Kritik: Prometheus und Alien: Covenant

Ridley Scott hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Alien-Universum um einige Prequels zu erweitern. Den Anfang machte Prometheus, dann zog er mit Alien: Covenant nach.

Keine Ahnung, was er sich dabei gedacht hat, selten bin ich gleichzeitig so enttäuscht und wütend aus dem Kino gekommen. Was für Scheißfilme. Was für ein erbärmlicher Versuch, eine Story vor Alien zu erzählen. Was für uninspirierte Ideen, schlechte Inszenierung und was für eine Verschwendung genialer Schauspieler und genialer Bilder.

Prometheus versucht, alle Mysterien von Alien zu erklären: woher kommt das Raumschiff, woher die Aliens, etc. pp. Als wenn das irgendjemanden tatsächlich interessiert hätte. Aber selbst wenn: denkt Euch eine gute Geschichte aus und nicht ein halbgares Wissenschaftler-Epos auf einem fremden Planeten, bei dem sich alle, aber auch wirklich alle Figuren so jenseits von Logik bewegen, dass man hofft, sie würden möglichst schnell sterben. Leider zieht sich der Film über ewige zwei Stunden voller absurder Handlungen, untermalt von sehr schönen Bildern.

Das machte schon nicht Freude auf den Nachfolger, den ich mir tatsächlich nur angeschaut habe, weil die Kritiken nicht komplett schlecht waren, sondern von Lichtblicken im Film erzählten. Und weil mir versichert wurde, dass wenigstens etwas Alien-Geist im Film steckt.

Beides stimmt, macht den Film aber nur zu einem schlechten Film. Er ist eine Art Nacherzählung/Neuinterpretation von Alien, nur in schlecht mit tollen Bildern (man kann Scott ja vieles vorwerfen, aber Szenen einfach geil aussehen lassen, das kann er). Dabei macht der Film einiges richtig, was Gangart, Härte und Teile der Aliens betrifft.

Es ist jedoch die Geschichte, die erzählt wird, die so komplett idiotisch ist, dass ich mir tatsächlich öfter im Kino an den Kopf fassen musste. Dabei hilft es auch nicht, dass die Handlung schlecht inszeniert ist und so klischeebehaftet ist, dass auch Uwe Boll hier nichts hätte schlechter machen können (ok, das ist übertrieben, Uwe Boll kann alles noch schlechter machen).

Fazit: ich rege mich schon wieder beim Schreiben auf über diese miesen, überflüssigen und schlechten Filme.

Kritik: Guardians of the Galaxy 1 & 2

Wieder eine Superheldentruppe, die ich nicht kannte – die Guardians of the Galaxy. Der erste Teil kam 2014 heraus und war ein sehr sympathischer, lustiger Film, dessen Helden mal ausnahmsweise nicht nur am Zweifeln sind und den Weltschmerz vor sich hertragen, sondern einfach was aus ihren Fähigkeiten machen.

Sehr gut besetzt mit Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista und auch mal wieder Michael Rooker. Dazu Groot und Rocket als vollwertige animierte Charaktere. Das Ganze von leichter Hand, dennoch bombastisch inszeniert von James Gunn, da konnte der zweite Teil eigentlich von vornherein nicht mithalten.

So kam es dann leider auch, wenngleich auch der zweite Teil noch ein sehr guter Film ist. Es wurden viele Elemente des ersten Teils aufgegriffen und geschärft, bzw. wiederholt, das war mir oft zu viel, zum Beispiel das Lachen von Drax war auf Dauer nicht mehr lustig. Dazu kam die eher maue Geschichte über die Herkunft von Star-Lord – war nicht meins, obwohl ich ein großer Kurt-Russel-Fan bin.

Dafür gibt es Zuwachs bei den Guardians mit Karen Gillan und Pom Klementieff, die zwei sehr interessante Charaktere spielen.

Insgesamt sind das zwei sehr unterhaltsame Filme mit leichten Vorteilen beim ersten Teil, nicht von ungefähr sind die Guardians auch Highlights von Infinity War.

