Kategorie-Archiv: Kultur

Leute, die sich über Behinderte lustig machen: Frank Pöpsel

Jeder kennt die Arschlöcher, die sich ernsthaft über Behinderte lustig machen. Heute habe ich wieder einen kennengelernt: Frank Pöpsel. Chefredakteur des FOKUS Money.

Seht selbst: Tweet von @GruenSprecher mit Bild

Wer es nicht lesen will: Dr. Toni Hofreiter, seines Zeichens neuer Franktionsvorsitzender der Grünen, will Menschen mit Lese- und Verständnisschwächen das Lesen seiner Homepage erleichtern, und bietet zusätzlich(!) die Informationen über sich in Einfacher Sprache an.

An sich eine nette Idee, nur nicht für Arschlöcher wie Frank Pöpsel. Der findet das schlimm. Wie kann man nur auf solche Menschen eingehen…

(via Mein Senf)

Update (6.1.14): jetzt will er das gar nicht so gemeint haben, schreibt DRadio Wissen:

Pöpsel hat inzwischen mit einem Kommentar auf Facebook auf die Vorwürfe reagiert, er habe weder Behinderte noch Menschen mit Leseschwäche diskriminieren wollen: “Es handelte sich um eine Glosse über das scheinbare Gutmenschentum der Grünen, mit dem ich mich auch an anderer Stelle schon kritisch auseinandergesetzt.”

Klar. Sobald jemand was sagt, war es natürlich nicht so gemeint. Wenn die Leute wenigstens ‘nen Arsch in der Hose hätten.

Eisteerezept

Für alle die, die nicht gerade im Regen in Moskau sind, sondern z. B. in der Sonne Berlins, ein Rezept für einen schnellen, alkoholfreien sehr gut schmeckenden Eistee:

Jeweils die gleiche Menge Schwarztee (3 Minuten ziehen lassen, abkühlen lassen) und Ginger Ale (aus dem Kühlschrank) mischen (z. B. je 1 Liter). Dazu ein Schwapps Limettensaft (soviel, bis es gut schmeckt). Das war’s. Bei Bedarf weiter kühlen oder Eiswürfel rein etc.

Nicht zu lange aufheben, da sonst die Kohlensäure raus ist, dann schmeckt es etwas schal.

Rassismus und Denis Scheck

Diese ganze Debatte um die “Reinigung” von Büchern um rassistische Worte ist ja schon bizarr genug.

Da nimmt ein Kinderbuchverlag(!) aus seinen Kinderbüchern(!) rassistische Worte heraus und jetzt steht der Fall des Abendlandes bevor? Hängt das Glück und die Freiheit alter weißer Männer der Feuilletons wirklich daran, ob in einem Kinderbuch(!) das N-Wort steht?

Und falls ja: wäre das die Vorstufe zur Zensur? Immerhin handelt es sich um eine Aktion des Verlags, der Staat hat nichts (in Zahlen: 0) damit zu tun. Er hat den Verlag nicht direkt oder indirekt dazu gezwungen. Im Gegensatz zu z.B. Filmen und Computerspielen, bei denen ein indirekter Zwang durch den Jugendschutz vorliegt, gibt es so etwas im Buchbereich nicht. Das heißt: nein, in dem Fall ist das keine Zensur.

Und dass sich Menschen im Feuilleton und im Fernsehen lang und breit dazu äußern dürfen, ist ja wohl Beweis genug, dass das auch möglich ist. Es ist nur nicht gebildet, klug, einleuchtend, nachvollziehbar oder was auch immer.

Und ja: ich hoffe, dass Denis Scheck für seine Blackface-Aktion wenigstens einen Rüffel von der ARD bekommt, besser wäre wohl eine längere Auszeit seiner Sendung, sofern er sich nicht vernünftig und sauber damit auseinandersetzt.

