Noch eine Vollbremsung in der Fahrradstraße

Und noch einer von letzter Woche, erst mal das Video wirken lassen:

Es ist ein bißchen schade, durch die Verzerrung der Kamera sieht man nicht, wie eng das alles ist. Info: Fahrradstraße.

Der Transporterfahrer überholt die Radfahrerin, warum auch immer, denn nachdem ich eine Vollbremsung machen muss hat er genügend Zeit, a) nach rechts (von ihm aus) auszuweichen und die Radfahrerin komplett abzudrängen und mit b) zu erklären, dass er alles richtig gemacht hat und ich der Idiot bin.

Andererseits macht die Webseite von Kurier Jahnke auch nicht so den professionellen Eindruck, da braucht der Fahrer auch nicht professionell sein.

Prügel angeboten bekommen

Mal so ein Einblick in die Seltsamkeiten, die ich täglich so erlebe. Erst mal das Video:

Für diese Situation hat mir der Autofahrer Prügel angeboten.

Was ist passiert: Er fährt auf der Fahrradstraße(!) mittig rum, ich sehe, dass ich nicht vorbeikomme, mache eine Vollbremsung, um nicht umgefahren zu werden, freue mich, dass er mich irgendwann sieht (hat wahrscheinlich gerade nicht nach vorn geschaut) und schreie “Mann”.

Er bremst, kommt aus dem Auto raus und bietet mir Prügel an. Ich nehme das Angebot nicht an, weil ich eigentlich nur weiterfahren will.

Was ist mit den Leuten los?

10 Sekunden Warten?

Ist es zu viel verlangt, dass ich mal 10 Sekunden warte?

Das ist die Frage des Autofahrers, ihm kommt a) nicht in den Sinn, dass das auch für ihn gelten könnte, wie auch, er fährt ja ein Auto. b) Dehnt er natürlich die Zeit besonders aus, wartet extra und fährt dann extra weit nach links, damit ich ja nicht vorbeikomme. Denn ich habe ja gewagt, ihn anzusprechen mit den Worten “So habe ich mir das vorgestellt, genau so.” Offensichtlich eine tödliche Beleidigung.

Hintergrundinfo: er war heute der dritte Autofahrer mit genau demselben Manöver und das ist eine Fahrradstraße.

Ja, ich bleibe bei meiner Meinung, dass das ein verblödeter, asozialer Idiot ist, der keine Verantwortung für ein Auto, insbesondere so ein großes haben sollte. Außerdem bestätigt das meine Überzeugung, dass alle Fahrer solcher Autos genau solche Idioten sind. Außerdem wird er seinem Kind einen Fahrradhelm aufsetzen, weil der Straßenverkehr so gefährlich ist, ohne die Ironie zu erkennen.

Hab ich ihm natürlich nicht so ausführlich erzählt, hätte ihn auch nicht interessiert, denn er hatte ja Recht[tm].

Vergiss nie, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt

Das Bildblog hat mir heute in den 6vor9-Nachrichten einen Eintrag von Sascha Pallenberg verlinkt. Der Eintrag ist ein sehr persönlicher Rant gegen Adblock Plus, inhaltlich kann ich wenig dazu sagen, vom Stil her schon sehr seltsam geschrieben.

Und beim Namen “Sascha Pallenberg” war doch was gewesen, kurz gegoogelt – stimmt, er hatte Frau Dingens von Twitter vertrieben (verkürzte, dramatische Darstellung). Nun hatte ich die Details nicht mehr im Kopf, und von der ganzen Fehde nur den Ausgang mitbekommen, also kurz gegoogelt, das Ganze war wohl sehr unerfreulich von allen Seiten.

Aber ich bin darüber auf einen interessanten Text des Gedankenreiters gestoßen: Vergiss nie, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt. Das ist eine sehr interessante Analyse der Situation mit dem Hinweis darauf, auch mal deeskalierend einzuwirken, nicht alles gewinnen zu wollen, sondern auch mal einfach diskutieren zu können. Fand ich sehr entspannend zu lesen.

[…] Heute, im Jahr 2014, ist das anders. Heute schlichten wir keinen Streit mehr, sondern gießen noch Öl ins Feuer, holen uns Popcorn dazu und genießen das, was kommt. Und wenn das nicht reicht, dann holen wir uns noch andere dazu, die ebenfalls Öl ins Feuer gießen.

