Kritik: I Am Legend

I Am Legend, eine Neuverfilmung mit Will Smith von Filmen mit Vincent Price und Charlton Heston, alle drei basierend auf einer Kurzgeschichte von Richard Matheson.

Ich muss gestehen, den Vincent-Price-Film habe ich nicht gesehen und den Omega-Mann mit Charlton Heston teilweise als Kind. Den fand ich aber beeindruckend.

Jetzt Will Smith, der eine gute Leistung abliefert. Der Anfang ist ein Griff ins Klo, die ganze Szene mit dem Rotwild hat nicht funktioniert. Danach wird der Film besser bis gut, konzentriert sich auf Will und seinen Hund. Hat mir gut gefallen.

Dann kommen die, sagen wir, Viecher, Vampire, Untoten, Kranken; wie auch immer. Sowas von schlecht kreiert habe ich auch schon lange nicht gesehen. Zerstört wieder viel vom Ambiente. Ganz schlechte irgendwas-muss-passieren-Szene, mit tödlichen Beinverletzungen, die nach der Behundung plötzlich doch nicht so schlimm ist. Schlecht. Wieder besser werdend mit den Ankömmlingen. Dann kommen wir auch schon zum Ende, das mit dem Angriff der Kranken beginnend immer schlechter wird, bis es in einem miesen Schluss verpufft.

Fazit: trotz des eher negativen Kommentars habe ich mich gut unterhalten gefühlt, weniger (keine) Religion, bessere Untote und ein anderer Schluss hätten Wunder gewirkt. So nur ein guter Film.

Kritik: AvP 2

Aliens vs Predator – Requiem ist der zweite Kinofilm zum Thema AvP. Nachdem mir der erste Teil gut gefallen hatte und ich auch Alien 4 oder Predator 2 überstanden habe, war ein Kinobesuch Pflicht.

Der Film hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck.

Die Handlung knüpft direkt an das Ende des ersten Teils an, ohne die dort eingeführte Heldin zu übernehmen. Stattdessen wird ein amerikanisches Städtchen mit Insassen Ort des blutigen Geschehens. Die Handlung ist stark an Aliens angelehnt, massenweise Referenzen auf diesen Film.

Auf der Haben-Seite ist zunächst die kompromisslose Umsetzung zu nennen. Tabus gibt es kaum, jedesmal, wenn ich dachte: “Sie werden doch nicht…”, dann haben sie. Insofern sehr unterhaltsam. Auch wenn ich die Dorfschöne nicht… Die Handlung wird straff durchgezogen, keine Langeweile oder Pausen. Die Geräusche und die Echsen sind hervorragend. Da kam bei mir Stimmung und Wehmut über vergangenes Staunen bei Aliens auf.

Auf der Soll-Seite steht die teilweise unbeholfene Inszenierung. Sinnlose Kameraschwenks, seltsame Einstellungen lösen andere, hervorragende Szenen ab. Der Predator kommt nur vor, weil er im Filmtitel steht. Seine Rolle ist schwach und unbedeutend. Er hätte ohne Bedenken weggelassen werden können und das ist bei solch einer starken Figur einfach schade. Seine Animationen sind auch mit Abstand die schlechtesten, Höhepunkt die flummiartigen Klettereinlagen am Kraftwerk. Und das Ende, ja, das Ende: ganz schwach.

Fazit: unterhaltsamer Film, der deutlich besser hätte sein können, wenn man Kleinigkeiten (und den Predator) überarbeitet hätte. So nur ein guter Film.

Kritik: Sleuth

Sleuth (im dt. 1 Mord für 2) ist ein Kammerspiel für zwei Personen, das, wie ich annehme, aus dem Theater stammt.

Schön gegliedert und von Michael Caine und Jude Law gespielt, ist der Film übersichtlich.
Die ersten zwei Akte sind grandios, lustig, einfallsreich, überraschend. Leider fällt der dritte Akt und damit das Ende stark ab. Zwar immer noch einfallsreich, ist die Leichtigkeit abhanden gekommen, die die ersten Akte auszeichnete.

Trotzdem ein gelungener Film.

