Kritik: Sleuth

Sleuth (im dt. 1 Mord für 2) ist ein Kammerspiel für zwei Personen, das, wie ich annehme, aus dem Theater stammt.

Schön gegliedert und von Michael Caine und Jude Law gespielt, ist der Film übersichtlich.
Die ersten zwei Akte sind grandios, lustig, einfallsreich, überraschend. Leider fällt der dritte Akt und damit das Ende stark ab. Zwar immer noch einfallsreich, ist die Leichtigkeit abhanden gekommen, die die ersten Akte auszeichnete.

Trotzdem ein gelungener Film.

Kritik: Alien vs. Predator

Wo ich gerade bei Filme von Paul W.S. Anderson gewesen bin, gleich noch Alien vs. Predator hinterher (der Mann hat erstaunlich viele gute Filme gedreht, darunter Event Horizon oder Resident Evil). Zum Einen wollte ich den Film mal wieder sehen, zum anderen läuft ja derzeit der zweite Teil, da will man vorbereitet sein.

Der Film fängt schwach an, das muss man sagen. Die Kennenlernszenen der Opfer sind ok, danach ganz schwache Computergrafiken. So richtig genießen kann man den Film erst ab der Ankunft auf dem Schiff, dann ist er aber wirklich gut.

Erstaunlicherweise sieht das der Regisseur ähnlich (zumindestens die Hubschrauberszene), den gesamten Audiokommentar kann ich nur empfehlen. Sehr kurzweilig und interessant. Und Lance Henriksen hat eine Stimme…

Wie gesagt, nach dem schwachen Beginn geht es gut los, Abenteuer, Helden, Tote. Dann Aliens und Predatoren, die gut miteinander harmonieren. Keine nervigen Kinder, die Frauenrolle ok besetzt, keine Sexszenen – was will man mehr?

Dazu reichlich Insiderwissen der alten Filme und kleine Anspielungen – wie die Morsezeichen am Anfang des Films. Der größte Brüller natürlich die angedeutete Messerszene von Weyland. Wie gesagt – der Audiokommentar erläutert sehr viel.

Kritik: Soldier

Soldier, der im Deutschen(!) “Star Force Soldier” heißt, ist ein faszinierender Film aus dem Jahr 1998.

Zunächst einmal spiel Kurt Russell mit, den ich durchaus gerne sehe, wenngleich er auch schon Gurken gedreht hat… Aber halt auch extrem gute Filme.

In diesem Film ist ein ein Soldat, der in eine rudimentäre Zivilisation geworfen wird, um zu erkennen, dass er außer Soldatsein nicht viel kann. Also ein hochphilosophischer Film 🙂

Nein, der FIlm ist, und hier trifft das Wort zu, cool. Kurt spricht nicht mehr als nötig, genau 104 Worte. Darunter den schönen Satz: “I’m going to kill them all, Sir!”. Und das tut er dann auch. Die Schauspielerei beschränkt sich auf zwei Gesichtsausdrücke. Und das reicht.

Wichtig: die Kinderrolle (ja, es gibt eine), ist nicht nervig. Wo gibt es das schon. Außerdem versorgt uns Paul W. S. Anderson mit Referenzen, Insiderwissen etc.

Bleibt nur vor der geschnittenen Fassung zu warnen, die wohl heute wieder auf Pro7 laufen wird. Nicht genießbar.

Raubkopierer

Wann werden die Filmfirmen eigentlich begreifen, dass die Einzigen, die sich Raubkopierer-Spots ansehen müssen (weil man im Kino sitzt oder die DVD-Navigaion ausgeschaltet ist), dass also die Einzigen diejenigen sind, die Geld für die DVD oder den Kinobesuch ausgegeben haben?

Es ist immer wieder schlimm. Diese Spots sind eigentlich einer der Hauptgründe, tatsächlich über Kopieren der DVDs nachzudenken.

Kritik: Wolfhound

Volkodav iz roda Serykh Psov – ein russischer Fantasy-Film nach einem Buch, das ich nicht gelesen habe, der bei uns nur auf DVD erscheint, den ich aber im Rahmen des Fantasy Filmfest gesehen habe.

Ein russischer Fantasy-Film, das weckt Erinnerungen an alte russische Märchenfilme und natürlich Wächter der Nacht (Nochnoi dozor), mehr habe ich in der Richtung nicht gesehen.

Ob die Handlung des Buches originell ist, das kann ich mangels Leseerfahrung nicht einschätzen, der Film ist zumindestens schamlos aus anderen Filmen geklaut, sei es Setting, Handlung, Orte, Verhaltensweisen. Trotzdem macht er Spaß und man verzeiht die Ruchlosigkeit, denn der FIlm hat etwas, was ich nicht genauer definieren kann.

