Kritik: Rammstein: Paris

Ein Konzertfilm über das Paris-Konzert von Rammstein vom März 2012. Das Konzert war Teil der “Made in Germany 1995–2011”-Tour, wir hatten das Konzert in der O2-World gesehen. Habe ich nicht drüber geschrieben, war aber eines der besten Konzerte von Rammstein und überhaupt, die ich gesehen habe. Eine Band mit einem Riesen-Ego, die ein Konzert spielen über mehrere Bühnen, mit Pausen dazwischen, genialen Einfällen, Brücken über die Bühne, peitschenden Bandmitgliedern, “Mann gegen Mann”, was soll ich sagen – schaut es Euch selbst an.

Dafür ist der Film gut geeignet, ist natürlich nicht so gut wie live, aber Regisseur Akerlund hat sich halbwegs zurückgehalten mit Extremschnitten und Nachverfremdung, so dass man sich das Konzert gut ansehen kann. Es hilft natürlich, wenn man laut machen kann. Und eine große Leinwand hat.

Daher waren wir im Zoo-Palast, um das Atmos-Kino mal auszureizen. Das Kino selbst war eine eher zwiespältige Erfahrung. Einerseits große Leinwand, guter Sound. Andererseits offene Türen mit viel Nebenlicht und undisziplinierten Ordnern. Wir waren danach nicht noch mal in diesem Kino.

Fazit: sehr guter Konzertfilm eines denkwürdigen Konzerts.

Kritik: Dr. Mark Benecke

Wer kennt ihn nicht, Dr. Mark Benecke? Sieht nicht nur schillernd aus, hat auch eine schillernde Vergangenheit hinter sich – Experte für radioeins, davor lange Zeit bei RTL, kennt sich also in den Niederungen der menschlichen Natur aus.

Dr. Benecke gibt Vorträge zu Themen der Gerichtsmedizin, wir hörten bisher “Hitlers Schädel und Zähne” sowie “Professor Otto Prokop”.

Was soll ich sagen – es waren jeweils Klasse Abende, wir hatten mit Bedacht Abende herausgesucht, bei denen wenig krasse Bilder gezeigt wurden, das würde ich dann doch nicht vertragen.

Dr. Benecke erzählt mäandernd aber sehr nett und nachvollziehbar über seine Erlebnisse und Gedanken, im einen Fall zu seinem ersten Lehrmeister Otto Prokop, im anderen Fall über seine Reise zu Hitlers Schädel in den Kreml. Lehrreich, unterhaltsam, nachdenklich machend.

Wer die Chance hat, Dr. Benecke live zu sehen – geht hin!

Kritik: Doctor Strange

So so, ist das auch schon wieder anderthalb Jahre her, dass Doctor Strange in die Kinos kam.

Ob das nun gut oder schlecht ist, dass ich mich im Marvel-Universum kaum auskenne – ich weiß es nicht. Einerseits kann ich mich den FIlmen unbelastet nähern. Andererseits entgehen mir etliche Querverbindungen, Witze, Anspielungen etc., die geneigte Fans erkennen.

Wie dem auch sei, der Film beginnt mit der Vorstellung des äußerst unsympathischen Doctor Strange (Benedikt Cumberbatch) und seiner Superheldenwerdung. Ich will nicht zu viel verraten, aber die fand ich mal im Rahmen des Superheldengenres ok umgesetzt. Dabei hilft auch Cumberbatch, dem mal wieder eine Rolle auf den Leib geschrieben zu sein scheint. Er ist ein Arsch, der aber nicht an seiner Heldwerdung verzweifelt.

Mir gefiel auch die viel kritisierte Rolle der Ancient One, gespielt von Tilda Swinton, vor allem in der Kritik wegen des Whitewashing. Hier kommt mir die Unkenntnis des Originalmaterials zu Gute.

Die Geschichte ist nicht unbedingt originell – Held verliert alles, wird Superheld, muss sich bewähren. Die Nebenfiguren sind gut besetzt, die Chemie stimmt, die Handlung wird durch äußerst trockenen Humor aufgewertet.

Die Tricks des Films sind sehr gut umgesetzt, das ist oft ein Schwachpunkt der heutigen[tm] Filme – zu viel zu wollen und zu wenig zu können. Und alles zu animieren, was nicht bei drei auf den Bäumen ist – Uncanny Valley anyone?

So weit, so gut. Dann kommt das Finale des Films.

Selten war ich so begeistert von einem Finale. Die Auflösung der eigentlich unlösbaren Situation hat es in sich und mich komplett auf dem falschen Fuß erwischt. Genial.

Fazit: sehr guter Film im Reigen der sehr stark schwankenden Avengers-Einführungsfilme.

Kritik: Der Nussknacker

Kann ja nicht alles nur Kino sein, zur Weihnachtszeit gehört ein Tschaikowski-Ballet zwingend dazu. Da die Staatsoper 2016 noch geschlossen war, musste der Nussknacker in der Deutschen Oper herhalten.

