Filmkritik: 300

300 Spartaner gegen mehrere Millionen Perser. Eine Heldengeschichte, ein Comic, ein Film.

Gestern war es soweit, mit einiger Verspätung haben auch wir 300 gesehen. Ein, sagen wir einmal, interessanter Film. Ich hatte nicht viel erwartet, opulente Bilder und eine vernachlässigbare Geschichte. Im Groben kam es auch so. Viel nackte Haut kam noch dazu.

Die Handlung ist in der Tat vernachlässigbar, besonders die eingeflochtene Intrigengeschichte vermochte mich nicht zu fesseln. Sobald es aber aufs Schlachtfeld ging, war der Film spitze. Das war perfekt umgesetzt, heroisch, Blut, Stahl, Manowar. Nur ohne Manowar. Die Nebenhandlungen verzögerten den Film leider doch recht stark, nur kämpfen war wohl nicht drin, so dass ich mich zwischendurch nicht gut unterhalten fühlte.

Die Leute neben uns wollte während des Abspanns schon gehen, ok, solche Banausen soll man nicht aufhalten. Warum die sich aber vor einen stellen und dann erst mal ausgiebig das Handy kontrollieren, ist mir ein Rätsel. Ferien!

Fazit: tolle Bilder, tolle Schlachtszenen, zwischendurch arge Längen, Xerxes hatte eine unwahrscheinlich schöne Stimme.

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Titel, Thesen, Temperamente, Pornographie

Am MontagSonntag warteten wir auf Druckfrisch, das ARD-Büchermagazin, und weil wir noch etwas früh dran waren, sahen wir Titel, Thesen, Temperamente. Immerhin gab es ein interessantes Thema: Jugend und Pornos. Da kann man doch noch etwas lernen, dachte ich.

Selten habe ich einen so schlechten, schlecht gemachten, einseitigen und polemischen Bericht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesehen. (Zugegeben, ich habe den Panorama-Beitrag über Killerspiele nicht gesehen. Der muss ähnlich gewesen sein.) Zusammengefasst: Jugendliche, die Pornos sehen und Sido hören, werden zwangsläufig in ihrer Entwicklung gestört, werden zu Vergewaltigern und sind am folgenden Untergang der Gesellschaft schuld. Alles das schön untermalt von subjektiven, emotionalen Berichten und Experten, die mit ernster Miene Aprilscherze vortrugen. Beispiel gefällig?

Die Jugend sieht Hardcore und verlernt das Lieben – eine bedrohliche Entwicklung, denn: Verwahrlost der Sex, verwahrlost auch die Gesellschaft.

Es war zwar der 1. April, aber wenn das der Aprilscherz gewesen sein soll, war er geschmacklos. Wenn er es nicht war, war er ein Tiefpunkt des deutschen Fernsehens. Was wäre die bessere Alternative?

Mit Entsetzen habe ich auch noch im Tagesschau-Blog gelesen, dass die TTT-Moderatorin Caren Miosga die neue Tagesthemen-Moderatorin werden soll. Ihr wird professioneller Journalismus bescheinigt, Modernität, Kompetenz und auch Frische. Dann hoffe ich mal, der Beitrag war ein Ausrutscher. Leider kann ich wegen der Zensur in den Tagesschau-Blogkommentaren dort nichts schreiben, aber es wird ihnen herzlich egal sein.

Es ging übrigens auf diesem Niveau weiter, wir haben dann bis Druckfrisch abgewaschen, das hatte mehr Gehalt.

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Filmkritik: Nummer 23

Nachdem mich der Trailer von “Nummer 23” wegen der Bilder fasziniert hat, und mich gut gemachte Filme stets über die Handlung hinweg sehen lassen (Sunshine), nahm ich Jim Carrey auf mich und schaute mir den ganzen Film an.

Er findet ein Buch über die Obsession mit der Nummer 23, erkennt sich darin wieder und erlebt so einiges im richtigen Leben und in der Fantasie des Buches. Soweit, so gut.

