Leute, die sich über Behinderte lustig machen: Frank Pöpsel

Jeder kennt die Arschlöcher, die sich ernsthaft über Behinderte lustig machen. Heute habe ich wieder einen kennengelernt: Frank Pöpsel. Chefredakteur des FOKUS Money.

Seht selbst: Tweet von @GruenSprecher mit Bild

Wer es nicht lesen will: Dr. Toni Hofreiter, seines Zeichens neuer Franktionsvorsitzender der Grünen, will Menschen mit Lese- und Verständnisschwächen das Lesen seiner Homepage erleichtern, und bietet zusätzlich(!) die Informationen über sich in Einfacher Sprache an.

An sich eine nette Idee, nur nicht für Arschlöcher wie Frank Pöpsel. Der findet das schlimm. Wie kann man nur auf solche Menschen eingehen…

(via Mein Senf)

Update (6.1.14): jetzt will er das gar nicht so gemeint haben, schreibt DRadio Wissen:

Pöpsel hat inzwischen mit einem Kommentar auf Facebook auf die Vorwürfe reagiert, er habe weder Behinderte noch Menschen mit Leseschwäche diskriminieren wollen: “Es handelte sich um eine Glosse über das scheinbare Gutmenschentum der Grünen, mit dem ich mich auch an anderer Stelle schon kritisch auseinandergesetzt.”

Klar. Sobald jemand was sagt, war es natürlich nicht so gemeint. Wenn die Leute wenigstens ‘nen Arsch in der Hose hätten.

Pirat bei Lanz

Schaut Euch mal diesen Auftritt des Piraten “Faxe” bei Markus Lanz gestern an:

Hans-Ulrich Jörges (Journalist) gibt sich ja noch Mühe und analysiert die Wahl ganz treffend (zumindestens am Anfang), gegen Ende des Ausschnitts wird er etwas vorsichtiger. Leider lässt er die Rolle der Medien während einer Wahl ganz aus seiner Analyse heraus.

Aber Markus Lanz kann ja gar nichts damit anfangen, dass jemand nicht seinem Klischeedenken entspricht. Da kommt doch jemand in Arbeitskleidung! Und will in dieser Arbeitskleidung ins Abgeordnetenhaus! Und kann ganze Sätze sprechen und ist gebildet!

Das geht ja gar nicht.

Diese Überheblichkeit kotzt mich an.

Piratenpartei und Tagesschau

Jörg Schönenborn Schönenbohm fragt im Tagesschau-Blog anlässlich des ersten eigenen Balkens für die Piratenpartei:

Was mich interessiert? Warum wollen so viele Berliner die Piraten wählen? Warum sind es fast nur die Jungen und nicht die Älteren? Geht es den Wählern allein um das Netz oder werden die Piraten auch für andere Themen gewählt?

Er hat eine Vermutung, die er für sich behält. Ich hätte gerne geantwortet, allerding gab es bereits 79 Antworten, und das ist für das Tagesschau-Blog zu viel: “aufgrund des hohen Aufkommens an Beiträgen sehen wir uns gezwungen, die Kommentierbarkeit dieses Beitrages zu deaktivieren.” Aha.

Daher meine Antworten halt hier:

  1. viele Menschen informieren sich über das Fernsehen und wenn eine Partei immer nur unter “Sonstige” geführt wird, kennen viele Leute die nicht oder nehmen sie nicht ernst. Das ist übrigens ein starker Einfluss der Medien auf Wahlen, den sie selbst immer zurückweisen.
  2. alle anderen Parteien haben mehr oder wengier schon einmal enttäuscht
  3. gerade in Berlin
  4. die Piraten haben einige interessante Dinge im Angebot: Transparenz und Überwachung der Parlamente durch Bürger (Liquid Feedback), Menschenrechte
  5. sie sind die einzige(!) Partei, die das Internet nicht nur als Hort des Bösen sieht

(blog.tagesschau.de, via law blog)