Apropos Denis Scheck: er ist in den gleichen Denkfehler gelaufen, wie schon Dieter Hallervorden: “Nur, weil ich kein Rassist bin, kann ich nichts Rassistisches machen.” Schön wär’s. Aber zu so einem Thema in Blackface herumzustehen, schön mit weißen Handschuhen an: dazu fällt mir wenig ein. Dann ist auch der Inhalt seiner Worte egal, die höre ich nicht, wenn schon das Äußere durch und durch rassistisch ist. Dann schalte ich ab oder spule darüber hinweg.

Die Entschuldigung wird wohl (wie bei Hallervorden) zusammengefasst lauten: ich habe das anders gemeint, achtet auf die Worte, haben wir schon immer so gemacht.

Noch mal ganz deutlich: das N-Wort ist rassistisch. Man kann es nicht neutral verwenden. Wenn das früher getan wurde, war es auch schon nicht neutral, jedoch wurde damals leider nicht darauf geachtet. Jetzt sind wir weiter. Die Sprache noch nicht, das N-Wort ist ein Schimpfwort. Also sollten wir es nicht gebrauchen. Eigentlich einfach.

Eine Frage: “Aber wie soll ich dann meinen farbigen Mitarbeiter nennen?” Ja, hat der Kerl denn keinen Namen? Ruft Ihr alle anderen “He, Weißer?” Mann.

Die Frage, ob Bücher von veralteten bzw. rassistischen/beleidigenden Worten “gereinigt” werden sollten ist damit noch nicht beantwortet. Hier ist meine Meinung: in Kinderbüchern: auf jeden Fall. Ein Kind lernt. Wenn es früh lernt, dass ein farbige Menschen Namen haben und nicht aufgrund ihrer Hautfarbe zu bezeichnen sind: um so besser. Gemein, bösartig und beleidigend können sie schon noch früh genug werden, Bücher, also Bildung, sollte dazu nicht beitragen. In Erwachsenenbüchern kommt es darauf an. Karl May kann man vom Bild des primitiven Scharzen nicht befreien, Mark Twain sollte man nicht. Aber das sind halt Bücher für Erwachsene. Ganz andere Baustelle.

Aber es wird laufen, wie es Sula so treffend wie traurig resignierend beschrieben hat:

Ich schlage vor, wir beenden die Debatte. Machen wir weiter wie bisher: Ihr lest euren Kindern rassistische Bücher vor, und wir kaufen die Bücher nicht. Wir schauen eure Filme nicht, zeigen sie nicht unseren Kindern und erkundigen uns, bevor sie mit ihrer Schulklasse ins Theater gehen ganz genau, um was es geht, um uns dann noch immer nicht sicher zu sein, dass sie nicht an diesem Nachmittag traumatisiert nach Hause kommen. Wir drehen uns schweigend um, wenn ihr wieder einmal einen rassistischen Witz reißt und denken uns unseren Teil, wohl wissend, dass wir in eurer nächsten Konfrontation mit jemandem, der/die es noch nicht müde ist, zu versuchen mit euch über Rassismus zu reden, als die eine Schwarze Person herhalten müssen, die Eure rassistischen Äußerungen “gar nicht schlimm findet”, was dann die Legitimität der individuellen Perspektiven aller anderen Schwarzen Menschen auf der Welt auslöscht.

Alle paar Jahrzehnte macht jemand aus eurer Mitte einen winzigen Vorstoß und eliminiert, sagen wir, einen rassistischen Begriff aus einem eurer liebsten Kinderbücher. Nur ein Wort. Die kolonialen Allmachtsfantasien dürfen bleiben und ganz sicher stellen, dass eure Kinder zu genauso guten, weißen Deutschen heranwachsen können, wie ihr es seid. Ein bisschen epistemische Gewalt braucht die deutsche Volksseele halt. Und dann könnt ihr wieder ein paar Wochen so tun, als wäre das Anliegen, als Schwarze Person nicht in den eigenen Kinderbüchern, in Filmen, im Theater, in der Presse, auf dem Schulhof und in Schulbüchern oder im Unterricht mit rassistischen Beleidigungen konfrontiert zu werden jetzt ja “ganz neu”, weil ihr ja immer alles nicht lest, was wir schreiben, aus Prinzip sozusagen. Und deshalb könnt ihr auch dann wieder behaupten, dass das N-Wort vor 30 Jahren ganz harmlos und überhaupt nicht bös gemeint war. Und ganz fest daran glauben, dass ihr das nicht denkt, weil vor 30 Jahren in Deutschland rassistische Gewalt eben so normal war, wie ihr sie heute immer noch findet.

