Kritik: Cloverfield

Idioten, Deppen, Drecksäcke, Blödmänner…

Ich war mal wieder nicht allein im Kino und zwei Reihen hinter mir saß die Sitzreihe aus der Hölle. Mehrere junge Männer, an sich nicht blöd aussehend, die bereits die Werbung mit lustigen Sprüchen verschönerten. Im Film dann das übliche Schema. Spannung, leise. Daraufhin ruhigere Passagen: kommentieren des vorigen Teils. Oder lautes, lustiges Mitwimmern. Die Qualität der Bemerkungen auf dem Niveau von “Das war jetzt der Vorfilm” beim Abspann. Wo bleibt die FiPo?

Zum Film: Cloverfield ist ein komplett mit Handkamera gedrehter Film, der versucht, authentisch die Zerstörung von New York zu vermitteln. Wenn man sich dran gewöhnt hat und nicht nervös wird, ist das auch extrem gut gelungen.

Der Film fängt langsam an, wenn es aber losgeht, dann richtig. Die Effekte sind gut bis ok, durchaus auch mal einfallsreich, was das Äußere angeht. Die Schauspieler sind gut und glaubwürdig. Erstaunlich, wie oft man “Oh God” in einem Film sagen kann. Der Film ist zwar nicht übermäßig blutig, aber auch nicht zimperlich.

Auf dem Klo kam mir dann noch Andreas Pietschmann entgegen, falls ich das richtig erkannt habe. Ich habe aber nichts gesagt, was soll man auch in der Situation von sich geben? “Auch vor dem Becken machen Sie eine erstaunlich gute Figur und bei GSG 9 waren sie der einzige richtige Schauspieler?”

Fazit: gelungener Film, wenn man die Kamera erträgt.

Kritik: National Treasure: Book of Secrets

National Treasure: Book of Secrets ist der zweite Teil der erfolgreichen Serie um Ben Gates (Nicolas Cage), den Schatzsucher. Ich denke, “Serie” kann man sagen, da bestimmt weitere Teile folgen werden.

Der Film ist haargenau wie der erste Teil, nur mit anderer Handlung. Es gibt wieder Verschwörungen am laufenden Band, unglaubliche Entdeckungen und noch unglaublichere Gedankenassoziationen und Rätsellösungen.

Trotzdem bereitete mir der Film viel Freude (“Deine Freundin machte mir viiiel Spaß“, btw. im Englischen auch nicht schlecht: “You bleed like Mylee. Mylee… good FUCK!”), weil er lustig und leicht erzählt ist. Schön selbstironisch und mit guten Schauspielern besetzt. Ich habe mir sagen lassen, dass selbst die Synchronisation von Diane Kruger besser geworden sein soll.

Einzige Kritikpunkte: der Film war einen Tick zu lang, gerade hinten heraus mit der Platte; die Rolle von Ed Harris wurde gegen Ende komplett verhunzt; der Abschlussgag war mies.

Fazit: Höchst unterhaltsam.

Kritik: Hitman

Hitman, eine Computerspielverfilmung. “Hitman – Jeder stirbt alleine” ein deutscher Titel, für den es die Prügelstrafe geben sollte. Oder blenden und mit Schimpf und Schande aus dem Land jagen. Grummel. Wo war ich? Ach ja, Computerspiel. Das Spiel kenne ich, wenngleich ich es noch nicht gespielt habe, konnte ich mit der Situation und der Hauptfigur etwas anfangen.

Der Hitman ist cool. Und gut. Der Interpol-Mann geht so. Die Russen sind gut, der weibliche Sidekick auch, die anderen Killer ebenfalls. Damit sind die Grundlagen gelegt für einen schönen Actionfilm.

