Pelikano – alte Liebe

Vorgestern wollte ich mir einen neuen Füller kaufen, durch meine Schulzeit geprägt sollte das natürlich ein Pelikano werden. Die sind elegant, schwarz, haben keine vorgefertigten Griffmulden und diese schöne Metallkappe. Was sehe ich im Regal: Neues Design. Der Horror für alle Produkte, die man mag, meist sind sie danach schlechter. So auch mit dem Pelikano. Der sieht einfach mies aus, schwarz gibt es nicht mehr und die Metallkappe hat einen Plastebügel.

Trotzdem schreibt sich der Pelikano wahnsinnig gut, bestellt und gestern abgeholt. Grund genug, eine Mail an Pelikan zu schreiben, was das denn soll:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wollte mir diese Woche einen neuen Füller kaufen und aufgrund meiner guten Erfahrungen mit dem Pelikano sollte es natürlich ein solcher sein. Ich habe noch in Erinnerung, daß der Pelikano einfach schön aussieht, schlank, schwarz und mit dieser guten Metallkappe.

Im Laden wollte ich kaum glauben, daß dieses grob aussehende Schreibgerät tatsächlich ein Pelikano sein sollte. Komplett neues Design, bei dem aber auch fast alles zum Schlechteren geändert wurde. Für Details habe ich Ihre Homepage besucht und folgende Veränderungen gefunden (mit Kommentaren von mir):
– Neues, zeitgemäßes Design (dick, durchsichtig: häßlich. Warum ist schlank und elegant nicht mehr zeitgemäß?)
– Vier transluzente Farben (transluzent? Die Sichtfenster waren doch Spitze. Und wo bleibt schwarz?)
– Matte Oberfläche (nein: das hat doch jeder. Der Pelikano war doch gerade glänzend so gut.)
– Dynamischer Clip (was ist das? Wo ist der Metallbügel?)
– Optimierte Schreibeigenschaften (was auch immer optimiert wurde: der schreibt wie eh und je sehr gut)
– Neuartiges Griffprofil (Wozu Griffprofil? Aber es ist nicht so schlimm wie erwartet.)
Insgesamt bin ich doch sehr enttäuscht, ich kann mir zum einen nicht vorstellen, daß das neue Design als “zeitgemäß” durchgeht, ein Pelikano ist seit jeher wegen der Schreibeigenschaften und der Eleganz ein Neidobjekt unter Schülern. Wenigstens schreibt er noch gut, so daß ich mich schweren Herzens doch für einen Pelikano entschieden habe.

Ich hoffe, Sie gehen in sich und bieten Leuten wie mir wenigstens als “Klassiklinie” oder so den alten Füller wieder an. Schwarz, undurchsichtig, glänzend mit Sichtfenster. Auf das Sichtfenster verzichte ich auch.

Mit freundlichen, wenngleich enttäuschten Grüßen,

Ekkart Kleinod.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de)

Es wird Frühling

Zumindestens schmilzt der Schnee. Und da kommen wieder Sachen zum Vorschein…

Ich finde das interessant: bei Filmen wie Jabberwocky oder anderen Mittelalterfilmen ist es immer der größte Gag, wenn auf die Straße geschissen wird. Wir haben hier die Hundehaufen zu hunderten allein auf unserer Straße liegen, das ist aber normal. Wenn man da nicht aufpaßt, holt man sich eine kleine Überraschung ins Haus. Als wenn Hygiene eine Krankheit aus dem 20. Jahrhundert wäre.

Ich kann ja mittlerweile an den Haufen schon erkennen, ob der Hund gesund ist (Bild Straße 4 links: Durchfall), was er gegessen hat etc. Detailwissen, das ich nie haben wollte.

Für Hartgesottene ein paar Bilder:
http://www.ekkart.de/images/blog/strasse_1.jpg
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(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 14.02.2006)

Neudeutsch

Wo ich doch gestern schon bei der Sprache hängen geblieben bin: mein Unwort des Jahres (und das vieler vergangener Jahre) ist “Neudeutsch”. So ein mieser Begriff, der nach meinen bisherigen Erkenntnisstand entweder einen englischen Begriff oder einen Euphemismus kennzeichnet.

Das richtige Unwort des Jahres habe ich schon wieder vergessen, so belanglos und unbekannt war das. Warum das Unwort immer wieder in den Nachrichten erwähnt wird, ist mir bei der Auswahl auch schleierhaft.

(archivierter Beitrag aus rauhesitten.blog.de vom 10.02.2006)