Filmkritik: Sunshine

Gestern ging es weiter mit den Fantasienächten, ich sah “Sunshine”, den neuen Danny-Boyle-Film, der diesen Monat auch regulär in die Kinos kommt. Mit etwas Verspätung hörte ich den Organisator noch erzählen, dass man die Geschichte wohl erzählt nicht glauben würde in ihrer Einfalt, Danny Boyle aber was draus gemacht hat. Da kann ich ihm nur zustimmen.

Die Geschichte ist so hanebüchen, konstruiert, mit Logik- und Physiklöchern vollgestopft, dass man sich nicht getraut, zuzugeben, dass einem der Film gefallen hat, wenn man seiner Frau den Inhalt erzählt. Kurz (und ohne Spoiler): die Sonne erlischt und soll durch eine Bombe wieder gezündet werden. Weltraum, Crew, Tote. Der Film ist eine wilde Mischung aus Mission to Mars, Alien, Event Horizon und etlichen anderen Filmen, die herauszufinden alleine schon den Spaß wert ist.

Der Film ist gut besetzt, Schauspieler, die tatsächlich schauspielern, in Kulissen, die extrem gut aussehen. Das Innere ist Klasse normal aber einfallsreich, die gerenderten Außenansichten sowie die Sonne einfach umwerfend. So muss gute Science-Fiction aussehen. Und so muss sie sich auch anhören. Die Bässe voll aufgedreht, zieht einen der Film akustisch in den Bann, dass man sich fragt, ob das ein Sound-Oscar ist. Und das habe ich mich noch nie gefragt.

Die Geschichte und damit der Film ist vorhersehbar, aber sehr gut erzählt. Alle Klischees werden bedient, alle üblichen Physiklöcher ausgehoben, ohne dass man das dem Film übelnimmt. Trotzdem wurden manche Grundgesetze der Physik auch beachtet. Ich bin äußerst zufrieden aus dem Kino gekommen.

PS: @GSG9-Macher: so dreht man eine Abschiedsszene auf Video!

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Filmkritik: Dog Bite Dog

Im Rahmen der Fantasy Filmfest Nights #5 sah ich mir mit I vorgestern “Dog Bite Dog” an. Kurz zum Inhalt: Killer tötet viele Leute, Cop versucht ihn zu fangen, Liebe, Tod.

Ein chinesischer Film (Hongkong), der erst einmal gut anfing, wenngleich etwas übertrieben in der Soundsprache. Aber nicht unangenehm. Furioser, blutiger Start, kaum eine Verschnaufpause, brachiale Action ohne großes Wenn und Aber. Ein Klischee wurde ans nächste gereiht, der Film war dennoch nicht vorhersehbar, die meisten Wendungen und Scherze waren ok.

Bis zur Mitte war es noch am Rande des Erträglichen, dann ging der Film richtig ab. Eine krude Idee nach der anderen, die meisten von uns und dem Publikum mit zumeist ungläubigem Gelächter bedacht, wurde auf uns losgelassen. Mehrere Showdowns später kulminierte der Film in solch einem blödsinnigen Finale mit entsprechender Musikbegleitung, dass der ganze Saal lachte. So war das sicher nicht gemeint.

Fazit: unterhaltsam aber die Geschichte weit über die Schmerzgrenze hinaus schlecht.

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Pathfinder

Pathfinder – Wikingergemetzel mit Karl Urban

Der Vorspannn (und der Trailer) läßt hoffen, der Film fängt auch richtig stimmungsvoll an. Schon bei der ersten Szene erkennt man: Bilder und Stimmung sind wichtig, historische Korrektheit nicht. Dann eine schlecht gerenderte Dorfszene und los gehts.
Der erste Teil des Films (der überwiegende Teil) hat mir gut gefallen. Auch wenn wenig gesprochen und mehr gemeuchelt wird, sind dir Wikinger gut, schnell, böse und nachvollziehbar in ihren Aktionen. Das ist der Wikinger-sind-Lordi-Teil.
Das ändert sich (für Kenner: nach der Fallgrube bzw. nach dem See) stark: die Wikinger werden doof, die Handlung hebt ab und die Grafiken werden so schlecht, wie ich es in einem live gerenderten Spiel nicht zulassen würde. Jegliche Logik wird über Bord geworfen, dutzende Showdowns werden angeschmissen, sämtliche Klischees werden rausgeholt – schrecklich.
Da der schreckliche Teil am Ende kommt, ist damit der ganze Film durch.

Schauspielerisch sind keine Meisterleistungen zu erwarten, guter Durchschnitt, ohne herausragende Einzelleistungen. Bis zum großen Bruch ist der Oberklingone äh. Oberwikinger richtig gut.

Geklaut wurde quer durch die Filmgeschichte: Star Trek (die Wikinger-Klingonen), Mad Max, Rambo 1, Marlboro-Werbung.

Wikinger sprechen eine komische Sprache: ich nehme mal an, es war Fantasie-Wikingerisch, eine Mischung aus Deutsch, Dänisch und harten “s”.

Gefilmt war der Film hervorragend, bis auf die CGI-Szenen natürlich.

Der Film basiert auf einem anderen Film und anscheinend auf Comics. Muss ich mal schauen, ob die lohnender sind.

Erkenntnis: töten in allen Variationen ist tatsächlich zur Zeit besser als Frauen (nackt) oder Sexszenen zu zeigen. Es ist eine erstaunliche Entwicklung.

Fazit: Schade um die verschenkte Chance, der überwiegende Teil des Films ist gelungen, der Rest ist so schlecht, dass nichts mehr hilft.

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Blame Canada

Gestern haben wir uns mal wieder “South Park”, den Film angeschaut. Ist schon eine Weile her, zwischen dem letzten und dem jetzigen Sehen lag z.B. der 11. September und “Team America: World Police”.

Der Film ist einfach genial. Die ganzen Anspielungen, Witze und Sprüche treffen so schön ins Schwarze, dass man den Machern “Team America” fast verzeihen möchte.

Also: wer Crank schon gesehen hat und nicht weiß, was er tun soll: ran an South Park.

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