Kritik: Ghost in the Shell

Ghost in the Shell, die Realverfilmung mit Scarlett Johansson, erzählt die Geschichte von Major/Motoko, die als Gehirn in einen künstlichen Körper eingebaut wird. Wir ergründen den Ursprung von Motoko, ihren Umbau, den Sinn, den ihr Leben jetzt hat.

Das alles ist sehr actionhaltig und ein wenig philosophisch, vor allem aber visuell beeindruckend und schauspielerisch gut umgesetzt. Es kommt keine Langeweile auf, der Film erzählt seine Geschichte stringent, gradlinig und gut.

Zwei Dinge können jedoch nicht vermieden werden: das Anime dazu sowie die Diskussion um das Whitewashing durch Scarlett Johansson.

Das Anime von 1995 haben wir gesehen, waren beeindruckt und haben es so gut wie komplett vergessen. Daher konnten wir unbeeinflusst an den Film gehen, wurden aber animiert, das Anime mal wieder zu sehen.

Whitewashing ist so eine Sache. Grundsätzlich spielt Scarlett Johansson beeindruckend und gut und zieht über ihren Namen sicherlich etliche Zuschauer zu dem Film. Andererseits ist Motoko nun mal eine Japanerin und das wird durch die Besetzung komplett ignoriert. Das hätte im FIlm thematisiert werden können, um eine Metaebene mehr hineinzubringen, die Brisanz der Besetzung war den Machern aber nicht einmal bewusst, bis der Film fertig war.

Es ist schade, da damit ein sehr guter Film mit weiblichem Lead wieder in eine Diskussion gerät, die nicht notwendig gewesen wäre.

Fazit: sehr guter Film, für sich gesehen.

Boyka: Undisputed

Scott Adkins ist seit einigen Jahren der heiße Scheiß bei Kampfsportfilmen, dafür hab ich bisher erstaunlich wenige mit ihm gesehen. Adkins ist ein sehr sympathischer Typ und eigentlich ein guter Schauspieler, alles Dinge, die er in Boyka: Undisputed nicht zeigen muss.

Der Film erzählt eine Standard-Kampfsport-Rache-Vergeltung-Vergebung-Geschichte, die der Rede nicht wert ist.

Drei andere Dinge fallen auf: Erstens: die Action ist gut, Adkins kann richtig gut kämpfen bzw. dieses richtig gut darstellen. Dafür sind leider ein bisschen zu wenig Kämpfe im Film und ein bisschen zu viel Geschichte.

Zweitens: die einzige Frau im Film hätte gestrichen werden können – der Film wäre um Längen besser geworden. Wenn man schon keine Frauenrolle schreiben kann, dann sollte man sie ganz weglassen. War ja schlimmer als bei Bloodsport.

Drittens: der Böse ist nicht nur böse sondern auch so blöd, dass man sich wundert, dass ihn die Hunde auf der Straße nicht beißen. Da nimmt er sich mit dem Guten nix, der ist auch keine Leuchte.

Fazit: guter aber nicht besonderer Kämpfefilm.

Kritik: Ant-Man

Ant-Man ging im Kino komplett an mir vorbei, als die Kritiken dann durchweg positiv waren, war er dort raus, wurde jetzt im Heimkino nachgeholt.

Ant-Man ist ein sehr gefälliger Film. Leider haben wir auch hier den Helden, der eigentlich mit seiner Rolle hadert, zum Glück ist das nicht bleischwer erzählt, sondern geht recht leicht von der Hand, jede überemotionale Szene wird aufgelockert. Das hilft dem Film sehr, insbesondere sind aber Paul Rudd als Ant-Man, Michael Douglas als Mentor und Evangeline Lilly als dessen Tochter Glücksgriffe.

Die Geschichte ist eher unüberraschend, etwas pathetisch, oft bar innerer Logik aber auch nicht wirklich schlecht.

Die Tricks sind angemessen gut, da gibts nichts zu meckern. Ant-Man and the Wasp stehen in den Startlöchern, da erwarte ich einen ähnlich guten Film.

Fazit: leichter, gut gelaunter Unterhaltungsfilm.

Kritik: Avengers: Infinity War

Jetzt der bisherige Höhepunkt des Marvel Cinematic Universe: Avengers: Infinity War. Alle bisherigen Filme stellten die Figuren vor, die in diesem Film mehr oder weniger wahllos auftreten und zur Hälfte umkommen. Da es einen Zeitstein gibt, gehe ich davon aus, dass die meisten der Helden überleben werden, daher machte ich mir da erst mal nicht so viele Sorgen.

Der Film hat die Herausforderung, eine umfassende Geschichte zu erzählen, so viele Superhelden wie möglich sinnvoll auftreten zu lassen und dabei plausibel zu machen, warum die ganzen Helden nicht gewinnen können (in Teil 1).

Schwierig. Und nur zum Teil gelungen.

Zunächst der Bösewicht: böse, ja, aber komplett aus dem Computer in “nicht gut”. Das zieht schon mal aus dem Film raus. Auch die Motivation von Thanos ist mehr als dünn und mit “unlogisch” nett umschrieben.

