Archiv für den Autor: Ekkart Kleinod

Es wird rauher

Wie erwartet war es heute schon etwas hektischer und enger, insbesondere Überholabstände schwinden. Wir sind schon bei 30-40 cm angelangt.

Aber was will man erwarten, derzeit kommen die Leute wieder, die von Ramsauer auf “Kampfradler” gehetzt wurden. Mal sehen, wann das abklingt.

Fast wie immer

Letzte Woche war es noch ruhig auf den Straßen, dementsprechend entspannt war die Lage beim Fahren.

Diese Woche sieht das schon etwas anders aus, die Autos stauen sich wieder im Berufsverkehr. Es scheint mir noch etwas entspannter zu sein als vor dem Jahreswechsel, das hält aber sicherlich nicht lang an.

Heute war z.B. wieder einer, der unbedingt den vor ihm fahrenden in einer 30er-Zone überholen musste (um ca. 1-2 Sekunden zu sparen), egal, dass ich da entgegenkam. Zum Glück konnte ich noch ausweichen.

Oder gestern das Taxi, das bei Rot rechts abbiegen musste, der nach ihm ist gleich gefolgt. Haben beide auf die Fahrradampel geachtet, nicht auf die für Autos.

Mal sehen, was das Jahr noch bringt.

Kreator im Huxley’s

Letzten Sonnabend waren Kreator im Huxley’s, wir natürlich dabei. Warum? Wir hatten das Video zu Phantom Antichrist auf IM1 gesehen und wollten uns das Ganze mal live antun. Oder wir haben es im Stahlwerk gehört. Wie auch immer…

Das Konzert begann 18:30, das war uns zu früh, noch dazu in der Kälte (ok, kein Zusammenhang). Damit verpassten wir Nile und Fueled by Fire. So vom ersten Youtube-Hören wären Fueled by Fire eher was für uns gewesen – sollte nicht sein.

Wir stiegen mit Morbid Angel ein, Death Metal aus Tampa, Florida. Drücken wir es so aus: ich habe gelernt, dass ich Musik mit Melodie doch lieber höre als schnelle Gitarrenriffs mit etwas Geschrei. Wobei das nicht sagen soll, dass es nichts hatte, aber so richtig hat es mich nicht fasziniert. Ich glaube, I ging es ähnlich. Andererseits kann man nicht sagen, dass wir uns gelangweilt hätte, ca. 70-80 Minuten (geschätzt) gingen schnell vorbei. Ich kann z.B. nicht sagen, wie viele Lieder wir in der Zeit gehört hatten – die gingen nahtlos ineinander über. Aber der Sänger war cool, das muss man ihnen lassen.

Dann Umbau für Kreator, Thrash Metal aus Essen – wir waren gespannt. Die Bühne wurde mit einem weißen Tuch verhangen, ein Beamer aufgebaut. Pünktlich um zehn ging es los mit Einstimmungsvideos zur Bandgeschichte, unterlegt mit “Personal Jesus” (“Jesus ist im Krankenhaus” – kleine Mythenmetzsche Abschweifung). Dann wurde der Blick auf die Bühne freigegeben – sagen wir, mich überrascht selten etwas. Aber eine komplett verkleidete Bühne mit Bühnenbild, Köpfen an den Mikroständern und am Schlagzeug sowie einer Quadriga-Skupltur aus Skelettpferden – das hatte was.

Musikalisch guter Thrash-Metal ging ins Ohr, einige Lieder waren überraschend gut, Phobia z.B. fand ich Spitze. Die Ansagen waren ok, wenngleich etwas martialisch (“Ich will mehr Gewalt im Moshpit sehen”), aber gut im Rahmen. Stimmung sehr gut, wer sich austoben wollte, konnte das tun, wer es etwas ruhiger mochte, musste nicht hinter der Säule stehen. Insgesamt etwas mehr als anderthalb Stunden gute Musik, ich war zufrieden. Highlight: cooles Akustikgitarrensolo von Sami Yli-Sirniö.

Kritik: Fast Five

Fast Five – der fünfte Teil der Fast-and-Furious-Reihe. Zugegeben, diese Serie gönne ich mir als Guilty-Pleasure (wie übersetzt man das? Verbotene Freuden?). Dazu muss man wissen, dass der erste Teil ganz ok war, mies geschauspielert aber erfrischend einfach gestrickt. Teil 2 ist einfach nur mies, jedoch nicht so schlecht, wie der unterirdische dritte Teil. Das ist Trash vom Feinsten ohne die Trash-Attitüde. Der vierte Teil wurde schon etwas besser, war aber von CGI nur so überfrachtet und damit nur halb genießbar.

Jetzt also der fünfte Teil, ehrlich gesagt hat mir The Rock Lust darauf gemacht, der prima von den Dreharbeiten zum sechsten Teil twittert. Also sechs Euro in die DVD investiert und los gehts.

Und wie es losgeht. Erst einmal Frau zurechtweisen, dass Physik und Logik hier untergeordnete Rollen spielen und daher nicht jedesmal bedauert werden müssen. Und dann freuen über wirklich gelungene Action in dünner Story aber schöner Gegend (Rio).

Die Actionszenen haben es in sich und sind, soweit ich das sehen konnte, sehr CGI-arm gedreht. Das merkt man dann doch, wenn Autos Gewicht bekommen, Dinge nicht einfach sind aber einfach gut aussehen. Zwei Stunden Deuarbeballere mit Autos, Wummen, Muskeln, Frauen, dann ist es auch schon vorbei (mit Fahrt auf deutscher Autobahn bei der Abfahrt Wolfen-Süd).