Kritik: Alien vs. Predator

Wo ich gerade bei Filme von Paul W.S. Anderson gewesen bin, gleich noch Alien vs. Predator hinterher (der Mann hat erstaunlich viele gute Filme gedreht, darunter Event Horizon oder Resident Evil). Zum Einen wollte ich den Film mal wieder sehen, zum anderen läuft ja derzeit der zweite Teil, da will man vorbereitet sein.

Der Film fängt schwach an, das muss man sagen. Die Kennenlernszenen der Opfer sind ok, danach ganz schwache Computergrafiken. So richtig genießen kann man den Film erst ab der Ankunft auf dem Schiff, dann ist er aber wirklich gut.

Erstaunlicherweise sieht das der Regisseur ähnlich (zumindestens die Hubschrauberszene), den gesamten Audiokommentar kann ich nur empfehlen. Sehr kurzweilig und interessant. Und Lance Henriksen hat eine Stimme…

Wie gesagt, nach dem schwachen Beginn geht es gut los, Abenteuer, Helden, Tote. Dann Aliens und Predatoren, die gut miteinander harmonieren. Keine nervigen Kinder, die Frauenrolle ok besetzt, keine Sexszenen – was will man mehr?

Dazu reichlich Insiderwissen der alten Filme und kleine Anspielungen – wie die Morsezeichen am Anfang des Films. Der größte Brüller natürlich die angedeutete Messerszene von Weyland. Wie gesagt – der Audiokommentar erläutert sehr viel.

Kritik: Soldier

Soldier, der im Deutschen(!) “Star Force Soldier” heißt, ist ein faszinierender Film aus dem Jahr 1998.

Zunächst einmal spiel Kurt Russell mit, den ich durchaus gerne sehe, wenngleich er auch schon Gurken gedreht hat… Aber halt auch extrem gute Filme.

In diesem Film ist ein ein Soldat, der in eine rudimentäre Zivilisation geworfen wird, um zu erkennen, dass er außer Soldatsein nicht viel kann. Also ein hochphilosophischer Film 🙂

Nein, der FIlm ist, und hier trifft das Wort zu, cool. Kurt spricht nicht mehr als nötig, genau 104 Worte. Darunter den schönen Satz: “I’m going to kill them all, Sir!”. Und das tut er dann auch. Die Schauspielerei beschränkt sich auf zwei Gesichtsausdrücke. Und das reicht.

Wichtig: die Kinderrolle (ja, es gibt eine), ist nicht nervig. Wo gibt es das schon. Außerdem versorgt uns Paul W. S. Anderson mit Referenzen, Insiderwissen etc.

Bleibt nur vor der geschnittenen Fassung zu warnen, die wohl heute wieder auf Pro7 laufen wird. Nicht genießbar.

Und ständig dieser Lärm

Nein, wir waren nicht beim Ärzte-Konzert, laut war es trotzdem: “everything louder than everything else”.

Ja, Motörhead gaben sich wieder einmal die Ehre, wie jedes Jahr zum Abschluss desselben. Drei Vorbands waren angesagt, 20 Uhr der Beginn, das heißt, frühzeitig da sein, um alles zu sehen. Wir trudelten gegen halb acht ein und kamen natürlich für die erste Band zu spät.

Diese hieß “Valient Thorr” und bestand aus dickbäuchigen oberkörperfreien Bartträgern mit langen Haaren. Diese rockten gerade das Ende ihres Auftritts herbei und hinterließen den Eindruck, dass ich sie gerne gesehen hätte. Lieber als die folgende Band “Skew Siskin”.

Wir traten nach vorne zu den Boxen, unser Standplatz für den Abend. Diese waren so hoch wie ich, doppelt so breit wie hoch, und obendrauf noch einmal ordentlich. Entfernung: ein Meter. Yeah. Ich höre jetzt wieder ohne Rauschen.

Skew Siskin bestand aus jungen Burschen, die mit einer Sängerin zusammenspielten, die Lemmy beim Krächzen nacheiferte. Dabei blieb sie sauber im Singen, technisch war an der Band nichts auszusetzen. Die Lieder waren allerding nicht unser Fall. Lediglich ein guter Rocksong mit einem Gitarristen von Iggy Pop und das letzte Lied gefielen uns.

