Kritik FFF: Abattoir

2016-08-18_AbattoirAbattoir, der neue Film von Darren Lynn Bousman, dessen Saw 2/3 ich schon gesehen und als ok befunden hatte.

Es geht um eine Frau, deren Schwester mit Familie ermordet wird, danach wird das Mordzimmer entwendet und sie deckt eine Verschwörung(?) auf. Klingt jetzt verworrener als es ist, genauere Angaben würde zu sehr spoilern.

Der Film erzeugt eine sehr gute, schaurige Atmosphäre, während wir mit der Hauptdarstellering versuchen, die Geschichte um den Mord zu ergründen und dabei eine große Hintergrundgeschichte zu verstehen.

Die Geschichte wird bewusst nicht komplett aufgeklärt, ist auch nicht schlimm, wir wissen schon ungefähr worum es geht. Leider bleibt etwas zu viel im Ungefähren und die Handlungen der Hauptdarstellerin sind nicht immer nachvollziehbar.

Während der erste Teil des Films Figuren und Geschichte einführt, dabei sehr gut vorgeht und alles stimmig ist, driftet der zweite Teil des Films leider etwas ab, Atmosphäre ist genug da, aber in den letzten 10 Minuten leider keine Substanz mehr. Dadurch wird der ganze Film etwas entwertet, “schlecht am Ende” ist halt immer länger im Gedächtnis als “schlecht am Anfang”.

Die Schauspieler sind gut, der Freund der Hauptdarstellerin hat eine unangenehm tiefe Stimme. Das Setting ist genial, insbesondere die mehr oder weniger verlassene Stadt ist grandios. Dafür ist das Haus am Ende eher mittelmäßig.

Fazit: guter Film mit schwachem Ende.

Kritik FFF: Swiss Army Man

2016-08-18_Swiss-Army-ManDas Fantasy Filmfest läuft wieder, diesmal ist 30jähriges Jubiläum. Erstmalig bin ich beim Eröffnungsfilm: Swiss Army Man, ein Film, der einen zu der Frage veranlasst: “Was ist nur aus Harry Potter geworden?” Und die Antwort ist: “Eine furzende Leiche.”

Vor dem Film gab es Fotos der vergangenen 30 Festivals, kleine Gratulationseinspieler von Regisseuren und die obligatorische Ansprache der Festivalmacher. Das Kino war voll. So voll, dass wir nur vorn ganz links außen sitzen konnten – der Film war etwas verzerrt dadurch.

Zum Film selber: ein Mann ist gestrandet, findet eine Leiche, die sich als Schweizer Messer entpuppt: Jetski, Rasierklinge, Waffe, Feuerzeug, ich will jetzt nicht alles aufzählen, der Spoiler und des Platzes wegen. Wir verfolgen, wie sich zwischen den beiden eine Beziehung aufbaut im Kampf ums Entkommen aus dem Dschungel.

Dabei merkt man häufiger, dass vieles an der Situation inhaltlich nicht stimmt, aber die Inszenierung des Zusammenspiels der beiden ist so gelungen, dass man das abtun kann, bis es einem am Ende des Films wieder auffällt. Klingt jetzt kryptisch, aber Spoiler halt.

Der Film lebt von der Aberwitzigkeit der Situation und seiner Darsteller, beide (Paul Dano und Daniel Radcliffe) extrem gut. Wenn das rausgelassen wird, ist es entweder absurd lustig oder nur absurd, auf jeden Fall beeindruckend. Aber dann ist dazwischen viel Raum, Zeit, Abklingen. Und das hat mich gestört, es war mir einfach zu gestreckt.

Idee und Ausführung sind Klasse, wenn man den Film kürzen würde, so auf 30-45 Minuten, schätze ich. So war er mir zu lang und oft zu langatmig.

Fazit: Absurd mit genialen Szenen, mir leider zu lang.

