Kritik: This Is the End

This Is the End ist ein Endzeitfilm (im Sinne der biblischen Endzeit), der zunächst an mir vorbeiging. Ich bin mir nicht mal sicher, ob er bei uns im Kino lief.

Der Film erzählt die Nacht der Apokalypse aus der Sicht von Seth Rogen und Jay Baruchel, die an der Einweihungsfeier von James Francos neuem Haus teilnehmen, als die Hölle ausbricht. Die “Guten” kommen in den Himmel, die anderen müssen auf der Erde bleiben, die zur Hölle wird.

Und ja: es geht um die Schauspieler, die sich selbst spielen. Mit unzähligen anderen Stars und Cameos, herauszuheben sind hier Emma Watson und Danny McBride.

Der Film ist eine sehr harte Komödie, hart, was das Niveau der Gags angeht und hart, was die gezeigte Action angeht. Allzu zartbesaitet oder an Niveau interessiert sollte man nicht sein.

Ist man das nicht (wie ich), bietet der Film sehr feine Abendunterhaltung.

Fazit: sehr guter Endzeitfilm (ohne Niveau).

Kritik: The Punisher (1989)

The Punisher von 1989 ist die erste mir bewusste Punisher-Verfilmung, die ich kurz nach dem Erscheinen gesehen hatte – in einer schlechten, geschnittenen Kopie. Außerdem war das damals noch ziemliches Neuland: harte Actionfilme über ein Thema, das ich nicht kannte.

Jetzt ist mir der Hintergrund bekannt, Grund genug, sich den Film ungeschnitten mit einem sehr, sehr jungen Dolph Lundgren noch einmal anzusehen.

Der Film ist erstaunlich hart und erfreulich geradlinig gedreht. Der Punisher muss Gangstern den Garaus machen und daneben auch noch ein paar Kinder retten (ok, das hätte nicht sein müssen, passt zur Not noch zur Figur). Dazu kommt ein erstaunlich konsequenter Showdown – Hut ab.

Dolph Lundgren verkörpert den Punisher gut, er ist muskulös genug, maulfaul (wortkarg) und guckt böse bis ernst und sitzt zweimal sogar nackend in seiner Höhle. In der Höhle, in die er mit dem Motorrad durch alte Tunnel fährt. Geil!

Der Film kommt (natürlich) nicht an die Punisher-Referenz Punisher: War Zone heran, ist aber um Längen besser als das Thomas-Jane-Vehikel.

Fazit: guter Actionfilm der 80er.

Kritik: Punisher: War Zone

Punisher: War Zone sollte der Nachfolger des Punisher mit Thomas Jane werden, ebenfalls mit Thomas Jane. Das ist nach dem sehr weichgespülten Film zum Glück nicht eingetreten, der Film wurde neu aufgesetzt, mit Lexi Alexander als Regisseurin und Ray Stevenson als Punisher. Beides eine hervorragende Wahl.

Der Film hält sich teilweise eng an die Comics, insbesondere was die Härte  und die Figur des Punisher angeht. Der Film geht einfach ab, nimmt keine Gefangenen und feuert Actionszenen, bei denen man mit der Zunge schnalzt.

Ein bisschen Geschichte zwischendurch – geschenkt. Wobei: die Geschichte stört nicht. Keine unnötigen Längen, dafür Charaktereinführung und -entwicklung, keine unnötige Verwicklungen – genau wie es sein sollte. Das schaffen viele Actionfilme leider nicht.

Bei aller Freude und Begeisterung: es gibt ein, zwei Wermutstropfen (sehr kleine). Zum einen ist die Action überbrutal in einem comichaften Sinn. Da spratzt das Blut, dass es eine Freude hat. Das ist an sich erfreulich, nimmt dem Film aber die Realitätsnähe, die er in der Figur des Punisher aufbaut. Muss man sich dran gewöhnen – geht schnell, ist wohl sogar Absicht, um gerade Nachahmer nicht zur Nachahmung zu motivieren.

Zweitens ist die Action angenehm erdig inszeniert, aber auch mit den üblichen Klischees: blitzende Einschüsse, Kugelhagel, dem man einfach entkommt. (sehr kleiner Kritikpunkt)

Und zu guter Letzt sind die Bösen wie die Action sehr überzeichnet. Dafür sind die Bösen so herrlich böse und überdreht, dass es schon wieder eine Freude ist.

Alles in allem trifft der Film den Punisher sehr gut (Ray Stevenson ist der Punisher!), ist ohne Längen inszeniert, hart, hat den besten Punisher bisher und gehört damit zu recht auf die Liste der herausragenden Actionfilme.

Fazit: ein Genuss.

Kritik: Ghost in the Shell

Ghost in the Shell, die Realverfilmung mit Scarlett Johansson, erzählt die Geschichte von Major/Motoko, die als Gehirn in einen künstlichen Körper eingebaut wird. Wir ergründen den Ursprung von Motoko, ihren Umbau, den Sinn, den ihr Leben jetzt hat.

