Let the Hammer Faaaaaaaaaaallllllll

HammerFall waren am Mittwoch im Huxley’s, hatten wir noch nie gesehen, aber schon gehört, klingt gut, wenngleich etwas powermelodig – mal sehen, was live draus wird. Einlass 19 Uhr, Start 20 Uhr, also kamen wir so gegen halb acht an – da hatte die erste Vorband schon begonnen. Ist es so schwierig, auf das Ticket zu schreiben, wann das Konzert anfängt? Mist, sowas.

Erste Vorband war Death Destruction aus Göteborg (Gothenburg), ziemlich cooler und guter harter Metal mit einem Sänger, der beeindruckend gröhlen (in Ermangelung eines besseren Wortes) konnte. Gute Musik, Gesang hat mir auch gut gefallen – sehr gute Vorband. Sie hatten leider Pech, dass noch wenig Leute da waren, haben das Beste draus gemacht und bleiben in positiver Erinnerung. “Can I get a Fuck Yeah!”

Danach kurze Umbaupause, bei der wir feststellten, dass der Einzige, der im Raum rauchte, der Tonmeister war ūüôĀ

Danach Amaranthe. Puh, schwer, was dazu zu sagen. An sich sehr gute Lieder einer Band mit Schlagzeug, Bass, Gitarre und drei(!) Sängern. Ein Metalgröhler, ein Hip-Hopper (oder Rapper?), und die hoch singende Frau (Irina? heißt eigentlich Elize). Durch die drei Sänger wurden die Lieder kaputtgemacht. Was nicht heißen soll, dass sie schlecht waren, aber zwei Sänger weniger und es wäre toll gewesen. Erstaunlicherweise egal, welche zwei man wegnahm. Abgesehen davon störte mich, dass das wie gecastet aussah: der Metaller, die Metalfrau und der Rapper. Am Ende gefielen uns die Lieder etwas besser, kann sein, dass sie besser wurden, kann sein, dass wir uns daran gewöhnt hatten, wer weiß. Außerdem werde ich alt, noch vor zehn(?) Jahren hätte es gereicht, die Frau auf die Bühne zu stellen und es wäre ok gewesen ūüôā

Umbaupause für Vicious Rumors. Aus Kalifornien, San Francisco Bay Area. Das war dann mal ein ganz anderes Kaliber. Sänger Brian Allen mit Kardinal-Richelieu-Frisur, zwei Gitarren, ein Bass, Schlagzeug (das kleinste Schlagzeug des Abends mit Larry Howe besetzt, bei dem ich dauernd einen Schlaganfall befürchtete – großartig). Unglaublich schneller Metal mit wunderbar hohem Gesang, dabei kraftvoll und mitreißend. Ja, das hatte sich schon mal gelohnt. Keine Sekunde Langeweile, kein Gerede zwischen den Stücken, einfach draufgehalten.

So angefixt ging es über zu HammerFall, die unbekannte Größe. Wird es so schnarchig wie manches Stück oder schließen sie an die Vorbands an?

Tja, hatte ich das Wort “beeindruckend” schon benutzt? Beginn mit komplett rot von hinten angestrahlter Bühne, Gitarristen cool in Pose gesetzt (aber keine Poser, trotz verschiedenster Choreos, war aber nicht schlimm), fingen sie laut und schnell an. Dann noch Joacim Cans auf die Bühne und ab ging das Konzert. Sehr gut. Nichts zu beanstanden. Selbst die längeren Zwischenpassagen waren nett vorgetragen, viel Mühe, auf das Publikum einzugehen. Auch die langsamen Lieder wurden vorsichtig angekündigt und waren ok (im Sinne von ertragbar, danach ging es auch wieder richtig zur Sache). Gitarrist Oscar Dronjak ist ein Held, so unglaublich dünn, so unglaublich schnell. Schlagzeuger Anders Johansson sieht ein wenig (von vorn) aus wie Ron Perlman und ist der erste Schlagzeuger, den ich gesehen habe, der sich kaum bewegt und trotzdem schnell trommelt. Und der Bassist ist einfach cool.