Was an dem Text so schlimm ist? Dass es ein “wir” und ein “ihr” gibt. Und dass sich nicht darum gekümmert wird, sondern um die Wichtigkeit des N-Worts für die deutsche Sprache.

Wer mich dabei bisher am meisten enttäuscht hat, ist Denis Scheck. Dem hätte ich mehr zugetraut.

(Quelle: Mädchenmannschaft)

Schulessenfotos

Jetzt will ich auch mit-Streisanden: Das NeverSeconds-Blog darf keine Fotos mehr posten.

Die kleine neunjährige Veg hat das Schulessen ihrer Schule fotografiert und in einem Blog kommentiert. Damit hat sie a) Aufmerksamkeit erregt und b) das Schulessen verbessert.

Das Ganze mit Unterstützung ihrer Schule. Da hat jeder was von: die Schüler mit gutem Essen, Zeitung und Fernsehen mit einer guten Geschichte und die Allgemeinheit, denn Veg sammelt über das Blog Spenden für gute Zwecke.

Wer könnte da was dagegen haben? Richtig: der Argyll and Bute Council, in dem Vegs Schule liegt. Die haben ihr letzten Donnerstag verboten, weiterhin Fotos zu machen und zu besprechen. Da bleibt einem nur Kopfschütteln ob der Angst gestandener Ratsmänner und -frauen ob der Bedrohung ihrer Gemeinde durch Fotos von schlechtem Essen, die was verbessert haben.

Bleibt zu hoffen, dass der Shitstorm, den sie jetzt haben, ein Einlenken bewirkt. Aber wäre das nötig gewesen? Hätte man Veg nicht lieber auszeichnen sollen?

(direkt NeverSeconds, via Astrodictum Simplex)

Volltrottel in Verkehr und Literatur

OK, der Verkehr heute war eigentlich ganz ok, früh sogar ein Kastenwagen, der die gesamte Leipziger Straße hinter mir blieb, ohne zu drängeln. Sehr schön.

Dafür auf der Rückfahrt eine Rechtsabbiegerin, die einfach nicht halten wollte. Mich ließ sie noch zähneknirschend vorbei (ohne stehenzubleiben), die Radfahrerin hinter mir musste dann vollbremsen.

John Asht – der “Autor”

Apropos Volltrottel: der mir bis dato unbekannte Autor John Asht macht sich gerade selbst zu einem solchen. Eine an sich lustige Geschichte, die man nicht glauben mag:

Ausgangslage: Myriel schreibt in ihrem Blog Bücherzeit eine Rezension von Twin-Pryx Zwillingsbrut von eben jenem John Asht. Offensichtlich war das Buch nicht ihres, denn nach 90 Seiten bricht sie ab und beschreibt nachvollziehbar, dass das Buch von ihr keine Empfehlung bekommt.

Tja, so läuft das halt manchmal, da gefällt das Buch halt nicht.

Nicht mit John Asht (was auch immer das für ein Pseudonym sein mag, ich will es gar nicht wissen). Denn der weiß, was Sache ist und kommentiert, sagen wir, etwas ungehalten, dass sich Myriel erdreistet a) das Buch nicht zu mögen und b) das auch noch zu sagen. Und das, obwohl sie gar nicht das ganze Buch gelesen hat! Also will er sie verklagen!