Dabei werden meine Sehgewohnheiten konsequent ignoriert, plötzlich tauchen weiße Frauen auf, Schnitte sind hart und unvorhersehbar, Frauen sind eher androgyn, plötzlich kommt ein ganz und gar alberner Waldkämpferstamm in die Handlung, dabei wird jemand gerettet, der für die spätere Handlung völlig unwichtig ist. Man sieht – ich hatte so meine Schwierigkeiten.

Aber wie gesagt, der Film hat etwas und fasziniert. Lediglich das Ende ist komplett für die Tonne. Da wird mehrere Stunden (gefühlte 4-5) eine Handlung aufgebaut, ruhig und ohne Hast und dann scheint den Machern eingefallen zu sein, dass das Ende nah ist. Also husch-husch ein Ende gestrickt, die Computer ausgereizt, ohne gut zu wirken, die Fledermaus in die Handlung eingewoben (extrem albern) und dann noch das “Monty Python hat es schon in den Siebzigern verrissen”-Ende eingebaut inklusive Sonnenstrahlen etc.

Offensichtlichste Referenzen:
– Pathfinder: Stamm, Sümpfe, Hauptfigur
– Herr der Ringe: Sauron lebt, Ritt in die Berge, Farbgebung
– Indy 3: Steinbrücke

Fazit: guter Film mit schwachem Ende, in Ansätzen ok, muss aber noch reifen

Update: WP kann bei mir keine kyrillischen Buchstaben abspeichern, daher die Lautumschrift in den Titeln

Kritik: Rush Hour 3

Rush Hour 3, der letzte(?) Teil der durchaus erfolgreichen, wenngleich qualitativ eher mäßigen Rush-Hour-Reihe.

Ein erstaunlich lustiger Film, der in seinen guten Momenten richtig gute Gags zu zeigen weiß, die hintergründig sind und deren Pointen genau ins Schwarze treffen. Leider wechseln sich diese Szenen mit anderen ab, die so albern sind, dass man sich vor Fremdschämen im Kinosessel verkriechen möchte.

Dazu Kinobesucher, die gerade bei den plattesten Stellen am lautesten Lachen und sich diese Witze mehrfach danach im Kinosessel erzählen, um den vollen Genuss zu haben.

Wenn das zu negativ klingt: ich habe mich amüsiert. In der gesamten Reihe fand ich diesen Film vom Witzpotential her am besten, die Action wirkt teilweise gut, teilweise arg bemüht. Sind halt nicht mehr die Jüngsten. Wenngleich der Showdown in Ordnung ist.

Randbemerkungen: Chris Tucker ist dick geworden. Schauspieler sucht man in diesem Film vergebens. Die französische Polizei (Telefonbücher) und der französische Taxifahrer (“now I don’t know what it feels like to kill somebody for no reason”) sind einfach gut.

Fazit: reicht für einen vergnüglichen Abend gut aus.

Kritik: Transformers

Transformers von Michael Bay: der Trailer versprach schon viel, die Zwischenkritiken waren eher verhalten, die Kritiken nach Filmstart überschlugen sich. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Und sie wurden nicht enttäuscht.

Michael Bay holt endlich mal wieder aus, nach für mich eher misslungenen Filmen wie Bad Boys II (war mir zu überdreht), Pearl Harbor (nicht gesehen wegen Trailer, Thema und Ausgestaltung) und Armageddon (war einfach schlecht). Schon The Island war ein guter Film, Transformers toppt das Ganze noch.

Es gibt Action satt. Wo andere Filme den ganzen Film um eine Actionszene drehen, ist das hier ein Nebenprodukt einer viel größeren Zerstörungsorgie, die einfach Spaß macht. Die Gut-Bots sind teilweise nervig, ab und an geraten wir in kindgerechtes Fahrwasser, aber das ist die kurzgehaltene Ausnahme.

Überrascht hat mich, wie witzig der Film war, wenn die Action mal ruhte. Da gab es keinen Leerlauf oder öde Szenen. Gelungene Gags auf den Punkt gebracht.

Interessant auch die Einbindung der Armee: ich will auch eintreten. Der ganze Film ist auch ein Werbevehikel für Rekruten. Wer hat sich zuletzt getraut, einen Helikopter aus der Sonne fliegen zu lassen?

Fazit: Sehbefehl, nach Die Hard 4 der zweite richtig gute Actionfilm des Jahres.

Kritik: Die Simpsons

Der Simpsonsfilm: sehenswert. Die Zuschauer: oh je.