Kritik: Ghostbusters

2016-08-10_GhostbustersGhostbusters, die Neuverfilmung des 80er-Jahre-Films, der damals Maßstäbe setzte und mich gut unterhalten hat. Aus heutiger Sicht ist der FIlm nicht gut gealtert, aber immer noch unterhaltsam, wenn man sich an das Behäbige und oft Peinliche der 80er wieder angepasst hat.

Jetzt also eine Neuverfilmung mit weiblichen Hauptdarstellerinnen. Ja, mit Frauen. Man muss leider kurz drauf eingehen, dass damit etliche Leute ein großes Problem haben, Frauenhass ist gerade wieder en vogue. Es ist unerheblich, dass das wahrscheinlich nur wenige Idioten sind, es sind genug und erschreckend viele, sie sind laut, aggressiv und äußerst präsent. Typische Bullies (Tyrannen, Maulhelden, Leute, die schikanieren), die es leider schaffen, die gesamte Diskussion und Diskussionsplattformen zu vergiften. Das geht so weit, dass Frauen die öffentliche Diskussion meiden, um nicht Ziel der Angriffe zu werden.

Und warum? Weil eine Geschichte aus den 80ern mit Frauen verfilmt wird. Muss man sich mal vorstellen.

Noch eine zweite Vorbemerkung: der Trailer zum Film war schlimm. So schlimm, dass ich mir nach dem Trailer überlegt habe, den Film überhaupt anzusehen. Wer hat den verbrochen?

Zum Glück sind wir trotzdem hingegangen und: wow. Was für ein Film.

Da stimmt einfach alles: Schauspieler, Story (ok, ist eine Neuverfilmung des ersten Teils), Effekte, Humor, Action – alles da, alles richtig eingesetzt, alles im richtigen Maß. Mal albern, mal lustig, mal cool, mal richtig cool. Ich hab wieder einmal peinlich laut gelacht. Und mit dem Finger auf die Leinwand gezeigt.

Als allround-Film ist das bisher der beste Film des Jahres: Pets und Central Intelligence waren witzig, Lights Out und Sinister gruslig, Star Trek war ok, Star Wars und Hardcore hatten Action, aber alles zusammen?

OK: Deadpool. Deadpool war auch extrem gut.

Also: ich hab zwei beste Allround-Filme (Action und Humor) des Jahres: Deadpool und Ghostbusters.

Der Film ist ab 12, drunter würde ich evtl. mal gucken, ob das geeignet ist, denn der Film ist überraschend ernst zwischendurch, was Action und Grusel angeht. Also im Rahmen von Ghostbusters. 12 ist ok.

Fazit: unbedingt ansehen.

Kritik: Lights Out

2016-08-09_Lights-OutLights Out ist der Langfilm zum Kurzfilm Lights Out, den ich schon einmal empfohlen habe.

Nun ist es so eine Sache: ein Kurzfilm ist kurz, für einen Langfilm muss man die Geschichte erweitern, den Grusel transportieren, darauf achten, dass ein kleiner Schock auch 80 Minuten hält. Das ist nicht einfach.

David F. Sandberg und Lotta Losten gelingt das zum Glück: sie schaffen es, die Prämisse des Kurzfilms aufzugreifen und eine Geschichte um einen Terrorgeist zu stricken, die spannend ist, nachvollziehbar und wirklich gruslig. Hut ab.

Einen großen Anteil tragen dazu die Schauspieler bei, die ihre Figuren extrem gut spielen, insbesondere das Kind ist nicht nervig! Wann ist das schon mal der Fall?

OK, das eine oder andere Mal fragt man sich dann schon, warum die Leute unbedingt zurück zum Geist oder sich trennen müssen. Insbesondere im Finale ist das schon übertrieben. Das schmälert den Film aber nur ein klein wenig.

Fazit: sehr guter, grusliger Film.