Oder in seinen Worten:

Na ja, von einer 23-jährigen Fantasy-Leserin, die mit gehobener Literatur überhaupt nichts anfangen kann, erwarte ich auch nicht mehr als eine solch’ unqualifizierte Pseudo-Rezi.
Mädel, schreib’s dir hinter die Ohren: Phantastische Literatur ist nicht „Fantasy“.
Also, tu uns allen einen Gefallen und bleib bei deinen Zwergen und Elfen – für mehr reichts nicht!

OK, reicht noch nicht:

… außerdem werde ich „Myriel“ und „Bücherzeit“ von meinem Rechtsanwalt gerichtlich ahnden lassen – denn mir sieht diese Einrichtung sehr suspekt aus – etwa so, wie von gewissen Leuten bezahlt, um einem Autor zu vernichten. Das wird teuer, Lady!

Der Roder-Verlag

Har, har. OK, jetzt würde man denken: hoffentlich liest der Verlag mit und schlichtet etwas. Der Verlag liest mit. Auftritt Antje Roder, Geschäftsführerin des Roder-Verlags.

Nur Auszüge, denn ihre Kommentare sind etwas länger:

Grundregel Nummer 1 für eine Rezension ist, dass man das Buch überhaupt gelesen hat!!!

Drei(!) Ausrufezeichen. Myriel hat sich nämlich nicht an die Rezensionsregeln gehalten.

[...] Daneben gibt es aber noch solche Autoren, die sich Zeit nehmen für ihr Werk, die Handlungsstränge ausarbeiten und eine Geschichte entwickeln. Daraus entstehen Bücher, die nicht zur Massenware zählen und die den Leser zum Mitdenken anregen wollen – keine vorgekaute Kost. [...]
Wer damit nicht mehr umgehen kann, sollte sich künftig besser nur noch mit anspruchsloser Kost berieseln lassen. Das ist auch den Machthabern lieber, denn diese Art von Fast-Food-Leser lassen sich optimal lenken und kontrollieren – eben weil sie allmählich das rationale Denken verlernen.

Myriel ist einfach zu doof für das Buch (zu dem komme ich noch). Aber jetzt kommt’s dicke:

Artikel 5 des Grundgesetzes gibt Ihnen noch lange nicht das Recht, Wirtschaftskriminalität zu betreiben, indem Sie willkülich den Verkauf eines Produktes boykottieren.
Sie sind keine studierte Literaturkritikerin – das sieht man allein schon daran, dass Sie den fantastischen Abenteuerroman „Twin-Pryx, Zwillingsbrut“ fälschlicherweise in die Kategorie „Fantasy“ abgeheftet haben. Fantastische Abenteuerromane sind z. B. das Genre des Jules Verne. Fantasy hingegen ist das Genre der modernen Märchengeschichten, wo Fabelwesen um den Menschen agieren.
[...]
Außerdem werde ich den Börsenverein des Deutschen Buchhandels informieren, dass Sie auf launische Weise Literaturkritiken veröffentlichen, ohne überhaupt das Werk gelesen zu haben – abgesehen davon, dass Sie es wie oben beschrieben falsch kategorisiert haben.
Überlegen Sie sich, was für Konsequenzen das alles für Sie haben wird. Das Recht ist auf unserer Seite!

Uiuiui. Falsche Kategorie genommen und nicht Literaturkritik studiert. Und auf launische Weise Kritiken veröffentlicht. Ein Fall für die spanische Inquisition.

Zum Glück nimmt Myriel das Ganze sportlich und wartet ab, ob endlich gerichtliche Schritte erfolgen. (Herr Staatsanwalt, die hat mein Buch nicht gut gefunden, obwohl sie es nicht zu Ende gelesen hat!!!)

Noch nicht peinlich genug?

OK, dann auf ins Blog von John Asht. Dort beschreibt er nämlich den Vorfall auf seine Art unter dem Titel (und das habe ich mir nicht ausgedacht) “Literatur-Kriminalität im Internet“. Er beginnt mit:

Vor der Internetexplosion gab es noch gestandene Literaturkritiker[...]

