Alle Beiträge von Ekkart Kleinod

Angekommen

Trotz des Autos, das keinen Abstand beim Überholen gelassen hat. Trotz des anderen Autos, das keinen Abstand beim Überholen gelassen hat. Trotz des LKW, der mich gesehen hat und trotzdem abbog (Vollbremsung).

Ob die jetzt traurig sind, dass ich trotzdem angekommen bin?

Die Trolle von der Polizei

Was ist denn mit der Zeit los? Ein vernünftiger Artikel über das trollartige Verhalten des Bunds Deutscher Kriminalbeamter? Sehr gut.

Mit welchem Argument? “Mithilfe der Mautdaten könnten wertvolle Fahndungsansätze bei Straftaten von erheblicher Bedeutung gewonnen werden.” Ja, keine Frage. Der Preis dafür aber wäre, den gesamten Straßenverkehr jederzeit zu überwachen. Die gleiche Debatte gibt es bei der Kommunikation. Auch die würde der BDK gern komplett ausspionieren und fordert seit Jahren die Vorratsdatenspeicherung. Aus gutem Grund lehnen viele Bürger, vor allem aber die höchsten Gerichte, das immer wieder ab: Weil es die Gesellschaft zerstört, wenn sie komplett überwachbar wird.

Schön, dass das (wieder einmal) jemand so deutlich schreibt.

“[...] Fragen Sie bitte mal die Angehörigen des Opfers, was diese davon halten”, so BDK-Chef Andre Schulz.

Nein, Opfer von Verbrechen und deren Angehörige werden aus gutem Grund nicht gefragt, wie die Täter ermittelt und bestraft werden sollen. Würde das getan, würden reihenweise Verdächtige gefoltert und Täter hingerichtet. Auge um Auge wäre das Prinzip, und das Ergebnis wären Rache und Gewalt. Deswegen gibt es Gesetze und Gerichte, die nüchtern abwägen.

Bitte den Artikel in Gänze lesen.

(via lawblog)

Waffen

Im Vereinigten Königreich ist das Mitführen folgender Waffen, die in Deutschland legal erworben werden können, verboten: [...], Messer mit feststehender Klinge oder Schnappmesser mit Klingen länger als 7 cm. [...]

Wird bei einer Überprüfung, auch bei der Sicherheitskontrolle vor der Ausreise auf einem britischen Flughafen, der Besitz der o.a. Waffen festgestellt, ist mit der sofortigen Festnahme zu rechnen. Eine Gerichtsverhandlung und die Verurteilung zu einer empfindlichen Geldstrafe sind in der Regel die Folge.

Was das auswärtige Amt hier nicht mitteilt (vielleicht ist das Allgemeinwissen), ist, dass Messer mit Klappklinge, die einen Knopf zum Lösen der Klinge besitzen, offensichtlich als “Messer mit feststehender Klinge” gelten.

So hatten wir heute Gelegenheit, die Profanbauten des britischen Parlaments kennenzulernen. Zunächst dachten wir, dass wir das Messer abgeben müssen und nach der Tour wiederkriegen. Spätestens bei der Festnahme wurde uns jedoch klar, dass wir Verbrecher sind. Officer Benbrook war sehr nett, wir durften gemeinsam auf unseren Transport ins Untersuchungsgefängnis warten. Wegen der Handschellen war das jedoch unangenehm.

Nach einer halben Stunde ging es los, der Transporter war da. Wir sahen jetzt unsere letzte Chance, den Tunnelzug pünktlich zu erreichen. I hatte schon die Handschellen gelockert und half mir aus meinen, das glückte, ohne dass Benbrook Verdacht schöpfte. Auf dem Weg zum Transporter rannten wir auf Verabredung los, sprangen über den erstaunlich niedrigen Sicherheitszaun und ab in die Tube. Dort ist man praktisch unauffindbar.

Den Zug erreichten wir gerade so und sind jetzt sicher in Belgien. Das Ehepaar Martins sollte in nächster Zeit lieber die Inseln meiden, da wir ihre Papiere im Parlament genutzt hatten, die sie glücklicherweise im Aufzug “verloren” hatten.