Und der Film hält, was er verspricht: geradlinige Action, konsequent durchgezogen, ein Hauch Erotik, aber nicht störend, gute Schauspieler und ein erstaunliches Maß an Ironie, die den Film auflockert, aber nicht zur Komödie verkommen lässt. Die Szene in der russischen Pampa, bei der eine Frau aus dem Kofferraum geholt wird – köstlich. Lautes Lachen.

Fazit: ein sehr guter, unterhaltsamer Actionfilm ohne große Schwächen.

Kritik: I Am Legend

I Am Legend, eine Neuverfilmung mit Will Smith von Filmen mit Vincent Price und Charlton Heston, alle drei basierend auf einer Kurzgeschichte von Richard Matheson.

Ich muss gestehen, den Vincent-Price-Film habe ich nicht gesehen und den Omega-Mann mit Charlton Heston teilweise als Kind. Den fand ich aber beeindruckend.

Jetzt Will Smith, der eine gute Leistung abliefert. Der Anfang ist ein Griff ins Klo, die ganze Szene mit dem Rotwild hat nicht funktioniert. Danach wird der Film besser bis gut, konzentriert sich auf Will und seinen Hund. Hat mir gut gefallen.

Dann kommen die, sagen wir, Viecher, Vampire, Untoten, Kranken; wie auch immer. Sowas von schlecht kreiert habe ich auch schon lange nicht gesehen. Zerstört wieder viel vom Ambiente. Ganz schlechte irgendwas-muss-passieren-Szene, mit tödlichen Beinverletzungen, die nach der Behundung plötzlich doch nicht so schlimm ist. Schlecht. Wieder besser werdend mit den Ankömmlingen. Dann kommen wir auch schon zum Ende, das mit dem Angriff der Kranken beginnend immer schlechter wird, bis es in einem miesen Schluss verpufft.

Fazit: trotz des eher negativen Kommentars habe ich mich gut unterhalten gefühlt, weniger (keine) Religion, bessere Untote und ein anderer Schluss hätten Wunder gewirkt. So nur ein guter Film.

Kritik: AvP 2

Aliens vs Predator – Requiem ist der zweite Kinofilm zum Thema AvP. Nachdem mir der erste Teil gut gefallen hatte und ich auch Alien 4 oder Predator 2 überstanden habe, war ein Kinobesuch Pflicht.

Der Film hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck.

Die Handlung knüpft direkt an das Ende des ersten Teils an, ohne die dort eingeführte Heldin zu übernehmen. Stattdessen wird ein amerikanisches Städtchen mit Insassen Ort des blutigen Geschehens. Die Handlung ist stark an Aliens angelehnt, massenweise Referenzen auf diesen Film.

Auf der Haben-Seite ist zunächst die kompromisslose Umsetzung zu nennen. Tabus gibt es kaum, jedesmal, wenn ich dachte: “Sie werden doch nicht…”, dann haben sie. Insofern sehr unterhaltsam. Auch wenn ich die Dorfschöne nicht… Die Handlung wird straff durchgezogen, keine Langeweile oder Pausen. Die Geräusche und die Echsen sind hervorragend. Da kam bei mir Stimmung und Wehmut über vergangenes Staunen bei Aliens auf.

Auf der Soll-Seite steht die teilweise unbeholfene Inszenierung. Sinnlose Kameraschwenks, seltsame Einstellungen lösen andere, hervorragende Szenen ab. Der Predator kommt nur vor, weil er im Filmtitel steht. Seine Rolle ist schwach und unbedeutend. Er hätte ohne Bedenken weggelassen werden können und das ist bei solch einer starken Figur einfach schade. Seine Animationen sind auch mit Abstand die schlechtesten, Höhepunkt die flummiartigen Klettereinlagen am Kraftwerk. Und das Ende, ja, das Ende: ganz schwach.

Fazit: unterhaltsamer Film, der deutlich besser hätte sein können, wenn man Kleinigkeiten (und den Predator) überarbeitet hätte. So nur ein guter Film.