Nach einer kurzen Umbaupause (erstaunlich schnell) traten “Overkill” auf, wer denkt bei dem Namen nicht auch sofort an Motörhead. Eine interessante Bandgeschichte (vor allem des Sängers), die mir zum Zeitpunkt des Auftritts noch unbekannt war, gibt es ja. Die Musik war für eine Vorband erstaunlich gut. Wenngleich der Sänger sehr hoch sang, was mir nicht so gefällt, gab es gute Musik auf die Ohren. Alle Bandmitglieder cool, gut, schnell. Besonders der Bassists hat es mir angetan. Die Band spielte lange, eine geschätzte Stunde, einziger Wermutstropfen der Fan der Gruppe, klein, kompakt, Stiernacken, der sich neben uns gestellt hatte und begeistert mitmachte. Danach tat mir der Arm weh. Erstaunlich: trotz Fantum konnte er die Worte “Fuck You” des letzten Liedes nicht mitsingen, er rief immer “äh äh”. Wir haben nachträglich gelacht, will ja nicht noch ein blaues Auge.

Es folgte eine längere Umbaupause, da die Boxen-Mikro-Kombination auf der rechten Bühnenseite Probleme bereitete. Nach einer gefühlten halben Stunde ging es weiter.

Jubel “We are Motörhead.” Jubel. “And we play Rock’n’Roll.” Mehr Jubel, erschlagen von Rock’n’Roll.

Die alten Männer (61+46+44) sind einfach unbeschreiblich gut. Wenn man drei Konzerte in seinem Leben hören kann, und keine Möglichkeit hat, zu den Berliner Philharmonikern zu gehen, muss man Motörhead, Metallica und Rammstein gesehen haben. Hilft nix. Motörhead kann man auch mehrmals genießen, dafür bekommt man auch besser Karten.

Moshen geht zu Motörhead gut, dieses Mal haben die Ordner de Leute immer wieder zurückgeschubst. Kam gut. Das Publikum gefiel mir dieses Mal auch besser, wenngleich ein Blick auf die Ränge erschreckende Immobilität zeigt. Da möchte man hochrufen: “Das ist Motörhead.” Aber wahrscheinlich wissen die das.

Anderthalb Stunden später war das Konzert vorbei. Keine Überraschungen, keine Ausfälle, lediglich die Akustikgitarre war schwer verstimmt, die Zeit wurde mit “I already wanted to say, you are the best crowd on this tour.” (Englisch von mir, der Welsh Wanker spricht natürlich fehlerfrei.) Der Schluss kam etwas überraschend, aber wir wollen uns nicht beschweren, es war ein gutes Konzert.

Jubel. “We are Motörhead.” Jubel. “And we play fucking Rock’n’Roll.” Abschlussjubel.

Videos von Motörhead?
Overkill
Ace Of Spades
Ramones
Sacrifice (mit hörenswertem Trommel-Solo ab 1:30 (Mikkey Dee ist das Tier))

Kritik: Wolfhound

Volkodav iz roda Serykh Psov – ein russischer Fantasy-Film nach einem Buch, das ich nicht gelesen habe, der bei uns nur auf DVD erscheint, den ich aber im Rahmen des Fantasy Filmfest gesehen habe.

Ein russischer Fantasy-Film, das weckt Erinnerungen an alte russische Märchenfilme und natürlich Wächter der Nacht (Nochnoi dozor), mehr habe ich in der Richtung nicht gesehen.

Ob die Handlung des Buches originell ist, das kann ich mangels Leseerfahrung nicht einschätzen, der Film ist zumindestens schamlos aus anderen Filmen geklaut, sei es Setting, Handlung, Orte, Verhaltensweisen. Trotzdem macht er Spaß und man verzeiht die Ruchlosigkeit, denn der FIlm hat etwas, was ich nicht genauer definieren kann.

Dabei werden meine Sehgewohnheiten konsequent ignoriert, plötzlich tauchen weiße Frauen auf, Schnitte sind hart und unvorhersehbar, Frauen sind eher androgyn, plötzlich kommt ein ganz und gar alberner Waldkämpferstamm in die Handlung, dabei wird jemand gerettet, der für die spätere Handlung völlig unwichtig ist. Man sieht – ich hatte so meine Schwierigkeiten.

