Kritik: Meuchelbeck

Es kommt ja äußerst selten vor, dass ich deutsche Fernsehserien schaue, ich bin da, glaube ich, ein gebranntes Tatort-Lindenstraße-Pumuckel-Kind – schreckliche Serien.

Und da schalte ich zufällig in Meuchelbeck ein, weil Akame Ga Kill noch auf sich warten ließ. Und dann nehme ich das Anime auf, um bei Meuchelbeck zu bleiben. Das geschieht sehr, sehr selten.

Worum geht es? Ein Vater (Markus) zieht mit seiner Tochter (Sarah) zurück nach Meuchelbeck in die Pension seiner Eltern, die von seiner Schwester Mechthild betrieben wird. Und dann holt ihn seine Vergangenheit (Freundin) ein, Morde geschehen, Leute werden unter Drogen gesetzt, Gemüse wird geerntet, Pfarrer auf die Straße gelegt, Jesus tritt auf. 6 Folgen lang.

Man kann es kaum beschreiben, die Geschichte ist schon grandios, die Inszenierung ist aber überragend. Die Schauspieler, das Setting, Kamera, die Schauspieler, die Geschichte, die kleinen und großen Anspielungen, die Schauspieler…

Und Frauke. Oliver Schmidtkowsky. Der Pfarrer. Mechthild!

Ich gerate ins Schwärmen. Das Ende war mir zwar zu … nett? inkonsequent? unvollständig? Weiß nicht. Aber egal, das macht die Serie nicht schlechter.

Fazit: unbedingt anschauen. So sollte Fernsehen aussehen.

Doppelfolgen im Fernsehen

Fernsehsender: ich werde keine Serien mehr schauen, die Ihr in Doppel-(oder noch mehr)-Folgen ausstrahlt. Ich werde die fertigsehen, die ich schon angefangen habe, ansonsten ist das ein Konzept, das mich vom Fernsehen abbringt.

Es ist mir unklar, welches Konzept, falls es ein solches gibt, hinter Doppelfolgen steht: das ist zu viel. Die Folgen sind so aufgebaut, dass man eine Folge pro Woche sieht. Insbesondere bei schwächeren Serien kommen sofort Defizite zutage, die man wöchentlich übersehen würde (Sleepy Hollow, ich denke da sehr stark an Dich. Mit Doppelfolgen wäre das nix mit uns geworden).

Außerdem sind die Serien sehr schnell zu Ende. Was spricht denn dagegen, mich mal ein halbes Jahr an Euren Sender zu binden, wie es mit Fringe ging oder am Anfang mit Grimm oder Castle oder …

Selbst hochgelobte Serien wie “Game of Thrones” schafft Ihr, an mir vorbeizusenden. Ich bin die Zielgruppe. Wenn Ihr mich nicht erreicht, dann geht da was gewaltig schief. Ihr erreicht nur, dass ich die Serie verschiebe und mir später mal per Streaming im Original ansehe. Ist das der Plan?

Eulenschwang

BR – Eulenschwang im Tölzer Land – Alltag im Paradies
09.04.2014 17:00-17:30

Dokumentation von Birgit Eckelt

Eulenschwang – das ist ein Dorfweiher, eine Kapelle, fünf Bauernhöfe und 60 Menschen. Nach einem Wirtshaus, einem Laden oder Fremdenzimmern sucht man hier vergeblich. Die alteingesessenen Bauernfamilien bleiben lieber unter sich. Das ist hier schon seit Jahrhunderten so. Deshalb ist der Weiler, kaum 30 Kilometer von der südlichen Stadtgrenze Münchens entfernt, bis heute ein kleines Paradies geblieben. Und obwohl der Alltag dort manchmal ein wenig eintönig ist, möchte keiner von hier weg.

Wenn ich es mir wenigstens ausgedacht hätte…

Castle versenden

Wie schafft man es am schnellsten, eine Fernsehserie in den Abgrund zu senden?

Kabel eins macht es heute vor: sechs Folgen Castle hintereinander: zwei neue, zwei alte, dann Wiederholung der zwei neuen. Ja, so sendet man eine Fernsehserie tot.

Was sprach denn genau dagegen, so wie die ersten Folgen eine pro Abend zu senden? Wir werden es nie erfahren…

Sportschau/Sportstudio

Die letzte Bundesligasaison habe ich komplett ohne Sportschau oder Sportstudio durchgehalten. Ich bin stolz auf mich und denke, ich habe nicht viel verpasst.

Wie kam es dazu?

Ich bin, wenn ich Fußball sehe, an Fußball interessiert. Ich bin auch kein so großer Experte, dass ich Rauten, Systeme, Spielaufbau etc. sehen würde. Ich kenne die Regeln, würde aber gerne mehr über Taktik erfahren, warum eine Mannschaft gewinnt, warum die andere verliert, ob mehr als ein Unentschieden drin ist, ich möchte halt etwas über den gespielten Sport erfahren.