Das alles ist sehr actionhaltig und ein wenig philosophisch, vor allem aber visuell beeindruckend und schauspielerisch gut umgesetzt. Es kommt keine Langeweile auf, der Film erzählt seine Geschichte stringent, gradlinig und gut.

Zwei Dinge können jedoch nicht vermieden werden: das Anime dazu sowie die Diskussion um das Whitewashing durch Scarlett Johansson.

Das Anime von 1995 haben wir gesehen, waren beeindruckt und haben es so gut wie komplett vergessen. Daher konnten wir unbeeinflusst an den Film gehen, wurden aber animiert, das Anime mal wieder zu sehen.

Whitewashing ist so eine Sache. Grundsätzlich spielt Scarlett Johansson beeindruckend und gut und zieht über ihren Namen sicherlich etliche Zuschauer zu dem Film. Andererseits ist Motoko nun mal eine Japanerin und das wird durch die Besetzung komplett ignoriert. Das hätte im FIlm thematisiert werden können, um eine Metaebene mehr hineinzubringen, die Brisanz der Besetzung war den Machern aber nicht einmal bewusst, bis der Film fertig war.

Es ist schade, da damit ein sehr guter Film mit weiblichem Lead wieder in eine Diskussion gerät, die nicht notwendig gewesen wäre.

Fazit: sehr guter Film, für sich gesehen.

Boyka: Undisputed

Scott Adkins ist seit einigen Jahren der heiße Scheiß bei Kampfsportfilmen, dafür hab ich bisher erstaunlich wenige mit ihm gesehen. Adkins ist ein sehr sympathischer Typ und eigentlich ein guter Schauspieler, alles Dinge, die er in Boyka: Undisputed nicht zeigen muss.

Der Film erzählt eine Standard-Kampfsport-Rache-Vergeltung-Vergebung-Geschichte, die der Rede nicht wert ist.

Drei andere Dinge fallen auf: Erstens: die Action ist gut, Adkins kann richtig gut kämpfen bzw. dieses richtig gut darstellen. Dafür sind leider ein bisschen zu wenig Kämpfe im Film und ein bisschen zu viel Geschichte.

Zweitens: die einzige Frau im Film hätte gestrichen werden können – der Film wäre um Längen besser geworden. Wenn man schon keine Frauenrolle schreiben kann, dann sollte man sie ganz weglassen. War ja schlimmer als bei Bloodsport.

Drittens: der Böse ist nicht nur böse sondern auch so blöd, dass man sich wundert, dass ihn die Hunde auf der Straße nicht beißen. Da nimmt er sich mit dem Guten nix, der ist auch keine Leuchte.

Fazit: guter aber nicht besonderer Kämpfefilm.

Kritik: Ant-Man

Ant-Man ging im Kino komplett an mir vorbei, als die Kritiken dann durchweg positiv waren, war er dort raus, wurde jetzt im Heimkino nachgeholt.

Ant-Man ist ein sehr gefälliger Film. Leider haben wir auch hier den Helden, der eigentlich mit seiner Rolle hadert, zum Glück ist das nicht bleischwer erzählt, sondern geht recht leicht von der Hand, jede überemotionale Szene wird aufgelockert. Das hilft dem Film sehr, insbesondere sind aber Paul Rudd als Ant-Man, Michael Douglas als Mentor und Evangeline Lilly als dessen Tochter Glücksgriffe.

Die Geschichte ist eher unüberraschend, etwas pathetisch, oft bar innerer Logik aber auch nicht wirklich schlecht.

Die Tricks sind angemessen gut, da gibts nichts zu meckern. Ant-Man and the Wasp stehen in den Startlöchern, da erwarte ich einen ähnlich guten Film.

Fazit: leichter, gut gelaunter Unterhaltungsfilm.

Kritik: Avengers: Infinity War

Jetzt der bisherige Höhepunkt des Marvel Cinematic Universe: Avengers: Infinity War. Alle bisherigen Filme stellten die Figuren vor, die in diesem Film mehr oder weniger wahllos auftreten und zur Hälfte umkommen. Da es einen Zeitstein gibt, gehe ich davon aus, dass die meisten der Helden überleben werden, daher machte ich mir da erst mal nicht so viele Sorgen.

Der Film hat die Herausforderung, eine umfassende Geschichte zu erzählen, so viele Superhelden wie möglich sinnvoll auftreten zu lassen und dabei plausibel zu machen, warum die ganzen Helden nicht gewinnen können (in Teil 1).

Schwierig. Und nur zum Teil gelungen.

Zunächst der Bösewicht: böse, ja, aber komplett aus dem Computer in “nicht gut”. Das zieht schon mal aus dem Film raus. Auch die Motivation von Thanos ist mehr als dünn und mit “unlogisch” nett umschrieben.

Dann die Helden: offensichtlich sorgt Thanos für Spontanverblödung bei Superhelden, anders lassen sich deren Aktionen nicht erklären. Hat schon was von Karl May, der Thanos.