Im Gegensatz zu meinen Erwartungen war der Film kein Mystery-Thriller, sondern ein harter, gut erzählter Film über Obsessionen verschiedenster Art mit einem twist, den ich nicht vorher erraten habe. Im Nachhinein hätte man drauf kommen können, für größere Spekulationen hat mich der Film allerdings zu sehr gefesselt.

Schauspielerisch stark, wird die Geschichte schnell, gut und hervorragend bebildert erzählt. Sehempfehlung meinerseits.

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Filmkritik: Sunshine

Gestern ging es weiter mit den Fantasienächten, ich sah “Sunshine”, den neuen Danny-Boyle-Film, der diesen Monat auch regulär in die Kinos kommt. Mit etwas Verspätung hörte ich den Organisator noch erzählen, dass man die Geschichte wohl erzählt nicht glauben würde in ihrer Einfalt, Danny Boyle aber was draus gemacht hat. Da kann ich ihm nur zustimmen.

Die Geschichte ist so hanebüchen, konstruiert, mit Logik- und Physiklöchern vollgestopft, dass man sich nicht getraut, zuzugeben, dass einem der Film gefallen hat, wenn man seiner Frau den Inhalt erzählt. Kurz (und ohne Spoiler): die Sonne erlischt und soll durch eine Bombe wieder gezündet werden. Weltraum, Crew, Tote. Der Film ist eine wilde Mischung aus Mission to Mars, Alien, Event Horizon und etlichen anderen Filmen, die herauszufinden alleine schon den Spaß wert ist.

Der Film ist gut besetzt, Schauspieler, die tatsächlich schauspielern, in Kulissen, die extrem gut aussehen. Das Innere ist Klasse normal aber einfallsreich, die gerenderten Außenansichten sowie die Sonne einfach umwerfend. So muss gute Science-Fiction aussehen. Und so muss sie sich auch anhören. Die Bässe voll aufgedreht, zieht einen der Film akustisch in den Bann, dass man sich fragt, ob das ein Sound-Oscar ist. Und das habe ich mich noch nie gefragt.

Die Geschichte und damit der Film ist vorhersehbar, aber sehr gut erzählt. Alle Klischees werden bedient, alle üblichen Physiklöcher ausgehoben, ohne dass man das dem Film übelnimmt. Trotzdem wurden manche Grundgesetze der Physik auch beachtet. Ich bin äußerst zufrieden aus dem Kino gekommen.

PS: @GSG9-Macher: so dreht man eine Abschiedsszene auf Video!

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Filmkritik: Dog Bite Dog

Im Rahmen der Fantasy Filmfest Nights #5 sah ich mir mit I vorgestern “Dog Bite Dog” an. Kurz zum Inhalt: Killer tötet viele Leute, Cop versucht ihn zu fangen, Liebe, Tod.

Ein chinesischer Film (Hongkong), der erst einmal gut anfing, wenngleich etwas übertrieben in der Soundsprache. Aber nicht unangenehm. Furioser, blutiger Start, kaum eine Verschnaufpause, brachiale Action ohne großes Wenn und Aber. Ein Klischee wurde ans nächste gereiht, der Film war dennoch nicht vorhersehbar, die meisten Wendungen und Scherze waren ok.

Bis zur Mitte war es noch am Rande des Erträglichen, dann ging der Film richtig ab. Eine krude Idee nach der anderen, die meisten von uns und dem Publikum mit zumeist ungläubigem Gelächter bedacht, wurde auf uns losgelassen. Mehrere Showdowns später kulminierte der Film in solch einem blödsinnigen Finale mit entsprechender Musikbegleitung, dass der ganze Saal lachte. So war das sicher nicht gemeint.

Fazit: unterhaltsam aber die Geschichte weit über die Schmerzgrenze hinaus schlecht.

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Other Bands Play, Manowar Kill

22.3.2007, 19:20, es regnet in Berlin und ist kalt, wir stehen in einer langen Schlange vor der Max-Schmeling-Halle und begehren Einlass zur Demons, Dragons and Warriors Tour. Während des Wartens haben wir Zeit, den Merchandising-Truck zu bewundern, ist mir aber zu teuer, lediglich das Regencape(!) für fünf Euro wäre erschwinglich, so stark regnet es aber doch nicht. Und ein True-Metal-Anhörer mit Regencape?