Wendehals Schirrmacher

Wenn jetzt Frank Schirrmacher, einer der schlimmsten “Journalisten” Deutschlands der letzten Jahre, der rückwärtsgerichtetes Denken par excellence verkörpert, einer der vielen, die den Beruf des Journalisten in den Dreck gezogen haben; wenn also Frank Schirrmacher jetzt auf den wohlfeilen Zug aufspringt, den Neoliberalismus zu kritisieren, den er selbst jahrelang gepredigt, verkörpert und unters Volk gebracht hat; dann erinnert er mich stark an meinen Geschichtslehrer, der kurz nach der Wende sofort kleine Karteikarten zum Thema “Was in der DDR schieflief” hatte.

Was für ein Wendehals, Heuchler, <eigenes Schimpfwort hier einfügen>

Welt-Online hat einen guten Artikel

Dass ich das noch erleben darf? Bricht jetzt auch der Rest der Welt zusammen? Droht Armageddon?

In der Welt (oder nur Welt-Online?) erschien “Die blinde Politik und ihre randalierenden Kinder“. Sehr lesenswert. Da musste offensichtlich was raus. Beispiele:

[…] was ist ein Ministerpräsident, der 34.000 Polizisten die Entlassung ankündigt, dann in den Urlaub fährt und als er im Fernsehen seine Hauptstadt brennen sieht, eben diese Polizisten auffordert, ihm den Ar… zu retten?

[…]

Wie soll man über eine Regierung urteilen, die über Jahre hinweg tatenlos zuschaut, wie ihr staatliches Schulsystem verkommt, auf das eben jene Kinder aus den sozialen Brennpunkten angewiesen waren, die jetzt Brandsätze werfen?

[…]

Was sind das für Staats- und Regierungschefs, die die Wirtschaft im bankrotten Griechenland mit einem brutalen Sparprogramm erdrosseln und die für Investitionen in die Realwirtschaft notwendigen Milliarden lieber den Finanzmärkten in den Rachen werfen?

Und es geht so weiter. Sehr lesenswert.

(Quelle: Welt online, via Stilstand)

Pulverfass China

Am Sonntag gab es auf SR2 eine Sendung zum Thema, die ich leider nicht gehört habe. Aber die Zusammenfassung erregte mein Interesse:

China, ein Land so groß wie ein Kontinent, zeigt heute Widersprüche in jeder Hinsicht: Moderne Städte mit Reichen und Superreichen, aber auch arme Bauern und ausgebeutete Wanderarbeiter; modernste Technik, aber auch schlimme Umweltschäden; liberalisierte Märkte, aber politische Steuerung durch eine korrupte Partei.

Wenn man jetzt “China” durch “USA” ersetzt, ändert sich was an der Richtigkeit? Außer, dass man “eine korrupte Partei” durch “zwei korrupte Parteien” ersetzen müsste? Oder wenn man Indien nimmt? Die EU?

(Fragen an den Autor bei SR2)

Die Grünen stürzen uns alle in den Ruin und vernichten unser schönes Land

Tja, so sieht es aus. Und wenn es in der Welt steht, muss es wohl stimmen.

Mit dem Siegeszug der Grünen droht eine Umweltkatastrophe anderer Art: Ökotyrannei schafft eine unansehnliche Welt der Windräder, Solardächer und Energiesparlampen.

[…]

PS-Freunde könnten ihren Spaß haben, aber nicht auf Kosten der Allgemeinheit. Die Umerziehung zum ewigen Biker à la Hans-Christian Ströbele würde dagegen wohl auf Kosten der Allgemeinheit finanziert. Der Ökomanichäer dämonisiert die Autobahn, um den Radweg zu glorifizieren. Mit dem geplanten Tempolimit würde einer der letzten Orte der Republik verschwinden, an denen Deutschland weniger reguliert ist als der Rest der Welt.

[…]

Die ersehnte Verlangsamung einer sowieso veränderungsresistenten Gesellschaft wird die Sklerose seiner Einzelteile verschärfen.

