Türkei – Deniz Yücel

Einen sehr angenehmen Text dazu haben die Prinzessinnenreporter geschrieben: „Endlich ist er weg,Trööt!“ : Sehr sehr gute Berichterstattung über Deniz Yücel

Die Situation in der Türkei ist derzeit schlimm. Wie auch z.B. in Russland die Situation schlimm ist. Kann man satirisch und journalistisch auswerten, aber nicht schlechte Witze drüber machen, welchen Promi man einsperren solte etc. Und nicht so gehässige Kommentare wie in der Welt schreiben.

Und dann gibt es da noch die Gruppe der Nicht-Kollegen, auch Leser genannt, die sich heimlich freut. [… Die] der Meinung sind, wer für die WELT, respektive den Axel Springer Verlag, schreibe, den könne man ruhig wegsperren, das interessiere sowieso niemanden – sind das die Gleichen, die sich über die Rechten beschweren, wenn sie “Lügenpresse!” skandieren, aber auf der „linken“ Friedensdemo dann doch Applaus spenden, wenn es gegen „die Systempresse“ geht? Ich habe ganz ehrlich keine Geduld mehr mit diesen Menschen. […] Ich fürchte, für jeden der journalistisch tätig ist, ist bei diesen Menschen nichts mehr zu holen. Sie lesen Zeitung, sie lesen Onlinemagazine, sie schauen fern und am Ende des Tages legen sie alles beiseite und rufen “Das hätte ich denen auch sagen können” oder wahlweise “Als ob die uns die Wahrheit sagen würden”.

[…] Erdogans Regierung begeht in großem Stile – auch nach türkischem Recht – Verfassungsbruch mit der Inhaftierung mehrerer hundert Journalisten und der Forderung von teilweise mehrfach lebenslänglichen Haftstrafen für Oppositionspolitiker. Das ist kein Punkt mehr, an dem ich Witzchen mache, wem ich lieber als Deniz 120 Jahre Haft wünschen würde in einem der völlig überfüllten Gefängnisse.

(Quelle: Prinzessinnenreporter)

Der Hass ist nicht neu. Für uns nicht.

Eine sehr schöne Rede von Mely Kiyak, die aufzeigt, dass der ganze Hass, die Menschenverachtung, die rassistische Grundhaltung, die immer offener geäußert werden, schon lange existieren und wir es uns nur geleistet haben, das zu ignorieren, weil wir nicht betroffen waren.

Rassistische Gewalt? Halt alles Einzelfälle. Hunderte davon.

Und Frau Kiyak hat Recht. Einfach mal durchlesen und drüber nachdenken.

Seit zehn Jahren schreibe ich ohne Unterbrechung jede Woche eine politische Kolumne. Für diese Kolumnen werde ich mit einer geradezu barocken Opulenz mit Ablehnung beschenkt. Es gibt Leser, die mich für diese Texte am liebsten umnieten würden.

[…] Ich spreche übrigens nicht von Online-Kommentaren, sondern von echten Briefen oder Emails. Woche für Woche hagelt es Empörung, Beschimpfung, Anzeigen, Drohungen. Selten handelt ein Brief davon, wovon ich schrieb; meistens davon, dass ich schrieb.

Und wer ganz schmerzfrei ist, kann gerne die Kommentare unter der Rede lesen, die genau diesen Mechanismus aufzeigen.

(Quelle: übermedien)

Da ist Rot

Der Klassiker des Strausberger Platzes: bei Rot rechts abbiegen. Man sieht es nicht, daher glaubt mir, da ist Rot, wenn der Transporter(!) abbiegt. Schon eine Weile. Er bremst auch noch pro forma ab, dann ist es ihm aber auch egal.

Daher: am Strausberger Platz als Rad nicht einfach losfahren, sondern erst gucken, ob die Leute auch halten. Übrigens hatte der Mercedes hinten auch lange gezögert, ob er nach uns nicht noch fahren sollte. Hat er aber dann gelassen.