Schneiden


Blender

Mit Schneiden meine ich hier das Zusammenstellen von einzelnen Bildern bzw. Filmen zu einem Gesamtkunstwerk. Als Werkzeug verwende ich Blender.

Allgemeines

  • Je kürzer die Originalsequenzen sind, desto einfacher wird das Handling im Schnittprogramm, da nicht so viel geschnitten werden muss.
    • Aber: nicht zu kurz, damit man Übergänge gestalten kann (z.B. ducrh Ein- und Ausblenden)
  • statische Effekte für Bilder kann man bereits in der Bildbearbeitung anwenden, das ist oft einfacher/übersichtlicher/mächtiger.
  • nicht benötigte Tonspuren vor Editieren entfernen (oder in Blender löschen)
  • Fancy-Übergänge sind langfristig eher la la, die wirken schnell albern oder altmodisch

Zur Rendergeschwindigkeit habe ich noch keine Messungen vorgenommen oder gegoogelt, daher kann folgendes auf Blender zutreffen oder nicht:

  • kleine Sequenzen bearbeiten und erst später zu grossem Film zusammensetzen
  • komplexe, fertige Szenen schon extra rendern und nur noch gerenderten Film als neuen Clip verwenden

Wie groß die Blender-Datei ist, ist auch Geschmackssache, will man eher einen breiten Film bearbeiten oder Sequenzen?

Achtung: Blender schließt, ohne nach nicht gespeicherten Änderungen zu fragen. Also immer selbst ans Speichern denken. Speichern = Strg + S + Enter danach (oder Mausklick).

Bedienung

Den Video Sequence Editor schaltet man am einfachsten ein, indem man im oberen Menü beim Knopf “Choose Scene Layout” auf “Video Editing” geht.

Ansonsten kann man sich die Oberfläche blendertypisch selbst zusammenstellen.

Mit “der aktuelle Frame” ist der grüne Streifen gemeint, der den aktuell angezeigten Frame markiert (auch in der Timeline als Zahl ables- und einstellbar).

Editortypen

Ich nutze hauptsächlich

Video Sequence Editor → Sequencer Editieren des Films
Video Sequence Editor → Image Preview Vorschau des aktuellen Frames bzw. des Films
Timeline Einstellen Start-/Endframe, Abspielen der Vorschau, Navigation
Properties Einstellungen für den Film

Die Properties eines ausgewählten Strips kriegt man, indem man mit der Maus über dem Sequencer-Editor bleibt und “N” drückt.

Allgemein

Vorschau Preview Alt + A
Zeitleiste verschieben Pan Middle Click
Zoom Zoom Mouse Wheel
Neues Objekt Add Object Shift + A
Löschen Delete X  
Speichern Save File Ctrl + S
Rendern Render Animation Ctrl + F12
Rendern stoppen Stop Render Esc
Undo Undo Ctrl + Z
Redo Redo Ctrl + Shift + Z
Duplizieren Duplicate Shift + D
Objekt bewegen Move G
Präzise bewegen Precise Movements [Hold] Shift
Inkrementell bewegen Increment Movements [Hold] Ctrl
Objekt auswählen Select Object Right Click
Mehrere Objekte auswählen Select Multiple Shift + Right Click
Alles (de)selektieren (De)Select All A
Rechteckauswahl Box Select B
Auswahl invertieren Inverse Selection Ctrl + I

Video Sequence Editor

Zum Editor wechseln Switch to Editor Shift + F8
Nächster Clip Next Strip Page Up
Voriger Clip Previous Strip Page Down
Strips schneiden Split Strips K
Strips hart schneiden Hard Split Strips Shift + K
Strip sperren Lock Strip Shift + L
Strip entsperren Unlock Strip Shift + Alt + L
Strip kopieren Copy Strip Ctrl + C
Strip einfügen Paste Strip Ctrl + V
Bilder separieren Separate Images Y
Strip an den aktuellen Frame setzen Snap Strip to Scrubber Shift + S

Timeline

Für das festlegen des Start- bzw. Endframes muss die Maus über der Timeline sein.

Startframe festlegen auf aktuellen Frame Set Start Frame S
Endframe festlegen auf aktuellen Frame Set End Frame E

Einstellungen

Ich trage bei Pfaden nur relative Pfade ein, die Clips/Bilder/Sounds etc. werden von Blender ebenfalls relativ importiert. Damit kann man ein Projekt in einem Verzeichnis mit Unterverzeichnissen halten und sichern oder später verschieben. Relativ bedeutet, relativ zur Blender-Datei (.blend).

Für meine Filme verwende ich folgende Einstellungen im Properties-Editor (für den gesamten Film), ich gebe nur die an, die ich verändere:

  • Dimensions
    • X = 1920px
    • Y = 1080px
    • Start/End-Frame setze ich über die Timeline, die Einstellungen werden hier übernommen
    • Resolution = 100%
    • Frame Rate = 25fps
  • Output
    • Ausgabedateiname (relativ)
    • Fileformat = H.264
  • Encoding
    • Format = MPEG-4
    • Codec = H.264
    • Audio Codec = AC3

Dateiimport

Der Import geschieht über “Add”, dort Datei auswählen und importieren. Die Datei wird an den aktuellen Frame eingefügt nach rechts.

Eigenschaften der importierten Objekte verändert man am besten über deren Properties.

Filme

Bei Filmen werden Bilder und Ton eingefügt. Wenn man den Ton nicht braucht, Tonspur selektieren und löschen, man braucht nicht erst Ton und Bild trennen.

