier sind Overacting, schlechte Schauspieler und seltsamer Nazischeiß von Feinsten zu besichtigen. Da fragt man sich schon: was hat Herrn Gens da geritten? Ähnlichen Unsinn habe ich zuletzt bei Rivières pourpres II sehen müssen, auch da hat es den ganzen Film restlos zerstört. Und nebenbei: so weit ist D. doch auch nicht entfernt, dass man den deutschen Text nicht korrekt aussprechen lassen kann, oder?

Und so erholt sich auch dieser Film nicht von dem Intermezzo, die Jagd geht zwar weiter, jetzt jedoch auf einem unterirdischen Niveau. Schauspielern bedeutet unartikuliert schreiben und mit dem Kopf wackeln. Einfach Mist.

Fazit: nach einer Stunde abschalten. Oder ärgern.