Kritik: FFFN: The Collector

Es ist wieder soweit, die Fantasy Filmfest Nights sind angebrochen. Erster Film für mich: The Collector.

Dieses Jahr bin ich völlig unvorbereitet gewesen, da ich keine Rezensionen der Filme gelesen habe und mich daher nur nach dem ausgegebenen Programm richten konnte. Also habe ich versucht, die Buzzwords zu überlesen und zu sehen, ob der Film interessant sein könnte.

Was soll ich sagen? Beim ersten Film ein Volltreffer. Heilige Scheiße, hat der mir gefallen. Bin leider zu spät gekommen, habe also das Intro verpasst, danach ging es aber gut weiter. Kurz zum Inhalt: ein Handwerker will einen Safe aufbrechen und kommt in die Lage, lauter schmerzhaften Fallen ausweichen zu müssen, die der Collector im Haus gelegt hat. Klingt an den Haaren herbeigezogen? Stimmt. Ist zum Glück egal, denn die Inszenierung lässt nicht zu, dass man über derlei Trivialitäten nachdenkt.

Vielmehr sollte man denken: “er wird doch nicht…” Doch, er wird. Bis auf ganz wenige Ausnahmen wird er (spannungserhaltend nicht gespoilert). So hart wie dieser Film sollte beispielsweise Hostel werden. Nichts gegen Hostel, aber in den entscheidenden Szenen kam dann doch eher wenig.

Das ist so ein Film, bei dem ich hoffe, dass ihn meine Eltern nicht sehen, damit sie sich nicht Sorgen machen müssen. Hallo Ihr zwei. Hab’ noch keine Mordgelüste (außer Autofahrern gegenüber, aber das ist was anderes).

Schauspielerisch gibt es wenige Rollen, die schauspielern müssen. Das wird ordentlich erledigt, kann man nicht meckern.

Fazit: unbedingt sehen, wenn man etwas Torture-Porn mit Saw gemischt verträgt.

Seed, Doomsday

Heute die DVDs von Seed und Doomsday wieder zurückgebracht. Beide FSK 18, beide geschnitten wie Sau.

Bei Doomsday fehlt neben einzelnen Szenen ein kompletter Handlungsstrang, der interessanterweise im Making-Of zu sehen ist.

Bei Seed fehlen der Anfang, in der Mitte, am Ende und zwischendurch.

Was treibt die Verleihfirmen? Muss ich mir die Filme jetzt tatsächlich aus Österreich mitbringen lassen? Oder aus dem Netz ziehen? Nur, weil es der deutsche Verleih nicht schafft, mir eine ordentliche Fassung anzubieten?

Kritik: FFF: OSS 117: Rio ne répond plus

Das Filmfest findet seinen Abschluss, für mich mit OSS 117: Rio ne répond plus, für I mit Red Cliff (der wohl nicht so toll und streckenweise langweilig war).

OSS 117: Rio ist der zweite Teil der OSS-117-Reihe, die bisher an mir vorbeigegangen ist. Daher kannte ich nur die Ankündigungen im Programmheft und wartete auf eine Agentenkomödie.

Die bekam ich auch, OSS 117 spielt in den 60ern, gut gefilmt, wird die Atmosphäre der frühen Bond-Filme und anderer Filme mit Sean Connery (z.B. Vertigo) sehr gut eingefangen. Der Agent selbst sieht Connery erstaunlich ähnlich und schafft es, dessen Bewegung, Mimik etc. so nachzuahmen, dass ich manchmal schauen musste, ob Original-Ausschnitte verwendet wurden.

Die Handlung ist egal, ein sehr dünner Plot mit Nazis und dem Mossad, der ausgiebig für Juden- und Naziwitze genutzt wurde, die qualitativ sehr stark schwankten. Konnte ich manchmal herzhaft lachen, gabe es auch Szenen, bei denen ich mich wunderte, was die anderen so lustig fanden. Insgesamt kein schlechter Film, ein Film mit sehr viel Charme aber auch Schattenseiten. Trotzdem ansehen, wenn man die Gelegenheit hat, eine DVD tut’s aber auch.

Fazit: war lustig, aber nicht der große Brüller.

Kritik: FFF: Doghouse

Dieses Jahr macht das FFF richtig Spaß, keine Niete bisher, heute Doghouse macht da keine Ausnahme.