Wenn Bild- und Tonspur unterschiedlich lang sind, besitzt der importierte Clip eine andere Framerate als bei den Voreinstellungen festgelegt. Keine Ahnung, was man da macht, am besten googlen oder Ton ignorieren, wenn es geht.

Tonspuren

Schwingungsverlauf anzeigen

Die Tonspuren werden standardmäßig ohne Schwingungsverlauf (Waveform) angezeigt. Die Anzeige dauert ein wenig und verlangsamt scrollen etc., wenn sie dauernd an ist. Die wird über die Properties und dort “Draw Waveform” ein- und ausgeschaltet.

Mit dem Schwingungsverlauf kann man schon recht gut punktgenau Filme plazieren, großer Zoom und viel scrollen.

Ein- und Ausblenden

Das ist etwas schwieriger, da es durch Keyframes erledigt wird, bei denen ich noch nicht rausgefunden habe, wie sie angezeigt werden können.

Prinzipiell erstellt man z.B. zum Ausblenden in der Tonspur einen Keyframe, dessen Lautstärke man auf 1 setzt. Dann setzt man am Ende einen zweiten Keyframe, dessen Lautstärke man auf 0 setzt. Das wars schon.

  • Soundclip auswählen
  • Properties einblenden
  • aktuellen Frame auf den letzten Frame setzen, der volle Lautstärke haben soll
  • Maus über “Volume” in den Properties
    • prüfen ob Volume auf “1” steht
    • dann “I” drücken
    • “Volume” sollte jetzt von grün auf gelb wechseln
  • aktuellen Frame auf den Frame setzen, der stumm sein soll
  • Maus über “Volume” in den Properties schieben, dann “I” drücken
    • Volume auf “0” setzen
    • dann “I” drücken
    • “Volume” sollte jetzt von grün auf gelb wechseln
  • zwischen den beiden Keyframes sollte jetzt das Volume linear abnehmen

Filme

Beschleunigen

  • Clip auswählen
  • “Add” → “Effect Clip” → “Speed Control”
  • in den Properties des Speed Control Strips
    • Stretch to input strip length = ausschalten
    • Speed factor = 1
    • Multiply Speed = Faktor (2 = doppelte Geschwindigkeit)
  • der Clip behält seine Länge, diese muss angepasst werden
    • Clip auswählen
    • Länge in den Properties durch Faktor teilen und eintragen

Achtung: ich konnte manche Effekt-Clips nicht gleichzeitig anwenden, z.B. “Speed Control” und “Transform”. siehe Probleme

Vergrößern/Verkleinern

  • Clip auswählen
  • “Add” → “Effect Clip” → “Transform”
  • in den Properties des Transform Strips
    • Uniform Scale = an
    • Scale = Vergrößerung (>1 = größer, <1 = kleiner)

Achtung: ich konnte manche Effekt-Clips nicht gleichzeitig anwenden, z.B. “Speed Control” und “Transform”. siehe Probleme

Film zentrieren (oder verschieben)

über “Image Offset” des Films

  • für Outputgröße 1920x1080
    • Original 640 × 480 → Offset 640 × 300
    • Original 720 × 576 → Offset 600 × 252

oder “Transform”

  • Clip auswählen
  • “Add” → “Effect Clip” → “Transform”
  • in den Properties des Transform Strips
    • Position einstellen

Bild im Bild

Das geht relativ einfach über eine Transformation.

  • Clip auswählen
  • “Add” → “Effect Clip” → “Transform”
  • in den Properties des Transform Strips
    • Blend: Alpha Over
    • Skalieren, wie man will
    • Positionieren, wie man will

“Alpha Over” habe ich aus einem Video-Tutorial entnommen, es funktioniert auch “Over Drop”, keine Ahnung was da der Unterschied ist.

Überblenden bzw. Ein- und Ausblenden

Die zu überblendenden Clips müssen einander überlappen. Für eine Blende nach Schwarz/weiß, einfach einen entsprechenden clip generieren und auf Länge ziehen:

  • “Add” → “Effect Clip” → “Color”
    • Länge einstellen
    • Farbe einstellen

Zu überblendende Clips markieren

  • zuerst Clip markieren, von dem überblendet wird (also dessen Bild am Anfang zu sehen ist)
    • ausblenden: auszublendender Clip
    • einblenden: anderer Clip
  • dann Clip markieren (mit Shift), zu dem überblendet wird
  • “Add” → “Effect Clip” → “Cross”

Bilder

Einfarbige Bilder einfügen

Einfarbige Bilder kann man prima als Effect Clip erstellen und muss sie nicht von Hand importieren:

  • “Add” → “Effect Clip” → “Color”
    • Länge einstellen
    • Farbe einstellen

Probleme

Gleichzeitiges Anwenden von Effect Clips

Ich konnte manche Effekt-Clips nicht gleichzeitig anwenden, z.B. “Speed Control” und “Transform”. In dem Fall:

  • einen Effekt anwenden
  • entsprechenden Abschnitt rendern
    • Startframe auf Anfang des Abschnitts setzen (Bild-Runter-Taste)
    • Endframe auf Ende des Abschnitts setzen (Bild-Hoch-Taste - 1 Frame)
    • Zwischendateiname bei Filmproperties eintragen
    • rendern
  • gerenderten Abschnitt in Film in Spur über dem Effektabschnitt einsetzen (so kann man das später noch mal mit Anstrengung ändern)
  • zweiten Effekt anwenden
  • Dateiname bei Filmproperties wieder zurücksetzen

Jetzt genau gucken, ob alles zusammenpasst oder ein paar Effekte aus Versehen übereinanderstehen und für komische Resultate sorgen. Ich hatte z.B. alles einen Frame zu groß gerendert, was einen Frame lang blöd aussah.