Kritik: Sleuth

Sleuth (im dt. 1 Mord für 2) ist ein Kammerspiel für zwei Personen, das, wie ich annehme, aus dem Theater stammt.

Schön gegliedert und von Michael Caine und Jude Law gespielt, ist der Film übersichtlich.
Die ersten zwei Akte sind grandios, lustig, einfallsreich, überraschend. Leider fällt der dritte Akt und damit das Ende stark ab. Zwar immer noch einfallsreich, ist die Leichtigkeit abhanden gekommen, die die ersten Akte auszeichnete.

Trotzdem ein gelungener Film.

Kritik: Alien vs. Predator

Wo ich gerade bei Filme von Paul W.S. Anderson gewesen bin, gleich noch Alien vs. Predator hinterher (der Mann hat erstaunlich viele gute Filme gedreht, darunter Event Horizon oder Resident Evil). Zum Einen wollte ich den Film mal wieder sehen, zum anderen läuft ja derzeit der zweite Teil, da will man vorbereitet sein.

Der Film fängt schwach an, das muss man sagen. Die Kennenlernszenen der Opfer sind ok, danach ganz schwache Computergrafiken. So richtig genießen kann man den Film erst ab der Ankunft auf dem Schiff, dann ist er aber wirklich gut.

Erstaunlicherweise sieht das der Regisseur ähnlich (zumindestens die Hubschrauberszene), den gesamten Audiokommentar kann ich nur empfehlen. Sehr kurzweilig und interessant. Und Lance Henriksen hat eine Stimme…

Wie gesagt, nach dem schwachen Beginn geht es gut los, Abenteuer, Helden, Tote. Dann Aliens und Predatoren, die gut miteinander harmonieren. Keine nervigen Kinder, die Frauenrolle ok besetzt, keine Sexszenen – was will man mehr?

Dazu reichlich Insiderwissen der alten Filme und kleine Anspielungen – wie die Morsezeichen am Anfang des Films. Der größte Brüller natürlich die angedeutete Messerszene von Weyland. Wie gesagt – der Audiokommentar erläutert sehr viel.

Kritik: Soldier

Soldier, der im Deutschen(!) “Star Force Soldier” heißt, ist ein faszinierender Film aus dem Jahr 1998.

Zunächst einmal spiel Kurt Russell mit, den ich durchaus gerne sehe, wenngleich er auch schon Gurken gedreht hat… Aber halt auch extrem gute Filme.

In diesem Film ist ein ein Soldat, der in eine rudimentäre Zivilisation geworfen wird, um zu erkennen, dass er außer Soldatsein nicht viel kann. Also ein hochphilosophischer Film 🙂

Nein, der FIlm ist, und hier trifft das Wort zu, cool. Kurt spricht nicht mehr als nötig, genau 104 Worte. Darunter den schönen Satz: “I’m going to kill them all, Sir!”. Und das tut er dann auch. Die Schauspielerei beschränkt sich auf zwei Gesichtsausdrücke. Und das reicht.

Wichtig: die Kinderrolle (ja, es gibt eine), ist nicht nervig. Wo gibt es das schon. Außerdem versorgt uns Paul W. S. Anderson mit Referenzen, Insiderwissen etc.

Bleibt nur vor der geschnittenen Fassung zu warnen, die wohl heute wieder auf Pro7 laufen wird. Nicht genießbar.

Und ständig dieser Lärm

Nein, wir waren nicht beim Ärzte-Konzert, laut war es trotzdem: “everything louder than everything else”.

Ja, Motörhead gaben sich wieder einmal die Ehre, wie jedes Jahr zum Abschluss desselben. Drei Vorbands waren angesagt, 20 Uhr der Beginn, das heißt, frühzeitig da sein, um alles zu sehen. Wir trudelten gegen halb acht ein und kamen natürlich für die erste Band zu spät.

