Kategorie-Archiv: Politik

Politische Themen

Rassismus und Denis Scheck

Diese ganze Debatte um die “Reinigung” von Büchern um rassistische Worte ist ja schon bizarr genug.

Da nimmt ein Kinderbuchverlag(!) aus seinen Kinderbüchern(!) rassistische Worte heraus und jetzt steht der Fall des Abendlandes bevor? Hängt das Glück und die Freiheit alter weißer Männer der Feuilletons wirklich daran, ob in einem Kinderbuch(!) das N-Wort steht?

Und falls ja: wäre das die Vorstufe zur Zensur? Immerhin handelt es sich um eine Aktion des Verlags, der Staat hat nichts (in Zahlen: 0) damit zu tun. Er hat den Verlag nicht direkt oder indirekt dazu gezwungen. Im Gegensatz zu z.B. Filmen und Computerspielen, bei denen ein indirekter Zwang durch den Jugendschutz vorliegt, gibt es so etwas im Buchbereich nicht. Das heißt: nein, in dem Fall ist das keine Zensur.

Und dass sich Menschen im Feuilleton und im Fernsehen lang und breit dazu äußern dürfen, ist ja wohl Beweis genug, dass das auch möglich ist. Es ist nur nicht gebildet, klug, einleuchtend, nachvollziehbar oder was auch immer.

Und ja: ich hoffe, dass Denis Scheck für seine Blackface-Aktion wenigstens einen Rüffel von der ARD bekommt, besser wäre wohl eine längere Auszeit seiner Sendung, sofern er sich nicht vernünftig und sauber damit auseinandersetzt.

Apropos Denis Scheck: er ist in den gleichen Denkfehler gelaufen, wie schon Dieter Hallervorden: “Nur, weil ich kein Rassist bin, kann ich nichts Rassistisches machen.” Schön wär’s. Aber zu so einem Thema in Blackface herumzustehen, schön mit weißen Handschuhen an: dazu fällt mir wenig ein. Dann ist auch der Inhalt seiner Worte egal, die höre ich nicht, wenn schon das Äußere durch und durch rassistisch ist. Dann schalte ich ab oder spule darüber hinweg.

Die Entschuldigung wird wohl (wie bei Hallervorden) zusammengefasst lauten: ich habe das anders gemeint, achtet auf die Worte, haben wir schon immer so gemacht.

Noch mal ganz deutlich: das N-Wort ist rassistisch. Man kann es nicht neutral verwenden. Wenn das früher getan wurde, war es auch schon nicht neutral, jedoch wurde damals leider nicht darauf geachtet. Jetzt sind wir weiter. Die Sprache noch nicht, das N-Wort ist ein Schimpfwort. Also sollten wir es nicht gebrauchen. Eigentlich einfach.

Eine Frage: “Aber wie soll ich dann meinen farbigen Mitarbeiter nennen?” Ja, hat der Kerl denn keinen Namen? Ruft Ihr alle anderen “He, Weißer?” Mann.

Die Frage, ob Bücher von veralteten bzw. rassistischen/beleidigenden Worten “gereinigt” werden sollten ist damit noch nicht beantwortet. Hier ist meine Meinung: in Kinderbüchern: auf jeden Fall. Ein Kind lernt. Wenn es früh lernt, dass ein farbige Menschen Namen haben und nicht aufgrund ihrer Hautfarbe zu bezeichnen sind: um so besser. Gemein, bösartig und beleidigend können sie schon noch früh genug werden, Bücher, also Bildung, sollte dazu nicht beitragen. In Erwachsenenbüchern kommt es darauf an. Karl May kann man vom Bild des primitiven Scharzen nicht befreien, Mark Twain sollte man nicht. Aber das sind halt Bücher für Erwachsene. Ganz andere Baustelle.

