Tooltime

“Hier ist Tim ‘The Toolman’ Taylor.”

Wer je “Hört mal, wer da hämmert” gesehen hat, weiß, wovon ich spreche. Wer nicht, sollte das bei Gelegenheit nachholen, die Serie ist so schlecht nicht.

Das ist aber nicht das Thema des heutigen Eintrags, mir geht es um Werkzeuge und den Umgang mit ihnen. Ein schöner Satz zum Thema ist:

Wenn man einen Hammer hat, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.

Im Gegensatz zur Wirklichkeit, die durch diesen Satz schimmert, wurde mir an der Universität gelehrt, dass ein Werkzeug problembezogen ausgewählt wird. Erst ist das Problem, dann die Lösung, dann das Werkzeug, mit dem die Lösung umgesetzt wird. Nach dem Studium, im Gespräch mit Kunden, ist das der wichtigste Lehrsatz, den wir umgesetzt wissen wollen: erst das Problem, dann das Werkzeug. Natürlich ist mir mittlerweile längst klar, dass Firmen auch äußere Zwänge zu berücksichtigen haben: Werkzeuge wurden gekauft und müssen nun genutzt werden; neue Werkzeuge erfordern Mitarbeiterschulungen; neue Werkzeuge erfordern Zeit für die Umstellung, die einfach nicht da ist. So ergeht es uns oft wie Don Quixote mit den Windmühlen: wider besseres Wissen predigen wir Methoden und bekommen Werkzeuge.

Um so schöner, wenn tatsächlich mal jemand methoden- und lösungsorientiert vorgeht. Wenn zum Beispiel ein Text geschrieben werden muss, wird nicht einfach ein Programm vorgesetzt, sondern der Einsatzzweck und das Problem werden analysiert und daraufhin das geeignete Werkzeug eingesetzt. Für den nächsten Text kann ein anderes Werkzeug geeigneter sein, ein Brief hat wieder andere Erfordernisse. Alles in allem stehen (mir) vier Alternativen zur Verfügung (Word, Framemaker, LaTeX, OpenOffice), die jede ihre Stärken und Schwächen haben. Ohne Scheuklappen sollte das kein Problem sein, denn PDF als Austauschformat kann mit jeder Anwendung erzeugt werden.

Was sind nun Kriterien, nach denen zum Beispiel eine Textverarbeitung ausgewählt werden sollte? Sollen mehrere Leute gleichzeitig an einem Dokument arbeiten, sollte das Dokument in Teile zerlegbar sein. Sollen viele Abbildungen eingebunden werden, wäre es schön, wenn das unterstützt würde. Sollen die Texte ein bestimmtes Aussehen haben, sind vorhandene Templates eine Entscheidungsgrundlage. Soll der Kunde das Dokument weiterverarbeiten können, muss er Vorgaben machen. Mehr Beispiele will ich nicht geben, sonst wird es ermüdend.

Was sind nun Kriterien, nach denen tatsächlich eine Textverarbeitung ausgewählt wird? Habe ich schon immer genommen. Meine kann das auch. Meine hat eine bessere Rechtschreibprüfung (auch wenn die nicht gebraucht wird). Meine ist informatikertypischer (Top-Antwort unter den Geeks). Meine zeichnet Text logisch aus (mein Favorit). Das Programm haben wir gekauft. Das Programm verstehen “xyz” nicht (wobei “xyz” den Text nur lesen, nicht editieren müssen). Muss ich mehr Beispiele bringen?

Worauf will ich hinaus? Wasser predigen fällt nicht schwer, den eigenen Wein stehenzulassen, schon. Nicht, dass ich besser wäre: LaTeX ist natürlich das beste aller Programme. Ich habe allerdings mittlerweile gelernt, dass Alternativen ihre Berechtigung haben. Schwierig wird es erst, wenn man Programme so stark verteidigt, dass die Vernunft auf der Strecke bleibt. Dann haben wir “Evangelisten”, die ihre frohe Botschaft per Dogma durchsetzen wollen. So wie mich: nehmt LaTeX!

