Kritik: Die Mumie 3

The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor ist der dritte Teil der Mumie-Reihe (Serie?) und wie der zweite: durchschnittlich, aber bemüht.

Schon im zweiten Teil hatten der Witz und die Freude des ersten Teils nicht überlebt. Zeit also, es im dritten Teil besser zu machen. Das hat nicht geklappt.

Die Einführung in die Geschichte ist gut gelungen, Jet Li macht sein Jet-Li-Gesicht, dann Schwenk auf die neue Ms. O’Connell, eine toughe Schriftstellerin. Nix mehr mit “I am a librarian!” und dem unvergleichlichen Charme von Rachel Weisz. Dafür bemüht witzige Einlagen, viel Gedöns und Schlachten, eine mäßige Geschichte und eine komplett unpassende Filmmusik. Viel Schlachtenlärm, wenig Inhalt, noch weniger Logik, alles unpassend aber nicht wirklich schlecht.

Insgesamt unterhaltend, aber auf einem ungleich niedrigeren Niveau als der erste Teil. Nach so langer Zeit ist das schwach. Dafür kann ich vorhersagen, dass der vierte Teil irgendwas mit Russen zu tun haben wird. Denn der dritte hatte: China, eine Vergnügungsbar mit Bühne und Sängern, Vater-Sohn-Konflikt, Berge und erinnerte auch sonst sehr stark an Indy.

Fazit: mäßig, aber auch nicht enttäuschend; hoffentlich kein vierter Teil.

The X-Files: I Want to Believe

Der neue Akte-X-Film: endlich wieder ein Film, bei dem ich mich geärgert habe, ins Kino gegangen zu sein. Das ist mir lang nicht passiert.

Dabei fängt der Film gut an, die ersten fünfzehn Minuten sind extrem gut, witzig, einfallsreich. Außerdem werden echte Hubschrauber eingesetzt, wenn Hubschrauber gezeigt werden. Das fällt schon auf.

Aber dann ist der Bart ab und der Film verflacht. Pseudotragik, Philosophie und ein Fall, der so mies ist, dass ich es gar nicht beschreiben kann. Beispiele? Das Frauenbild ist in den 80ern steckengeblieben. Wenn man eine Stammzellentherapie einleiten will, googlet man das und operiert fünf Stunden später – Argh. Die Russen! Und überhaupt.

Fazit: Finger weg.

Kritik: O Reino Proibido

Das verbotene Königreich (The Forbidden Kingdom), so wird der neue Jackie-Chan/Jet-Li-Film wohl heißen, wenn/falls er in D veröffentlicht wird. Wir konnten eine der letzten Vorstellungen in Portugal besuchen, hier läuft der Film seit Mitte Mai.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Gut gegen Böse in exotischem Ambiente. Es gibt einen unscheinbaren aber nicht ganz unsympathischen Hauptheld zu sehen. Jackie Chan darf Drunken-Stil vorführen und diverse andere Stile. Jet Li sieht alt aus, darf aber auch einiges zeigen, beide kämpfen gegeneinander – eindeutig der Höhepunkt des Films. Eine schöne Asiatin (die wohl Amerikanerin ist) fehlt auch nicht, alles züchtig, humorvoll, leicht und schnell erzählt. Selbst alte Bekannte des Kung-Fu-Films, die lustige Lernphase des Schülers (Junge, Du willst doch noch Kinder kriegen!) wurde integriert.

Es gab drei Mankos am Film: zum einen war die Leinwand nicht gerade, der Film daher teilweise unscharf, zum anderen können weder Jackie Chan noch Jet Li gut Englisch sprechen, Jet Li ist völlig unverständlich. Drittens setzt der Film sehr plakativ auf Gewalt als Problemlösung (ok, das von mir klingt seltsam, ich bin gerade von Koontz’ Odd-Geschichten etwas sensibilisiert).

Fazit: leichte Kost, ordentlich gemacht.

Kritik: O Incrível Hulk

Der unglaubliche Hulk ist schon wieder verfilmt worden, dieses Mal mit Edward Norton als Bruce Banner. Zum Glück werden Filme in Portugal nicht synchronisiert, sondern mit Untertiteln versehen. Das hat zwei Vorteile: die Bevölkerung lernt schneller Englisch und Urlauber können bei schlechtem Wetter das Kino aufsuchen.

Werbung kam wenig, Trailer (Speed Racer scheint schlimm zu werden, der Film mit Angline Jolie wird wohl ein Jungenfilm) ein paar. Mittendrin eine Pause. Kino klimatisiert, aber wir hatten lange Hosen und Pullover mit. Hätte schlimmer werden können.

Viel haben wir uns vom Film nicht erwartet, der Trailer sah schon wieder nach viel Computer und wenig Schauspiel aus, das haben wir auch bekommen.