Aber wie gesagt, der Film hat etwas und fasziniert. Lediglich das Ende ist komplett für die Tonne. Da wird mehrere Stunden (gefühlte 4-5) eine Handlung aufgebaut, ruhig und ohne Hast und dann scheint den Machern eingefallen zu sein, dass das Ende nah ist. Also husch-husch ein Ende gestrickt, die Computer ausgereizt, ohne gut zu wirken, die Fledermaus in die Handlung eingewoben (extrem albern) und dann noch das “Monty Python hat es schon in den Siebzigern verrissen”-Ende eingebaut inklusive Sonnenstrahlen etc.

Offensichtlichste Referenzen:
– Pathfinder: Stamm, Sümpfe, Hauptfigur
– Herr der Ringe: Sauron lebt, Ritt in die Berge, Farbgebung
– Indy 3: Steinbrücke

Fazit: guter Film mit schwachem Ende, in Ansätzen ok, muss aber noch reifen

Update: WP kann bei mir keine kyrillischen Buchstaben abspeichern, daher die Lautumschrift in den Titeln

Kritik: Rush Hour 3

Rush Hour 3, der letzte(?) Teil der durchaus erfolgreichen, wenngleich qualitativ eher mäßigen Rush-Hour-Reihe.

Ein erstaunlich lustiger Film, der in seinen guten Momenten richtig gute Gags zu zeigen weiß, die hintergründig sind und deren Pointen genau ins Schwarze treffen. Leider wechseln sich diese Szenen mit anderen ab, die so albern sind, dass man sich vor Fremdschämen im Kinosessel verkriechen möchte.

Dazu Kinobesucher, die gerade bei den plattesten Stellen am lautesten Lachen und sich diese Witze mehrfach danach im Kinosessel erzählen, um den vollen Genuss zu haben.

Wenn das zu negativ klingt: ich habe mich amüsiert. In der gesamten Reihe fand ich diesen Film vom Witzpotential her am besten, die Action wirkt teilweise gut, teilweise arg bemüht. Sind halt nicht mehr die Jüngsten. Wenngleich der Showdown in Ordnung ist.

Randbemerkungen: Chris Tucker ist dick geworden. Schauspieler sucht man in diesem Film vergebens. Die französische Polizei (Telefonbücher) und der französische Taxifahrer (“now I don’t know what it feels like to kill somebody for no reason”) sind einfach gut.

Fazit: reicht für einen vergnüglichen Abend gut aus.

Kritik: Transformers

Transformers von Michael Bay: der Trailer versprach schon viel, die Zwischenkritiken waren eher verhalten, die Kritiken nach Filmstart überschlugen sich. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Und sie wurden nicht enttäuscht.

Michael Bay holt endlich mal wieder aus, nach für mich eher misslungenen Filmen wie Bad Boys II (war mir zu überdreht), Pearl Harbor (nicht gesehen wegen Trailer, Thema und Ausgestaltung) und Armageddon (war einfach schlecht). Schon The Island war ein guter Film, Transformers toppt das Ganze noch.

Es gibt Action satt. Wo andere Filme den ganzen Film um eine Actionszene drehen, ist das hier ein Nebenprodukt einer viel größeren Zerstörungsorgie, die einfach Spaß macht. Die Gut-Bots sind teilweise nervig, ab und an geraten wir in kindgerechtes Fahrwasser, aber das ist die kurzgehaltene Ausnahme.

Überrascht hat mich, wie witzig der Film war, wenn die Action mal ruhte. Da gab es keinen Leerlauf oder öde Szenen. Gelungene Gags auf den Punkt gebracht.

Interessant auch die Einbindung der Armee: ich will auch eintreten. Der ganze Film ist auch ein Werbevehikel für Rekruten. Wer hat sich zuletzt getraut, einen Helikopter aus der Sonne fliegen zu lassen?

Fazit: Sehbefehl, nach Die Hard 4 der zweite richtig gute Actionfilm des Jahres.