Aber es wird laufen, wie es Sula so treffend wie traurig resignierend beschrieben hat:

Ich schlage vor, wir beenden die Debatte. Machen wir weiter wie bisher: Ihr lest euren Kindern rassistische Bücher vor, und wir kaufen die Bücher nicht. Wir schauen eure Filme nicht, zeigen sie nicht unseren Kindern und erkundigen uns, bevor sie mit ihrer Schulklasse ins Theater gehen ganz genau, um was es geht, um uns dann noch immer nicht sicher zu sein, dass sie nicht an diesem Nachmittag traumatisiert nach Hause kommen. Wir drehen uns schweigend um, wenn ihr wieder einmal einen rassistischen Witz reißt und denken uns unseren Teil, wohl wissend, dass wir in eurer nächsten Konfrontation mit jemandem, der/die es noch nicht müde ist, zu versuchen mit euch über Rassismus zu reden, als die eine Schwarze Person herhalten müssen, die Eure rassistischen Äußerungen “gar nicht schlimm findet”, was dann die Legitimität der individuellen Perspektiven aller anderen Schwarzen Menschen auf der Welt auslöscht.

Alle paar Jahrzehnte macht jemand aus eurer Mitte einen winzigen Vorstoß und eliminiert, sagen wir, einen rassistischen Begriff aus einem eurer liebsten Kinderbücher. Nur ein Wort. Die kolonialen Allmachtsfantasien dürfen bleiben und ganz sicher stellen, dass eure Kinder zu genauso guten, weißen Deutschen heranwachsen können, wie ihr es seid. Ein bisschen epistemische Gewalt braucht die deutsche Volksseele halt. Und dann könnt ihr wieder ein paar Wochen so tun, als wäre das Anliegen, als Schwarze Person nicht in den eigenen Kinderbüchern, in Filmen, im Theater, in der Presse, auf dem Schulhof und in Schulbüchern oder im Unterricht mit rassistischen Beleidigungen konfrontiert zu werden jetzt ja “ganz neu”, weil ihr ja immer alles nicht lest, was wir schreiben, aus Prinzip sozusagen. Und deshalb könnt ihr auch dann wieder behaupten, dass das N-Wort vor 30 Jahren ganz harmlos und überhaupt nicht bös gemeint war. Und ganz fest daran glauben, dass ihr das nicht denkt, weil vor 30 Jahren in Deutschland rassistische Gewalt eben so normal war, wie ihr sie heute immer noch findet.

Was an dem Text so schlimm ist? Dass es ein “wir” und ein “ihr” gibt. Und dass sich nicht darum gekümmert wird, sondern um die Wichtigkeit des N-Worts für die deutsche Sprache.

Wer mich dabei bisher am meisten enttäuscht hat, ist Denis Scheck. Dem hätte ich mehr zugetraut.

(Quelle: Mädchenmannschaft)

Abgeordnetenbestechung muss strafbar werden

Wie jetzt, wird die erste Frage sein, in Deutschland? Ist es noch nicht?

Nein. Deutschland ist eines der wenigen Länder, in denen Abgeordnetenbestechung nur in sehr engem Rahmen strafbar ist, nämlich ausschließlich bei Abstimmungen und Wahlen, sonst nicht. Die entsprechende UN-Konvention wurde unterschrieben aber nicht ratifiziert, da unsere Bestechungsgesetze zu schwach sind.

Unsere derzeitige Regierung sieht keinen Handlungsbedarf, da sie meint, alle Politikerhandlungen und jeglicher Gelderhalt sind transparent genug. Natürlich.

Daher jetzt die Petition unterschreiben und heute was Gutes getan haben: Abgeordnetenbestechung muss strafbar werden

Schulessenfotos

Jetzt will ich auch mit-Streisanden: Das NeverSeconds-Blog darf keine Fotos mehr posten.

Die kleine neunjährige Veg hat das Schulessen ihrer Schule fotografiert und in einem Blog kommentiert. Damit hat sie a) Aufmerksamkeit erregt und b) das Schulessen verbessert.