[…]

Wie weit darf das „foppen“ denn gehen? Warum habe ich überhaupt das Bedürfnis, jemanden anderen zu foppen? So, wie @sascha_p es beschreibt, habe ich das Gefühl, @FrDingens nervt ihn und er will ihr eine Lektion erteilen. Etwas, das heutzutage viele zu motivieren scheint. Anderen eine Lektion zu erteilen. Sie zu belehren. Sie vorzuführen, um zu zeigen, wie schlecht sie sind.

Mit welchem Ziel eigentlich? […]

Der Artikel enthält interessante Gedanken, ja, ich deeskaliere auch ungern, evtl. muss man halt auch mal zurückfahren, selbst wenn man Recht hat. Insbesondere im Straßenverkehr ist das schwierig, insbesondere, wenn die eigene Gesundheit bedroht wird, aber oft möglich. Mal sehen. Wenn das der “Gegner” nicht dauernd als Schwäche und Eingeständnis einer eigenen Schuld interpretieren würde…

BTW, in den Kommentaren meldet sich auch Sascha Pallenberg zu Wort und macht einen unangenehmen Eindruck: Ich habe recht, alle anderen sind doof, ich kann zwar wenig Argumente dafür finden, die auch noch mies sind, aber habe trotzdem recht.

Wollen wir hoffen, dass er diesen Eintrag nicht findet…

(Quelle: Gedankenreiter, via bildblog)

PS: eigentlich wollte ich schreiben, “Wollen wir hoffen, dass er diesen Eintrag nicht findet, der alte Wichser…”, als “humorvolle” Anspielung auf seinen fapping-Tweet, aber genau das wäre eine unangenehm persönliche Eskalation gewesen, die sich leicht vermeiden lässt. Darum geht es im Artikel des Gedankenreiters. Glaube ich.

Kritik: Suicide Squad

2016-09-13_Suicide-SquadSuicide Squad ist eine Comicverfilmung im DC-Universum, von dem ich offensichtlich sehr wenig Ahnung habe. Angesiedelt in Gotham und Umgebung, mit Batman, Flash etc. ist die Suicide Squad eine Einheit von Bösewichten, die für die US-Regierung das richtig Böse besiegen sollen. Wobei das Böse im Film eigentlich auch erst durch die US-Regierung böse wird. Geschenkt.

Die Trailer haben mich darin bestärkt, den Film nicht zu sehen, erst die Kritiken, die von einem eigentlich guten Film berichteten, veranlassten mich, ins Kino zu gehen. 3D. Teuer.

Der Film hat mich überrascht. Einerseits wurde ich sehr gut unterhalten, andererseits gab es viele äußerst nervende Elemente im Film, die das Vergnügen schmälerten.

Die Einführung der Protagonisten ist ein Beispiel für diesen Zwiespalt: die Musik fängt an und ich bin genervt. uralte Lieder, die schon tausendmal verwurstet wurden und völlig plakativ auf die Eigenschaften der Leute hinwiesen (Sympathy for the Devil? Ernsthaft?). Dann aber coole, schnelle Einführungen, in denen man die Leute tatsächlich kennenlernte, ein wenig Humor, ein wenig Action. Sehr gelungen. Zwischendurch alte Musik (Buh) und neue Musik (yeah), als ob zwei verschiedene Leute dran gesessen hätten und sich nicht auf einen Stil einigen konnten.

Dann wieder der Knast mit einem fiesen Wächter, dessen Geschichte überhaupt nicht wieder aufgenommen wurde, wie so vieles im Film, was danach aussah, als ob eine größere Story erzählt werden sollte und dann zusammengeschnitten wurde. Was aber nicht schlecht war, denn der Film war nicht zu lang aber auch nicht zu kurz.

Zwischendurch erreichte der Film ein erstaunliches Niveau, z.B. in der Szene, als Deadshot im Kampf zeigt, warum er geholt wurde. Will Smith in einer wirklich guten Rolle. Oder die Figur Harley Quinn, unglaublich gut von Margot Robbie verkörpert. Leider ohne gute Entwicklung – da wurde viel Potential verschenkt.