Ich bin bekennender Nichtseher der Serie, weniger aus Abneigung, vielmehr aus Zeitmangel und weil ich das Glück habe, nicht sofort gefangen worden zu sein. Trotzdem kenne ich die meisten Figuren der Serie, kann sie einordnen, kenne einige Gags etc.

Zum Glück ist dieses Wissen nicht notwendig, um sich bei dem Film zu amüsieren. Wahrscheinlich erhöht sich aber der Spaßfaktor, wenn man Insidergags erkennt (der Krankenwagen an der Schlucht, wie mir die hinter uns sitzenden Zuschauer lautstark verkündeten). Der Film ist keine lange Fernsehepisode, sondern ein eigenständiger FIlm mit einer tragenden Geschichte, Effekten für’s Kino, kurz: gelungen.

Nach den Ausschnitten, die ich im Fernsehen gesehen habe, ist die englische Fassung dringend zu empfehlen, nicht nur der Stimmen wegen, auch wegen teilweise falsch übersetzter Gags. Das Englisch ist sehr gut zu verstehen, lediglich Homer macht manchmal Schwierigkeiten.

Die Zuschauer hinter uns waren die Hölle. Sie kamen rein, brüllten rum, unterhielten sich, holten sich Bier, stießen an und führten das fort, bis der Film zu Ende war. Zum Glück gingen sie bei Beginn der Abspanns. Ich wünschte mir Walter Moers Kinopolizei. Und ab in den See!

Fazit: Sehbefehl

Spider-Pig, Spider-Pig,
does whatever a Spider-Pig does,
Can he swing, from a web?
No he can’t. Cause he’s a pig.
Look out! He is the Spider-Pig.

Kritik: Death Proof

Death Proof – der erste Film der beiden Grindhouse-Filme von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez.

Kurzzusammenfassung: langweilig.

Es ist wie in Space Jam: die Außerirdischen haben Tarantino sein Talent geklaut. Es ist erstaunlich, wie man so einen technisch guten Film drehen kann, bei dem es excellente Szenen gibt, wie man aber überhaupt kein Gefühl dafür haben kann, welcher Schnitt zu setzen ist, wann eine Szene zu lang ist – kurz jegliches Timing vermissen lässt. Leute, die bereits bei Kill Bill 2 den Knüller erwartet und einen lauen FIlm bekommen haben, werden – wie ich – ein Deja Vu bekommen.

Es gibt zwei Szenen, eine in der Mitte des Films (ab der Abfahrt von der Bar) und das Ende (ab der Abfahrt vom Haus), die zeigen, welche Gelegenheit verschenkt wurde. Insgesamt war der zweite Teil des Films besser gelungen. Vor allem die kurze schwarz-weiß-Szene war klasse.

Ansonsten referenziert sich Tarantino selbst bis zum Erbrechen. Jeder seiner vorigen Filme wird zitiert, er muss natürlich mitspielen, der Texaner auch, ich hatte nur auf Uma Thurman gewartet. Dafür gab es wieder Fußfetisch, endlose Dialoge (nur selten witzig, weil zu lang), alte Musik und endlose Arsch-und-Titten-Szenen, die so lieblos wie selten inszeniert waren.

Insgesamt merkt man: ich war enttäuscht. Dem restlichen Publikum schien es gefallen zu haben, einige klatschten sogar. Was weiß ich, warum.

Fazit: wem bereits Kill Bill 2 zu schwach war, sollte das Stück meiden, oder wenigstens mit ganz niedrigen Erwartungen reingehen.

Mal sehen, wie Planet Terror wird, falls der hier mal rauskommt.

Kritik: Casshern

Casshern – beeindruckend.

Ein moderner Film nach einem Anime aus den siebziger Jahren – das mussten wir sehen. Und es hat sich gelohnt. Es ist unglaublich, welche visuelle Kraft man in einem Film entfalten kann, wenn man sich von festgefahrenen Sehgewohnheiten löst. Das ist einer der Gründe, warum ich so gerne Anime sehe.

Der Film nimmt große Anleihen an der visuellen Sprache des Originals, bis hin zu zeichnungsartigen Animationen, die im Film auftreten. Dagegengestellt wird eine interessante Geschichte, die stellenweise etwas lang ist, was beim Sehen aber nicht stört.

Einziges Problem für mich (wie immer) ist die Identifikation der Personen, wenn sie sich zu ähnlich sehen (für Japaner wahrscheinlich völlig unterschiedliche Personen). Der Geschichte kann man trotzdem gut folgen.

Sehempfehlung.