Die Erschaffung des Hulk ist eher Nebensache, der Film konzentriert sich darauf, wie Banner mit seiner ungebetenen Gabe fertig wird. Außerdem gibt es ja noch Liv Tyler, die von der Ehe mit falschen (aber aufrichtigen, verständnisvollen) Fremden erlöst werden muss. Viel Arbeit für Edward Norton, die er gewohnt gut erledigt. In den Szenen mit echten Schauspielern ist der Film gut, witzig, angenehm zu sehen.

Leider muss ja dann der Hulk auftauchen und, wenngleich Lou Ferrigno ein Cameo hat, sowie den Hulk sprechen darf, ist das Computermonster wie erwartet schlecht. Lässt das erste Auftreten noch hoffen, da dunkel gehalten, ist spätestens beim zweiten Mal Schluss. Da wird Action mit dem Füllhorn inszeniert, eine Szene dümmer und langweiliger als die andere, dann gibt es schlimme Reminiszenzen an King Kong und zum Schluss wird es vollends blöd.

Nein, zu viel gewollt, zu viel reingepackt und wenig erreicht. Der Film kann gerade mal billiges Popcornkino bieten, wenn das das Ziel war: ok. Aber warum dann gute Schauspieler für den Rest casten? Nett die Schlussanspielung auf Iron Man (die uns schon bei der Eröffnungssequenz aufgefallen ist), sonst ein fader Nachgeschmack.

Fazit: viel Potential, wenig draus gemacht.

Indy und der Kristallschädel

Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull, wie der ausführliche Titel des Films ist, tritt ein beträchtliches Erbe an. Bis auf den albernen zweiten Teil sind die Filme großartig, besonders der dritte Teil scheint schwer zu toppen. Dazu kommt, dass der Hauptdarsteller in die Jahre gekommen ist, Abenteurerfilme geboomt haben und wieder abgeflaut sind, und die Protagonisten, allen voran George Lukas, zuletzt tüchtig ins Klo gegriffen haben.

Unter diesen Vorbedingungen ist der Film nicht so schlecht geworden, wie er hätte sein können. Von Bestform ist er andererseits meilenweit entfernt.

Angesiedelt in den späten fünfziger Jahren sind Nazis als Gegner passé, es müssen Russen herhalten. Der Beginn ist launig, teilweise gelungen, teilweise hanebüchen, aufgefangen vom ersten Wiedersehen mit Indiana Jones, das wiegt viel wieder auf. Aber nicht den Kühlschrank. Und nicht die albernen Viecher. Das ist Kinderhumor à la Lukas, mit dem er schon die alten Star-Wars-Filme in der Neuauflage verseucht hat.

Danach kommt die Geschichte, ein wilder Mix aus Akte X, Mumie, Alien, National Treasure 2 und diversen anderen Filmen. Kaum eigene Ideen, hauptsächlich geklaut, oft sogar szenengetreu. Inklusive sinnloser Verfolgungsjagden, nicht treffenden Maschinengewehren, Holzhammerhumor etc. Nein, der Teil konnte mich nicht überzeugen. Alle Klischees, die schon überwunden geglaubt sind, massenhaft persifliert wurden, werden wieder ausgegraben und ernsthaft umgesetzt. Vom Humor des dritten Teils nur in Ansätzen etwas zu sehen, viel zu selten.

Die Idee, Karen Allen wieder auszugraben, ist nett gemeint, passt aber nicht in die Reihe. Das Ende ist dann allerdings nur noch peinlich. Böse dürfen nicht nur Böse sein, da wird der dritte Teil zitiert, eine schlimme Begegnung der dritten Art folgt. Und der Weichzeichnungsfilter ganz am Schluss ist ernst gemeint. Da kommen alte Moralvorstellungen wieder zum Vorschein, die gerade in den ersten Teilen nicht vorkamen. Ärgerlich.

Fazit: nicht so schlecht wie die Star-Wars-Filme, aber immer noch weit weg vom Niveau der vorigen Indy-Filme (und das schließt den zweiten Teil mit ein).

Deadline – ein Filmmagazin

Auf meiner Suche nach einem Ersatz für die Cinema, die seit Jahren auf einem konstant schlechten Niveau schreibt, bin ich jetzt anscheinend fündig geworden.

Deadline” heißt die Zeitschrift, mit Schwerpunkt auf harten Filmen, Horror, Anime, etc. Ich habe mir Ausgabe 2/08 besorgt, 5 Euro, geht. Die Rezensionen sind locker geschrieben, aber verständlich und nachvollziehbar. Zumindestens soweit ich das beurteilen kann, anhand der Filme, die ich gesehen habe.

Aber kann eine Zeitschrift schlecht sein, in der man Perlen findet, wie:

[…] erfreuen hier 90 Minuten […], die die Wörter “guter Geschmack” zuerst anpinkeln, dann genüsslich zerschneiden und sich schließlich mit den Eingeweiden die haarigen Achselhöhlen polieren.