Fazit: sehr gute Filme, mindestens der erste Teil ist Pflicht.

Kritik: Fast & Furious 8

Der achte Teil in einer Reihe, in der alle Filme so meh sind und teilweise auch schlechter. Fast & Furious 8 (im Original The Fate of the Furious) ist der erste Teil ohne Paul Walker, dafür wieder mit Jason Statham, The Rock und neu Charlize Theron – was kann da schon schiefgehen?

Alles.

Die Geschichte ist mies, die Effekte sind grottenschlecht, die Dialoge sind unterste Schublade, die Ideen sind schwach, alles ist nicht gut. Die “Originalschauspieler” werden immer schlechter, geht das überhaupt?

OK, es gibt eine gute Szene: der Gefängnisausbruch von The Rock und Statham.

Fazit: richtig schlecht.

Kritik: Rammstein: Paris

Ein Konzertfilm über das Paris-Konzert von Rammstein vom März 2012. Das Konzert war Teil der “Made in Germany 1995–2011”-Tour, wir hatten das Konzert in der O2-World gesehen. Habe ich nicht drüber geschrieben, war aber eines der besten Konzerte von Rammstein und überhaupt, die ich gesehen habe. Eine Band mit einem Riesen-Ego, die ein Konzert spielen über mehrere Bühnen, mit Pausen dazwischen, genialen Einfällen, Brücken über die Bühne, peitschenden Bandmitgliedern, “Mann gegen Mann”, was soll ich sagen – schaut es Euch selbst an.

Dafür ist der Film gut geeignet, ist natürlich nicht so gut wie live, aber Regisseur Akerlund hat sich halbwegs zurückgehalten mit Extremschnitten und Nachverfremdung, so dass man sich das Konzert gut ansehen kann. Es hilft natürlich, wenn man laut machen kann. Und eine große Leinwand hat.

Daher waren wir im Zoo-Palast, um das Atmos-Kino mal auszureizen. Das Kino selbst war eine eher zwiespältige Erfahrung. Einerseits große Leinwand, guter Sound. Andererseits offene Türen mit viel Nebenlicht und undisziplinierten Ordnern. Wir waren danach nicht noch mal in diesem Kino.

Fazit: sehr guter Konzertfilm eines denkwürdigen Konzerts.

Kritik: Doctor Strange

So so, ist das auch schon wieder anderthalb Jahre her, dass Doctor Strange in die Kinos kam.

Ob das nun gut oder schlecht ist, dass ich mich im Marvel-Universum kaum auskenne – ich weiß es nicht. Einerseits kann ich mich den FIlmen unbelastet nähern. Andererseits entgehen mir etliche Querverbindungen, Witze, Anspielungen etc., die geneigte Fans erkennen.

Wie dem auch sei, der Film beginnt mit der Vorstellung des äußerst unsympathischen Doctor Strange (Benedikt Cumberbatch) und seiner Superheldenwerdung. Ich will nicht zu viel verraten, aber die fand ich mal im Rahmen des Superheldengenres ok umgesetzt. Dabei hilft auch Cumberbatch, dem mal wieder eine Rolle auf den Leib geschrieben zu sein scheint. Er ist ein Arsch, der aber nicht an seiner Heldwerdung verzweifelt.

Mir gefiel auch die viel kritisierte Rolle der Ancient One, gespielt von Tilda Swinton, vor allem in der Kritik wegen des Whitewashing. Hier kommt mir die Unkenntnis des Originalmaterials zu Gute.

Die Geschichte ist nicht unbedingt originell – Held verliert alles, wird Superheld, muss sich bewähren. Die Nebenfiguren sind gut besetzt, die Chemie stimmt, die Handlung wird durch äußerst trockenen Humor aufgewertet.

Die Tricks des Films sind sehr gut umgesetzt, das ist oft ein Schwachpunkt der heutigen[tm] Filme – zu viel zu wollen und zu wenig zu können. Und alles zu animieren, was nicht bei drei auf den Bäumen ist – Uncanny Valley anyone?

