Kritik: Die Simpsons

Der Simpsonsfilm: sehenswert. Die Zuschauer: oh je.

Ich bin bekennender Nichtseher der Serie, weniger aus Abneigung, vielmehr aus Zeitmangel und weil ich das Glück habe, nicht sofort gefangen worden zu sein. Trotzdem kenne ich die meisten Figuren der Serie, kann sie einordnen, kenne einige Gags etc.

Zum Glück ist dieses Wissen nicht notwendig, um sich bei dem Film zu amüsieren. Wahrscheinlich erhöht sich aber der Spaßfaktor, wenn man Insidergags erkennt (der Krankenwagen an der Schlucht, wie mir die hinter uns sitzenden Zuschauer lautstark verkündeten). Der Film ist keine lange Fernsehepisode, sondern ein eigenständiger FIlm mit einer tragenden Geschichte, Effekten für’s Kino, kurz: gelungen.

Nach den Ausschnitten, die ich im Fernsehen gesehen habe, ist die englische Fassung dringend zu empfehlen, nicht nur der Stimmen wegen, auch wegen teilweise falsch übersetzter Gags. Das Englisch ist sehr gut zu verstehen, lediglich Homer macht manchmal Schwierigkeiten.

Die Zuschauer hinter uns waren die Hölle. Sie kamen rein, brüllten rum, unterhielten sich, holten sich Bier, stießen an und führten das fort, bis der Film zu Ende war. Zum Glück gingen sie bei Beginn der Abspanns. Ich wünschte mir Walter Moers Kinopolizei. Und ab in den See!

Fazit: Sehbefehl

Spider-Pig, Spider-Pig,
does whatever a Spider-Pig does,
Can he swing, from a web?
No he can’t. Cause he’s a pig.
Look out! He is the Spider-Pig.

Kritik: Death Proof

Death Proof – der erste Film der beiden Grindhouse-Filme von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez.

Kurzzusammenfassung: langweilig.

Es ist wie in Space Jam: die Außerirdischen haben Tarantino sein Talent geklaut. Es ist erstaunlich, wie man so einen technisch guten Film drehen kann, bei dem es excellente Szenen gibt, wie man aber überhaupt kein Gefühl dafür haben kann, welcher Schnitt zu setzen ist, wann eine Szene zu lang ist – kurz jegliches Timing vermissen lässt. Leute, die bereits bei Kill Bill 2 den Knüller erwartet und einen lauen FIlm bekommen haben, werden – wie ich – ein Deja Vu bekommen.

Es gibt zwei Szenen, eine in der Mitte des Films (ab der Abfahrt von der Bar) und das Ende (ab der Abfahrt vom Haus), die zeigen, welche Gelegenheit verschenkt wurde. Insgesamt war der zweite Teil des Films besser gelungen. Vor allem die kurze schwarz-weiß-Szene war klasse.

Ansonsten referenziert sich Tarantino selbst bis zum Erbrechen. Jeder seiner vorigen Filme wird zitiert, er muss natürlich mitspielen, der Texaner auch, ich hatte nur auf Uma Thurman gewartet. Dafür gab es wieder Fußfetisch, endlose Dialoge (nur selten witzig, weil zu lang), alte Musik und endlose Arsch-und-Titten-Szenen, die so lieblos wie selten inszeniert waren.

Insgesamt merkt man: ich war enttäuscht. Dem restlichen Publikum schien es gefallen zu haben, einige klatschten sogar. Was weiß ich, warum.

Fazit: wem bereits Kill Bill 2 zu schwach war, sollte das Stück meiden, oder wenigstens mit ganz niedrigen Erwartungen reingehen.

Mal sehen, wie Planet Terror wird, falls der hier mal rauskommt.

Kritik: Casshern

Casshern – beeindruckend.

Ein moderner Film nach einem Anime aus den siebziger Jahren – das mussten wir sehen. Und es hat sich gelohnt. Es ist unglaublich, welche visuelle Kraft man in einem Film entfalten kann, wenn man sich von festgefahrenen Sehgewohnheiten löst. Das ist einer der Gründe, warum ich so gerne Anime sehe.

Der Film nimmt große Anleihen an der visuellen Sprache des Originals, bis hin zu zeichnungsartigen Animationen, die im Film auftreten. Dagegengestellt wird eine interessante Geschichte, die stellenweise etwas lang ist, was beim Sehen aber nicht stört.

Einziges Problem für mich (wie immer) ist die Identifikation der Personen, wenn sie sich zu ähnlich sehen (für Japaner wahrscheinlich völlig unterschiedliche Personen). Der Geschichte kann man trotzdem gut folgen.

Sehempfehlung.

Kritik: dt. Synchro von “Die Mumie”

Gestern kam “The Mummy” im Fernsehen, ein sehr vergnüglicher, humorvoller Film – wenn man das englische Original sieht.