Jetzt schwadroniert er sich eine Verschwörungstheorie um eine abgelehnte Autorin zusammen. Muss man lesen. Weiter:

Lady Oberschlau publiziert also ihre unqualifizierte Kritik in ihrem Blog und gibt sogar noch offiziell zu, dass sie das Buch überhaupt nicht gelesen hat.

Die Schlange. Erzählt also offen die Wahrheit. Schlimm.

Der Verlag verwarnt die unseriöse Rezensentin und belehrt sie vorbeugend, dass sie nicht einmal die Literaturgattung des Buches richtig erkannt habe und somit eine Rezension nach den Kriterien eines ganz anderen Genres erstellt hat. Vor allem aber wird sie darauf aufmerksam gemacht, dass sie ein Buch von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen habe (sorgfältig), bevor sie überhaupt eine Kritik zu veröffentlichen gedenkt.

Ja, wieder diese Rezensionsregeln, die so gelten. Aus dem Rezensionsgesetzbuch (ok, der war schlecht).

Demonstrativ schickt die pseudo-erpresserische Rezensentin ihre Postanschrift zu – womöglich in der Hoffnung, dass da nun bald ein schönes Paket mit Geschenken und vielleicht auch einem Geldumschlag eintrudelt. Stattdessen aber bekommt sie eine Anzeige wegen Verstoßes gegen § 15 UWG “Geschäftlicher Verleumdung”.

Klar, die wollte Geschenke haben. Mal sehen, was Myriel dazu schrieb:

Hallo Frau Roder,
da Sie so plakativ darauf hinweisen, dass das Recht auf Ihrer Seite ist, dürfen Sie mich gern davon überzeugen. Meine postalische Anschrift habe ich Ihnen soeben per E-Mail übermittelt, so dass Sie Ihre Ankündigungen umsetzen können.

Tja, sie wartet einfach auf die Anzeige (die bisher noch nicht gekommen ist).

Aber nochmal die Regeln von John Asht:

Sobald eine Rezension veröffentlicht ist, untersteht sie nur dann dem Schutze der freien Meinungsäußerung, insofern sie zutreffend fundiert und objektiv analysiert ist – vor allem aber muss der Rezensent das gesamte Werk von der ersten bis zur letzten Seite gelesen haben. Für nur angelesene Bücher kann man höchstens ein referierendes Statement abgeben – allerdings niemals in einem Rezensionsblog.

Jenau. Und zum Schluss die Tränendrüse:

Was diese rücksichtslosen Wichtigtuer(innen) nicht wissen, ist, dass so mancher Kleinverleger sein ganzes Hab und Gut als Sicherheit bei der Bank hypothekiert hat, nur um einige ausgewählte Manuskripte zu Büchern zu machen, in der Hoffnung, dass ein Broterwerb daraus enstehe, für ihn und seine Autoren.

Tja, sollte der Verlag sich seine Autoren wohl genauer aussuchen. Oder gute Literatur veröffentlichen. Oder sich nicht öffentlich im Netz zum Vollhonk machen. Nur so eine Idee.

Immer noch nicht peinlich genug?

OK, John Asht hat seinen Ursprungsartikel editiert, vorher hat er (laut diesem Screenshot) noch das Wunderargument gezogen, dass die Rezensentin es einfach mal besorgt kriegen muss:

Vielleicht sollte ihnen die Krankenkasse eine Therapie bezahlen: eine Kur in lieblichen Gefilden, wo es reale Jungs gibt, die ihnen besorgend beibringen, worum es im Leben überhaupt geht.