So weit, so gut. Dann kommt das Finale des Films.

Selten war ich so begeistert von einem Finale. Die Auflösung der eigentlich unlösbaren Situation hat es in sich und mich komplett auf dem falschen Fuß erwischt. Genial.

Fazit: sehr guter Film im Reigen der sehr stark schwankenden Avengers-Einführungsfilme.

Kritik: The Accountant

The Accountant, ein Film mit Ben Affleck als Buchhalter, der gleichzeitig auch ein sehr guter Mörder ist.

In seiner Arbeit als freischaffender Buchhalter entdeckt er einen Betrug in einer Firma und als ihn diese rausschmeisst und ihm verbietet, seine Arbeit zu Ende zu führen, muss er alle umbringen, um die Bücher korrekt zu prüfen.

Klingt lustiger als der Film ist, beschreibt aber einen sehr soliden Actionfilm mit einer Ben Affleck angemessenen Rolle. Die Action stimmt, das Drehbuch ist durchaus originell, dreht einige Wendungen, bleibt dabei aber über den ganzen Film gesehen gradlinig.

Fazit: guter Actionfilm.

Kritik: Spectre

Spectre – der wahrscheinlich letzte Bond mit Daniel Craig – was für eine Enttäuschung.

Dabei fing der Film mit einer richtig guten Szene an, für Bond innovativ gedreht in einer Einstellung von der Straße bis zur Zerstörung eines Hauses. Ab da ging es bergab mit eingesprenkelten genialen Szenen.

So waren einige Setpieces erstaunlich gut und verströmten den Glanz eines Bond-Films, z.B. in der Wüste am Bahnhof.

Der Hauptteil des Films drehte sich aber leider um eine an den Haaren herbeigezogene, verwirrte, schlecht geschrieben Geschichte, die jegliche Logik vermissen ließ, nicht nur in der äußeren Welt, sondern auch in der inneren Welt des Films.

Dazu geniale Schauspieler, die für sinnloseste Szenen verheizt wurden, allen voran Christopher Waltz, aber was war das für eine creepy-eklige Szene mit Monica Bellucci?

Dazu kamen starke Probleme, den Film über die Zeit zu bringen, Füllszenen, Langeweile, dann wieder Over-the-top-Action, die nicht passte.

Nein, das war ein unwürdiger Abgang für Craig, der bei aller Kritik an seiner Interpretation der Rolle nicht der schlechteste Bond war.

Fazit: richtig schlecht, aber so richtig.

Kritik: The Expendables 3

The Expendables 3 ist die dritte Fortsetzung der Expendables-Reihe, deren erster Teil ok war mit Hang zum Besseren aber auch einigen Aussetzern. Über den zweiten Teil ist genug gesagt wenn man anmerkt, dass JCVD mit Abstand der beste Schauspieler des Films war.

Nun also die Fortsetzung, die man sich anschaut, ja, warum eigentlich. Stallone ist ein Schatten seiner selbst, die Geschichte ist wahrlich nicht gelungen, die Action ist leider nur mäßig.

Dafür bekommt man fast alle Actionhelden der Vergangenheit serviert, Arnold Schwarzenegger mit einem gelungenen Auftritt, ebenso Auftritte von Mel Gibson, Wesley Snipes etc. pp., eher nicht gelungen.

Leider chargieren sich selbst die guten Schauspieler wie Statham oder Li durch ihre Rollen, es gibt keine nachvollziehbaren Handlungen, alles ist mies.

Fazit: mies.

Kritik: The Conjuring

The Conjuring ist ein Horrorfilm von 2013, der eine Fortsetzung und zwei Spin-Offs erfahren hat, Grund genug, sich den Film anzusehen (von den sehr guten Kritiken mal abgesehen).