Fazit: so sollte das sein. Sehr guter Actionfilm.

 

 

 

 

 

 

Sprichwörter und Redewendungen, die keiner braucht (2)

Heute: “Getroffene Hunde bellen.”

“Du bist doch auch einer von denen, die heimlich rauchen/Pornos gucken/NPD wählen/Frauensachen anziehen/<insert Unsinn here>.”
“Spinnst Du?”
“Ja ja, getroffene Hunde bellen.”

Das ist das Prinzip dieser Redewendung: irgendeine Behauptung aufstellen, unerheblich, ob diese stimmt oder nicht. Wenn dann ein Dementi kommt, gerne auch empört ob des fabrizierten Unsinns, dann schön mit den Hunden kontern. Und schon hat das Gegenüber keine Chance mehr, denn jede Äußerung kann nur noch negativ ausgelegt werden.

Das Problem ist: wie bei “wenn es alle sagen, wird schon was dran sein”, bleibt halt immer was hängen und der Behauptungsaufsteller ist fein raus.

Wie kann man dem entgegnen? Schwer. Gute Idee ist immer “Ach, geh’ doch sterben.”, kann man leider nicht in jeder Situation bringen.

Am besten dafür sorgen, dass diese blöde Redewendung ausstirbt. Beispielsweise, indem man sie nicht selbst benutzt.

Nächstes Mal: “Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.”

Siehe auch:

Ich bin nicht der Messias.

Ich sage, du bist es, Herr. Und ich muß es wissen, denn ich bin schon einigen gefolgt.

Heil Messias!

Ich bin nicht der Messias. Würdet ihr mir bitte zuhören: ich bin nicht der Messias. Versteht ihr das? Ganz ganz ehrlich.

Nur der wahrhaftige Messias leugnet seine Göttlichkeit.

Was? Ihr müsst mir doch ‘ne Chance lassen, da raus zu kommen. Also gut. Ich bin der Messias.

Er ist es! Er ist der Messias.

Kritik: Skyfall

Skyfall, der neue Bond.

Vorbemerkung 1: ich erwarte nix mehr von den Bond-Filmen. der letzte war solch ein schlechtes Machwerk, dass ich a) dessen Namen und b) den kompletten Film schon fast verdrängt habe. Da war irgendwas mit einem Hotel in der Wüste oder so. Es ist halt völlig wurscht.

Vorbemerkung 2: eine Dreiviertelstunde Werbung! 45! Minuten! Werbung! Vor einem Film, für den wir 19 Euro Eintritt bezahlt haben. Es ist eine Frechheit. Und dann noch kackdreist eine Pause zwischendurch machen. Aber dann rumjammern, dass das Publikum ausbleibt.

Nach dieser Werbescheiße waren wir derart angefressen, dass der Film schon sehr gut sein  musste, um uns etwas zu motivieren. Und ich rede nicht nur von mir, sondern von den meisten Zuschauern im Kino.

Erste Szene: Action, ok. Etwas übertrieben (ok, der ganze Film war etwas übertrieben), aber im Rahmen dessen, was man so akzeptiert.

Dann der Vorspann: Grandios. Endlich wieder ein richtiges[tm] Bondlied und ein richtiger Vorspann. Mit Referenzen, die erst zum Schluss aufgelöst wurden (wie der Titel ebenfalls), ok, die Stimmung wurde gut bis besser.

Und der Film konnte das Niveau halten. Es gab hervorragende Szenen (der Kampf im Hochhaus) und eher weniger gute Szenen (das Ende des Kampfes im Hochhaus), es gabe eine ordentliche Geschichte, einen guten Film, extrem viele Plotlöcher, die aber im Film nicht gestört haben – ein richtiger Bond also.

Man muss nur mit Daniel Craig warm werden, er ist nun mal nicht der Charmeur, die Filmemacher haben das erkannt und den Film entsprechend gestaltet. Gibt es nix gegen zu sagen.

Javier Bardem – grandios. Leider mit seiner Rolle gegen Ende komplett unterfordert, wie die meisten der sehr guten Schauspieler.

Apropos Ende: am Ende ist dann alles so, wie es in einem Bond sein sollte: M ist ein Mann, Moneypenny eine willige Frau, Bond im Einsatz. Das schloss das übergeordnete Thema alt vs. neu ab, das im Rahmen des FIlmes bis aufs Letzte ausgequetscht wurde.

Ach ja: es gab sogar lustige Oneliner.

OK, man könnte meckern (Spoiler), dass Kugeln beim Auftreffen Blitze erzeugen oder dass Leute auf einer Leiter nicht von Kugeln getroffen werden oder dass man im Eiswasser stundenlang die Luft anhalten kann oder dass Körper von Schrotkugeln meterweit nach hinten geschleudert werden oder dass man die Gasflaschen im Haus als Waffe übersieht oder dass der Computerexperte einen fremden Computer direkt ins hauseigene Netz lässt oder dass man es nicht schafft, die MI6-Chefin mit Armee zu schützen, oder…

Aber warum sollte man das tun?

Fazit: Anschauen. Endlich ein guter FIlm in der Bond-Reihe – nach langer Zeit wieder einmal.