Das Ganze mit Unterstützung ihrer Schule. Da hat jeder was von: die Schüler mit gutem Essen, Zeitung und Fernsehen mit einer guten Geschichte und die Allgemeinheit, denn Veg sammelt über das Blog Spenden für gute Zwecke.

Wer könnte da was dagegen haben? Richtig: der Argyll and Bute Council, in dem Vegs Schule liegt. Die haben ihr letzten Donnerstag verboten, weiterhin Fotos zu machen und zu besprechen. Da bleibt einem nur Kopfschütteln ob der Angst gestandener Ratsmänner und -frauen ob der Bedrohung ihrer Gemeinde durch Fotos von schlechtem Essen, die was verbessert haben.

Bleibt zu hoffen, dass der Shitstorm, den sie jetzt haben, ein Einlenken bewirkt. Aber wäre das nötig gewesen? Hätte man Veg nicht lieber auszeichnen sollen?

(direkt NeverSeconds, via Astrodictum Simplex)

Dunkelheit, Leistungsschutzrecht, Bürgerrechte, allgemeiner Unmut

Es ist abends noch zu Dunkel für gute Filmaufnahmen, daher keine Bilder vom Fußgänger, der mir auf dem Radweg entgegenkam, als ich gerade überholte und vom Golffahrer, der Vorfahrt gewähren für optional hielt.

Apropos: ja, natürlich bremse ich da, will ja nicht umgefahren werden. Zumindestens nicht abends, wenn der Film eh’ nix wird.

Das Leistungsschutzrecht soll jetzt doch kommen, eine große Luftnummer. Entweder es wird so schwach ausgeprägt, dass nur große Abmahnwellen bei Privatleuten was bringen oder es wird so stark umgesetzt, dass das Zitatrecht untergraben wird, bis das Verfassungsgericht das aufhebt.

In beiden Fällen das Papier und die Mühe nicht wert, die es Befürworter und Gegner kostet. Können wir mit der Energie nicht einfach das Urheberrecht so umgestalten, dass alle was von haben?

Ach ja, die Bürgerrechte und das grundsätzliche Empfinden für Recht und Unrecht sind in einem schlechten Zustand. Gleichgültigkeit auch schlimmsten Grundrechtseingriffen gegenüber, an die wir uns über die Zeit gewöhnt haben. Unangemessene Überwachung von Bürgern und Politikern durch den Verfassungsschutz – egal. Jedes Jahr mehrere Nazimorde – egal. Einschränkung des Rechts auf freie Meinungsäußerung durch Hamburger Richter – egal. Anhebung der Renten noch nicht einmal auf Inflationsniveau – egal, im Gegenteil, wird als “satte Erhöhung” gefeiert. Ein Bus verunglückt in einem Tunnel – die Tagesschau muss uns Bilder von trauernden Eltern zeigen, durchs Fenster und hinter Autos hervor gefilmt. Und natürlich die mutmaßliche Unfallstelle. Warum?

Eigentlich traurig. Ich klinge wie ein alter Mensch, der erklärt, früher sei es besser gewesen. War es nicht. Ich bin nur enttäuscht, dass wir aus unseren Möglichkeiten so wenig machen. Seit wieviel Jahren höre ich, dass der Internetzugang in D ausgebaut werden soll? Seit wieviel Jahren ist die Bildung Chefsache? Hat die Föderalismusreform wenigstens auch eine gute Seite? Warum gibt es immer noch sechzehn Bundesländer, statt beispielsweise sechs?

Alles so verpasste Chancen…

Polizeigewalt, Fußball und Bürgerbeteiligung

OK, nur die beiden ersten Themen gehören heute zusammen, Bürgerbeteiligung läuft extra.

Seit einiger Zeit divergieren Berichte von Polizei/Medien und Fußballfans/Beteiligten an Fußballrandalen erheblich. Während in Medien und Polizeistellungsnahmen immer nur Chaoten auftreten, sind es bei den Fußballfans oft auch überreagierende Polizisten. Und während sich die Medien noch vor zwanzig Jahren eine eigene Meinung erlaubten, wird heutzutage ausschließlich aus Polizeisichtwinkel berichtet (freiwilliges(!) Staatsfernsehen und -presse).