Haunted-House-Filme haben das Problem, dass eine unheimliche Stimmung aufgebaut werden muss, ohne zu viele Jump-Scares zu benutzen, ohne zu viele falsche Fährten zu legen aber auch ohne zu langweilen. Und da ist auch noch das offensichtliche “es gibt keine Haunted-Häuser”-Problem. Manche Filme schaffen das zu lösen, manche nicht. The Conjuring gehört zur ersten Sorte.

Von Beginn an wird klar, hier wird nicht rumgealbert, hier gibt es Besessenheit, die ausgetrieben werden muss. Und das ist nicht lustig, sondern eher schlimm für die Betroffenen.

Dabei bringt es der Film fertig, die Figuren nachvollziehbar agieren zu lassen angesichts der unrealen Geschehnisse, mit denen sie konfrontiert sind. Damit leidet man tatsächlich mit den Figuren mit, denn oft ertappt man sich dabei zu denken – jetzt würde ich das machen, und genau das tun die Leute dann auch. Ohne dass es etwas hilft.

Hilfe verschaffen die paranormalen Ermittler Ed and Lorraine Warren, die die Gefahr erkennen und letztendlich auch bannen können. Dabei sind die beiden sympathisch und bis auf einen nervigen Beschützerkomplex von Ed auch sehr nachvollziehbar gestaltet.

Kurz zum Grusel: ja, der Film ist gruslig. Er funktioniert nicht nur über Jump-Scares, sondern auch über Stimmung, Schauspielerleistungen, Setting und steht zurecht auf meiner Liste der grusligen Filme.

Einziger Wermutstropfen ist, dass es Lorraine und Ed Warren tatsächlich gab, zwei Scharlatane, die die Gutgläubigkeit der Menschen ausnutzten, indem sie suggerierten, dass es paranormale Phänomene tatsächlich gibt. Und am Set gab es natürlich auch Wind, wo keiner sein konnte, unerklärliche Phänomene, etc. pp. Das macht den Film nicht schlechter, aber trotzdem…

Fazit: einer der besten Haunted-House-Filme.

Kritik: Deliver Us from Evil

Kommen wir zu den beiden härteren Filmen des Wochenendes und beginnen mit Deliver Us from Evil, einem Horrorfilm über die Besessenheit mehrerer Menschen und den notwendigen Exorzismus.

Der Film erzählt die Geschichte aus der Sicht des Polizisten Sarchie (Eric Bana), der den Fall annimmt und mit Hilfe des Geistlichen Mendoza (Edgar Ramirez) löst. Dabei ist Sarchie besonders feinfühlig den Dämonen gegenüber, seiner Familie dafür eher nicht.

Der Film macht sehr viel richtig, der Einstieg ist stimmungsvoll, danach bringt Eric Bana den Polizisten sehr gut rüber und die Geschichte ist sehr bodenständig erzählt. Die gruslige Stimmung kommt nicht nur aus dem übernatürlichen, sondern auch aus der Überzeugung von Sarchie, das Menschen selbst durchaus zu grausamen Dingen fähig sind.

Diese Grundeinstellung in letzten Drittel aufgegeben, durchaus ok im Kontext des Films, und weicht einer kirchlichen Stimmung, die mich auch im Kontext des Films befremdet hat. Hier hätte das Drehbuch etwas ausgeglichener sein können.

Gleiches gilt für den Subplot der Familie des Polizisten, der nur angerissen aber nicht auserzählt wird. Der Film hätte nicht verloren, wenn darauf komplett verzichtet worden wäre. Im Gegenteil. So wirkt die ganze Familiengeschichte angeklebt, Olivia Munn und Lulu Wilson hätten hier besseres verdient gehabt.

Trotzdem ist der Film sehr gut erzählt, sehr gruslig und gerade das Bodenständige an der Besessenheit macht den Film zu etwas Besonderem. Und etwas sehr Dreckigem.

Was nervt ist die Andeutung, dass sich das Ganze genauso zugetragen hat, also auf einer wahren Besessenheit basiert. Das mag ein guter Marketinggag sein, mich nervt das.

Fazit: sehr guter Film mit kleinen Schwächen.