Der Hass ist nicht neu. Für uns nicht.

Eine sehr schöne Rede von Mely Kiyak, die aufzeigt, dass der ganze Hass, die Menschenverachtung, die rassistische Grundhaltung, die immer offener geäußert werden, schon lange existieren und wir es uns nur geleistet haben, das zu ignorieren, weil wir nicht betroffen waren.

Rassistische Gewalt? Halt alles Einzelfälle. Hunderte davon.

Und Frau Kiyak hat Recht. Einfach mal durchlesen und drüber nachdenken.

Seit zehn Jahren schreibe ich ohne Unterbrechung jede Woche eine politische Kolumne. Für diese Kolumnen werde ich mit einer geradezu barocken Opulenz mit Ablehnung beschenkt. Es gibt Leser, die mich für diese Texte am liebsten umnieten würden.

[…] Ich spreche übrigens nicht von Online-Kommentaren, sondern von echten Briefen oder Emails. Woche für Woche hagelt es Empörung, Beschimpfung, Anzeigen, Drohungen. Selten handelt ein Brief davon, wovon ich schrieb; meistens davon, dass ich schrieb.

Und wer ganz schmerzfrei ist, kann gerne die Kommentare unter der Rede lesen, die genau diesen Mechanismus aufzeigen.

(Quelle: übermedien)

Kein Geld für Rechts

An sich eine schöne Idee: Firmen ansprechen, die auf rechten Seiten werben und fragen, ob sie das wissen und/oder gut finden.

Frag doch gerne mal bei einer bekannten Marke, die du auf einschlägigen rechtsradikalen Seiten findest, nach, ob sie wissen, wo sie werben. Ein Tweet, eine Facebook Nachricht oder ein E-Mail: manchmal wirken sie Wunder.

[…] Das System hinter Online-Werbung begünstigt derzeit, dass diese Seiten von uns finanziert werden.

Und ich finde, das kann man auch stoppen. Ganz einfach aus dem Ohrensessel – und so, dass es den Zukunftsvergiftern weh tut. Und wenn du magst, kannst du natürlich auch diesen Artikel teilen.

Was ich hiermit tue. Mein einziges Problem dabei: ich bin nicht auf einschlägigen rechtsradikalen Seiten unterwegs.

Aber evtl. wird man da ja mal draufgeleitet, dann wirft man kurz einen Blick auf die Banner, bevor man sich schnell wieder verabschiedet.

(Quelle: davaidavai, via Bildblog)

Über Trump

Ein Kommentar über Trump bei Whatever:

I’m afraid, and I’m a straight, white, christian, middle-class male, so I’m one of the chosen people in Trump’s vision for America, but I am still very afraid of a Trump presidency, and my fear has nothing to do with party or politics. My fear is rooted in one single thing: Trump’s narcissism.

Go look up “Narcissistic Personality Disorder” on Wikipedia. Read it. I’ll wait…

All of that you just read, that describes my father in painful and exquisite detail. When you live with someone with NPD, _you_ are always wrong. If you disagree with them on the most minor point you are belittled mercilessly. You’re not just wrong, you’re told that there is something seriously wrong with you and that you need professional help. Or that you’re stupid. You are always inferior to a person with NPD. They learn your psychological and emotional weaknesses and exploit them to manipulate you into doing their will, behaving like they want you to behave. They have no empathy for others. They are completely unaware of other’s needs but hyperaware of their own. Your feelings either don’t matter or are invalid. If you complain about the narcissist’s behavior, _they_ say that they are the victim. Anyone who calls them on their behavior is persecuting them. They will belittle you to your face, then five minutes later deny they ever said what you say they said.

I’m not a psychiatrist or psychologist, nor do I play one on TV, so I’m not qualified to make an “official” diagnosis of Trump’s NPD. But I lived under/with a narcissist for four decades. I know the signs and symptoms very intimately. It didn’t take me long to figure out my extreme discomfort with Trump; he’s just like my father. And now someone just like my father is President.

I want to emphasize that this fear has nothing to do with party. I’m registered as independent. I voted for both Democrats and Republicans in this election. There were Republican presidential candidates I might have voted for in this election: Kasich, Graham, Bush (I voted for his dad and brother), maybe even Rubio. I’ve voted for Democrat and Republican candidates for president. Sometimes my choice won and sometimes they lost. In none of those cases was I fearful of the candidate that won. I may have disagreed with them on a few points or many points, but I never felt that they would be a danger to the American people or the place of America in world affairs. It’s not a matter of Trump’s ego. All politicians have egos; you have to to aspire to high office and to do the work necessary to get there. It’s his narcissism.

If you’ve never lived with a narcissist, it will be almost impossible for you to understand the visceral terror I’m feeling right now. If you lived with an abusive alcoholic, you might have _some_ idea. Instead of fearing for myself, my brother, or my mother, I now have to fear for the whole country, the whole world. Narcissists destroy people’s lives and sanity, they destroy families, businesses, and institutions. A narcissist like Trump (or my father), shouldn’t be allowed to run a hot dog stand, much less a country.

So yeah, I’m afraid.

Warum schaffen es viele Medien nicht, Oettinger einen Rassisten zu nennen?

Das ist eine gute Frage. Wie rassistisch muss sich Oettinger noch äußern, um endlich auch den Titel Rassist führen zu dürfen?