Das Messer ist trotzdem weg.

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Museen

Woher weiß man eigentlich, dass die in einem Museum ausgestellte Kunst a) typisch für die Zeit ist und b) gut?

Beispiel: eine griechische Vase mit kopulierenden Pärchen: ist das Kunst oder genau so ein Schweinkram wie die Sachen, die man im Urlaubsort angeboten bekommt und sich verschämt fragt, wer so was kauft. Oder unkenntliche Tierfiguren, bei denen man rät, was das sein soll. Vielleicht war der Künstler ja komplett untalentiert und man hat den Vorrat der nicht verkauften Waren gefunden?

Abgesehen davon: gibt es Höhlenmalereien mit Schweinkram? Heutzutage hat jede Unterführung mindestens einen Penis und damals sollen die Leute vernünftiger gewesen sein? Oder ist das wieder der Schweinkram, der nicht gezeigt wird?

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Blenheim Palace

Ein Haus, das nach dem Ort benannt ist, bei dem die Schlacht stattgefunden hat, die der Hausbesitzer gewonnen hat. Und das einzige Haus in England, das Palast genannt werden darf, das nicht königlich oder bischöflich ist. Sehr interessant aufgearbeitet, mit riesigen Wiesen und Gärten und einem Cricketspiel direkt neben den Ritterspielen.

Schon schön.

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Wetter

Schottland ist auch bei schlechtem Wetter reizvoll. Allerdings nicht sehr lang. Dafür spart man Speicherplatz bei den Fotos.

Ob Sir Walter Scott auch bei schlechtem Wetter seinen Lieblingsblick besucht hat? Und lohnt sich eine riesige Fleischerei auf einem Autobahnrastplatz wirklich? Warum hat man in einem schönen, geräumigen Hotelzimmer mit dem bisher schnellsten Internet die kürzeste Aufenthaltszeit?

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Schottisches Parlament

1997 entschieden sich die Schotten für die Einsetzung eines regionalen schottischen Parlaments. Dies wurde 1999 umgesetzt, seitdem haben die Schotten ein eigenes Parlament mit zugehörigen Freiheiten und Problemen. Am 18. September diesen Jahres entscheiden die Schotten nun über die Unabhängigkeit, also den Austritt aus dem Vereinigten Königreich. 700 Jahre nach Bannockburn.

Was da so alles dranhängt: könnten einzelne Bürger gegen den Austritt klagen? Was passiert mit dem Militär, der Polizei, dem Geld, den Atomwaffen? Wozu gehören die Inseln vor Schottland? Werden die Nationalisten nach einer Niederlage Ruhe geben? Werden wir für die Einreise nach Schottland wieder Pässe brauchen? Werden Grenzübergänge eingerichtet? Nimmt sich Bayern ein Beispiel?

Übrigens: in Edinburgh sind die Häuser aus historischen Gründen sehr hoch.

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Kriegsdistanz

Irgendwann in den letzten 20 Jahren scheinen die Briten ihre Distanz zu Kriegen verloren zu haben. Das fand ich damals beeindruckend, eine kritische Haltung, wie man sie z.B. noch in den Schützengräben um Verdun findet. Heute konnten wir in einem Museum die Geschichte von H. McIver lesen, der als Beispiel für Tapferkeit genannt wurde:

Er war Melder in der Armee und verfolgte am Morgen des 23. August 1918 einen Deutschen über 150 Meter. Dieser suchte Schutz in einem Maschinengewehrstand, wohin ihm McIver ohne zu zögern folgte. Dort erstach er den Deutschen und erstach und erschoss sechs weitere. Daraufhin ergaben sich die restlichen zwanzig. Durch diese tapfere Aktion ermöglichte es McIver seiner Kompanie, ihre Mission zu erfüllen. Außerdem trug er Nachrichten durch feindliches Artilleriefeuer und Maschinengewehrbeschuss.

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