Daneben aber andere Figuren, die nur Kanonenfutter waren, aber auf eine sehr unangenehme, menschenverachtende Art. Und keinerlei Konsequenz der Bösen gegenüber, dafür unnötige Happy-Ends. Alles irgendwie halbgar, nicht zu Ende erzählt, trotzdem aber gut. Eine seltsame Mischung.

Gut war, dass die Rolle des Joker runtergefahren wurde, das wäre richtig nervig geworden. Da ließen die Vorankündigungen Schlimmes erwarten. Und die Konzentration auf nur einen Teil der Squad war auch ok, die anderen lernen wir sicher später noch kennen. Wenngleich die Motivation der Squad, plötzlich gut zu sein, sich überhaupt nicht erschloss.

Die Effekte waren gut, 3D war auch ok, nur das Schlängeln der Enchantress – was war denn das? Und der offensichtliche Sexismus hielt sich m.E. auch in Grenzen, aber da sollten evtl. eher Frauen drüber urteilen.

Fazit: erstaunlich guter Film, der sehr unausgeglichen war mit schrecklicher alter und guter neuer Musik.

200 Menschen über einen Punkt bringen

Wie lange brauchen 200 Menschen, um einen Startpunkt zu passieren, wenn sie in Autos, Bussen, Straßenbahnen, auf Fahrrädern oder zu Fuß unterwegs sind?

Ich hätte nicht gedacht, das Busse so gut abschneiden. Und dass Fußgänger doch so viel schneller als Radfahrer sind.

Interessant auf jeden Fall der unterschiedliche Platzbedarf, der auch auf den Straßen genau so zu erleben ist.

(via: it started with a fight)

Die bockige Frau aus der Uckermark

Was ist nur mit dem Sprengmeister los, der schreibt einen guten Text nach dem anderen (mit großem zeitlichen Abstand). Vorgestern zum Thema Angela Merkel:

Warum ziert sich Angela Merkel denn so? Und tut nicht, was die CSU verlangt? Es ist doch ganz einfach:

[…]

Und dann verspricht sie noch, in Mecklenburg-Vorpommern alle Burkas zu verbieten und Horst Seehofer als Superminister für alles mit einem Vetorecht gegen alles in ihr nächstes Kabinett aufzunehmen. Seehofer beendet den Parteitag mit den historischen Worten: “Wir haben sie geschafft”.

Lest den ganzen Text “Die bockige Frau aus der Uckermark“.

WLAN Linuxmint (Ubuntu) auf Acer Aspire S13 S5-371-5693

Bis jetzt hatte ich noch keine Probleme mit Ubuntu-Installationen auf Laptops, vor allem deswegen, weil ich I’s alte, abgelegte Laptops genommen hatte, die gut abgehangen und dementsprechend gut von Linux unterstützt wurden.

Heute nun ein neues Gerät: ein Acer Aspire S13 S5-371-5693.

Zunächst musste ich UEFI-Boot ausschalten, um die normale USB-Installation durchzuführen, sonst hätte ich mich mit UEFI-Boot beschäftigen müssen – geht wohl, ist aber nicht ganz so einfach.

Die Installation klappt dann gut, außer, dass das WLAN nicht funktionierte.

Einige Google-Zeit später:

  1. erst einmal rausfinden, welcher WLAN-Chip verbaut ist. Dazu
    lspci -nnk
    aufrufen, im Ergebnis nach “Wireless Network Adapter” suchen. Für mein Gerät ergab das “Qualcomm Atheros QCA6174”
  2. überprüfen, ob die Firmware für den Adapter korrekt installiert wurde, das ist wohl bei neueren Geräten ein Problem. Dafür nachschauen:
    ll /lib/firmware/ath10k/QCA6174/hw3.0
    bei mir ergab das:
    board.bin
    firmware-4.bin
    notice_ath10k_firmware-4.txt
  3. jetzt im Git-Repository für die Atheros-Firmware nachschauen, ob das die korrekten Dateien sind:
    https://github.com/kvalo/ath10k-firmware
    dort speziell in
    https://github.com/kvalo/ath10k-firmware/tree/master/QCA6174/hw3.0
  4. die drei Dateien waren vorhanden, auch in der richtigen Größe, allerdings gab es im Firmware-Git noch die Datei
    board-2.bin
    die bei mir nicht installiert war.
  5. diese fehlende Datei muss nun in das Firmware-Verzeichnis kopiert werden (mit sudo-Rechten)
  6. jetzt neustarten, das WLAN sollte aktiviert sein
  7. ich musste jetzt die Verbindung versuchen, die klappte nicht sofort, daher bin ich in den Netzwerkmanager gegangen und habe dort die Verbindung rausgesucht und das Passwort erneut eingegeben. Jetzt funktioniert alles.