Noch mal zur Erinnerung der Kurzfilm (wirklich gruslig, nix für Leute unter 16, ehrlich):

Kritik: The Secret Life of Pets

2016-08-02_Secret-Life-of-PetsThe Secret Life of Pets erzählt uns die Geschichte vom Hund Max und einem (zugegeben besonderen) Tag in seinem Leben.

OK, eigentlich erzählt der Film davon, was Haustiere machen, sobald Frauchen und/oder Herrchen aus dem Haus sind. Max langweilt sich, bekommt aber einen neuen Hund an seine Seite, mag ihn nicht, erlebt Abenteuer, die beiden raufen sich zusammen, Happy End. Beim Zusammenraufen helfen die anderen Tiere und eine unausgsprochene Liebe, die alle Hindernisse überwindet. Und die bösen, verlassenen Haustiere, allen voran der Hase aus Presto.

OK, die Geschichte ist nicht originell oder neu. Außer des mit dem Hasen und dem Schwein und der Agame und den anderen bösen Tieren.

Aber originell erzählt. Und witzig. Und schnell. So, dass ich peinlich laut im Kino lachte.

Fazit: richtig guter, witziger Film.

Zur Einstimmung: Presto

Kritik: Independence Day: Resurgence

2016-07-28_Independence-Day-2Independence Day: Resurgence ist der Nachfolger zu Independence Day, er erzählt die gleiche Geschichte mit den gleichen Figuren in der gleichen Tonart, aber weil 20 Jahren vergangen sind, ist es ein schlechter Film geworden.

Der Film greift die 20 vergangenen Jahre auf und spinnt die Geschichte weiter: die Erde ist friedlich und wappnet sich seit 20 Jahren auf die Rückkehr der Zerstörer-Aliens. Als sie dann kommen sind sie machtlos, bis der Sohn von Will Smith mit seinen Kumpeln den Tag rettet und die Alienkönigin zerstört, die sich dummerweise aus ihrer Sicherheit begeben hat, um einen Bus mit Kindern anzugreifen.

Die Handlung ist auch egal, wichtig ist: großes Raumschiff, Bumm, mehr Bumm, ganz besonders viel Bumm, Ende.

An sich eine gute Erfolgsformel, wenn der Film nicht so altbacken inszeniert wäre. Es gibt viel zu viele Figuren, die dann nichts machen, es gibt eine Handlung, die so schlecht ist, dass Star Trek Beyond oskarreif erscheint. Es gibt Logikfehler, Physikfehler, dumme Dialoge, unsinnige Opferungen, ach, es stimmt einfach gar nichts an dem Film.

Bis auf die Actionszenen, die sind gut. Und die Schauspieler sind auch ok. Aber das reisst den Film nicht raus.

Warum muss die einzige Schwachstelle eines tausende Kilometer großen Raumschiffs, das eine eigene Gravitation entwickelt, warum muss diese Schwachstelle, die Königin, aus dem Raumschiff raus, um persönlich eine Kugel zu zerstören, die sie problemlos aus ihrem tausende Kilometer großen Raumschiff aus abschießen könnte oder wegen der sie mehrere tausend ihrer Drohnen schicken könnte? Und warum verfolgt diese Königin dann einen Bus voller Kinder, der ihr nichts getan hat, statt endlich die Kugel zu zerstören? Aaaaaah. Da tut mir der Kopf weh, auch wenn ich ihn vorher ausgeschaltet habe.

Ich könnte jetzt noch weiter machen, aber wozu? Stichworte: eigene Gravitation, Wurmlöcher, überraschendes Auftauchen eines tausende Kilometer großen Raumschiffs, Klischees, Patriotenreden, dumme Bösewichte, dumme Helden, dumme Militärs, Löcher in die Erde bohren.

Fazit: schlechter Film.

Kritik: Star Trek Beyond

2016-07-26_Star-Trek-BeyondStar Trek Beyond – der dritte Film der Neuauflage, ich hatte mich durchaus drauf gefreut. Und wurde nicht enttäuscht. Na ja, ein bisschen. Aber nicht so schlimm wie erwartet. Also nur wenig enttäuscht.