So z.B. beim Schweinske-Cup am 6.1.12, bei dem ein Turnier von rechten Schlägern überfallen wurden, die Leute beleidigten, beklauten, schlugen und danach vor den Augen der Polizei die Halle verließen. Diese eroberte dann die Halle, benutzte ausgiebig Pfefferspray und richtete noch einmal deutlich mehr Schaden an als die blöden Nazis.

Natürlich waren in der Halle alles gewaltbereite Idioten und die Polizei hat natürlich angemessen und mit Augenmaß gehandelt. Klar.

Da das nun schon seit Jahren irgendwie immer so ist und mittlerweile Videoaufnahmen einfacher werden, lassen sich solche Schilderungen nicht mehr so einfach halten. Lest das einfach mal in Ruhe auf der Publikative nach. Ist schon erschreckend. Immerhin erkennt Hamburgs Innensenator Michael Neumann, dass das was schiefgelaufen ist und sucht den Dialog. Ein erster Schritt. Gut so. Jetzt dabei bleiben. Aber wenn er dann auch sowas sagt:

So wie es in der Fanszene einzelne Problemfälle gebe, sei auch die große Mehrheit der Polizisten anständig und ärgere sich genauso über die Vorfälle.

Dann hat er recht. Aber es gilt auch:

Neumann erwähnte, dass nach Anzeigen auch bereits zwei Ermittlungsverfahren gegen Polizisten liefen. Abzuwarten bleibt indes, ob diese nicht wie zumeist üblich im Sande verlaufen. Amnesty International beklagt seit Jahren, dass Polizeigewalt in Deutschland praktisch nie verfolgt wird – und selbst wenn, kommt es nur äußerst selten zu strafrechtlichen Konsequenzen für die vom Apparat gut geschützten Beamten.

Eben. Und solange das gilt (und das gilt noch lange, wir in Berlin wissen das), hat die Polizei einen schlechten Ruf.

Zur Bürgerbeteiligung: dass die Makulatur ist, sieht man z.B. an der Petition gegen das bestehende Verbot gewaltverherrlichender Videospiele sowie gegen die Indizierung in ihrer jetzigen Form. Diese Petition wurde zunächst vom Petitionsausschuss nicht freigeschaltet, da es eine gleichlautende Petition gab. Diese wollte zwar mehr Verbote für Videospiele, aber beide enthielten offensichtlich das Wort “Videospiele”.

Jetzt wird die Petition:

nicht zugelassen, weil sie “nicht den gewünschten Erfolg haben wird“. Dies sei der Fall, da “eine Umsetzung Ihres Anliegens angesichts der gegenwärtigen Handlungspriorität auf diesem Gebiet ausgeschlossen erscheint“.

Also: es werden nur Petitionen zugelassen, die sowieso beschlossen werden sollen? Eine andere Meinung kommt gar nicht durch? Der Bundestag muss vor dem Bürger beschützt werden? Wir wollen uns nicht mit Dingen beschäftigen, mit denen wir uns sonst nicht beschäftigen?

Aber dann wundern, wenn sich die Bürger nicht mehr beteiligen. Bestimmt war bei S21 die Beteiligung genauso einfach und transparent. Klar.

(Quellen: “Fußballchaoten” setzen Untersuchungskommission ein auf Publikative; Petition blockiert und Petition gegen Zensur abgelehnt auf Stigma Videospiele)

Ruhiger Verkehr, leichter Gegenwind, Dieter Hallervorden

Tja, der Verkehr ist wieder einmal zum stehen gekommen mit den ganzen Autos drin, da ist es erstaunlich ruhig. Nur zwei Leute im Weg, rückwärts sogar gar nichts. Wird sich schon noch ändern, morgen muss ich die Torstraße lang…

Gegenwind. Schon seit Anfang letzter Woche. Zwar nur hinwärts, aber trotzdem nicht motivierend.