19:30, wir sind drin. Es spielt noch keine Band, 19:30 sollte es anfangen, also sind wir rechtzeitig da. Leider haben wir später mitgekriegt, dass “Holy Hell” schon gespielt hat. Warum ist es so schwer, die Anfangszeit der Konzerte so bekannt zu geben, dass man keine Band verpasst?

Also fing unser Konzert mit Rhapsody of Fire, mir noch als “Rhapsody” bekannt, an. Offiziell spielen sie wohl Power Metal, es ist melodischer Rock mit harter Gangart. Schon mal ein sehr guter Eindruck mit Christopher Lee als Sprecher der Hintergrundgeschichte. Wenn man mal die Gelegenheit hat, Christopher Lee im Original zu hören: tun!

Rhapsody haben dann erst einmal einen zwiespältigen Eindruck gemacht. Es ist halt schon länger her, dass ich bei einer grundsätzlichen langhaarigen Metalband war. Es ist gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht. Immerhin hatten die Leute keinen Spliss, I konnte das genau sehen, da Fabio Lione, der Sänger, später vor uns an der Theke stand. Der Drummer fiel etwas aus dem Konzept heraus, kurze Haare mit Tuch. Er hatte zwischendurch auch ein Solo, spielte ganz ok. Als Referenz war aber noch der Drummer von Motörhead im Hinterkopf, der natürlich auf einem ganz anderen Niveau spielt.

Zurück zu Rhapsody. Der Gitarrist. Luca Turilli. Ui. Glänzendes Kunstleder. Im Ballonseidenstil. Haare zum Alphaville-Gedächtniszopf gebunden. Aber gespielt hat er gut.

Musikalisch waren Rhapsody erwartungsgemäß gut bis besser. Der Sänger konnte wirklich etwas und konnte es auch auf der Bühne umsetzen. Auch die anderen Musiker waren gut. Bis der Flötenschlumpf auftrat. Ein langhaariger Italiener mit Blockflöte, der diese ordentlich blies und dabei rumhampelte ohne Ende. War nicht mein Ding.

Insgesamt spielten Rhapsody ungefähr eine sehr kurzweilige, schnelle, harte Stunde. Sie gaben noch ein Lied Zugabe, dann bereiteten wir uns auf Manowar vor.

Der Umbau des Equipments ging erstaunlich schnell, schon nach einer gefühlten Viertelstunde war es soweit: Manowar.

sign of the hammer21:00, Manowar begannen mit “Manowar”. Langsam aber gut. Danach wurde es immer langsamer und langsamer. Zwischendurch mal ein schnelles Lied, aber nach einer halben Stunde fingen wir leicht an, den Besuch zu bereuen. Dann gab es eine kleine Pause. Dann kam Joey DeMaio (der Bassist) heraus und sorgte nachhaltig für Stimmung: erst wurden wir als “truest of the true” Metal-Fans geehrt (stimmt). Danach wurde ein Erleuchteter bestimmt, der durch Gitarrespielen mit Manowar wiedergeboren werden sollte. Ihm wurden zwei Frauen aus dem Publikum zur Seite gestellt, eine, weil sie in der Nähe stand (sie kam aus Essen) und eine mit großen Titten (Chemnitz).

Der Junge spielte recht gut Gitarre, ihm wurde jedoch die Schau durch das Mädchen aus Chemnitz gestohlen, das anscheinend animiert genug war, um sich den BH hochzuziehen. Danach spielte Manowar weiter, diesmal auf extrem hohem, schnellem und gutem Niveau. Die Frau aus Chemnitz ließ es sich nicht nehmen, sich noch einmal auf die Bühne zu stellen und sich auszuziehen und zu räkeln. Sie hatte auch schon die Hose offen, aber da war das Lied dann aus. Ich nehme mal an, Videos von diesem sprituellen Erlebnis werden bei YouTube (z.B. hier) zu sehen sein. Das lebende Klischee.