Wie paßt dieser Sermon nun zum Straßenverkehr? Hier sind die Werkzeuge Fahrzeuge bzw. die Füße. Das Problem ist meist klar: von A nach B kommen, einkaufen, Material besorgen, eine Spazierfahrt machen etc. Wer wählt aber sein Werkzeug (Fahrzeug) nach den tatsächlichen Anforderungen aus? Für Spazierfahrten mal das Fahrrad statt dem Auto. Für das Einkaufen mal um die Ecke laufen und nicht zum Supermarkt im anderen Stadtbezirk. Hier erscheinen die Antworten oft einfach und plausibel.

Wie sieht es aber mit längeren Fahrten durch die Stadt aus? Mein Problem: zur Uni kommen. Meine Lösung: Fahrrad nehmen und los. Warum nicht das Auto? Weil die Parkplatzsuche und der Streß mir die ganze Fahrt zerstören würden und sie damit zur Nervenprobe geraten würde. Warum denken nicht viele Leute so? Weil sie gar nicht an Alternativen denken. Wer schnell durch die Stadt will, sagt: Auto. Daß man mit dem Fahrrad meist nur unwesentlich langsamer ist (den Beweis trete ich bis ca. 10 km Fahrt jederzeit an), sehen wenige ein. Daß der Streß ungleich höher ist, das wissen alle Verkehrsteilnehmer. Dennoch wird das Auto genommen, natürlich wird die optimale Fahrzeit vorausgesetzt, ist dann eine kleine Störung vorhanden, bricht die Zeitplanung zusammen, es muss aufgeholt werden, Streß, Fehlverhalten.

Fazit im Verkehr: Öfter auch mal über Alternativen nachdenken, bevor tradierte Verkehrsmittel zum völlig falschen Zweck eingesetzt werden.

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Radfahrer angefahren

Pressemitteilung der Berliner Polizei:

Den falschen Weg zur Bewältigung seines Ärgers wählte gestern Nachmittag ein 35-jähriger Mann, als er in Köpenick mit seinem Auto auf eine Gruppe von Radfahrern zufuhr. Gegen 14 Uhr 45 erfasste er einen 30-jährigen Mann der mit seinem Zweirad in der Wernsdorfer Strasse stand. Dabei wurde der Radfahrer an der Schulter verletzt und kam zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. Vermutlich hatte sich der Fahrer eines „Ford Galaxy“ über ein angebliches Fehlverhalten der Ausflugsgruppe an der Wernsdorfer Brücke geärgert. Die Beamten beschlagnahmten seinen Führerschein sowie als Tatmittel das Fahrzeug.

Immerhin wurde das Auto als Tatmittel eingestuft.

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Bundesrat und FAusVer

Pressemitteilung des Bundesrates:

Der Bundesrat hat heute der Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften seine Zustimmung verweigert.

Die Verordnung sah vor, die technischen Anforderungen an Fahrräder und Fahrradanhänger an den Stand der Technik anzupassen, entsprechende Bestimmungen der StVZO zu konkretisieren und in eine eigene Fahrradausrüstungsverordnung zu übernehmen.

Der Bundesrat hegt jedoch erhebliche Zweifel an der Notwendigkeit einer solchen Verordnung und ist der Ansicht, dass sie dem Grundsatz zum Abbau überflüssiger bürokratischer Regelungen widerspreche.[…]

Das ist schon mal schön, da mit dieser Verordnung mal wieder Dynamos vorgeschrieben werden sollten und ähnliche Einschränkungen, die heutzutage einfach überholt sind. Statt Wirkungen vorzugeben (Licht vorhanden) wurden Umsetzungen definiert (Dynamo mit xx Volt etc.).

Leider fürchte ich, der Bundesrat hat das Ganze nicht aus inhaltlichen Gründen abgelehnt, sondern nur, um eine Verordnung zu sparen. Das mag löblich sein, die Dynamos werden mir nicht erspart bleiben.

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Wochenendauslese

Dieses WE war eher ruhig, da ich hauptsächlich im Kino und einer TT-Halle weilte. Der Weg dorthin war entspannt bis auf wenige Ausnahmen.

Zunächst ist der Taxifahrer zu erwähnen, der mich auf dem Nachhauseweg extrem eng und schnell überholte: darauf angesprochen entschuldigte er sich sofort. So sollte es sein.

Am Freitag abend hatten Leute an einer Baustelle Schilder und Absperrungen auf die Straße gelegt bzw. auf die Straße gebogen. Nicht nett und mit Motorrad sehr gefährlich.