Die Story ist hanebüchen!

Das fängt damit an, dass Kirk nach 3(!) Jahren im Weltall schon aufhören will. Was? Er prügelt sich, geht auf eine Akademie, macht sonstwas, um auf die Enterprise zu kommen und nach 3 Jahren: och nö? Das ist doch etwas überraschend. Und so ausgelutscht (siehe Spiderman, Batman, Avengers, jeder Film der letzten Jahre). Denkt Euch was Neues aus.

Dann kommt die standardmäßige Zerstörung der Enterprise – im Ernst, das arme Schiff. Was hat es den Drehbuchschreibern getan? Denkt Euch was Neues aus.

Aber die Enterprise wird nicht ganz zerstört, denn entgegen jeglicher Physik übersteht die Schüssel, die abgetrennt werden kann(?) einen Absturz aus dem Weltall. Och nö, nicht das schon wieder, denkt Euch doch mal was Neues aus.

Dann suchen sich die Crew-Mitglieder, finden sich (warum? Im Gebirge einfach so wiederfinden?), finden auch eine Badass-Bewohnerin, die bisher gut ohne die Leute ausgekommen ist, retten die Crew und zerstören die Basis des Bösewichts, nicht originell aber ok.

Bei der Befreiungsaktion fährt Kirk im Gebirge mit einem Vintage-Motorrad und baut dabei Mauern auf. Ja, klingt seltsam, ist es auch. Da fange ich innerlich zu stöhnen an. Und der Transporter funktioniert wie immer im Film: wenn es die Dramaturgie erfordert (wie früher die Autos nur im dramtisch günstigen Moment anspringen konnten).

Der Bösewicht besitzt eine Armee von bemannten Drohnen, von denen auf dem Boden nur fünf zu sehen sind, die dann aber zu Millionen eine Stadt zerstören gehen. Um durch Rockmusik zerstört zu werden. OK, das mit den Radiowellen und der Rockmusik war originell, aber sehr, sehr blöd. Das innere Stöhnen dringt nach draußen. Denkt Euch da lieber nichts Neues aus.

Dann noch der Endkampf mit dem Bösewicht, der jedes Klischee einbaut, das in Bösewichtendkämpfen gezogen werden kann.

Aber.

Der Film macht Spaß. Endlich agieren die Figuren halbwegs nachvollziehbar miteinander. Die Dialoge sind ordentlich, teilweise sogar gut. Die Geschichte wird nachvollziehbar erzählt und ist gut inszeniert. Die Tricks sind ordentlich.

Wenn man darauf aufbaut, kann das noch richtig gut werden. So ist es meh ohne Enttäuschung, den Film angesehen zu haben.

Kurz zum Kino: IMAX hat enttäuscht. Die 3D-Brillen sind zu schwer und zu klein, man sieht nicht die ganze Leinwand durch die Brille und wir saßen gut mittig. Für Brillenträger noch viel blöder.

Und: 13 Euro am Kinotag? Pro Person!

Fazit: ok-Film.

Rammstein in der Waldbühne

Wünsch’ dir was ich sag’ nicht nein,
Und führ’ dir Nagetiere ein.

Es war mal wieder so weit, Rammstein lässt sich dazu herab, Einzelkonzerte zu geben, statt nur bei Festivals zu spielen. Eine sehr gute Gelegenheit, die Band mal wieder in Augenschein zu nehmen.

2016-07-09_Rammstein-TicketDazu muss man zunächst die Hürde des Kartenkaufs überwinden. Das ist nicht so einfach, wie es klingt, erst einmal Mitglied des Fanclubs werden, um in die erste Verkaufscharge zu kommen. Dann pünktlich zum Starttermin am Rechner sitzen und geduldig die Reload-Taste drücken. Eine halbe Stunde lang, bis der völlig überlastete Server zwei Karten freigibt. Zuschlagen und sich freuen, als habe man die Welt gewonnen.

