Kritik FFF: Don’t Kill It

2016-08-27_Dont-Kill-ItDon’t Kill It, der neue Mike Mendez, der uns schon Perlen wie Big Ass Spider brachte oder eine gute Episode in Tales Of Halloween. Seine anderen Filme habe ich nicht gesehen. Mike Mendez war denn auch persönlich da, zusammen mit Kristina Klebe, die die weibliche Hauptrolle im Film spielt.

Beide sah ich vor dem Kinosaal stehen und hatte nicht das Gefühl, es mit Stars zu tun zu haben – sehr angenehm. Auch auf der Bühne machten beide einen unglaublich sympathischen Eindruck.

Zu schade, dass der Film mies war.

OK, wir haben keine fertige Fassung gesehen, insbesondere die Tricks waren noch nicht fertig, evtl. wird auch noch ein wenig umgeschnitten, Herr Mendez sagte etwas von einer 90%-Fassung. Das mit den Tricks störte doch mehr, als ich dachte, aber ich denke, davon kann ich bei meiner Beurteilung abstrahieren.

Die Idee des Films ist sehr gut: ein Dämon springt von Opfer zu Opfer und zwar zu denjenigem, der das vorige Opfer tötet. In dessen Körper bringt er dann Menschen um, daran wird er gehindert usw. Das heißt, man kann ihn nicht töten, ohne selbst sterben zu müssen.

Die Schauspieler sind gut, Dolph Lundgren ist gut drauf und angenehm sympathisch, Kristina Klebe ist zweifelsfrei eine gute Schauspielerin.

Aber die Dialoge sind hölzern bis peinlich, die Charakterentwicklung ist überhaupt nicht nachvollziehbar und die Action ist mal gut mal schlecht.

Warum kann der Dämonenjäger nach Jahren des Jagens nicht einen geraden Satz sagen? Warum wird die Hauptdarstellerin, eine FBI-Agentin(!), sofort inkompetent, wenn sie bedroht wird? Warum gibt der Sheriff plötzlich auf? Was ist das für eine komische Ortsversammlung gewesen? Warum musste die Rolle des Priesters rein, wenn deren Potential überhaupt nicht genutzt wird? Was ist das für ein grottiges Ende, wo durch die Ausgangssituation von Hauptdarstellerin und Dämon so viele interessante Möglichkeiten offen sind?

Während des Sehens sind mir schon unzählige Verbesserungen eingefallen.

Das alles ist insbesondere deswegen schade, weil die Ausgangslage so gut ist und man dem Film anmerkt, wie viel Potential drin steckt und nicht genutzt wird. Die Verführungsszene am Anfang: in der Auflösung grandios. Splatter – cool. Den Priester durch Gummigeschosse lähmen – Szenenapplaus.

Viele der Kritikpunkte sind wahrscheinlich aufgrund der Entstehung erklärbar: der Film musste in kürzester Zeit vorbereitet und gedreht werden, weil das Geld an Steuermodellen hing und daher alles gehetzt war. Leider hat das dem Film geschadet.

Ich denke daher nicht, dass die 100%-Fassung viel besser werden wird. Evtl. wäre ein Neudreh unter besseren Umständen angebracht.

Fazit: schade.

Kritik FFF: Terra Formars

2016-08-22_Terra-FormarsTerra Formars ist die Realverfilmung eines Manga, von dem es auch eine Fernsehserie gibt (alles Informationen, die ich erst nach dem Film gelernt habe). Und es ist ein Takashi-Miike-Film, also ein Muss für den geneigten Kinogourmet, immerhin hatten wir schon Sukiyaki Western Django von ihm gesehen, und der hatte uns ausnehmend gut gefallen.

Terra Formars ist ähnlich abgedreht, es geht um eine Gruppe Outlaws, die auf dem Mars schauen sollen, ob dessen Urbarmachung gelungen ist und die dabei verwendeten Kakerlaken töten sollen, damit Menschen den Mars besiedeln können.

Nur, dass sich die Kakerlaken weiterentwickelt haben, aufrecht gehen und Menschen töten. Die aber nicht richtige Menschen sind, sondern mit Käfer-DNA aufgepeppt wurden und somit Käferfähigkeiten entfalten können: Düsenantrieb, Schilde, Wespenstiche und so. Zwischendurch bekommen wir kurze Einblicke in die Hintergrundgeschichte der Menschen (Menschenkäfer? Käfermenschen?). Alles wird gesteuert von einem völlig überdrehten Wissenschaftler, der seine eigenen Pläne verfolgt.