Was die deutsche Synchro wieder daraus gemacht hat, ist ein eindrucksvolles Plädoyer für weniger Synchro und mehr Untertitel. Das fing bei den “lustigen Stimmen” an, die nichts, aber auch gar nichts mit dem Original zu tun haben. Welche Zielgruppe soll damit abgeholt werden? Kinder? Police-Academy-Seher? Damit wurde schon “Beverly Hills Cop” verlustigt.

Da fielen die grottenschlechten Dialoge kaum noch auf. Nicht, dass der Film im Original shakespearesche Qualitäten offenbaren würde, aber er nimmt die Zuschauer ernst, ohne Gaga-Furz-Humor.

Wir haben dann weggeschaltet, es war einfach zu schlimm.

Kritik: The Tiger Blade

Seua khaap daap – thailändische Action um einen Polizisten (der Tiger Blade heißt), nicht um das Schwert, wie ich ursprünglich dachte.

Ein teilweise sehenswerter Film. Die Actionszenen sind gut gemacht und gut gefilmt. Die Einfälle während des Films sind gut bis sehr gut, manchmal überdurchscnittlich innovativ oder nett anzusehen. Dafür springt die Handlung voran, ich weiß nicht, ob das für Thailänder besser zu verfolgen ist, ich konnte dem inneren Zusammenhang des Films manchmal nicht folgen. Der Handlung schon.

Insgesamt Sehempfehlung, wenn man für wenig Geld rankommt, Trash mit guten Ideen, der nicht über die ganze Zeit unterhält.

Kritik: Die Hard 4.0

Live Free or Die Hard ist einfach ein guter Film.

Ich hatte so meine Bedenken, denn Bruce Willis ist alt, der zweite Teil war mies, der dritte gefiel mir ausnehmend gut. Der Trailer ließ auch nichts Gutes vermuten, meine Erwartungen waren also im Keller.

Was dann kam, war überwältigend. Ein gut aufgebauter, gut gespielter Film, bei dem die Handlungslöcher zwar groß sind, was aber nicht stört, weil die Leute sympatisch sind und Bruce Willis mitspielt. Ich hoffe, die dt. Synchro versaut den Film nicht, laut Kalkofe soll sie aber gelungen sein. Lediglich die neue Hollywood-Moral bringt uns um den Die-Hard-typischen Spruch, verstehe einer die Amis.

Klare Sehempfehlung.

Kritik: Shrek 3

Shrek The Third ist nicht ganz so lustig wie seine Vorgänger aber immer noch extrem unterhaltsam.

Die Latte ist durch die Vorgänger natürlich sehr hoch gelegt, so dass man da schon ins Straucheln kommen kann. Die erste halbe Stunde habe ich Tränen gelacht (der Frosch!), danach wurde es etwas gemächlich und sogar besinnlich. Das war dann auch der nicht so spannende Teil, wenngleich in bewährter Manier die zeigefinger-Stellen kurz darauf wieder aufgelöst wurden.

Insgesamt eine Empfehlung für den Film, wenngleich die Reihe damit ein Ende finden kann.

Kritik: Hot Fuzz

Hot Fuzz – ein Film über Mord und Totschlag in einem englischen Dorf.

Nachdem ich “Shaun of the dead” immer noch nicht gesehen habe, wollte ich wenigstens “Hot Fuzz” sehen, um mir einen Eindruck über die Macher holen zu können. Jetzt suche ich nach “Shaun of the dead”!

Hot Fuzz ist einfach ein guter Film. Von Anfang bis Ende faszinierend, gut gespielt, viele bekannte Schauspieler, die dem Film eine besondere Note verleihen. Keine übertriebene Pietät (um es vorsichtig auszudrücken) stört den Tod bei seiner Arbeit.

Insgesamt sehr lustig, wenngleich manchmal etwas hart. Aber wen stört das schon.

Chauvinismus in der ARD

Die Sportredaktion in der ARD sollte sich schon Gedanken machen, wer als Kommentator und Bildregisseur für das Damen-Pokalendspiel gewählt wird. Ich kann gerne auf Kommentare wie

Da hat sie sich für das Pokalendspiel schön gemacht.

verzichten. Ich kann auch auf die Geringschätzung der Bildregie verzichten, die mitten im Spiel zeigt, wie der Präsident von Nürnberg seine Fans begrüßt.

Dortmund

heute war ich in Dortmund und habe mich dort von Hauptbahnhof zum Technologiezentrum und zurück bewegt.

Vielleicht liegt es an der eingeschränkten Welt, die ich zu sehen bekam, aber Dortmund ist bisher die häßlichste Stadt, die ich gesehen habe. Und ich war in Braunschweig und Wolfsburg.

Die Häuser kaputt, angeranzt, die Geschäfte geschlossen oder Sexshops.

Aber der Signal-Iduna-Park sieht gut aus. Von der Autobahn.