OK, er hat halt ein einfaches Frauenbild, schaut mal auf seinem Blog den Artikel Frauenquote an, in dem er über die böse “Emantipation” herzieht, da gibt es Perlen zur Frauenquote:

Und von wem kommen solche abstrusen Vorschläge? Von Frauen der Regierungsbank, die noch nie einem ehrlichen Beruf nachgegangen sind [...] Aber gerade weil sie Berufspolitikerinnen sind, sollten sie wissen, dass es diese bornierte Experiment schon einmal gegeben hat: im früheren Ostblock. Da wurden urplötzlich Menschinnen gefördert, die kaum noch was Weibliches an sich hatten – Mannsweiber, die überhaupt keine Kinder haben wollten und von grundauf alles hassten was männlich war – und dementsprechend auch alles hinterfragten und widersprachen was von einem Manne im Unternehmen kam. Fazit: Alles ging den Bach runter!

Was ist die Lösung für das Menschinnenproblem?

Natürliche Rollenverteilung braucht die Nation, um als solche weiterbestehen zu können.
[...]
Nun frage ich mich aber, wie viele Frauen haben was genau erfunden und entdeckt bis heute? Da gibts leider nur sehr wenige – und selbts diese Frauen forschten an der Seite ihres Mannes und setzten nach deren Tod deren Errungenschaften fort. Es ist nun mal gegen die Natur einer biologisch richtigen tickenden Frau, plötzlich hochtechnisierte Maschinen, Formeln oder Raketen zu erfinden.

Ein schlichter Geist, dieser John Asht.

Was, noch mehr Peinlichkeit?

Na ja, vielleicht ist er ja ein guter Schriftsteller, wenn er schon sonst eher nicht viel kann. Lesen wir Auszüge aus dem rezensierten Werk TWIN-PRYX, Zwillingsbrut. Oh nein, ich werde jetzt nicht alles hierher kopieren, aber zwei Kostproben sollen sein, einfach selbst lesen. Aber seid gewarnt: schlechte Literatur ahead!

Eine Schweißperle wollte herunter zum Augenwinkel kullern – sie wischte sie weg und wünschte sich, den Albtraum genauso einfach aus ihrem Gedächtnis löschen zu können. Hinterhältige Halunken, überraschend waren sie aus den Büschen gesprungen, hatten sie vom Pferd gezerrt und wortlos in eine dunkle Höhle verschleppt.

“Hinterhältige Halunken”?

Sie beschloss, sich noch vor dem Erwachen der anderen Burgbewohner etwas abzukühlen, denn ihr Körper vibrierte nach wie vor von diesem furchtbaren Traum. Nackt schritt sie zur offenen Tür, streichelte zuerst ihre beiden treuen Wolfshunde, die Nacht für Nacht ihren Schlaf bewachten, dann äugte sie sicherheitshalber nach allen Seiten und ging schließlich gemächlich zum Brunnen.
[...]
Zurück in ihren Räumen trocknete sie völlig erfrischt ihren wohlgeformten, sportlichen Körper ab, warf noch einen fast scheuen Blick in den Spiegel und schlüpfte in eine ihrer geliebten Reitermonturen – es war eine dieser Einzelkreationen, wie sie nur die Mutter, bedingt durch ihre indianische Abstammung, hatte anfertigen können.

Nicht sagen, dass ich nicht gewarnt hätte.

Es mag Leute geben, denen sowas gefällt. Aber dass Myriel sich durch 90 Seiten dieser gequirlten Kacke gelesen hat, ringt mir Hochachtung ab. Ich habe es nicht mal durch die Leseprobe auf der Webseite geschafft.

Lest die Kommentare bei Myriel und Astrodicticum durch, da ist viel gesagt. Dort sind auch weitere lesenswerte Seiten verlinkt.

Und lest mal wieder ein gutes Buch.

PS: eigentlich warte ich noch darauf, dass ich auf einen ganz raffinierten Hoax reingefallen bin.

Quellen:

Little Shop of Horrors, König der Löwen

Wenn mal wieder einfach ein gutes Musical schauen möchte (im Fernsehen z.B.), dann sollte man “Little Shop of Horrors” wählen. Wundervolle Musik, Klasse Gesang (außer von Rick Moranis, aber er bemüht sich), insbesondere Ellen Greene – was für eine Stimme. Und ist auch nicht gruselig.