Die Engländer scheinen dieses Jahr Frauenmangel zu haben oder versuchen, in Filmen Frauenüberschuss herzustellen. Ähnlich wie in LVK ist die Idylle aber getrübt, auch diese Frauen machen sich nichts aus den ankommenden Männern. Zumindestens nicht so, wie sich diese das vorstellen. Mutationen greifen um sich und bald beginnt das Überleben. Anscheinend haben Engländer nicht nur Frauenmangel, sondern auch ein Problem mit Frauen.

Klassischer Stoff, schnelle Figureneinführung, ab in den Wald und los geht’s. Mit Danny Dyer und Stephen Graham konnten zwei mir bekannte Schauspieler (Severance, Snatch) verpflichtet werden, der Rest macht seine Aufgabe aber auch sehr gut. Die Handlung ist bestimmt von trockenem, britischem Humor, gemischt mit ernsten und traurigen Passagen. Aber nur in Maßen, insgesamt ist der Film eine hervorragende Komödie, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

This is not the time to stop objectifying women.

Ja, so sollten Dialogzeilen klingen. Wer Shaun of the Dead mochte, wird wohl auch diesen Film mögen. Wer mit Zombies und viel Blut nichts anfangen kann, wohl eher nicht.

Erwähnen wollte ich auch einmal, dass anscheinend jetzt die Garde von Regisseuren antritt, die wie ich sozialisiert wurden. Aliens-Referenzen in diesem Film, Tanz der Vampire in LVK: so macht das Spaß.

Fazit: ebenfalls unbedingt anschauen.

Kritik: FFF: K-20: Legend of the Mask

Nachdem ich gestern nicht ins Kino konnte und interessante Filme verpasst habe, zu spät für Largo Winch kam, blieb für heute K-20: Kaijin niju menso den zum Schauen.

Ein japanischer Film über K-20, den Dieb mit den zwanzig Masken, der von den Reichen stiehlt und es behält. Unser Hauptheld, Heikichi Endo, gespielt von Takeshi Kaneshiro, wird von K-20 reingelegt und muss sich rächen/die Welt retten. Das Ganze spielt kurz nach dem nicht stattgefundenen 2. Weltkrieg, gut für mich: die Polizei und alle Schalter waren auf Deutsch beschriftet.

Trotz dieses konservativen Stoffs ist aufgrund des Settings und der hervorragenden Figuren ein sehr guter Film herausgekommen. Lustige, traurige, nachdenkliche, alberne und leider auch schlecht gerenderte Szenen wechseln sich ab. Es überwiegen aber deutlich die guten Seiten des Films, immer kombiniert mit meiner Freude, dass auch mal originelle Ideen sehr gut umgesetzt werden können, ohne albern zu wirken.

Für die Nicht-Freunde des blutigen Films: dieser Film ist so gut wie blutfei, wirklich nur eine sehr schöne japanische Superheldengeschichte mit allem, was dazugehört.

Fazit: ein sehr guter Film, unbedingt anschauen.

Kritik: FFF: Lesbian Vampire Killers

Dieses Jahr habe ich wirklich Glück mit den Filmen, einer besser als der andere. Der heutige Höhepunkt: Lesbian Vampire Killers. Um die Zweideutigkeit des Titels vorab zu klären: die Vampire sind lesbisch, nicht die Vampirjäger.

Den Anfang macht ein kurzes Exposee, das den Ton des Films setzt: lustig. Danach etwas Charakterentwicklung – typisch Englisch, möchte ich hier fast sagen. Es könnte auch Shaun of the Dead sein, zwei Engländer in einer Kneipe auf der Suche nach Vergessen bzw. Frauen. Danach geht es ins Volle (bzw. das Englische Hinerland), “Vergessen” bekommen sie so bald nicht, Frauen dafür umso mehr. Leider müssen sie etliche davon von ihrem Vampirdasein erlösen.

Obwohl LVK stark an einige andere Filme erinnert, neben dem erwähnten Shaun of the Dead wären da An American Werewolf in London, Tanz der Vampire, From Dusk Till Dawn und etliche andere, die ich nicht benennen kann; obwohl also viele Elemente vorkommen, die man schon gesehen hat, schafft es der Film, eigenständig zu bleiben und anständig aber extrem witzig durch die Zeit zu führen.

Außerdem hat der FIlm einiges an Augenweide zu bieten, wo bekommen die Engländer nur immer ihre Schauspielerinnen her?

Fazit: unbedingt anschauen, wenn die Gelegenheit dazu besteht.

Kritik: FFF: Black Dynamite

Heute ging es weiter mit Black Dynamite, hatte nur gelesen, dass er gut sein sollte, ich wusste vorher nicht, was für ein Film das ist.