Wie werden nun Berichte derzeit fast standardmäßig eingeleitet?

  • “Mehr von den großen Emotionen von…”
  • “Diese Geschichte müssen wir näher beleuchten…”
  • “Was sagen die Fans zu dem Spiel…”
  • “Was für eine Story…”

Es geht um Emotionen, um Nahaufnahmen, um Schicksale und Geschichten. Aber nicht um den Sport. Wozu auch, der verkauft sich anscheinend nicht gut.

Letztes Wochenende habe ich den Fehler gemacht, in das ASS einzuschalten, weil mich ein Pokalspiel interessiert hat. Großer Fehler. Das ASS beginnt grundsätzlich von hinten, erzählt eine Geschichte, passt das Spiel der Geschichte an. Man erfährt nicht, wie das Spiel war, wer Vorteile hatte, wie der Spielverlauf über 90 Minuten war oder andere unwichtige Dinge. Dafür sieht man jedes Tor (sofern jedes gezeigt wird) aus zig Blickwinkeln und Wiederholungen. Jeder Spielzug wird gestoppt, ob ein Abseits vorlag (egal wie weit der Spieler nicht im Abseits steht).

Ab und an wird ein Zuschauer oder eine Nahaufnahme des Trainers gezeigt und dann fabuliert der Reporter, was ihm dazu einfällt. Meist unglaublich “lustig”. Es wird Zeit, wieder das unsägliche “Fußballballett” einzuführen.

Jeder Spieler wird befragt. Die Trainer sowieso. Wenn sie Pech haben, dann (und damit sind wir bei der Sportschau vom Sonntag) mit den Worten “Blamage, Fehltritt, Leistungsverweigerung – was sagen Sie zum Spiel ihrer Mannschaft?”

In der Sportschau fiel auch der Nachbericht (zum Glück) aus, man hört die Reporterin noch fragen: “Was war für Sie der schönste Moment im Spiel…” dann fiel der Ton aus. Was für ein Glück.

Deswegen schaue ich nur noch Live-Fußball, wenn ich Fußball sehen möchte. Und meist mit Ton vom Inforadio oder mit Musik als Hintergrund, denn die Live-Kommentatoren – sagen wir so: ich mag es nicht, wenn ich angeschrien werde. Oder zu Tode gelangweilt mit Fakten, die kein Schwein interessieren. Oder mit den Namen der Spieler, die am Rücken abzulesen sind.

Diese Saison werde ich wohl auch wieder ohne Sportschau/Sportstudio leben können.

Ist Bierhoff ein Idiot?

Oder wäre das nur meine Definition für einen homophoben Menschen, der Kernkraft befürwortet?

Mal bei n-tv wildern über den Tatort letzten Sonntag:

Ein sich am Ende des Films als schwuler Fußballer outender Hauptdarsteller sagte zur Kommmissarin: “Wissen Sie, die halbe Nationalmannschaft ist angeblich schwul, einschließlich Trainerstab. Das ist doch schon so eine Art Volkssport, das zu verbreiten.”

Tja, was sieht Herr Bierhoff darin?

In der “Bild” versteigt sich Bierhoff sogar dazu, die harmlose Textstelle als einen Angriff auf seine “Familie – die Familie der Nationalmannschaft” zu bezeichnen.

Das lassen wir mal so stehen, ich vermute, in nächster Zeit kommt raus, dass er ganz viele Schwule kennt, die er mag und das gar nicht so gemeint hat und überhaupt. Standardausreden.

Letztes Jahr hat Bierhoff übrigens als einziger Nicht-Wirtschaftler eine Anzeige der Atomlobby für Kernkraft unterzeichnet, in seiner Eigenschaft als Manager der Nationalmannschaft, obwohl der DFB zur Neutralität verpflichtet ist. Damals sah das noch wie ein Aussetzer aus, ich denke, der ist einfach ein sehr schlichter Charakter.

(Quellen: n-tv, Greenpeace, via turi)

Nuhr – Satiregipfel

Gestern kam also der Satiregipfel und wider besseres Wissen wollten wir ihm eine Chance geben (hat jeder verdient).

Wir haben etwas zu spät eingeschaltet, am Ende des ersten Beitrags von Nuhr – schwach. Flach, unlustig. Wie meinte I so schön: “Ich will wenigstens was zum Denken haben bei den Witzen”. Nicht hier.

Dann kam eine Frau (Name vergessen), ganz schlecht. Dann haben wir ausgeschaltet, muss ja nicht sein.

Jemand hat durchgehalten: die NachDenkSeiten. Tenor: “Sie [die Sendung] war angefüllt mit unglaublich flachem Zeug.”

Nachtrag: die B.Z. fand es lustig und meint “Glückwunsch”. Da sage ich doch auch: Glückwunsch. BTW: bei der B.Z. kann man einige der Knallergags nachlesen.