Warum ist das so schwierig? Rammstein wollen den illegalen Kartenverkauf in den Griff bekommen, einerseits den Massenkauf von Karten verhindern, um möglichst vielen eine Chance auf Karten zu gewähren. Andererseits das teure Verkaufen von Karten unterbinden, weshalb alle Tickets personalisiert sind und man beim Einlass einen Ausweis vorzeigen muss. An sich eine sehr gute Idee, denn genau diese Praktiken sind schlimm und vergällen einem oft den Besuch begehrter Bands.

Trotzdem könnte tickets.de zum Start ein paar mehr Server von Amazon anmieten (7,50 € Buchungsgebühr!), es ist nicht überraschend, dass da Tausende zugreifen wollen. Rammstein war das bewusst und so wurde ein Konzert am 11.7. nachgeschoben nur für diejenigen Fangruppenmitglieder, die kein Ticket bekommen haben.

Am Sonnabend war es nun so weit und ich habe mich vorgefreut, wie schon lange nicht mehr, an sich ein schönes Gefühl. Bange Frage: wann muss man an der Waldbühne sein, um im unteren Drittel zu sitzen? Einlass ab 17 Uhr, Vorband 19:30, Rammstein 21 Uhr. Wir entschieden uns für 18:30 Uhr, das hat auch gut geklappt.

Vor allem der Einlass war problemlos, das hätte ich nicht gedacht, trotz Personenkontrollen und Ausweis vorzeigen waren wir innerhalb von 20 Minuten drin. Ich hatte mit einer Stunde gerechnet (schlechte Erfahrungen mit den Ärzten in der Waldbühne).

Kurz zur Waldbühne: das ist schon eine beeindruckende Anlage, der Ton ist exzellent, aber man sitzt selbst im unteren Drittel recht weit weg von der Bühne. Innenraum wollten wir nicht, dafür muss man dann die Entfernung in Kauf nehmen. oben ist dann noch weiter weg. Und die Toiletten sind strategisch ungünstig positioniert, das gab Stau und viele in den Wald pinkelnde Männer. Nicht schön.

2016-07-09_Rammstein-PeachesPünktlich 19:30 Uhr kam Peaches auf die Bühne, unsere Vorband, eine kanadische Electroclash-Sängerin und Musikproduzentin. Wie heißt es in der englischen Wikipedia so schön: “Ihre Lieder sind bekannt dafür, traditionelle Geschlechternormen zu missachten und sexuell explizite Texte zu enthalten”. Ja, das kann man so unterstreichen. Unterstützt wurde sie von zwei Tänzern, die mal als Vagina verkleidet, mal einfach so auf die Bühne kamen. Es war abgefahren, aber die Musik war gut und die Stimme herausragend. Mir hat es gefallen, wenngleich mir die Show teils zu übertrieben war. Trotzdem beeindruckend und sehr interessant. Offensichtlich kam das bei vielen Fans nicht so gut an – auch nicht schlimm. Leider war Peaches schon nach ungefähr 35 Minuten am Ende, hätte durchaus noch etwas dauern können.

Dann die Zeit vertreiben, bis Rammstein kommt. Große Ablenkung durch den VIP-Bereich, da wir nicht so im Business sind, erkannten wir nur Matthias Schweighöfer, evtl. einen von Boss-Hoss und evtl. auch Sophia Thomalla. Aber wer weiß…

21 Uhr (leichte zwei Minuten Verspätung) erschien dann ein einminütiger Countdown, ab 10 fiel das Publikum ein und das war schon der erste Gänsehautmoment. Beeindruckend, wenn eine bis dahin recht stille Menschenmenge anfängt, zu brüllen.

2016-07-09_RammsteinDann knappe zwei Stunden Rammstein-Konzert, man kann es schlecht beschreiben, wie gut so ein Konzert ist. Der Ton war überragend (nach etlichen Indoor-Enttäuschungen bei anderen Bands), die Pyrotechnik, die Lieder, die Schrammelgitarren, Flake – was soll man sagen. Ein Rammstein-Konzert ist ein Erlebnis.