Jetzt weiß ich: eine Komödie, die die Blaxploitation-Filme der 70er aufs Korn nimmt, gut und sehr lustig. Kopf hinter dem Ganzen ist Michael Jai White, den ich bisher nur aus Universal Soldier: The Return kannte und der dort eine, sagen wir, physische Rolle spielt. Daher waren meine Erwartungen an Script und Schauspiel eher gering.

Um so überraschender der Film. Die Stimmung und Machart der 70er-Filme genau getroffen, White ist beeindruckend in Form und kann sogar passabel schauspielern. Außerdem hat er das Drehbuch geschrieben – Respekt.

Die Story kann man nicht verraten, nur so viel: es wird viel Kung-Fu ausgeübt, gepimpt, gedealt und es gibt jede Menge Ass-Whooping. Außerdem einen eingängigen Soundtrack. Und wer aus dem Kino kommt und nicht mindestens einmal “Dynamite” haucht, hat meinen Respekt.

Ein Problem ist die Sprache, man muss sich schon sehr konzentrieren, um dem Slang und den Floskeln folgen zu können. Eine Synchronisation halte ich für unmöglich.

Fazit: sehr lustiger Film, “Can you dig it?”

Kritik: FFF: The Tournament

Der zweite Film des heutigen Tages, wieder mit Liam Cunningham: The Tournament. Die Geschichte ist schnell erzählt und nicht neu: 30 Profikiller im Wettkampf, nur einer darf übrigbleiben. Das kann man machen, dabei sind schon sehr schlechte, sehr gute und auch sehr viele mittelmäßige Filme herausgekommen. Diesen Film würde ich zu den sehr guten stecken.

Der Film fängt furios und sehr blutig an, das bleibt so. Nach der Eröffnungsszene, etwas Charakterentwicklung, gerade soviel, dass es nicht langweilig wird. Dann geht es schon los, wir können mitfiebern, staunen und uns freuen an der Tabulosigkeit des Gezeigten. Viel Szenenapplaus im Publikum spricht für sich.

Viel mehr kann man schon nicht sagen, ein harter, brutaler Film, ohne zu sehr zu splattern, viel Action, genug Story, gewürzt mit trockenem Humor. So sollte das sein.

Zu den Schauspielern: mal so, mal so. Robert Carlyle und Liam Cunningham sind Schauspieler, Kelly Hu und Scott Adkins sind Athleten, Ving Rhames ist ein großes Ding und Ian Somerhalder ist schwach. Wen das stört, der sollte seine Erwartungen an die schauspielerischen Leistungen herunterschrauben. Alle anderen: ansehen.

Einziger Wermutstropfen: ein Quatscher neben mir.

Fazit: genau so sollte so ein Film sein.

Kritik: FFF: Blood – The Last Vampire

Mein erster Tag auf dem FFF sollte japanisch beginnen, mit Blood: The Last Vampire. Das scheint eine Real-Comicverfilmung zu sein, ich kenne weder Comic noch dazugehörigen Film. Also konnte ich vorurteilsfrei an die Sache herangehen.

Der Film fing gut an, kurze Einführung der Figuren, erstes Blutvergießen, soweit, so gut. Dann etwas Story, ungelenke Schauspieler, nächste Tode. Hier fällt schon auf, dass das herumspritzende Blut computergeneriert ist. Das ist Mist. Computergeneriertes Blut nimmt jedem Film den Schauwert und wirkt einfach nur billig. Das passt nicht. Dazu passen wurden die Kreaturen immer schwächer, gipfelnd in fliegenden Dämonen, die nun wirklich keinen vom Hocker hauten.

Die Kampfszenen waren turbulent, oft hektisch, aber sehenswert (bis auf das Blut). Der Geschichte kann man sicher besser folgen, wenn man die Vorgeschichte kennt, ich bilde mir jedoch ein, alles mitbekommen zu haben. Bis auf die japanischen Szenen, die nicht untertitelt waren. Aber auch hier denke ich, das Wichtigste mitbekommen zu haben. Und gelernt: Katana betont man auf dem letzten “a”.

Die Schauspieler waren, wie bereits angesprochen. äußerst schwach. Gerade mal Gianna Jun konnte mich als Saya überzeugen, der Rest war Staffage. Ausnahme: Liam Cunningham, den ich beim nächsten Film wiedersehen sollte.

Fazit: war ok, hätte besser sein können, zwischendurch doch arg mau.