Das Setting ist trashig bis sehr gut, die Erzählweise schwankt zwischen getragen ruhig, brutal und albern, dass es eine Freude ist. Nicht zu vergessen der Splatteranteil, der sehr hoch ist, wenngleich kein Blut, sondern weißer bis bunter Schleim fließt.

Einzig: der Film ist zu lang. Zwischendurch passiert minutenlang nichts oder die Dialoge ziehen sich wie Kaugummi, dann ist der Film wieder grandios, dann zieht es sich wieder. Ich schätze, eine Straffung um 25-30 Minuten und der Film wäre überrragend. So bleibt:

Fazit: gute Ansätze, leider zu lang.

Kritik #FFF: Mojin – The Lost Legend

2016-08-20_MojinMojin – The Lost Legend, ein chinesischer 3D-Fantasy-Film, erzählt die Geschichte einer Gruppe von Grabräubern, der Mojin, die die Grabräuberei an den Nagel gehängt haben, nach New York gezogen sind und dort 20 Jahre auf der Straße lebten.

Das ändert sich, als sich die Chance bietet, ein traumatisches Erlebnis der Vergangenheit “aufzuarbeiten”, bzw. eine vermeintliche Schuld abzutragen. Also geht es zurück zur Grabräuberei im großen Stil.

So viel zu den ersten zehn Minuten.

Die Geschichte ist erstaunlich ok, dafür, dass es eine eher gängige Geschichte ist, aber sie wird mit viel Fantasie erzählt, in sehr schönen Bildern und mit gut eingesetzten 3D-Effekten, die tatsächlich gut wirken und den Film unterstützen. Dabei hilft, dass die Hauptdarsteller sympathisch sind, lediglich der lustige Sidekick nervt gewaltig und auch die Haupthelden haben ihre unangenehmen Seiten.

Aber das tritt gegenüber der Geschichte in den Hintergrund und man verfolgt den Film, der der erste Tomb-Raider-Film gerne gewesen wäre.

Fazit: Ansehen lohnt sich, insbesondere die 3D-Fassung.

Kritik FFF: Abattoir

2016-08-18_AbattoirAbattoir, der neue Film von Darren Lynn Bousman, dessen Saw 2/3 ich schon gesehen und als ok befunden hatte.

Es geht um eine Frau, deren Schwester mit Familie ermordet wird, danach wird das Mordzimmer entwendet und sie deckt eine Verschwörung(?) auf. Klingt jetzt verworrener als es ist, genauere Angaben würde zu sehr spoilern.

Der Film erzeugt eine sehr gute, schaurige Atmosphäre, während wir mit der Hauptdarstellering versuchen, die Geschichte um den Mord zu ergründen und dabei eine große Hintergrundgeschichte zu verstehen.

Die Geschichte wird bewusst nicht komplett aufgeklärt, ist auch nicht schlimm, wir wissen schon ungefähr worum es geht. Leider bleibt etwas zu viel im Ungefähren und die Handlungen der Hauptdarstellerin sind nicht immer nachvollziehbar.

Während der erste Teil des Films Figuren und Geschichte einführt, dabei sehr gut vorgeht und alles stimmig ist, driftet der zweite Teil des Films leider etwas ab, Atmosphäre ist genug da, aber in den letzten 10 Minuten leider keine Substanz mehr. Dadurch wird der ganze Film etwas entwertet, “schlecht am Ende” ist halt immer länger im Gedächtnis als “schlecht am Anfang”.

Die Schauspieler sind gut, der Freund der Hauptdarstellerin hat eine unangenehm tiefe Stimme. Das Setting ist genial, insbesondere die mehr oder weniger verlassene Stadt ist grandios. Dafür ist das Haus am Ende eher mittelmäßig.

Fazit: guter Film mit schwachem Ende.

Kritik FFF: Swiss Army Man

2016-08-18_Swiss-Army-ManDas Fantasy Filmfest läuft wieder, diesmal ist 30jähriges Jubiläum. Erstmalig bin ich beim Eröffnungsfilm: Swiss Army Man, ein Film, der einen zu der Frage veranlasst: “Was ist nur aus Harry Potter geworden?” Und die Antwort ist: “Eine furzende Leiche.”

Vor dem Film gab es Fotos der vergangenen 30 Festivals, kleine Gratulationseinspieler von Regisseuren und die obligatorische Ansprache der Festivalmacher. Das Kino war voll. So voll, dass wir nur vorn ganz links außen sitzen konnten – der Film war etwas verzerrt dadurch.

