Pathfinder

Pathfinder – Wikingergemetzel mit Karl Urban

Der Vorspannn (und der Trailer) läßt hoffen, der Film fängt auch richtig stimmungsvoll an. Schon bei der ersten Szene erkennt man: Bilder und Stimmung sind wichtig, historische Korrektheit nicht. Dann eine schlecht gerenderte Dorfszene und los gehts.
Der erste Teil des Films (der überwiegende Teil) hat mir gut gefallen. Auch wenn wenig gesprochen und mehr gemeuchelt wird, sind dir Wikinger gut, schnell, böse und nachvollziehbar in ihren Aktionen. Das ist der Wikinger-sind-Lordi-Teil.
Das ändert sich (für Kenner: nach der Fallgrube bzw. nach dem See) stark: die Wikinger werden doof, die Handlung hebt ab und die Grafiken werden so schlecht, wie ich es in einem live gerenderten Spiel nicht zulassen würde. Jegliche Logik wird über Bord geworfen, dutzende Showdowns werden angeschmissen, sämtliche Klischees werden rausgeholt – schrecklich.
Da der schreckliche Teil am Ende kommt, ist damit der ganze Film durch.

Schauspielerisch sind keine Meisterleistungen zu erwarten, guter Durchschnitt, ohne herausragende Einzelleistungen. Bis zum großen Bruch ist der Oberklingone äh. Oberwikinger richtig gut.

Geklaut wurde quer durch die Filmgeschichte: Star Trek (die Wikinger-Klingonen), Mad Max, Rambo 1, Marlboro-Werbung.

Wikinger sprechen eine komische Sprache: ich nehme mal an, es war Fantasie-Wikingerisch, eine Mischung aus Deutsch, Dänisch und harten “s”.

Gefilmt war der Film hervorragend, bis auf die CGI-Szenen natürlich.

Der Film basiert auf einem anderen Film und anscheinend auf Comics. Muss ich mal schauen, ob die lohnender sind.

Erkenntnis: töten in allen Variationen ist tatsächlich zur Zeit besser als Frauen (nackt) oder Sexszenen zu zeigen. Es ist eine erstaunliche Entwicklung.

Fazit: Schade um die verschenkte Chance, der überwiegende Teil des Films ist gelungen, der Rest ist so schlecht, dass nichts mehr hilft.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

GSG 9

Meine Eindrücke von GSG 9, der neuen Serie von Sat 1.

=== erste Folge ===

Die Schauspieler sind keine Identifikationsfiguren (drücken wir es mal nett aus), der einzige, der cool ist, ist der Adlige (Konny). Großartige schauspielerische Leistungen konnte ich auch nicht entdecken, vielleicht kommt das noch.

Die Handlung des ersten Teils war sehr konservativ bieder, keine Überraschung aber auch nicht so schlimm, wie sonst deutsche Filme. Einführung der Hauptfiguren, Plot, Ende. War ok so, wenngleich ich halt mehr erwartet hatte. Die Nebenhandlung mit der Familie des Anführers (Caspar?) ging mir sofort auf die Nerven.

Die Aktionen innerhalb der Handlung waren, gelinde gesagt, albern. Nichts gegen einen guten Terroristen, aber dass man einen Fahrstuhl nicht mit einem Stolperdraht in 10 cm Höhe sichert, der unabhängig von der Fahrstuhltür ist, finde ich, sagen wir, unüberlegt. Da hatte ich aber noch nicht die GSG 9 gekannt, für die das ein riesiges Hindernis ist. Mit Spezialkamera und Drahtschneider machen die eine spannend gemeinte Szene draus, statt einfach drüberzusteigen.

Was war das eingentlich für ein Körper, den die Terroristen runtergeworfen haben? Die ganze Folge kam mir doch etwas geschnitten vor.

Showdown und Sprüche auf ähnlichem Niveau: enttäuschend.

Ich gebe dem ganzen noch eine Chance bei der zweiten Folge, wahrscheinlich bin ich dann aber nicht mehr dabei.