The other Boleyn girl

Wie der Titel schon sagt, es dreht sich fast alles um die Schwester von Anne (die Geköpfte). Mir war sie vorher unbekannt, die gute Mary. Und der Film zeigt uns ihre Hochzeit, die Liebe zu König Henry und den Aufstieg und Fall ihrer Schwester Anne. So ungefähr in dem Tempo erzählt der Film auch die Lebensgeschichte der beiden. Etwas verwirrend, jedenfalls für mich. Später las ich nach und fand heraus, daß die Historie doch etwas arg adaptiert wurde fürs Kino.

Fazit: Gutes Hollywoodkino, nette Unterhaltung und Natalie Portman und Scarlett Johansson.

Kritik: Eden Log

Mein letzter Film der Fantasy-Filmfest-Nights: Eden Log. Ein französischer Film, derer zur Zeit sehr viele herauskommen, von sehr gut bis mies, aber es tut sich was bei den Galliern. Laut Regisseur und Produzent des Films, die im Kino waren, ist das hauptsächlich auf Canal+ zurückzuführen, die derzeit sehr viele harte, phantastische Filme finanzieren.

Apropos Auftritt: die beiden waren sehr charmant, sprachen aber sehr schlecht englisch, wir sehr schlecht französisch. So war das Interview unterhaltsam, aber die Informationen aufgrund der Sprache und der Scheuheit der beiden doch eher spärlich. Macht aber nix.

Der Film beginnt langsam. Sehr langsam. So langsam, dass ich mich fragte, ob ich a) wach bleiben würde und b) mich wieder ärgern müsste. Aber die Furcht war unbegründet, nach geschätzten 20 Minuten nimmt der Film Fahrt auf und hält sie bis zum (unbefriedigenden) Ende durch.

Eine dunkle Geschichte, die unter der Erde spielt (gedreht wurde unterhalb von Paris, dort wo früher die Pariser Champignons gezüchtet wurden), in verschiedenen Stockwerken, die durch Diaprojektionen an Beton versinnbildlicht wurden. Das fand ich etwas enttäuschend, da sah billig auch billig aus. Das galt für das gesamte Set. Andererseits kann man an solchen Filmen prima erklären, wie Computerspiele trotz mehrerer Ebenen für den Spieler mit nur einer technischen Ebene auskommen. Aber ich schweife ab.

Der Hauptdarsteller ist toll, Clovis Cornillac, ich kannte ihn noch nicht, habe aber auch nicht Asterix gesehen, den er seit Neuestem spielt. In F. ist er wohl ein Star. Physisch sehr präsent, trägt er den Film fast alleine. Die Geschichte ist durchdacht, schwer zu folgen, aber mit genügend Erklärungen, wenn man mal nicht aufgepasst hat. Das Ende hat mir nicht gefallen, eine ökologische Botschaft (so sagten die beiden), die sich mir verschloss.

Fazit: Sehenswert, langsam, finster, neue Ideen.

Kritik: Sukiyaki Western Django

Ich weiß, wer Takashi Miike ist, ich kenne seine Bedeutung, trotzdem habe ich noch keinen Film von ihm gesehen. Diese Lücke konnte ich nun bei den Fantasy-Filmfest-Nights mit Sukiyaki Western Django schließen.

Ein Western, der so albern anfängt, dass wir (I war mit) uns verwundert ansahen. Japanische Schauspieler, die Englisch radebrechen, als gelte es ihr Leben. Alles falsch betont, was geht, falsche Pausen, eigenartig. Daher auch englische Untertitel, damit man verstand, was die Schauspieler gerade auf Englisch sagen. Dazwischen Quentin Tarantino, der mich erstmals seit langer Zeit mal nicht geärgert hat, sondern zwei gute Auftritte hinlegte.

Nach dem Prolog, bei dem die Richtung als albern bis scheißegal vorgegeben wurde, geht die eigentliche Western-Handlung los. Es ist müßig, den Inhalt zu beschreiben. Es passiert alles, was man sich vorstellen kann, in unglaublicher Geschwindigkeit, es wird geschossen, was das Zeug hält, Filme werden zitiert (Herr der Ringe, z.B.), keine Peinlichkeit wird ausgelassen, keine coole Pose verfehlt. Grandios. Wenn man bis dahin nicht gelacht hat, beim Versuch, das Schwert mit klatschenden Händen aufzufangen, rutschte ich tief in den Sessel vor Lachen. Diese Szene war allein den Eintritt wert.

Zwei andere Beispiele: der Showdown funktioniert nur im Schnee? OK, dann schneit es halt in einer Minute einen halben Meter. Who cares?
Der Hauptheld ist verprügelt worden und sieht aus wie ein Steak? Eine Nacht beim Wunderheiler und er sieht aus wie neu. Mit der Dialogzeile “Der Trick des Indianers hat funktioniert”.

Fazit: was für ein Film. Abgedreht, schnell, blutig. Klasse.