Zum Film selber: ein Mann ist gestrandet, findet eine Leiche, die sich als Schweizer Messer entpuppt: Jetski, Rasierklinge, Waffe, Feuerzeug, ich will jetzt nicht alles aufzählen, der Spoiler und des Platzes wegen. Wir verfolgen, wie sich zwischen den beiden eine Beziehung aufbaut im Kampf ums Entkommen aus dem Dschungel.

Dabei merkt man häufiger, dass vieles an der Situation inhaltlich nicht stimmt, aber die Inszenierung des Zusammenspiels der beiden ist so gelungen, dass man das abtun kann, bis es einem am Ende des Films wieder auffällt. Klingt jetzt kryptisch, aber Spoiler halt.

Der Film lebt von der Aberwitzigkeit der Situation und seiner Darsteller, beide (Paul Dano und Daniel Radcliffe) extrem gut. Wenn das rausgelassen wird, ist es entweder absurd lustig oder nur absurd, auf jeden Fall beeindruckend. Aber dann ist dazwischen viel Raum, Zeit, Abklingen. Und das hat mich gestört, es war mir einfach zu gestreckt.

Idee und Ausführung sind Klasse, wenn man den Film kürzen würde, so auf 30-45 Minuten, schätze ich. So war er mir zu lang und oft zu langatmig.

Fazit: Absurd mit genialen Szenen, mir leider zu lang.

Kritik: FFF – Tales Of Halloween

2015-08_FFF 2015-08-14_Tales-of-HalloweenTales Of Halloween ist eine Ansammlung von zehn Kurzfilmen zum Thema Halloween, die ein klein wenig in einer Rahmenhandlung zusammengefasst werden, aber eigentlich auch nicht.

So bleiben zehn Arten, sich an Halloween anzunähern, zehn Ideen zum Thema, die alle das eine Ziel vereint: Blut spritzen zu lassen. Ist ja bei Halloween naheliegend, aber hier auch konsequent umgesetzt.

Die Episoden sind angemessen kurz, kein Film zieht sich, manche sind besser als die anderen, aber alle sind mindestens gut, viele sogar besser. Der Blutzoll ist durchaus hoch, aber m.E. eher in lustiger Form dargebracht, nicht wirklich für Kinder aber auch nicht nur für Hardcore-Gorefans.

Fazit: hat mir gut gefallen.

Kritik: FFF – Parasyte Part 1

2015-08_FFF 2015-08-10_Parasyte-Part-1Der zweite Film im Rahmen des FFF: Parasyte Part 1.

Parasiten “überfallen” die Welt, nisten sich in den Gehirnen von Menschen ein und fangen an, die Weltherrschaft anzustreben. Außerdem ernähren sie sich von Menschen.

Nur Shinichi hat Glück gehabt, sein Parasit ist nur in der Hand gelandet und arbeitet von dort aus. Lernen, kämpfen, verstehen – alles, um zu überleben.

Wie es bei japanischen Filmen so oft ist: anfangs ist alles gut/böse, ordentlich verteilt. Dann kommt leise Kritik, einige Figuren fallen aus den erwarteten Mustern und schon hat man immer noch schwarz/weiß, allerdings mit vielen Figuren mit Grautönen. Klasse.

Zum Film: es fängt schon mal sehr splattrig mit Szenenapplaus an. Und über den Film gesehen geht es auch sehr hart weiter, allerdings unterbrochen von durchaus langen Szenen, die die Geschichte vorantreiben, und die Figuren nahbringen. Eine gelungene Mischung, nichts ist zu lang, nichts zu kurz.

Die Schauspieler haben mir gut gefallen, jeweils für die Rolle extrem gut gecastet, vor allem Shinichi ist stark. Und Migi, der Hand-Parasit, ist extrem sympathisch und gut gemacht. Wie auch die anderen Effekte ausnehmend gut sind. Und habe ich schon den hohen Splatteranteil erwähnt?

Ein bisschen erinnerte mich der Film an die Körperfresser (mit Donald Sutherland), er erzeugt eine ähnlich unangenehme Atmosphäre von Bedrohung. Vor allem die bösen Parasiten sind wirklich böse.

Fazit: ich bin hin und weg. So sollte ein FFF-Film sein.

Kritik: FFF – Kung Fu Killer

2015-08_FFF 2015-08-09_Kung-Fu-KillerDas Fantasy-Filmfest läuft wieder, diesmal zu einer für mich besseren Zeit, allerdings mitten in den Ferien und einer ordentlichen Hitzewelle. Also mit möglichst kurzen Sachen ins Kino und dort die mitgebrachten warmen Sachen anziehen.