Dieter Hallervorden hat auf die Vorwürfe gegen das Schlossparktheater geantwortet. Und stark am Thema vorbeigeschrieben.

Beispiel:

In meiner Gedankenwelt ist absolut kein Platz für Rassismus.

Davon bin ich ausgegangen, und, soweit ich mitbekommen habe, auch die meisten anderen Kommentatoren bei Facebook. Daher war ja das Erstaunen über die Aufführung umso größer. Gleich danach aber:

Bevor jemand einen diesbezüglichen Vorwurf erhebt, sollte er sich die Vorstellung ansehen[...]

Und ab hier wird es krude, denn soweit ich das übersehen kann, hat sich niemand über das Stück beschwert. Oder über die Vorstellung bzgl. Inhalt, schauspielerischem Können. Es geht darum (Kommentar):

Wie so oft in den vergangenen Tagen missverstehen Sie die Kritik.
Es geht nicht darum, ob eine weiße Person Midge spielen darf oder nicht, sondern darum, ob eine schwarz angemalte Person Midge spielen darf.

Exakt das ist die Frage. Und die lohnt es sich zu diskutieren. Aber für Diskussionen ist bei Hallervorden kein Raum:

Mein Rat: Leute, lest das Stück – dann werdet ihr erkennen, dass es glücklicherweise gar keinen Raum für Rassismus bietet! Macht euch erst mal kundig, bevor die Sicherungen durchbrennen, nur weil ihr auf einem Plakat einen Weißen seht, der schwarz geschminkt ist!

Oder, gleich ins Lächerliche ziehend:

Denken wir die Vorwürfe zu Ende: Darf Hallervorden einen Juden spielen, obwohl er kein Jude ist? Darf Sigmar Gabriel sich für Maßnahmen gegen den Hunger in der Welt einsetzen, obwohl er über Leibesfülle verfügt??

Das ist nicht nur schlechter Stil, das ist Scheiße. Und ja: Hallervorden darf einen Juden spielen, wenn er diesen jedoch mit riesiger Hakennase, Löckchen und gierigen Raffhänden spielen würde, wäre das bedenklich. Ist doch nicht so schwer zu verstehen.

Oder, noch besser ausgedrückt ein Kommentar:

Kurz: Ich bin so antirassistisch, dass ich rassistisch sein darf, wann immer ich es für angemessen und richtig halte. Rassismuskritik von Betroffenen sind stets als ungerechtfertigte Vorwürfe zu werten und bedürfen keinerlei Auseinandersetzung. Ich habe mit rassistischer Praxis Menschen verletzt, aber es ist mir egal, ich mache genauso weiter. Zur rassistischen Einstellungspraxis meines Theaters lässt sich soviel sagen, dass Schwarze Schauspieler nun mal nicht geeignet sind. Gesucht haben wir aber auch nicht danach. Warum auch? Wir könne ja einfach weiße Buddies des Ensembles schwarz anmalen.

(Antwort von Dieter Hallervorden)

Vorfahrt ist optional

Zumindestens Fahrrädern gegenüber. Gleich zweimal. Aber dann immer überrascht tun. Oder, noch schlimmer, tatsächlich überrascht sein, wenn plötzlich aus dem Nichts ein Fahrrad ankommt. Auch noch auf dem Radweg.

Das Schlimmste an der ganzen Wulff-Sache ist, dass Springer jetzt als Gute gelten, die Drecksäcke.

Kitaro macht Klasse Musik. Schon seit Jahrzehnten. Moog rulez.

Muppets rulez too!

Apropos Rassismus

Wenn ich jemanden benennen sollte, den ich nicht für rassistisch halte, wäre Dieter Hallervorden ganz vorn dabei.