Ich hoffe, das war es mit Schwierigkeiten, ich vermute mal, der Bug wird in einem halben Jahr ausgemerzt sein, allerdings war das nur 1/2 Studen Arbeit, also im Gesamtkontext kein großes Problem.

Mechanic: Resurrection

2016-09-07_Mechanic_ResurrectionMechanic: Resurrection ist der zweite Teil der Mechanic-Reihe, eine lose Fortsetzung des ersten Films.

Zugegeben, der erste Teil ist mir nicht mehr direkt in Erinnerung, außer, dass er so lala war, nicht richtig gut aber auch nicht schlecht.

So ist der zweite Teil auch.

Dabei fängt er richtig gut an, eine schöne Actionszene führt unseren Haupthelden (wieder) ein, er wird aus dem Ruhestand gerissen und versucht, keinen Auftrag mehr anzunehmen. Das misslingt natürlich und über viele Wirrungen und tote Bösewichte erhalten wir ein Happy-End.

Diese Wirrungen sind wahrlich wirr. Da ist die Logik ausgesetzt, keine Ahnung, warum man da nicht ein wenig mehr Stringenz reinbringen konnte. Warum nicht einfach die Aufträge ausführen und dann Endkampf. Oder die Aufträge nicht ausführen und das thematisieren. Aber die gewählte Mischung überzeugt inhaltlich nicht.

Stimmt dann wenigstens die Action? Teils. Wenn es endlich Action gibt, dann ist sie ok bis gut, die Explosionen sind richtig mies, alles handgemachte ist gut. Warum also nicht mehr Handgemachtes? Man weiß es nicht.

Sehr oft wirkt die Action auch gehetzt, so nach dem Motto: jetzt aber schnell. Warum? Das ist der Grund, warum ich mir den Film ansehe. Und: Maschinengewehrkugeln ausweichen und davonrennen – können wir das nicht mal lassen?

Ach ja, eins noch: wenn ich eine Sexszene reinbringe, bei der alle Sachen anbleiben, warum lasse ich sie dann nicht einfach weg? Oder wenn ich die Hauptfigur als den großen strategischen Planer einführe, warum leidet er dauern unter Spontandummheit? Und warum heilen Jessica Albas Verletzungen sofort? Und warum kann sie manchmal kämpfen, manchmal nicht, ist dabei aber immer sehr leidenschaftslos?

Dabei will man den Film mögen, die Hauptfiguren sind sympathisch bzw. böse, je nachdem, das Setting ist gut, die Handlungsorte schön, an sich alles da.

Fazit: ein ok-Film mit Potential nach oben, das leider nicht genutzt wird.

Ferienende

Die Ferien sind zu Ende – die Stadt ist wieder voll. Am Anfang jedes Staus habe ich keine Fahrräder gesehen, wie mir die Autofahrer immer suggerieren, bei mir stehen da immer nur Autos Autos im Weg. Ich muss es wissen, denn mit dem Rad kann ich zum Anfang des Staus fahren.

Dafür steigt die Aggressivität wieder enorm an. Ab jetzt kann man sich wieder auf mehrere Beinaheunfälle pro Tag einstellen, denen man nur durch äußerstes Aufpassen entkommt.

Typischer Dialog:

Ferien zu Ende, Idioten unterwegs, gleich zu hause um die Ecke ging es los.

Bei Dir auch?

Ja, war unsichtbar heute.

Und so wird es weitergehen. Radfahrer werden wieder sterben, Krokodilstränen vergossen, es wird darauf hingewiesen, dass für ein Menschenleben nichts zu teuer ist und dann wird nichts passieren.

Nichts.

Weil es zu teuer ist.