Die Inszenierung war leicht anders als in der Staatsoper, meinem Gefühl nach wesentlich kindgerechter, bunter, lustiger. Was für dieses Stück und die Weihnachtszeit auch nicht schlecht ist (ich schaue Dich an, Schwanensee-Inszenierung an der Deutschen Oper, die einem einen Stich ins Herz versetzt, wenn man merkt, dass es kein Happy-End geben wird, so dass man sich dann sehr, sehr traurig auf den Heimweg macht).

Das Ballet, die Musik, das Orchester, die Tänzerinnen und Tänzer – sie sind über jeden Zweifel erhaben.

Fazit: sehr gut, gerne wieder.

Kritik: The Accountant

The Accountant, ein Film mit Ben Affleck als Buchhalter, der gleichzeitig auch ein sehr guter Mörder ist.

In seiner Arbeit als freischaffender Buchhalter entdeckt er einen Betrug in einer Firma und als ihn diese rausschmeisst und ihm verbietet, seine Arbeit zu Ende zu führen, muss er alle umbringen, um die Bücher korrekt zu prüfen.

Klingt lustiger als der Film ist, beschreibt aber einen sehr soliden Actionfilm mit einer Ben Affleck angemessenen Rolle. Die Action stimmt, das Drehbuch ist durchaus originell, dreht einige Wendungen, bleibt dabei aber über den ganzen Film gesehen gradlinig.

Fazit: guter Actionfilm.

Kritik: Spectre

Spectre – der wahrscheinlich letzte Bond mit Daniel Craig – was für eine Enttäuschung.

Dabei fing der Film mit einer richtig guten Szene an, für Bond innovativ gedreht in einer Einstellung von der Straße bis zur Zerstörung eines Hauses. Ab da ging es bergab mit eingesprenkelten genialen Szenen.

So waren einige Setpieces erstaunlich gut und verströmten den Glanz eines Bond-Films, z.B. in der Wüste am Bahnhof.

Der Hauptteil des Films drehte sich aber leider um eine an den Haaren herbeigezogene, verwirrte, schlecht geschrieben Geschichte, die jegliche Logik vermissen ließ, nicht nur in der äußeren Welt, sondern auch in der inneren Welt des Films.

Dazu geniale Schauspieler, die für sinnloseste Szenen verheizt wurden, allen voran Christopher Waltz, aber was war das für eine creepy-eklige Szene mit Monica Bellucci?

Dazu kamen starke Probleme, den Film über die Zeit zu bringen, Füllszenen, Langeweile, dann wieder Over-the-top-Action, die nicht passte.

Nein, das war ein unwürdiger Abgang für Craig, der bei aller Kritik an seiner Interpretation der Rolle nicht der schlechteste Bond war.

Fazit: richtig schlecht, aber so richtig.

Kritik: Motörhead 2014

Ein eher archivarischer Eintrag: am 16.11.2014 waren wir bei Motörhead in der Schmelinghalle. Bei dem Konzert war Lemmy schon nicht mehr in Hochform, es war ein zwiespältiger Genuss. Auf der einen Seite Motörhead. Auf der anderen Seite bekommt es Lemmy nicht mehr hin, die Lieder zu spielen und zu singen.

Vorgruppen waren Skew Siskin und The Damned, ich erinnere mich ehrlich gesagt nicht mehr dran, ob sie gut waren. Wahrscheinlich schon.

Update: wie ich gelernt habe, hat uns The Damned sehr gut gefallen. Allen voran der Sänger.

Kritik: The Expendables 3

The Expendables 3 ist die dritte Fortsetzung der Expendables-Reihe, deren erster Teil ok war mit Hang zum Besseren aber auch einigen Aussetzern. Über den zweiten Teil ist genug gesagt wenn man anmerkt, dass JCVD mit Abstand der beste Schauspieler des Films war.

Nun also die Fortsetzung, die man sich anschaut, ja, warum eigentlich. Stallone ist ein Schatten seiner selbst, die Geschichte ist wahrlich nicht gelungen, die Action ist leider nur mäßig.

Dafür bekommt man fast alle Actionhelden der Vergangenheit serviert, Arnold Schwarzenegger mit einem gelungenen Auftritt, ebenso Auftritte von Mel Gibson, Wesley Snipes etc. pp., eher nicht gelungen.

Leider chargieren sich selbst die guten Schauspieler wie Statham oder Li durch ihre Rollen, es gibt keine nachvollziehbaren Handlungen, alles ist mies.

Fazit: mies.

Fahren am Pfingstsonntag

Fahren am Pfingstsonntag war wirklich sehr entspannt. Mit 130 auf der rechten Spur gleitet man dahin, ab und an ein Überholmanöver. Keine LKWs, einige Busse.

Selbst die schnell von hinten kommenden warten (bis auf eine Ausnahme), bis man überholt hat, um dann in Ruhe weiterzufahren mit 200. Und der LKW, der in der 80er-Baustelle überholen musste.

Dennoch alles in allem eine sehr empfehlenswerte Weise, den Urlaub abzuschließen.