Dann die Helden: offensichtlich sorgt Thanos für Spontanverblödung bei Superhelden, anders lassen sich deren Aktionen nicht erklären. Hat schon was von Karl May, der Thanos.

Unabhängig davon sind die Einsätze der Helden qualitativ sehr unterschiedlich: gut die Guardians, Captain America, Doctor Strange, Iron Man. Schlecht: die Guardians, Iron Man, Spiderman, Black Panther, Black Widow, Thor. Ganz schlecht: der Hulk. Mittelmäßig: die anderen.

Tricktechnisch kann man dem Film nichts vorwerfen, das ist schon State of the Art.

Fazit: unterhaltsam mit vielen Schwächen, eher meh.

Kritik: Deadpool 2

Mister Pool schlägt wieder zu. Nachdem mir der erste Teil bereits ausnehmend gut gefallen hat, freute ich mich schon entsprechend auf den zweiten Teil.

Die Freude war nicht umsonst, der Film ist gut bis sehr gut mit starken Abzügen in der B-Note “Story”.

Zum Guten: Action satt, coole Sprüche, schnelle Inszenierung, gute Figuren, gute Schauspielerinnen, gute Schauspieler.

Zum Schlechten: Klischees, Klischees, Klischees. Wann habe ich das letzte Mal so eine schamlos einfache und unoriginelle Geschichte gesehen? Fridging? Ernsthaft? Da nutzt es auch nicht, sich selbst darüber im Vorspann lustig zu machen oder im Film öfter zu erwähnen, dass bestimmte Elemente “simply lazy writing” sind. Da kann man sich einfach die Mühe machen, das zu verbessern.

Ich meine, wir reden von Deadpool. Da brauche ich keine Motivation des Charakters oder eine stringente Geschichte oder was auch immer. Deadpool!

Fazit: sehr guter, unterhaltsamer Film mit sehr schwacher Geschichte.

Kritik: Black Panther

Und noch ein Film, der mit Vorschusslorbeeren daherkam, wie sie nicht größer sein können: Black Panther. Und wieder ein Marvel-Held, der mir völlig unbekannt ist.

Black Panther, das ist der König von Wakanda, einem versteckten Land in Afrika, das technisch dem Rest der Erde überlegen ist, diese Überlegenheit aber versteckt, um sich nicht in die Weltgeschichte einmischen zu müssen. Diese Tradition wird vom männlichen Königshaus hochgehalten, während die Schwester der Panthers bevorzugen würde, wenn sich das Reich endlich auch mal zugunsten der schwarzen Menschen einsetzen würde. An sich ein oker Gedanke, der jedoch abgeschmettert wird. Bis der Bösewicht das Gleiche fordert wie die Frau und damit natürlich mehr Gehör findet. Nachdem er getötet wurde.

Ja, die Geschichte klingt komplizierter und schlechter als sie ist, der Film ist zunächst einmal ein wirklich guter Actionfilm mit sehr gelungenen Charakteren und kleinen (sehr kleinen) Mängeln in der Ausführung. Es gibt ein paar Verwirrungen, ein paar Irrungen, es gibt unglaublich gut aussehende Hauptcharaktere (vor allem der Böse – zum Zungeschnalzen). Leider gibt es auch ein paar Logikprobleme innerhalb des Films und auf den weißen Sidekick wurde leider auch nicht verzichtet, alles aber verschmerzbar.

Leider wurden auch die weiblichen Charaktere nicht so eingebunden, wie sie es verdient hätten, sie waren deutlich interessanter als der Panther.

Richtig gestört hat mich nur das Happy End, das reichlich unrealistisch daherkommt (ja ja, unrealistisch in einem Marvel-Film, ich weiß). Und die Abneigung gegen den Bösen, der sehr nachvollziehbare Gründe und das Recht auf seiner Seite hatte.

Fazit: ein sehr guter Film.

Kritik: Wonder Woman

Wonder Woman – ein Film der mit vielen Vorschusslorbeeren bei mir aufschlug – bester Film 2017 usw. usf. Die Kritiken überschlugen sich (idiotische Männer sowieso aus anderen Gründen), Inszenierung, Geschichte, Darstellerinnen, Darsteller – alles sollte stimmen und einen sehr guten Film hervorbringen.

Was soll ich sagen – stimmt alles.

Der Film ist konsequent und sehr gut von Patty Jenkins inszeniert, er nimmt seine Figuren und Geschichte ernst, bietet solide Action und verzichtet dabei nicht auf Humor – mal mehr, mal weniger albern. Gal Gadot bringt Wonder Woman rüber, sie kann schauspielern, rennen, kämpfen – Klasse. Chris Pine als Sidekick ist ok, leitet aber zu den Kritikpunkten über.

Denn obwohl der Film alles so richtig macht, dass man sowas von gut unterhalten aus dem Kino kommt, gibt es auch Dinge, die ein wenig hapern (wie der Satzbau dieses Satzes). Chris Pine als Sidekick hatte eine zu große Rolle, der Bösewicht war nicht wirklich böse, das Friede-Freude-Eierkuchen-Ende war deplaziert, ein paar mehr gute Frauenrollen hätten sein können.

