Assen

Die “Kathedrale der Geschwindigkeit”, warum auch immer. Etwas schwierig war es, den Weg zum Parkplatz zu finden, da die Ausschilderungen sehr seltsam waren und uns 20 km Umweg abgenötigt haben.

Die Rennstrecke von Assen ist ok, alles vernünftig gebaut, es wurde an Toiletten gedacht (was die Leute nicht davon abhält, in der Gegend rumzupinkeln), die kosteten aber Eintritt, das erwarte ich schon im Eintrittspreis, der nicht gerade billig ist, abgehandelt zu haben. Ach ja, ich hab den Ratburger von Cut-Me-Own-Throat Dibbler (für unsere deutschen Leserinnen: Treibe-mich-selbst-in-den-Ruin Schnapper) zu essen bekommen. Ich lebe noch.

Sei es drum, man kann um die Strecke laufen, die Blickwinkel sind interessant, die Gegengerade ist beeindruckend schnell und dynamisch mit einer leichten Rechtskurve am Ende.

In der Nähe sind Hünengräber, auch interessant und ein sehr guter Eisladen in Borger.

Auch in Holland gibt es ausreichend Autoidioten, die eine halbe Stunde lang den Weg zum McD mit Vollgas und durchdrehenden Reifen befahren. Haben wir Deutschen nicht für uns allein, die Dummheit.

Utrecht

Utrecht, Oh Stadt des Nepps.

88 € für ein Hotelzimmer ohne Fenster und dann noch gesagt kriegen, dass das halt das billige ist, wegen des fehlenden Fensters.

Der Stadtführer sagte, es sei schwer, sich nicht in Dich zu verlieben – na ja, es ist uns gut gelungen.

Zugegeben, nach der ersten Enttäuschung und dem stundenlangen Rumirren durch die Stadt wegen der Bauarbeiten und den geschlossenen Sehenswürdigkeiten war es dann bei Guy sehr gut und die alte Gracht mit ihren Hipstern macht auch was her. Liebe ist es dennoch nicht…

Kinderdijk ist toll.

Rotterdam im Dies

Oh Rotterdam, Du diesige Stadt, die bei Wärme wenig Luft hereinlässt, wenn man sich nicht gerade am Hafenbecken befindet. Der Dies steht über Dir wie eine Glucke über ihren Küken und entlässt den Beobachter mit Blicken, die nicht in die Ferne, sondern in die Nähe schweifen.

Dafür gibt es tolles Eis, neppige Tapas-Bars und ein annehmbares Stadion mit einem wenig begeisterungsfähigen Publikum, das noch während der Show zur Ordnung gerufen werden muss, damit Privatgespräche eingestellt werden.

Die Radinfrastruktur ist besser hier, aber auch viele aufgemalte Linien und eng überholende Autos – da ist auch nicht alles Gold.

Sonst sehr schön.

Domme

Die Gemeinde Domme ist eine Bastide und eins der schönsten Dörfer Frankreichs und ich hab meinen Wanderstock dort vergessen.

Eine Bastide ist ein geplantes und in einem Zug erbautes Dorf (im Gegensatz zu gewachsenen Dorfstrukturen) aus dem Mittelalter, in dem Fall von 1283. Bastiden sind normalerweise rechtwinklig angelegt: Mauer draußen, Tore und Straßen, die rechtwinklig verlaufen. In Domme ist das aufgrund des Felsuntergrunds anders, die Linien verlaufen dem Felsen angemessen, trotzdem ist ein stark geometrischer Aufbau erkennbar.

Die Stadt wurde einmal von Protestanten 16 Jahre belagert, erobert, niedergebrannt und nach vier Jahren wieder an die Franzosen verkauft. Da stand dann nicht mehr viel.

Sehenswert sind neben dem Städtchen selbst die Grotte (Vorsicht, Kopf), sowie der Ausblick auf die Dordogne. Da sind drei Stunden schnell vertan und man hat viel Schönes gesehen.

Dijon

Dijon, Du alte Senfstadt…

Dijon hat eine sehr angenehme Innenstadt mit entspannter Atmosphäre. Dazu Senfläden an jeder Ecke, Kirchen, umgebaute Kirchen und einen riesigen, sonnigen Hauptplatz.

Senf wird aus den Samenkörnern des Senfs hergestellt, die berühmtesten Senfkonsumenten sind die Senfindianer von Karl May. Wie nicht anders zu erwarten, wurde Senf zuerst in China genutzt und gelangte über Mittelasien ins Römische Reich und von da nach Altenburg (gekürzte Darstellung). Senf diente in Europa neben Meerrettich als einzige scharfe Würze von Speisen, dies blieb bis zur Entdeckung des Pfeffers so. Äußerlich angewendet ist schwarzer Senf durchblutungsfördernd, schmerzstillend und entzündungshemmend.

Zum Dijon-Senf, einem speziellen Rezept für Senf: Dijon-Senf ist insbesondere nicht entölt und damit gut zum Kochen geeignet. Außerdem ist er angenehm scharf und schmeckt gut. Die Bezeichnung “Dijon-Senf” ist nicht geschützt, jeder kann solchen Senf anbieten, wenn er dem Rezept entspricht. Seit 2009 wird in Dijon kein Senf mehr hergestellt. Tja…

“Krokodil” kommt aus dem Griechischen und bedeutet “Steinwurm”.