Ja – Nein – Rammstein!

Es gab zwei neue Lieder, das erste, “Ramm 4”, na ja. OK für ein Konzert. “Hallelujah” schon besser, leider mit Mikroproblemen. Ansonsten kann man die Setliste auf setlist.fm nachlesen.

Die Auswahl der Lieder war gut, leider haben Rammstein mittlerweile so viele Lieder, dass eigene Favoriten fehlen müssen. Ich hätte gerne “Moskau” gehört, oder “Weidmanns Heil”, gern auch “Benzin”, auf jeden Fall “Bück Dich”. Aber was solls, “Ich tu Dir weh” war dabei, “Seemann” (erstaunlich gut gesungen), “Links 2, 3, 4” und “Engel” zum Abschluss.

Gibt es Kritik: klar. Was soll der Mist mit dem Zugabe-Abholen? Einfach durchspielen, bis das Konzert fertig ist und gut ist es. Und wo war “Pussy”? Neben “Ich tu Dir weh” der beste Text! OK, und “Du riechst so gut”.

Also kein:

Steck Bratwurst in Dein Sauerkraut!

Kurze philosophische Anmerkung: dass wir Deutschen eine Band mit solchen herausragenden Texten haben ist so schön… Endlich ein Gefühl dafür, was mit Sprache möglich ist.

Kritik: Central Intelligence

2016-07-05_Central-IntelligenceErst mal wieder in Blog-Schwung kommen – da bietet sich eine Filmkritik geradezu an. Central Intelligence – eine Komödie mit The Rock und Kevin Hart.

Grob gesagt ist es ein Action-Buddy-Movie mit einer durchaus interessanten Ausgangslage, nicht überoriginell aber auch nicht 08/15.

OK, zwei ungleiche Menschen – check, einer kompetent, der andere wächst an seinen Aufgaben – check, romantische Verwicklungen gehen grundsätzlich gut aus – check, kurze Verwicklungen durch Verwechslungen/falsche Annahmen – check.

Aber die Ausführung ist extrem gut und kann an der einen oder anderen Stelle überraschen. The Rock ist ein Berg wie immer, Kevin Hart ist m.E. erstaunlich ernst angelegt und damit nicht nur Stichwortgeber, sondern tatsächlich eine angenehm zu verfolgende Figur. Auch The Rock hat seine Momente, auch seine Figur darf zwischendurch kurz aus dem Klischee entkommen.

Der Film wechselt zwischen Action, Humor und sehr albernem Humor, hat keine Längen, positioniert sich gegen Bullying, das alles leicht und gut umgesetzt.

OK, alle anderen Rollen treten in den Hintergrund bzw. sind Stichwortgeber. Vielleicht in der Fortsetzung?

Fazit: sehr gutes Buddy-Movie mit guter Action und gutem Humor.

Kritik: Sinister

Sinister ist ein hier gespoilerter Gruselfilm mit Ethan Hawke, der einen Schriftsteller (Ellison Oswalt) spielt, der seinen neuen Hit schreiben möchte. Er schreibt über Mordfälle und zieht für das Schreiben in ein Haus, in dem eine Familie auf unangenehme Weise ermordet wurde. Frau und Familie sind nicht begeistert.

Wir erleben, wie Oswalt auf dem Dachboden Filme der Ermordung findet, ebenso wie weitere Filme von sehr unangenehmen Morden. Mit Dämon. Oswalt kann sich nicht lösen und wird mit seiner Familie immer weiter in die Geschichte gezogen bis zum konsequent bösen Ende.

Der Film ist echt gruslig, vor allem die Super-8-Filme erzeugen eine bedrohliche Stimmung. Der Dämon ist auch böse.

Fazit: ruhiger, grusliger Dämon-Film.