Am Sonntag war es dann mit den Autos ein Kreuz, obwohl die Straße bis zur Kreuzung mit Autos vollgestellt war, konnte es sich zwei Leute nicht verkneifen, zu hupen, als auch einmal Fußgänger die Straße queren wollten. Die wollten halt zuerst an der Schlange stehen. Sehr unangenehm.

Zähler: 1 Auto bei Rot (schon eine Minute rot), 2 weitere bei Rot, 6 Fahrräder

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Berufsverkehr

Müssen Autofahrer einen Idiotentest machen und nur bei nachgewiesener Blödheit wird der Führerschein vergeben? Gilt das nur für den Berufsverkehr?

Heute früh wieder genügend Autos: erst mal die Kreuzung zustellen. Egal, ob da wer durchwill, Hauptsache dichtgemacht.

Hat man sich durchgeschlängelt, steht auf der rechten Seite jemand, der auslädt. Da muß man natürlich sofort vorbei, egal, ob von vorne jemand kommt. Der hält natürlich auch nicht, also erst mal absprechen und rangieren.

Danach sind Radfahrer auf der Straße: anhupen. Auch wenn eine 30er-Zone ist und man eigentlich nach links abbiegen will, also die Radfahrer noch nicht mal überholen muß.

Abgesehen davon: ich bin zur Zeit mit einem Motorrad der langsamste Verkehrsteilnehmer in der Stadt. Auch beim Beschleunigen.

Zähler: 1 Auto bei Rot, 4 Radfahrer

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Jagdszenen in der Straba

Bisher hatte ich ja nur höfliche, wenngleich auch manchmal einfältige Kontrolleure aber letzte Woche hat ein Kontrolleur einen Schwarzfahrer regelrecht gejagt. Raus aus der Bahn, ab auf die Straße, über den Bürgersteig wieder auf die Straße und zurück und dann wurde der Schwarzfahrer erstmal gegen die Friedhofsmauer geworfen. Allerdings sind nicht alle Kontrolleure so sportlich, denn der Kollege trabte nur hinterher. Nun ja, der Ausreißer war auch nicht unbedingt der Schnellste.

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Mutige Radfahrerin

An der Kreuzung Karl-Marx-Allee/ Otto-Braun-Straße, einer der größten Kreuzungen, die wir im Osten so haben ;), an dieser Kreuzung vom Kino International kommend mit dem Fahrrad durch die Autos zu fahren und sich auf die linke Geradeausspur zu setzen und dann stur auf dieser Spur weiterzufahren, dazu gehört Mut.

Die Autos ließen ihrem Beißreflex natürlich freien Lauf, aber die Radfahrerin hatte ja einen Helm auf. Ich fand die Aktion unsinnig und eher gefährlich, aber wer fragt mich.

Zähler: 2 Autos bei Rot, 1 Radfahrer

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Was Neues

Da denke ich, ich habe schon viel gesehen, gestern hat mich ein Taxifahrer wieder überrascht: ich kam auf der Mollstraße in Richtung Otto-Braun-Straße gefahren (auf dem Bild zu sehen), da kommt das Taxi angefahren, fährt ab dem aufgemalten Fahrrad im Vordergrund auf den Radweg, überholt dort die wartende Schlange mit ca. 40 km/h und biegt an der Kreuzung (im Hintergrund zu sehen) nach rechts ab.

moll braun

Ilka hatte noch ein Erlebnis mit schwarzfahrer-verfolgenden Straßenbahnkontrolleuren, das kommt am Montag.

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Wochenendauslese

Am Wochenende sind wir 600 km über Autobahnen und etwas Stadtverkehr gefahren. Auf den Autobahnen geht es rauh zu, Freitag abend ist es zwar ruhig, Sonntag abend aber nicht. Da ist es egal, ob man im 120er Bereich mit 130 jemanden überholt und sofort wieder einschert: Auffahren und Lichthupe kriegt man immer.
Man ist auch nie der Schnellste, wenn man sich an Geschwindigkeitsbeschränkungen hält.

Dafür ist Autofahren in Hannover entspannt, ruhige Menschen, die einen auch mal reinlassen, ganz anders als in Berlin. Hier ist ein Auto an der Ecke Warschauer Straße/ Karl-Marx-Allee bei grün für Radfahrer rechts abgebogen, als es abgebogen war, schaltete dann auch die Autoampel auf grün. Seltsam.

Zähler: 4 Autos bei Rot, zwei Radfahrer

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