Vienne

Auch Vienne ist eine römisch geprägte Stadt, aber, direkt formuliert: die räudige Variante von Arles oder Nimes.

Wo dort alles hell und gepflegt ist, ist es hier dunkel, abgeranzt und riecht.

Dafür ist es erheblich teurer, der Nähe zu Lyon geschuldet. Trotzdem haben wir uns alles angeguckt, was es gibt, bis auf die Kirche, die nur Punkt 16:30 zu besichtigen war und den größten Teil des Theaters, das gerade renoviert wird (trotzdem wird natürlich Eintritt verlangt). Dafür haben wir den lokalen Kebab-Laden ausprobiert, weil kein anderes Restaurant offen hatte, nur Bars. Und viele Autos haben wir gesehen, die überall in der Stadt fuhren und parkten. Wirklich überall. Vor allem vor den Sehenswürdigkeiten, die man gerne mal in Ruhe angesehen oder gar autofrei fotografiert hätte.

Der Tempel ist ok, den darf man aber nur von außen ansehen und die Kathedrale ist beeindruckend. Schade, dass im Lauf der französischen Revolution die meisten Figuren kaputt gingen, die hätten wir gerne noch gesehen.

Vienne – ich glaube, wir werden Dich nicht noch einmal wiedersehen, leider.

Arles – Allgemeines Grummeln

Arles ist eine römisch geprägte Stadt mit Arena, Theater, römischem Bad und vielen anderen römischen Bauten und eigenen Bauten, die aus den Steinen der ersteren gefertigt sind. Das sorgt für ein farblich sehr einheitliches Aussehen, das das Auge erfreut.

Insbesondere die Arena ist gut erhalten und steht der in Nimes kaum nach, außer, dass die oberen Sitzreihen komplett für Häuser benutzt wurden. Trotzdem imposant und ein wenig größer.

Die Camarque, in der Arles liegt, ist für ihren ruhigen Lebensstil bekannt. Wenn man aber ca. vier Stunden für eine Stadtbesichtigung hat, will man davon nicht zwei in einem Café an einem hübschen, aber dunklen und zunehmend kalten Platz verbringen. Auch wenn das Café “Van Gogh” heißt und er hier wahrscheinlich auch schon mal zwei Stunden gesessen hat (mit und ohne Ohr). Vor allem, wenn die Vorspeise eine Dreiviertelstunde auf sich warten lässt. Schmeckt zwar gut, aber das kann man dann wohl auch erwarten.

Und 6,50 € für eine mittlere Cola? Das ist unverschämt.

Wo wir dabei sind: auch reiche Franzosen sollten sich mit ihrem Riesenmercedes nicht irgendwohinstellen, z.B. in den Weg auf dem Parkplatz oder mitten auf die Autobahn. Und sich dann aufregen, wenn man aus seiner Parklücke fahren möchte, so als Pöbel. Aber nicht mit uns (schwingt seinen Stock und gestikuliert wild in die Richtung des Franzosen).

Sonst war es schön.

Menschenturmbau

In Tarragona war großes Fest, das heute damit endete, dass sich Unmengen von Leuten auf dem großen Platz versammelten und unter Tröten und Trommeln Menschentürme bauten. Oder Menschenburgen, je nachdem, wie man das nennt.

War nett anzusehen, bei fast 30 Grad aber sicher anstrengend, für die Zuschauer auf jeden Fall.

Tarragona ist die Stadt der tausend Gerüche, einer davon angenehm.

Und ein Vollmondaufgang über den Inseln Illes Medes vor L’Estertit ist sehr reizvoll, wenngleich mit unseren Mitteln nicht fotografisch abbildbar. Trotzdem sehr, sehr schön.

Besancon

Stellt Euch den Haken unter dem “c” vor, den WordPress nicht kann.

Das Uhrendrama ging weiter, in Besancon gibt es zwei Sehenswürdigkeiten: die Kathedrale mit der unglaublichen astronomischen Uhr und die Zitadelle.

Die unglaubliche astronomische Uhr wird trotz der Bauarbeiten vorgeführt, nur nicht an dem Tag, als wir da waren, aus “administrativen” Gründen. Und von außen war sie auch nicht zu sehen, die unglaubliche astronomische Uhr, wegen der Bauarbeiten.

Blieb die Zitadelle, die mit einem “Zoo” angekündigt wurde. Nun kennen wir Ankündigungen von “Zoos” und waren schon froh, einen Affen, Nandus und Lamas in den Vorplätzen der Zitadelle gesehen zu haben. Aber – oh deutsche Überheblichkeit – es gab einen richtig guten und großen Zoo, mit Affen, Miezen, Känguruhs, Wildschweinen etc. pp. Gut aufgemacht, gut gepflegt, mit der Zitadelle als Rahmen. Sind wir gleich zwei Stunden geblieben.

Das entschädigte nicht ganz, aber ein bisschen für die fehlende Uhr.