=== zweite Folge ===

Gleich beim Vorspann fiel mir ein, was ich vergessen hatte zu erwähnen: der ist ja wohl sowas von dämlich. Stimme aus dem Off mit martialischem Kleinkinderpatriotismus. Manno.

Die Schauspieler sind zwischen den Folgen nicht besser geworden, der Plot ist bieder bis zur Denkgrenze. Lediglich Konny kann sich wieder einmal aus dem Ensemble herausspielen.

Ja, die Handlung. Schon tausendmal gesehen, davon sicher die Hälfte besser. Aus so einem ausgelutschten Thema sollte man mehr machen können. Aber nein, Klischees ohne Ende, so richtig blöde Wendungen, unglaubwürdige Aktionen, wie aus dem Lehrbuch für 80er-Superbullen-Filme, ohne Bruce Willis, dafür mit blöden Dialogen.

Beispiel? “Keine Gewalt, ok?” Puh, da war ich schon den Tränen nah. Hatte mich aber vorher bei der Visualisierung des Virus ausgeweint. So schlimm war es schon lange nicht mehr.

Und dann noch die unvermeidliche Ehefrau-Beziehungs-Geschichte. Da weiß ich jetzt schon, dass das zum Haareraufen blöd werden wird.

Egal, die Serie wird ohne mich weiterlaufen.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Die Tagesschau bloggt…

und erlaubt nur von ihnen zensierte Kommentare. Das finde ich albern. Entweder man lässt es mit den Kommentaren oder erlaubt alles und löscht evtl. nach der Veröffentlichung rassistische/beleidigende Kommentare heraus. So kann man aber nachprüfen, warum etwas gelöscht wurde.

Meine Kommentare wurden natürlich nicht veröffentlicht, vielleicht gefiel ihnen meine Meinung nicht. Offenheit sieht anders aus!

Wer sein Glück auch mal versuchen will: http://blog.tagesschau.de/
Aber macht Euch keine Hoffnung, einen Kommentar eingetragen zu bekommen.

Abgesehen davon ist es erstaunlich, unter welchen Zwängen so eine Redaktion steht:

Um zu verhindern, […] sind wir gezwungen, Einträge nur nach vorheriger Kontrolle durch die Redaktion zu gestatten.

Wer zwingt da wohl?

Auch bei der Berichterstattung sind Zwänge nicht außen vor (http://blog.tagesschau.de/?p=246):

[…]selbst seriöse Blätter und Sender kommen nicht umhin, wenigsten zu erwähnen, dass es da Gerüchte gibt. Denn natürlich hat die Story ein politisches Echo gefunden und niemand kann so tun, als wäre sie nicht gedruckt worden. Aber die Details muss man dann eben nicht noch einmal auswalzen, denn die gehen immer noch niemanden etwas an.

Das ist natürlich schön einfach: die anderen haben vorgelegt, also *müssen* wir auch berichten. Einfacher geht’s auch nicht.

Vorschlag: wie wäre ein Bericht in der Tagesschau, dass die Bild mal wieder alle Grenzen des Journalismus gesprengt hat und der Presserat nur ein Feigenblatt der ach so hehren Journalisten ist?

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

“The Devil is a loser and he’s my bitch”

Yupp, gestern spielte Lordi im Postbahnhof und wir waren da. Vorgruppe war The Dogma.

Zunächst zum Postbahnhof, direkt neben dem Ostbahnhof für uns in günstiger Fahrradentfernung mit Fahrradständern vor der Tür gelegen. Am Einlass war ein kleine Schlange, nach 15 Minuten waren wir aber drin, immer noch etwas früh, daher rausgesetzt in den Strandbereich. Sehr gemütlich und auch seltsam, Leute mit Motörhead-, Rammstein- oder Lordi-T-Shirts über Return of Investment sprechen zu hören.