Auch interessant: wie die “veränderungsresistente Gesellschaft” von jemandem angeprangert wird, der gerade gegen jede Veränderung argumentiert. Aber sei’s drum.

Was mich allerdings nachdenklicher als dieser offensichtliche Blödsinn stimmt, sind die Kommentare unter dem Text. Mein Favorit:

Wer die Grünen wählt, handelt gegen die Interessen unserer Kinder. Ich bin auf Ihre Antwort gespannt, wenn Ihre Tochter irgendwann fragt, warum sie den ganzen Tag in Burka herumlaufen muss…

(Quelle: Welt , via stilstand)

Atomkraft, Männlichkeit und die alternde Gesellschaft

Folgende These: dass wir in Deutschland so über die Atomkraft streiten, liegt daran, dass wir eine alternde und zunehmend verfeminierende Gesellschaft sind. Männliche, junge Staaten, so wie Frankreich sehen das mit der Atomkraft gelassener.

So zumindestens Dr. Adam Soboczynski in der Zeit, seines Zeichens Träger des Axel-Springer-Journalistenpreises. Er bezieht sich zur Untermauerung seiner These z.B. auf Filippo Tommaso Marinetti, “italienischer Schriftsteller, faschistischer Politiker und Begründer des Futurismus” (Wikipedia) Auszüge aus dem Zeit-Text:

Das Reden über die Atomkraft ist unverkennbar eines über die männliche Sexualität. Man wartete, als die Katastrophe in Fukushima sich abzeichnete, mit Bangen auf die Explosion wie auf eine orgasmische Entladung. Glühende Brennstäbe ragten aus dem Wasser, es galt, sie rasch abzukühlen. In den sogenannten Abklingbecken durften wiederum alte Brennstäbe sich nicht erneut erhitzen. Man sah Feuerwehrmänner mit schweren Schläuchen die Reaktoren abspritzen. Nun wird unablässig gekühlt und bewässert, wie um ein nur schwer zu bändigendes Begehren in den Griff zu kriegen.

[…]

[…] Während bekanntermaßen in Amerika und in Frankreich – beides Länder mit vergleichsweise hoher Geburtenrate – das nukleare Desaster in Japan auf ziemlich geringes Interesse stieß, wurden hierzulande binnen weniger Tage Atommeiler abgeschaltet, und […] Alice Schwarzer, 68, klagt einen sexuell umtriebigen Wettermoderator an.

Man setzt in der neuen grünen Bundesrepublik eben auf Sonne, Wind, Weiblichkeit und hohes Alter. Renate Künast, jugendliche 55, kandidiert in Berlin für das Bürgermeisteramt und plädierte sogleich für die Einführung von Tempo 30 in der Hauptstadt, damit man gefahrlos auch mit Hüftschaden jede Straße passieren kann. Jene aufheulenden Autos, die noch Marinetti besang und in denen heute nur noch junge Männer aus geburtenstarken anatolischen Familien in Kreuzberg sitzen, sollen endlich genauso der Vergangenheit angehören wie deutsche Atommeiler.

Da kann man der Zeit nur gratulieren, zu so was.

(Quelle: Die Zeit, via stilstand)

ZDF – Risiko – Atomkraft – Contergan

Manchmal ist es schon erstaunlich: wer sich für alternative Energien einsetzt und keine Atomkraft mehr will, der ist fortschrittsfeindlich. So sagt es Dr. Wolfgang Herles, seines Zeichens Redaktionsleiter “Aspekte” beim ZDF. Und warum? Weil man dann aus Katastrophen nichts mehr lernen kann:

Jeder technologische Fortschritt in der Geschichte der Menschheit wurde begleitet von Katastrophen. Aus allen haben die Menschen gelernt – aus dem Untergang der Titanic, aus Contergan, aus Tschernobyl. Vermeidbar waren alle Katastrophen und dennoch am Ende nützlich.