Unabhängig davon sind die Einsätze der Helden qualitativ sehr unterschiedlich: gut die Guardians, Captain America, Doctor Strange, Iron Man. Schlecht: die Guardians, Iron Man, Spiderman, Black Panther, Black Widow, Thor. Ganz schlecht: der Hulk. Mittelmäßig: die anderen.

Tricktechnisch kann man dem Film nichts vorwerfen, das ist schon State of the Art.

Fazit: unterhaltsam mit vielen Schwächen, eher meh.

Kritik: Deadpool 2

Mister Pool schlägt wieder zu. Nachdem mir der erste Teil bereits ausnehmend gut gefallen hat, freute ich mich schon entsprechend auf den zweiten Teil.

Die Freude war nicht umsonst, der Film ist gut bis sehr gut mit starken Abzügen in der B-Note “Story”.

Zum Guten: Action satt, coole Sprüche, schnelle Inszenierung, gute Figuren, gute Schauspielerinnen, gute Schauspieler.

Zum Schlechten: Klischees, Klischees, Klischees. Wann habe ich das letzte Mal so eine schamlos einfache und unoriginelle Geschichte gesehen? Fridging? Ernsthaft? Da nutzt es auch nicht, sich selbst darüber im Vorspann lustig zu machen oder im Film öfter zu erwähnen, dass bestimmte Elemente “simply lazy writing” sind. Da kann man sich einfach die Mühe machen, das zu verbessern.

Ich meine, wir reden von Deadpool. Da brauche ich keine Motivation des Charakters oder eine stringente Geschichte oder was auch immer. Deadpool!

Fazit: sehr guter, unterhaltsamer Film mit sehr schwacher Geschichte.

Kritik: Black Panther

Und noch ein Film, der mit Vorschusslorbeeren daherkam, wie sie nicht größer sein können: Black Panther. Und wieder ein Marvel-Held, der mir völlig unbekannt ist.

Black Panther, das ist der König von Wakanda, einem versteckten Land in Afrika, das technisch dem Rest der Erde überlegen ist, diese Überlegenheit aber versteckt, um sich nicht in die Weltgeschichte einmischen zu müssen. Diese Tradition wird vom männlichen Königshaus hochgehalten, während die Schwester der Panthers bevorzugen würde, wenn sich das Reich endlich auch mal zugunsten der schwarzen Menschen einsetzen würde. An sich ein oker Gedanke, der jedoch abgeschmettert wird. Bis der Bösewicht das Gleiche fordert wie die Frau und damit natürlich mehr Gehör findet. Nachdem er getötet wurde.

Ja, die Geschichte klingt komplizierter und schlechter als sie ist, der Film ist zunächst einmal ein wirklich guter Actionfilm mit sehr gelungenen Charakteren und kleinen (sehr kleinen) Mängeln in der Ausführung. Es gibt ein paar Verwirrungen, ein paar Irrungen, es gibt unglaublich gut aussehende Hauptcharaktere (vor allem der Böse – zum Zungeschnalzen). Leider gibt es auch ein paar Logikprobleme innerhalb des Films und auf den weißen Sidekick wurde leider auch nicht verzichtet, alles aber verschmerzbar.

Leider wurden auch die weiblichen Charaktere nicht so eingebunden, wie sie es verdient hätten, sie waren deutlich interessanter als der Panther.

Richtig gestört hat mich nur das Happy End, das reichlich unrealistisch daherkommt (ja ja, unrealistisch in einem Marvel-Film, ich weiß). Und die Abneigung gegen den Bösen, der sehr nachvollziehbare Gründe und das Recht auf seiner Seite hatte.

Fazit: ein sehr guter Film.

Kritik: Wonder Woman

Wonder Woman – ein Film der mit vielen Vorschusslorbeeren bei mir aufschlug – bester Film 2017 usw. usf. Die Kritiken überschlugen sich (idiotische Männer sowieso aus anderen Gründen), Inszenierung, Geschichte, Darstellerinnen, Darsteller – alles sollte stimmen und einen sehr guten Film hervorbringen.

Was soll ich sagen – stimmt alles.

Der Film ist konsequent und sehr gut von Patty Jenkins inszeniert, er nimmt seine Figuren und Geschichte ernst, bietet solide Action und verzichtet dabei nicht auf Humor – mal mehr, mal weniger albern. Gal Gadot bringt Wonder Woman rüber, sie kann schauspielern, rennen, kämpfen – Klasse. Chris Pine als Sidekick ist ok, leitet aber zu den Kritikpunkten über.

Denn obwohl der Film alles so richtig macht, dass man sowas von gut unterhalten aus dem Kino kommt, gibt es auch Dinge, die ein wenig hapern (wie der Satzbau dieses Satzes). Chris Pine als Sidekick hatte eine zu große Rolle, der Bösewicht war nicht wirklich böse, das Friede-Freude-Eierkuchen-Ende war deplaziert, ein paar mehr gute Frauenrollen hätten sein können.

Aber das sind wirklich nur kleine Punkte in einem grandiosen Film.

Fazit: ja, so soll das sein!