Ziemlich pünktlich 21 Uhr kam “The Dogma”: ui. Der Bassist und der Keyboarder sahen halbwegs grimmig aus, der Gitarrist trug ein Netzhemd und sah aus wie Totti, der Sänger Lack/Kunstleder(?) mit schönen langen Haaren. Anscheinend kamen die Leute aus Italien und spielten melodischen Hard-Rock, ungefähr wie Rhapsody (die wir als Vorgruppe von Manowar im Dezember sehen werden). Musikalisch war das ok, nicht der ganz große Brüller, halt Melody-Rock, ein “Speed-Metal”-Stück drin, das war meines Erachtens auch das beste.

Aber der Sänger. Zwischendurch brachte es Sätze wie “This is fucking rock.” oder “It’s getting hot, this is fucking good.” Das Ganze mit der Betonung und Ausstrahlung eines italienischen Softpornos der 70er. Auch seine Gestik war extrem hölzern, er stieß immer waagerecht mit der Faust vor sich hin, sehr seltsam. Ich meine, es ist ok, wenn man nicht der große Sprecher oder Entertainer ist, dann sollte man sich halt auf’s Singen konzentrieren.

Genug davon, Umbaupause, Zeit für die Betrachtung, dass entgegen meinen Befürchtungen eine passable Anzahl Leute reingelassen wurde aber nicht zu viel. Und die Luft war wesentlich besser als vor einem Jahr bei Kurt Krömer. Wir standen neben dem Tontechniker, der nach dem Soundcheck eine selbstgebrannte CD einlegte, das war dann das Intro. Auch nicht schlecht.

Damit waren “Lordi” angekündigt, kamen und rockten. Die Lieder waren hauptsächlich aus “Get Heavy” und “The Arockalypse”, Lordi (diesmal ist der Sänger gemeint) bekommt seine Stimme exakt wie auf dem Album hin. Die restlichen Bandmitglieder auch, so dass musikalisch nichts auszusetzen war, wer gerne normalen harten Rock hört, dem sei Lordi wärmstens ans Herz gelegt. Vergleichen würde ich sie ungefähr mit den guten Liedern von Alice Cooper, nur ohne Balladen, was das Ganze sehr sehr erträglich macht.

Mit dem Aussehen muss man sich eventuell anfreunden, wenn man nicht auf Monsterrock steht. Aber das ist so dezent, man muss schon schwer Realität und Show verwechseln, um das falsch zu verstehen. Die Show war auch ok, “Lordi” bemühen sich sichtlich, ein gutes Konzert abzuliefern. Vor allem die Details beim Bühnenbild haben mich beeindruckt, zum Beispiel hing im Hintergrund (sicher von 90% der Zuhörer unbemerkt) eine bemalte Leinwand, um der Deko Tiefe zu verleihen. Sowas ist stark, denn es wäre auch ohne gegangen. Oder auf den Grabsteinen sind verwelkte Blätter aufgeklebt, das sieht man wirklich kaum. Die Pyrotechnik ist noch überarbeitbar, das war teilweise etwas wenig, einmal hat die Pyro sogar versagt. Schade.

Dem Sänger Lordi hab ich schon gehuldigt, er war stark. Awa an den Keyboards hat die undankbare Aufgabe, eher die Hintergrundmusik und -stimme zu liefern, hatte aber auch ihren guten Auftritt. Außerdem sind an den Keyboards die einzigen mir bekannten Metal-Schwibbögen angebracht. Ox, der Bassmann, ist beeindruckend. Die Sachen, das sieht einfach gut aus. Kita an den Trommeln hatte ein schönes Solo und durfte einen Bühnentechniker sprengen, was will man mehr? Amen, die Mumie, ist extrem beweglich, sprang auf der Bühne rum, hat eine lange Zunge und sein Mikro auf Bauchnabelhöhe angebracht, kommt aber trotzdem mit dem Kopf hin. Stark.

Sonstige Beobachtungen: die Bühnentechniker mussten Kutten mit Kapuzen tragen. Jeder Musiker wurde von einem Ventilator angeblasen. Fotohandys sind eine Erfindung des Teufels. Für richtige Pyro mal Rammstein anschauen. Lordis Anfangsumhang mit Wolfskopf ist guuut. Das Publikum, das mehr als 10 Sekunden einen Takt halten kann, muss noch gefunden werden.