Someone tell Lady Luck that I’m stuck…

Shalalala – Little Shop of Horrors…

Und wenn man  einfach mal vor sich hinweinen will, dann die Eröffnungsszene vom König der Löwen. Man kann auch nur mitsummen ohne Körperflüssigkeit. Wenn man ein harter Hund ist.

Ruhiger Verkehr, leichter Gegenwind, Dieter Hallervorden

Tja, der Verkehr ist wieder einmal zum stehen gekommen mit den ganzen Autos drin, da ist es erstaunlich ruhig. Nur zwei Leute im Weg, rückwärts sogar gar nichts. Wird sich schon noch ändern, morgen muss ich die Torstraße lang…

Gegenwind. Schon seit Anfang letzter Woche. Zwar nur hinwärts, aber trotzdem nicht motivierend.

Dieter Hallervorden hat auf die Vorwürfe gegen das Schlossparktheater geantwortet. Und stark am Thema vorbeigeschrieben.

Beispiel:

In meiner Gedankenwelt ist absolut kein Platz für Rassismus.

Davon bin ich ausgegangen, und, soweit ich mitbekommen habe, auch die meisten anderen Kommentatoren bei Facebook. Daher war ja das Erstaunen über die Aufführung umso größer. Gleich danach aber:

Bevor jemand einen diesbezüglichen Vorwurf erhebt, sollte er sich die Vorstellung ansehen[...]

Und ab hier wird es krude, denn soweit ich das übersehen kann, hat sich niemand über das Stück beschwert. Oder über die Vorstellung bzgl. Inhalt, schauspielerischem Können. Es geht darum (Kommentar):

Wie so oft in den vergangenen Tagen missverstehen Sie die Kritik.
Es geht nicht darum, ob eine weiße Person Midge spielen darf oder nicht, sondern darum, ob eine schwarz angemalte Person Midge spielen darf.

Exakt das ist die Frage. Und die lohnt es sich zu diskutieren. Aber für Diskussionen ist bei Hallervorden kein Raum:

Mein Rat: Leute, lest das Stück – dann werdet ihr erkennen, dass es glücklicherweise gar keinen Raum für Rassismus bietet! Macht euch erst mal kundig, bevor die Sicherungen durchbrennen, nur weil ihr auf einem Plakat einen Weißen seht, der schwarz geschminkt ist!

Oder, gleich ins Lächerliche ziehend:

Denken wir die Vorwürfe zu Ende: Darf Hallervorden einen Juden spielen, obwohl er kein Jude ist? Darf Sigmar Gabriel sich für Maßnahmen gegen den Hunger in der Welt einsetzen, obwohl er über Leibesfülle verfügt??

Das ist nicht nur schlechter Stil, das ist Scheiße. Und ja: Hallervorden darf einen Juden spielen, wenn er diesen jedoch mit riesiger Hakennase, Löckchen und gierigen Raffhänden spielen würde, wäre das bedenklich. Ist doch nicht so schwer zu verstehen.

Oder, noch besser ausgedrückt ein Kommentar:

Kurz: Ich bin so antirassistisch, dass ich rassistisch sein darf, wann immer ich es für angemessen und richtig halte. Rassismuskritik von Betroffenen sind stets als ungerechtfertigte Vorwürfe zu werten und bedürfen keinerlei Auseinandersetzung. Ich habe mit rassistischer Praxis Menschen verletzt, aber es ist mir egal, ich mache genauso weiter. Zur rassistischen Einstellungspraxis meines Theaters lässt sich soviel sagen, dass Schwarze Schauspieler nun mal nicht geeignet sind. Gesucht haben wir aber auch nicht danach. Warum auch? Wir könne ja einfach weiße Buddies des Ensembles schwarz anmalen.

(Antwort von Dieter Hallervorden)