Diese hieß “Valient Thorr” und bestand aus dickbäuchigen oberkörperfreien Bartträgern mit langen Haaren. Diese rockten gerade das Ende ihres Auftritts herbei und hinterließen den Eindruck, dass ich sie gerne gesehen hätte. Lieber als die folgende Band “Skew Siskin”.

Wir traten nach vorne zu den Boxen, unser Standplatz für den Abend. Diese waren so hoch wie ich, doppelt so breit wie hoch, und obendrauf noch einmal ordentlich. Entfernung: ein Meter. Yeah. Ich höre jetzt wieder ohne Rauschen.

Skew Siskin bestand aus jungen Burschen, die mit einer Sängerin zusammenspielten, die Lemmy beim Krächzen nacheiferte. Dabei blieb sie sauber im Singen, technisch war an der Band nichts auszusetzen. Die Lieder waren allerding nicht unser Fall. Lediglich ein guter Rocksong mit einem Gitarristen von Iggy Pop und das letzte Lied gefielen uns.

Nach einer kurzen Umbaupause (erstaunlich schnell) traten “Overkill” auf, wer denkt bei dem Namen nicht auch sofort an Motörhead. Eine interessante Bandgeschichte (vor allem des Sängers), die mir zum Zeitpunkt des Auftritts noch unbekannt war, gibt es ja. Die Musik war für eine Vorband erstaunlich gut. Wenngleich der Sänger sehr hoch sang, was mir nicht so gefällt, gab es gute Musik auf die Ohren. Alle Bandmitglieder cool, gut, schnell. Besonders der Bassists hat es mir angetan. Die Band spielte lange, eine geschätzte Stunde, einziger Wermutstropfen der Fan der Gruppe, klein, kompakt, Stiernacken, der sich neben uns gestellt hatte und begeistert mitmachte. Danach tat mir der Arm weh. Erstaunlich: trotz Fantum konnte er die Worte “Fuck You” des letzten Liedes nicht mitsingen, er rief immer “äh äh”. Wir haben nachträglich gelacht, will ja nicht noch ein blaues Auge.

Es folgte eine längere Umbaupause, da die Boxen-Mikro-Kombination auf der rechten Bühnenseite Probleme bereitete. Nach einer gefühlten halben Stunde ging es weiter.

Jubel “We are Motörhead.” Jubel. “And we play Rock’n’Roll.” Mehr Jubel, erschlagen von Rock’n’Roll.

Die alten Männer (61+46+44) sind einfach unbeschreiblich gut. Wenn man drei Konzerte in seinem Leben hören kann, und keine Möglichkeit hat, zu den Berliner Philharmonikern zu gehen, muss man Motörhead, Metallica und Rammstein gesehen haben. Hilft nix. Motörhead kann man auch mehrmals genießen, dafür bekommt man auch besser Karten.

Moshen geht zu Motörhead gut, dieses Mal haben die Ordner de Leute immer wieder zurückgeschubst. Kam gut. Das Publikum gefiel mir dieses Mal auch besser, wenngleich ein Blick auf die Ränge erschreckende Immobilität zeigt. Da möchte man hochrufen: “Das ist Motörhead.” Aber wahrscheinlich wissen die das.

Anderthalb Stunden später war das Konzert vorbei. Keine Überraschungen, keine Ausfälle, lediglich die Akustikgitarre war schwer verstimmt, die Zeit wurde mit “I already wanted to say, you are the best crowd on this tour.” (Englisch von mir, der Welsh Wanker spricht natürlich fehlerfrei.) Der Schluss kam etwas überraschend, aber wir wollen uns nicht beschweren, es war ein gutes Konzert.

Jubel. “We are Motörhead.” Jubel. “And we play fucking Rock’n’Roll.” Abschlussjubel.

Videos von Motörhead?
Overkill
Ace Of Spades
Ramones
Sacrifice (mit hörenswertem Trommel-Solo ab 1:30 (Mikkey Dee ist das Tier))