Nach knapp zwei Stunden war das Konzert dann vorbei, nicht ohne zwei Zugaben abzubetteln: wann kommt eigentlich mal die Band, die (wie Rammstein ganz früher) ihr Zeug abspielt und gut ist. Die Zugaben sind sowieso geplant. Na ja. “The Dogma” waren unterdessen auch rausgekommen, alles eher kleine Leute. Die wirkten auf der Bühne größer. Nach dem Ende, als alle Leute sich noch am Ausgang drängelten, drängelte die Security von der anderen Seite, wir sollten endlich rausgehen. Das ist mir schon in der Columbiahalle negativ aufgefallen, statt in Ruhe zu warten, muss man mit dem stinkenden Partyvolk die engen Gänge nach draußen füllen.

Gesamteindruck: Vorgruppe ok, Lordi stark. Wieder anschauen, Pyro verbessern.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

heute-Journal und Vogelgrippe

Nachdem gestern ein unwahrscheinlich schlechter und tendenzieller Bericht im heute-Journal erschien, schrieb ich eine Mail an die Redaktion. Mal sehen, was zurückkommt.

Der Brief:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mit dieser Mail meinem Ärger über Ihre Sendung vom Sonntag Ausdruck verleihen.

Es fing bereits am Sonnabend an, als sich der Moderator bei der Berlinale-Berichterstatterin beklagte, es würden zu wenig lustige Filme gedreht, er brächte doch auch nur schlechte Nachrichten. Dabei hatte er die gestrige Sendung noch nicht einmal gesehen.

Der Bericht über die Vogelgrippe ließ mich sprachlos zurück. Ich weiß nicht, für wieviel Prozent der Bevölkerung Berlins Tamiflu zurückgestellt wurde, dank der Sendung weiß ich aber, daß uns andere Bundesländer nicht helfen würden. Außerdem scheint ja eine Epidemie bevorzustehen, da darüber berichtet wurde, daß nur ein Bundesland genügend Impfstoff hat. Insgesamt wurde der Eindruck erweckt, Deutschland wäre nicht vorbereitet auf eine kurz bevorstehende Epidemie.

Nun ist es aber (laut Ihrer Webseite) so, daß bisher um die 100 Menschen an der Vogelgrippe gestorben sind, Menschen, die direkten und intensiven Kontakt zu kranken Tieren hatten. Wenn also für 10% der Bevölkerung ein Mittel vorhanden ist, würde das in D. für ca. 8 Millionen Menschen reichen. Hört sich ausreichend an. Warum berichtet das heute-Journal dann so einseitig und tut, als stünde eine Epidemie vor der Tür? Wo ist die sachliche Information? Nur im Internet? Das ist etwas wenig.

Auch die Schelte über die unzureichenden Maßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern war nicht nachvollziehbar. Gab es da nun Versäumnisse oder nicht? Wer trägt die Verantwortung? Dürfen Vögel von der Insel fliegen oder sind Straßensperren nicht ein unwirksamer Schutz gegen eine *Vogel*krankheit? Das sind Fragen, die ich gerne von Ihnen beantwortet hätte, wenn es keine Antworten gibt, wünsche ich genau das zu erfahren. So war der Bericht im besten Fall nichtssagend, für mich aber irreführend und nutzlos.

Nach dem Bericht dürfen wir noch ausführlich von einem Chansonnier und den Rolling Stones erfahren, bevor über Fußball und Olympia berichtet wird. Ist tatsächlich so wenig in der Welt passiert? Gibt es nicht genügend Nachrichten, auch welche, die neu sind und vom heute-Journal erstmalig berichtet werden könnten? Muß in einer renommierten Sendung so ein tiefes journalistisches Niveau angeschlagen werden?

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit, würde mich über eine Antwort freuen, vor allem, wenn sie über eine Standardbausteinantwort hinaus gehen würde.

Mit freundlichen, wenngleich enttäuschten Grüßen,

Ekkart Kleinod.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 20.02.2006)