Schön für die Contergan-Opfer: keine Arme, aber das war nützlich. Verstrahltes Tschernobyl: sehr hilfreich. Und gerade die Titanic – was wäre die Welt ohne die tausende Leute, die da gestorben sind. Ein langweiliger Film wäre nicht gedreht worden.

Was mich interessiert: was hat Dr. Herles aus Tschernobyl gelernt, wenn er so vehement für die Kernkraft eintritt (mit falschen Argumenten btw.)? Wahrscheinlich, dass es günstiger ist, wenn Kernkraftwerke woanders hochgehen. Aber das wäre ja ein Grund für die Abschaltung hierzulande.

Wer noch einen berauschenden Text lesen möchte von einer Französin, die sagt, dass wir nur Angst haben und sie das nicht verstehen kann, denn die Franzosen haben keine Angst und damit sind die Kernkraftwerke sicher: bitte zum Spiegel durchtreten. Brüller des Artikels:

Nun diskutieren die Deutschen seit langem die Risiken der Atomkraft, vielleicht auch zu Recht. So hitzig die Diskussion aber auch war, bislang zählte dabei meist das Argument – doch zur Zeit regiert die Panik. Als Französin kann ich das nur reichlich übertrieben finden.

Vielleicht kennt die Autorin ja ein paar stichhaltige Argumente der Befürworter, die bisher galten. Auch interessant, wie damit die Laufzeitverlängerungen in Einklang gebracht werden können. Aber egal: Hauptsache behauptet.

(Quellen: ZDF, Spiegel, via stilstand, bildblog)

Eine der vielen sehr lesenswerten Antworten beim ZDF-Blog möchte ich beispielhaft zitieren (sie ist von Bernd Brockhoff):

Vielleicht hat sich unser Herrgott ein paar Naturkräfte vorbehalten, von denen wir Menschen besser die Finger lassen sollten. Kernspaltung gehört auf alle Fälle dazu. Und weil wir die Finger denn doch nicht davon lassen, gibt uns der Große Steuermann von Zeit zu Zeit eine auf den Deckel, in dem Fall sogar gewaltig. Das ist dann das berühmte “Restrisiko”. Die Frage ist allerdings, wer das Risiko trägt und wie hoch dieses ist.

Als die Titanic unterging waren die Opfer dieses Risikos diejenigen, die als Passagiere sich zumindest bewußt sein konnten, daß der Pott auch untergehen kann (obwohl es hieß, sie sei unsinkbar). Waren deswegen aber auch die Menschen auf Neufundland in Gefahr, in dessen Nähe die Titanic sank? Nein! Und die Hindenburg? War ganz New York in Gefahr, als das Luftschiff in Lakehurst explodierte? Nein! Was ist mit Eschede? War der Großraum Hannover gefährdet, als der ICE entgleiste? Wiederum nein! Die Liste läßt sich vielfach forsetzen.

Technik ist immer mit einem Restrisiko behaftet, aber man muß schon die Unterscheidung zwischen einem überschaubaren und einem superkatastrophalen treffen, das völlig Unbeteiligte mit sich reißt. Während die Katastrophen der Titanic oder Hindenburg heute nur noch die Historiker plagen, werden Tschernobyl und Fukushima auch noch den Zukunftsforschern Kopfzerbrechen bereiten. Hier kann man den Begriff “Moral” ansetzen und fragen, ob es “moralisch” ist ganze Generationen nach uns mit den dann immer noch akuten Gefahren längst vergangener Katastrophen zu konfrontieren. Die werden ihre Vorfahren als Atommessis verfluchen, uns als Energievandalen in den Geschichtsbüchern mit Verachtung anführen.

Wem das alles wurscht ist, wer alles beiseite wischt und mit dem Hinweis auf eine Zukunftstechnologie, die das schon alles irgendwie bereinigen wird, unverhohlen weitermacht, ist zynisch, dumm und feige und zudem zu faul und bequem sich mit der Herausforderung einer echten Energiealternative ins Zeug zu legen.