“Kung Fu Killer” oder “Kung Fu Jungle” oder im transkribierten Original “Yi ge ren de wu lin” (heißt das irgendwas in der Nähe von “Kung Fu Killer”? Ich denke eher nicht.) ist der erste Film, den ich bewusst mit Donnie Yen gesehen habe, das ist eigentlich auch schon eine Leistung.

Es geht um einen Menschen, der andere Menschen tötet, in sehr ansehnlichen Kämpfen. Darum wird eine okaye Geschichte gestrickt, der Hauptheld ist so halb sympathisch, hätte durchaus den Tod vieler Menschen verhindern können, hat aber gemauert und wird am Ende dafür belohnt.

Ja, die Story war halbgar.

Aber die Action und die Typen entschädigen dafür mehr als ausreichend: schnell, ab und an Story, aber nicht zu viel, viel sehr schön anzusehendes Geprügel. Der Böse ist böse, die Polizei nur halb inkompetent. Was willste mehr?

Ach ja, leider hat die Festleitung den Film auf Englisch gezeigt, mit englischen Untertiteln. Das war unschön.

Fazit: hat gefallen, ordentliche Martial-Arts-Kost.

Kritik: Chillerama

Apropos schöne Filme: ich bin noch nicht mit den FFF-Filmen komplett durch.

Heute: Chillerama.

Ein Episodenfilm, lose zusammengehalten durch die Geschichte eines Autokinos, dessen letzte Vorstellung anfängt. Dort werden drei und ein bisschen Filme gezeigt, dann gibt es eine Zombieeinlage im Autokino. Klasse.

Der erste Film: “Wadzilla” – ein Sperma, dass immer weiter wächst, bis es wie Godzilla über die Stadt “kommt” (sorry, der musste sein). War so lala, für mich der schwächste Teil des Films.

Danach “The Diary of Anne Frankenstein” – eine eigene Erzählung der Tagebuchgeschichte mit interessantem Hitler, der die perfekte Tötungsmaschine bauen will, und Eva Braun und einem Frankenstein. Für Deutsche besonders lustig, denn Hitler spricht etwas, was wie Deutsch klingt, dafür ordentlich Englisch untertitelt ist. Das Ganze in schwarz-weiß. Das Segment allein reicht schon als Grund, den Film zu sehen. Brillant.

Es folgt “I Was a Teenage Werebear”, ein Musical über schwule Werbärenrocker. Ebenfalls Klasse. Tränen gelacht.

Jetzt der gewöhnungsbedürftige Teil, bei dem ich die Augen teilweise schließen musste: Deathication. Ausscheidungshumor vom Schlimmsten. Zum Glück ist es nach ein paar Minuten vorbei.

Dann fängt der lustige Zombieteil im Autokino an.

Fazit: anschauen, nicht alles zündet, aber Joel David Moore als Hitler und Kristina Klebe als Eva Braun.

Kritik: FFF – Devil’s Playground

Devil’s Playground war meine Enttäuschung des Filmfestes bisher. Dabei ist der Film nicht schlecht. “Nicht schlecht” reicht aber für das Filmfest nun mal nicht aus.

Ausgangspunkt der Geschichte ist der Test eines neuen Medikaments zur Leistungssteigerung. Zum Test melden sich 30.000 Leute, von denen es 29.999 schlecht geht. So schlecht, dass sie sich verwandeln, zu Zombies werden und dann Parcour können. Diese Fähigkeiten nutzen sie dazu, Leute anzufallen und zu essen. Über Bisse breitet sich die Infektion aus.

Es beginnt die Suche nach der einen immunen Frau, die mit dem vorher eingeführten Antihelden eine Beziehung hat, von der ihr ihre Freunde abraten. Alle treffen sich, lösen Konflikte per Zombies, Showdown, Ende.

Der Film ist handwerklich sehr gut gemacht, die Darsteller sind gut, das Setting stimmt, das Drehbuch und die Dialoge könnten besser sein. Die Standardszenen für “alle sind verseucht”-Filme werden abgehakt, eine etwas andere Wendung eingefügt, nichts ist originell oder überraschend. Alles ist schon einmal dagewesen, so dass sich nach dem Betrachten die Frage stellt: warum musste dieser Film gedreht werden? Er bringt so gar nichts Neues in die Welt.

Wer einen ähnlichen aber besseren Film sehen will, kann z.B. zu 28 Days Later greifen oder 28 Weeks Later oder so.

Fazit: ordentlicher Film, aber nichts Neues, nichts Spannendes, keine zündende Idee.