Der zweite Teil war, wie gesagt, einfach gut. Hart, schnell, Gitarrensolos, endlose Liedenden – Klasse.
Danach war eine kurze Umbaupause, in der im Bühnenhintergrund ein Wikingerschiff aufgebaut wurde. Dann fing der dritte Teil an – Odin, Walküren, Berserker. Alles episch, melodisch aber nicht unbedingt hart vertont von Manowar. Auch verfilmt in nebligen Wäldern, Teile der Kämpfe/Geschichte live auf der Bühne dargestellt von Kämpfern. Mir hat’s richtig gut gefallen, ich war allerdings durch die Achilles-Vertonung schon auf sowas vorbereitet. I hat’s nicht gefallen.

rockDann war Ende, nach drei Stunden Manowar, kurz nach Mitternacht. Joey DeMaio ist ein Gott auf dem Bass (nach Lemmy natürlich, aber der zählt ja nicht), und er würde für Metal sterben. Eric Adams singt erstaunlich gut, sein tiefes Grollen kommt live sogar noch viel besser als auf CD. Gitarrist und Drummer reihen sich mit guten Leistungen ein.

Fazit: True-Metal ist nicht jedermanns Sache, ich fand’s gut, I war leicht enttäuscht. Und nicht vergessen: Leder, Stahl, Tod dem falschen Metal und seinen Anhängern.

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Einschaltquoten

Eine Kollegin berichtete mir gestern, dass die Wasserbetriebe einen erhöhten Wasserbedarf nachweisen können, wenn Werbung in vielgesehenen Sendungen laufen. Dann gehen die Leute halt auf die Toilette.

Jetzt meine Idee: Alle Sender stimmen sich über die Werbepausen ab, so dass diese sich nur so überlappen, dass man die Werbepause eindeutig einem Sender zuordnen kann. Dann können die Einschaltquoten direkt von den Wasserwerken ermittelt werden.

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Pathfinder

Pathfinder – Wikingergemetzel mit Karl Urban

Der Vorspannn (und der Trailer) läßt hoffen, der Film fängt auch richtig stimmungsvoll an. Schon bei der ersten Szene erkennt man: Bilder und Stimmung sind wichtig, historische Korrektheit nicht. Dann eine schlecht gerenderte Dorfszene und los gehts.
Der erste Teil des Films (der überwiegende Teil) hat mir gut gefallen. Auch wenn wenig gesprochen und mehr gemeuchelt wird, sind dir Wikinger gut, schnell, böse und nachvollziehbar in ihren Aktionen. Das ist der Wikinger-sind-Lordi-Teil.
Das ändert sich (für Kenner: nach der Fallgrube bzw. nach dem See) stark: die Wikinger werden doof, die Handlung hebt ab und die Grafiken werden so schlecht, wie ich es in einem live gerenderten Spiel nicht zulassen würde. Jegliche Logik wird über Bord geworfen, dutzende Showdowns werden angeschmissen, sämtliche Klischees werden rausgeholt – schrecklich.
Da der schreckliche Teil am Ende kommt, ist damit der ganze Film durch.

Schauspielerisch sind keine Meisterleistungen zu erwarten, guter Durchschnitt, ohne herausragende Einzelleistungen. Bis zum großen Bruch ist der Oberklingone äh. Oberwikinger richtig gut.

Geklaut wurde quer durch die Filmgeschichte: Star Trek (die Wikinger-Klingonen), Mad Max, Rambo 1, Marlboro-Werbung.

Wikinger sprechen eine komische Sprache: ich nehme mal an, es war Fantasie-Wikingerisch, eine Mischung aus Deutsch, Dänisch und harten “s”.

Gefilmt war der Film hervorragend, bis auf die CGI-Szenen natürlich.

Der Film basiert auf einem anderen Film und anscheinend auf Comics. Muss ich mal schauen, ob die lohnender sind.

Erkenntnis: töten in allen Variationen ist tatsächlich zur Zeit besser als Frauen (nackt) oder Sexszenen zu zeigen. Es ist eine erstaunliche Entwicklung.

Fazit: Schade um die verschenkte Chance, der überwiegende Teil des Films ist gelungen, der Rest ist so schlecht, dass nichts mehr hilft.

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