Aber das sind wirklich nur kleine Punkte in einem grandiosen Film.

Fazit: ja, so soll das sein!

Kritik: Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales

Oh, letztes Jahr kam Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales, der fünfte Teil der Piraten, raus und ich kann mich nicht mehr an den Film erinnern.

Dann scheint er nicht so schlecht wie der vierte Teil gewesen zu sein, aber auch kein überragender Film wie der erste oder wenigstens mit eindrucksvollen Szenen wie der zweite oder dritte.

Woran ich mich erinnern kann ist die Müdigkeit, dass alle alten Figuren wieder mitspielen müssen, statt einfach eine neue, frische Geschichte zu erzählen. Zu viel Fanservice, zu wenig Innovation.

Fazit: ein Film, der nicht im Gedächtnis blieb, weder positiv noch negativ.

Kritik: Prometheus und Alien: Covenant

Ridley Scott hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Alien-Universum um einige Prequels zu erweitern. Den Anfang machte Prometheus, dann zog er mit Alien: Covenant nach.

Keine Ahnung, was er sich dabei gedacht hat, selten bin ich gleichzeitig so enttäuscht und wütend aus dem Kino gekommen. Was für Scheißfilme. Was für ein erbärmlicher Versuch, eine Story vor Alien zu erzählen. Was für uninspirierte Ideen, schlechte Inszenierung und was für eine Verschwendung genialer Schauspieler und genialer Bilder.

Prometheus versucht, alle Mysterien von Alien zu erklären: woher kommt das Raumschiff, woher die Aliens, etc. pp. Als wenn das irgendjemanden tatsächlich interessiert hätte. Aber selbst wenn: denkt Euch eine gute Geschichte aus und nicht ein halbgares Wissenschaftler-Epos auf einem fremden Planeten, bei dem sich alle, aber auch wirklich alle Figuren so jenseits von Logik bewegen, dass man hofft, sie würden möglichst schnell sterben. Leider zieht sich der Film über ewige zwei Stunden voller absurder Handlungen, untermalt von sehr schönen Bildern.

Das machte schon nicht Freude auf den Nachfolger, den ich mir tatsächlich nur angeschaut habe, weil die Kritiken nicht komplett schlecht waren, sondern von Lichtblicken im Film erzählten. Und weil mir versichert wurde, dass wenigstens etwas Alien-Geist im Film steckt.

Beides stimmt, macht den Film aber nur zu einem schlechten Film. Er ist eine Art Nacherzählung/Neuinterpretation von Alien, nur in schlecht mit tollen Bildern (man kann Scott ja vieles vorwerfen, aber Szenen einfach geil aussehen lassen, das kann er). Dabei macht der Film einiges richtig, was Gangart, Härte und Teile der Aliens betrifft.

Es ist jedoch die Geschichte, die erzählt wird, die so komplett idiotisch ist, dass ich mir tatsächlich öfter im Kino an den Kopf fassen musste. Dabei hilft es auch nicht, dass die Handlung schlecht inszeniert ist und so klischeebehaftet ist, dass auch Uwe Boll hier nichts hätte schlechter machen können (ok, das ist übertrieben, Uwe Boll kann alles noch schlechter machen).

Fazit: ich rege mich schon wieder beim Schreiben auf über diese miesen, überflüssigen und schlechten Filme.

Kritik: Guardians of the Galaxy 1 & 2

Wieder eine Superheldentruppe, die ich nicht kannte – die Guardians of the Galaxy. Der erste Teil kam 2014 heraus und war ein sehr sympathischer, lustiger Film, dessen Helden mal ausnahmsweise nicht nur am Zweifeln sind und den Weltschmerz vor sich hertragen, sondern einfach was aus ihren Fähigkeiten machen.

Sehr gut besetzt mit Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista und auch mal wieder Michael Rooker. Dazu Groot und Rocket als vollwertige animierte Charaktere. Das Ganze von leichter Hand, dennoch bombastisch inszeniert von James Gunn, da konnte der zweite Teil eigentlich von vornherein nicht mithalten.

So kam es dann leider auch, wenngleich auch der zweite Teil noch ein sehr guter Film ist. Es wurden viele Elemente des ersten Teils aufgegriffen und geschärft, bzw. wiederholt, das war mir oft zu viel, zum Beispiel das Lachen von Drax war auf Dauer nicht mehr lustig. Dazu kam die eher maue Geschichte über die Herkunft von Star-Lord – war nicht meins, obwohl ich ein großer Kurt-Russel-Fan bin.

Dafür gibt es Zuwachs bei den Guardians mit Karen Gillan und Pom Klementieff, die zwei sehr interessante Charaktere spielen.

Insgesamt sind das zwei sehr unterhaltsame Filme mit leichten Vorteilen beim ersten Teil, nicht von ungefähr sind die Guardians auch Highlights von Infinity War.

Fazit: sehr gute Filme, mindestens der erste Teil ist Pflicht.