Nach zwei Stunden war es dann vorbei, eine gute Mischung von alten und neuen Lieder, nettes Publikum, schöne Halle, gutes Konzert.

Insgesamt waren wir gegen Mitternacht raus, für 32 Euro haben wir da echt viel und auch sehr gute Bands gesehen. Und es war kaum zu entscheiden, wer den Wettbewerb der schönsten/längsten Haare gewonnen hat. Ich zumindestens nicht.

Fazit: wer HammerFall mal live sehen kann, sollte das auch tun. Ich war schwer beeindruckt.

George Michael – das langsamste Konzert der Welt

Am Montag war George Michael in der O2-World mit “Symphonica – The Orchestral Tour“.

Ich hatte eine Karte geschenkt bekommen unter dem Motto “Back to the Eighties”. Das hat nicht so ganz geklappt, aber von Anfang an.

Die B√ľhne, sehr geschmackvoll gestaltet, wird von einem Vorhang verdeckt, das Konzert beginnt bei geschlossenem Vorhang. George Michael singt das erste Lied (Through, komplette Setlist hier), auf halbem Weg geht der Vorhang auf und gibt die B√ľhne frei, ein Mittelgang ist frei, rechts und links das Orchester, so ungef√§hr wie bei “Minnie the Moocher” im Blues-Brothers-Film. Die meiste Zeit sitzt George Michael auf einem Stuhl oder steht singend da, w√§hrend die Leinwand hinter ihm psychedelische Fraben, geometrische Gebilde oder Filme bzw. Bilder zeigt. Ab und an wird auch George Michael gezeigt, ganz angenehm, wenn man etwas weiter weg sitzt (so wie ich).

Ein langsames Lied jagt das n√§chste, man wird von George Michaels Stimme gefangen, bei “Going to a Town” hat er mich das erste Mal auch wirklich tief gefesselt. Andererseits hatte ich den Vorteil, sehr ausgeruht zu sein und das bietet sich an, denn “Kissing A Fool” ist das schnellste Lied der ersten H√§lfte und im zweiten Teil vor der Zugabe reisst nur “Praying For Time” ein Loch in das Arrangement von klassischen langsamen Swingliedern aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts.

Nachdem alle schon dachten, dass in George Michael keine Action mehr drin ist, kam plötzlich in der Zugabe der Pop-George raus, schnell, mitreissend, ein Medley singend. Halle tobt. Dann noch ein langsames Lied zum Abschluss und die Zuschauer sind entlassen.

Was soll ich sagen: ich hatte etwas anderes erwartet. Ich habe sehr sch√∂ne Lieder bekommen, die sehr gut gesungen wurden, George Michaels Stimme ist beeindruckend. Lebensbejahend ist allerdings anders. Das sollte man wissen, wenn man zum Konzert geht, der Meister sagte selbst am Anfang, das wir am Ende noch eine Chance zum Mitsingen bekommen w√ľrden und man bekommt auch wirklich nur am Ende kurz Pop geboten. Den beiden Frauen neben mir (sch√∂n wei√ü angezogen) reichte das z.B. nicht ganz aus, sie waren doch eher entt√§uscht, wie ich zu erkennen glaubte.

Fazit: schönes Konzert, ausgeruht hingehen und Musik genießen.

Rammstein Echo 2011

Rammstein hat den Echo 2011 gewonnen in der Kategorie “Bestes Video National”. Interessant ist, dass sie mit “Ich tu’ Dir weh” gewonnen haben, dem Lied, das indiziert und erst durch ein Gericht wieder vom Index gestrichen wurde.

Rammstein-typisch die Dankesrede

Ja, sowat kann passieren, wenn dat Publikum den Preis ausw√§hlt. – Und wir wollen uns herzlich bedanken bei Vattenfall. Sonst w√§r’s hier dunkel.

Die Verleihung (Dank ab ca. 2:45):

Das Gewinner-Video “Ich tu’ Dir weh” (Lautsprecher auf, B√§sse rein):