Arles – Allgemeines Grummeln

Arles ist eine römisch geprägte Stadt mit Arena, Theater, römischem Bad und vielen anderen römischen Bauten und eigenen Bauten, die aus den Steinen der ersteren gefertigt sind. Das sorgt für ein farblich sehr einheitliches Aussehen, das das Auge erfreut.

Insbesondere die Arena ist gut erhalten und steht der in Nimes kaum nach, außer, dass die oberen Sitzreihen komplett für Häuser benutzt wurden. Trotzdem imposant und ein wenig größer.

Die Camarque, in der Arles liegt, ist für ihren ruhigen Lebensstil bekannt. Wenn man aber ca. vier Stunden für eine Stadtbesichtigung hat, will man davon nicht zwei in einem Café an einem hübschen, aber dunklen und zunehmend kalten Platz verbringen. Auch wenn das Café “Van Gogh” heißt und er hier wahrscheinlich auch schon mal zwei Stunden gesessen hat (mit und ohne Ohr). Vor allem, wenn die Vorspeise eine Dreiviertelstunde auf sich warten lässt. Schmeckt zwar gut, aber das kann man dann wohl auch erwarten.

Und 6,50 € für eine mittlere Cola? Das ist unverschämt.

Wo wir dabei sind: auch reiche Franzosen sollten sich mit ihrem Riesenmercedes nicht irgendwohinstellen, z.B. in den Weg auf dem Parkplatz oder mitten auf die Autobahn. Und sich dann aufregen, wenn man aus seiner Parklücke fahren möchte, so als Pöbel. Aber nicht mit uns (schwingt seinen Stock und gestikuliert wild in die Richtung des Franzosen).

Sonst war es schön.

Menschenturmbau

In Tarragona war großes Fest, das heute damit endete, dass sich Unmengen von Leuten auf dem großen Platz versammelten und unter Tröten und Trommeln Menschentürme bauten. Oder Menschenburgen, je nachdem, wie man das nennt.

War nett anzusehen, bei fast 30 Grad aber sicher anstrengend, für die Zuschauer auf jeden Fall.

Tarragona ist die Stadt der tausend Gerüche, einer davon angenehm.

Und ein Vollmondaufgang über den Inseln Illes Medes vor L’Estertit ist sehr reizvoll, wenngleich mit unseren Mitteln nicht fotografisch abbildbar. Trotzdem sehr, sehr schön.

Renntag

Ohne Internet ist erstaunlich schwierig und andererseits auch leicht. Seltsam.

Da übernachtet man in einer Gegend, in der ein richtig schöner Sternhimmel zu sehen ist und dann ist er nicht zu sehen, weil der richtig schöne Mond alles überstrahlt.

Was für ein grandioses MotoGP-Rennen, da wird man glatt wieder zum Fan. Und schön zu sehen, wie albern man sich freuen kann.

Qualitag

Die Anfahrt an eine Rennstrecke wird exponentiell schwieriger, je näher man an den eigentlichen Renntag (morgen) kommt. Dann zeigt sich, wie gut die Besucherführung ist, die meisten kommen mit dem Auto, dicht gefolgt von Motorrädern.

Während die Motorräder gut und nachvollziehbar geführt wurde, änderte sich das gegenüber gestern für Autos schlagartig. Alle Einfahrten waren gesperrt bis auf zwei, die eine führte ans andere Ende der Strecke, die andere fanden wir nach einer halben Stunde Fahrt und führte auf den großen, fast leeren Parkplatz (hat ja niemand gefunden). Die aufgestellten Posten sprachen kein Englisch und drohten bei jeder Frage sofort mit der Polizei. Das ist insgesamt einfach Scheiße.

Und, wo wir gerade dabei sind: zwei Toilettenhäuschen mit je sechs Toiletten sind für zwei Riesentribünen nicht genug. Da hilft es auch nichts, wenn noch einige Dixiklos dazugestellt werden, das ist für Frauen unbenutzbar. Wenn dazu der Zugang zur Strecke nur für genau eine Tribüne möglich ist und man damit ohne Schatten bei 34 Grad ohne Möglichkeit zur Zerstreuung schmort, ist die Chance sehr gering, dass wir die Strecke noch einmal besuchen.

Dabei sind die Streckenführung und unsere Kurven sehr interessant. Wir hätten gerne mehr davon gesehen.

Mal sehen, ob wir morgen auf dem gefundenen Weg an die Strecke fahren können oder ob es neue Überraschungen gibt.

Girona und Pitwalk

Ein kurzer Nachtrag zu gestern: die Reiseaccessoires, wie Shampoo, Lotion etc. des Hotels waren auch in Braille beschriftet, fand ich eine gute Idee.