Nun gehört ihm das Schlosspark-Theater, das dieser Tage “Ich bin Rappaport” aufführt. Ein Stück, in dem ein Weißer und ein Schwarzer auftreten. So weit, so gut. Jetzt ist die Rolle des Weißen mit Dieter Hallervorden besetzt, die Rolle des Schwarzen mit Joachim Biese. Problem: Herr Biese ist weiß. Was tun? Einfach schwarz malen, ein sogenanntes Black-Face.

Wofür steht so eine Blackface-Aufführung? “Blackface ist eine rassistisch geprägte Theater- und Unterhaltungsmaskerade, die in den Minstrel Shows des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten entstand.” (Wikipedia)

Jetzt beschweren sich Menschen über diese Art des Rassismus beim Schlossparktheater, per Mail und auf der Facebook-Seite. Eine gute Gelegenheit für das Theater, klarzustellen, dass sie das nicht rassistisch meinen, eigentlich sehr tolerant sind und einfach nicht drüber nachgedacht haben. Aber jetzt, wo sie wissen, dass das nicht zu entschuldigen ist und dass sich genügend Leute dadurch verletzt fühlen, etwas ändern werden. Mein Vorschlag: Herr Biese kann bestimmt auch ohne Bemalung die Rolle gut ausfüllen. Mein zweiter Vorschlag: es gibt bestimmt einen schwarzen Schauspieler in Berlin.

Aber was macht das Schlosspark-Theater?

Es entscheidet sich dafür, allen Kritikern vorzuhalten, dass das nicht rassistisch ist. Und außerdem müsste man sonst “schwarze Schauspieler” (Anführungszeichen im Originaltext) einstellen und was sollen die sonst spielen? Und überhaupt sind die Leute nur zu schnell beleidigt.

Tja, damit schafft man es auch in USA-Blogs und man generiert Mails an die Antidiskriminierungsstelle Berlins sowie den Bürgermeister. Das hätte bei einer souveränen Reaktion nicht sein müssen.

Bleibt zu hoffen, dass daraus gelernt wird, aber bin ich mir nicht so sicher.

Wer die Reaktion des Theaters und Gedanken dazu lesen möchte, lese bitte bei Afrikawissenschaft und Stop!Talking (engl.) nach.

(via Mädchenmannschaft)

BTW: was ich auch erst dieses Jahr gelernt habe und was schwierig umzusetzen ist: ob sich jemand rassistisch beleidigt fühlt oder sexistisch angemacht oder einfach nur beleidigt ist seine/ihre Sache.

Die SPD und allgemeiner IT-Pessimismus

Heute nur noch starker Gegenwind, dafür machten der ohne zu schauen spurwechselnde Autofahrer und die Fahrradgeisterfahrerin den Reigen der gefährlichen Verkehrsverstöße voll. Säcke.

Abends das Buch vom Sarrazin am Kiosk gesehen: das ist auch so ein rassistischer Sack. Einer der Gründe, warum die SPD nicht wählbar ist. Und ein Rassist. Nur, damit das nochmal klar gesagt ist.

Der andere Grund ist die Unfähigkeit der SPD-Politiker, einzusehen, dass sie nichts (in Worten: nichts, gar nichts, nada, zero) in ihrer Partei geändert haben. Immer noch die alten Säcke mit ihrer alten Politik. Schlimm. Ich hoffe, die Piraten halten, was sie an Hoffnung geweckt haben.

Dazu passt, dass ich heute hören musste, dass man für IT-Innovationen und den Verkauf derselben überall hingehen sollte, aber nicht nach D. Das kann ich bestätigen, mit Neuerungen ist hier nichts. Und mit “Neuerungen” meine ich Dinge, die schon seit mehreren Jahren hätten geschehen müssen.

Wo bleibt zum Beispiel der Breitbandausbau Deutschlands? Warum zögern wir da? Jede miese Autobahn wird gebaut, damit der Verkehr rollt, aber das größte Wirtschaftspotential wird einfach so mal liegengelassen, weil es unsere Politiker nicht verstehen. Grausam.