Zur Erinnerung, wir reden über den Mann der gesagt hat:

Anders als in einigen Nachrufen zu lesen, gilt es festzuhalten: Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des NS-Regimes

Filbinger. Der Filbinger:

1978 wurden infolge seiner Unterlassungsklage gegen den Dramatiker Rolf Hochhuth schrittweise vier Todesurteile bekannt, die Filbinger, damals NSDAP-Mitglied, als Marinerichter 1943 und 1945 beantragt oder gefällt hatte.

Das Bildblog in Person von Johannes Kram hat da anlässlich der neuen rassistischen, homophoben Rede ein paar gute Gedanken zu, die ich jedem ans Herz lege.

Wäre Oettinger AfD-Mitglied, wäre die Sache anders.

[…]

Was deutsche Medien hingegen verblüffend selten zu entlarven versuchen, ist der Rassismus. Es scheint fast so, als müsse sich in Deutschland niemand einen Rassisten nennen lassen, solange er keine Asylbewerberheime anzündet, als hätte in einem Land, in dem sich nicht mal die Nazis als Nazis bezeichnen, die Aussage, „gegen Nazis“ zu sein, schon irgendeinen Wert.

[…]

So führen auch begründete Rassismusvorwürfe nicht dazu, über Rassismus zu reden. Hätte jener Tag, an dem Günther Oettinger sich per „Welt“-Interview als rassismusfrei erklärte, nicht der Tag sein müssen, an dem Medien zum Thema machen, dass das und warum das so einfach eben nicht geht?

(Quelle: bildblog)

Rassismus bei “Verstehen Sie Spaß”

Ja, letzten Sonnabend gab es bei “Verstehen Sie Spaß” einen rassistischen Sketch.

Obwohl der Sender vorher darauf hingewiesen wurde. Obwohl er die Gelegenheit hatte darüber nachzudenken. Obwohl er auch den Sketch hätte ausstrahlen können, um das dann vernünftig zu thematisieren.

Alles Möglichkeiten, die zur Verfügung standen. Die ARD hat aber reagiert, wie ignorante Idioten und sich nicht mal im Ansatz inhaltlich mit der Kritik auseinandergesetzt:

Es liegt uns absolut fern, mit dieser oder anderen Masken Minderheiten zu diffamieren. Der vermeintliche Papa wird von Guido Cantz auch in keiner Weise negativ dargestellt. Die Filme bei „Verstehen Sie Spaß?“ sind eindeutig dem Genre der Comedy zuzuordnen.

  1. weil es Comedy ist, kann es nicht rassistisch sein. Aha.
  2. der Schwarze wird nicht negativ dargestellt. Nur mit wulstigen Lippen und Sprachfehler. Und als das Schlimmste, was in der Situation passieren kann. Aber nicht negativ, nein!

Es ist wirklich nicht schwer, sich mal mit dem ganzen Thema auseinanderzusetzen, ohne gleich “Zensur” oder “Tradition” schreien zu müssen. Man könnte sich einfach mal informieren.

Mal ein paar Leseempfehlungen zum Thema “Blackfacing”, gut geschrieben und informativ:

Wie immer gilt: nur bei Bedarf in die Kommentare gucken.

Flüchtlinge

sind nicht nur eine Zahl oder eine Welle oder eine Krise. Sie sind auch Menschen.

Ein interessanter Artikel dazu: Flieh um dein Leben

Genauso trafen mich die Worte des jungen Griechen Dimitri, der auf Lesbos die angespülten Leichen von Geflüchteten gewaschen und begraben hatte. Dimitri war der erste, der sich um die Versorgung der Toten kümmerte, als sich das Krankenhaus von Lesbos weigerte, dem nachzukommen. Mit jedem Satz, den mir Dimitri anvertraute, wurde mir ganz anders und ich bewunderte den Mut dieses Mannes.

[…]

Auch in Athen fragte mich die Familie: Was sollen wir tun? In Griechenland Asyl beantragen? Das Relocation-Programm (die Umverteilung von in Europa angekommenen Geflüchteten in EU-Staaten) beanspruchen und das Risiko eingehen, in einem rassistischen Staat unterzukommen – ein Staat, in dem sie also auch nicht sicher wären?

(Quelle: kleinerdrei)

Busspur Invalidenstraße

Auf der Invalidenstraße gibt es zwischen Alt-Moabit und Clara-Jaschke-Straße endlich eine Busspur, das hilft schon gewaltig, auch wenn sich recht viele Autofahrer nicht dran halten.

Was mir auffiel: bei der ersten und letzten Straßenmarkierung mit dem Schriftzug “BUS” ist das “S” falsch herum aufgemalt worden, nur in der Mitte ist es korrekt. Sieht einfach mies aus.

Richtig:

BuS_korrekt

Falsch:

BuS

Mit dem Auto unterwegs

war ich am Dienstag und es gab seltsame Dinge:

Zunächst zwei Autofahrer, die auf der Rechtsabbiegerspur an uns bei Rot wartenden Autos vorbei- und bei grünem Rechtspfeil gerade über die Kreuzung fuhren. Mit geschätzten 60.

Und auf dem Rückweg der Transporterfahrer, den wir damit zur Weißglut trieben, dass wir uns an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hielten. Mindestens einen Kilometer lang. Am Ende konnte er sich nur dadurch behelfen, dass er wütend Lichthupe gab und irgendwann an uns vorbeischoss. Sicherheitsabstand war natürlich auch nicht drin. Am Krankenhaus Friedrichshain.

Alles sehr seltsam.