Heute beim Auschecken haben wir Carlos Checa gesehen, wie er in Orange zu einer Radtour aufbrach (vermuten wir), waren aber zu schüchtern, um ihn anzusprechen.

Girona scheint eine hübsche, verwinkelte Altstadt zu besitzen, beim nächsten Mal werden wir sicher mehr davon sehen, die Kathedrale ist auf jeden Fall eine Reise wert, die Basilika ist ok, die Parkhäuser sind sehr eng und recht teuer – es gibt kostenlose Parkplätze oberhalb, die man tunlichst suchen sollte.

Das Motorland Aragon ist schön auf einem kleinen Berg gelegen, man sieht es schon von weitem. Leider ist damit auch wenig Schatten vorhanden, bei 33 Grad kann das zu einem Problem werden – wir werden es sehen. Die Toilettensituation war noch etwas schlecchter als auf anderen Kursen, mal sehen, wie das ab morgen bei den richtigen Trainings/Rennen wird.

Badetag

Badetage sind naturgemäß filmisch etwas schwächer, daher viele Eindrücke der Montpellierer Kathedrale, die von außen extrem imposant ist. Dieser Baldachin mit den Säulen – und ich dachte, ich bin nicht mehr so leicht zu beeindrucken.

Was wir nicht kennen: eine gute deutsche und englische Übersetzung von “Aquädukt”. Dafür kennen wir “Stau” in mehreren Landessprachen.

Baden um Montpellier herum ist eine Freude, sehr empfehlenswert. Aber Achtung: der Sonnenbrand wartet abends im Hotel!

Nicht mehr so empfehlenswert ist die Raststätte “Village Catalan”, die wir seit 2012 besuchen und die immer schlechter wird, leider.

Flamingos

Wer hätte gedacht, dass man in Südfrankreich in der Ecke von Montpellier Flamingos sehen kann. Außerhalb von Zoos, einfach so auf dem See.

Natürlich in respektvoller Entfernung, hätten wir an das Fernglas gedacht, das im Auto lag, aber an sowas denkt man erst abends im Hotel…

Was anderes: Montelimar lohnt sich nicht. Das ist zwar die Nougat-Hauptstadt – die Franzosen verstehen unter “Nougat” etwas leichteres als wir, mit Eiweiß gemacht, damit auch viel süßer – aber Montelimar enttäuschte. Zwar haben sie ein tolles modernes Museum mit Vögeln davor und Kunst auf allen Kreiseln, aber sehr wenig Nougat-Hersteller. Und die, die sie hatten – sagen wir so: wir haben uns geärgert, nicht den lila Nougatladen am Ortseingang genommen zu haben. Die Stadt selbst ist auch ziemlich oll.

Deshalb: Reisender, wenn Du nach Montelimar willst – nimm den lila Laden am Ortseingang und fahre weiter.

Besancon

Stellt Euch den Haken unter dem “c” vor, den WordPress nicht kann.

Das Uhrendrama ging weiter, in Besancon gibt es zwei Sehenswürdigkeiten: die Kathedrale mit der unglaublichen astronomischen Uhr und die Zitadelle.

Die unglaubliche astronomische Uhr wird trotz der Bauarbeiten vorgeführt, nur nicht an dem Tag, als wir da waren, aus “administrativen” Gründen. Und von außen war sie auch nicht zu sehen, die unglaubliche astronomische Uhr, wegen der Bauarbeiten.

Blieb die Zitadelle, die mit einem “Zoo” angekündigt wurde. Nun kennen wir Ankündigungen von “Zoos” und waren schon froh, einen Affen, Nandus und Lamas in den Vorplätzen der Zitadelle gesehen zu haben. Aber – oh deutsche Überheblichkeit – es gab einen richtig guten und großen Zoo, mit Affen, Miezen, Känguruhs, Wildschweinen etc. pp. Gut aufgemacht, gut gepflegt, mit der Zitadelle als Rahmen. Sind wir gleich zwei Stunden geblieben.

Das entschädigte nicht ganz, aber ein bisschen für die fehlende Uhr.

Immer noch Straßburg

Es ist unschön, wenn eines der Wahrzeichen der Stadt – die astronomische Uhr in der Kathedrale – geschlossen ist. Es ist unschön, wenn der Aufstieg auf die Aussichtsplattform der Kathedrale über eine freie Wendeltreppe führt. Es ist unschön, wenn die EU-Parlamentsgebäude alle geschlossen sind und noch nicht einmal eine Toilette aufhat. Es ist unschön, dass das mit dem Internet-Retten nicht geklappt hat und wir uns mit Regularien aus den vergangenen Jahrhunderten herumschlagen müssen.

Sonst ist Straßburg eine schöne Stadt.

Es ist auch unschön, dass ich zwei Tage bei den Bildern hinterherhänge, aber was will man machen…