Angsthasenkatzen

Am Wochenende hatten wir Besuch. Die Miezen mögen sowas überhaupt gar nicht. Von Lemmy kennen wir das ja schon, aber jetzt hat er auch Ronnie mit seiner Feigheit vor dem Feind angesteckt. Wir konnten ungestört die Balkontür öffnen, keine Mieze kam angelaufen und zwängte sich gleichzeitig mit uns und dem anderen vierbeinigen Stolperstein durch die Tür. Auch beim Füttern bedurfte es diesmal großer Überredungskünste, ich mußte Lemmy regelrecht besprechen, damit er etwas fraß. Sonst wird gleich beim ersten Napfklappern losgeheult, aber wenn Besuch da ist…
Wir haben uns für unsere unkommunikativen und ungeselligen Katzen geschämt.
Lemmy findet man da für gewöhnlich nur, wenn man sich den Hals ausrenkt beim unter den Schreibtisch hinter die Schubfächer in den 10 cm schmalen Zwischenraum schauend. Und selbst da entdeckt man nur seinen Kopf. Apropos, wir haben letzte Woche Ronnie gesucht, bestimmt 10 Minuten lang. Er war unauffindbar! Wir begannen, an uns selbst zu zweifeln, hatten wir wirklich damals zwei Katzen mitgebracht? Schließlich gaben wir auf und klapperten mit der Futterdose, Ronnie kam tatsächlich. Das kleine Monster hatte die ganze Zeit auf dem Stuhl gesessen, der unter den Tisch geschoben war. Da hätten wir auch gleich drauf kommen können!
Außerdem haben sie uns mal wieder durch ausdauerndes Türkratzen genervt.

Kakophonie

Gestern wurde ich von einem eigens für mich von den Miezen komponierten Stück für 8 Tatzen mit Krallen und 2 Katzenstimmen geweckt. Das kakophonische Stück dauerte ungefähr 90 Minuten und es begann mit leisem Scharren, steigerte sich dann zu lautem, garstigem, forderndem Kratzen, welches von traurigem Maunzen unterbrochen wurde. Den krönenden Abschluß bildete ein klägliches Maunzsolo, das ich nicht länger ignorieren konnte. Ich gab ihnen Futter.
Dann möchte ich noch von Lemmys Katzenklo-Zelebrierung berichten. Er geht ins Zimmer mit den Toiletten und fängt an, um sie herumzulaufen. Mal umkreist er das eine, mal das andere, dann läuft er um beide rum. Und so weiter und so fort. Plötzlich geht er in ein Klo, scharrt ein wenig und läßt laufen. Wenn er fertig ist, wird zugebuddelt, ganz sanft. Dann überlegt er, ob er noch ein großes Geschäft verrichten möchte. Das dauert ein bißchen, denn wer zwei Klos zu Auswahl hat, der hat bekanntlich die Qual der Wahl. Also zuerst zum unbenutzten und ein bißchen geschnüffelt und gescharrt. Dann zum bereits benutzten und ein bißchen mehr geschnüffelt und gescharrt. Dann wieder zurück und sich das ganze nochmal überlegen und los. Scharren, scharren, scharren. Erleichterung. Schnüffeln und scharren, scharren, scharren. Danach kurz schauen und eventuell nochmal scharren. Dabei schaut Lemmy dann nochmal am anderen Klo vorbei und scharrt auch dort noch ein bißchen. Fazit: die weißen Pfoten sind jetzt grau und Lemmy kann sich prima selbst die Pfoten einbuddeln.

Katzen in der Nacht

snookerDie Miezen haben am Wochenende wieder Snooker geschaut. Allerdings hat ihnen die Bildregie nicht gefallen, also haben sie das Wohnzimmer unter Protest verlassen. Nun, wir mußten uns dann Snooker ohne sie ansehen. So geht das oft, eigentlich bei jedem Film. Außer wir haben das Essen auf dem Tisch.

Wenn man nachts mal auf die Toilette muß, steht Ronnie gleich mit auf, da man an ihm vorbei muß. Egal wie spät es ist. Für ihn ist zwischen 3:35 Uhr und 4:49 Uhr kein Unterschied. Für Lemmy schon, ihm ist 3:35 Uhr entschieden zu früh! Dann schon eher um 4:49 Uhr mit rumspringen.
Tja, wie dann wieder unbeschadet ins Bett kommen? Leckerlis werfen und verschwinden, wenn beide Miezen wach sind oder irgendwie halb blind durch die Wohnung irren und hoffen, daß Ronnie nicht hinterherkommt.
Das böse Erwachen kommt dann noch, wenn Ronnie wieder an der Schlafzimmertür kratzt. Allerdings ist selbst für diese Mieze 4:49 zu früh, da wird nur ein bißchen halbherzig gescharrt und viel zu herzzerreißend kläglich leise gemaunzt, als das es einen ernsthaft vom Schlaf abhalten könnte.

Nervtöter

Ronnie ist und bleibt ein Nervtöter. Türkratzen ist seine Leidenschaft. Er beherrscht viele verschiedene nervtötende Arten. Da ist zum Beispiel das Scharren an der Glasscheibe, je nachdem ob mit oder ohne Krallen ist es mit Quietschen verbunden. Dann gibt es noch das Kratzen an der Tür, dort wo sie eigentlich aufgehen müßte und das Kratzen auf der Schwelle, warum auch immer. Ab und zu folgt ein Maunzen. Das Kratzen kann auch beliebig heftig und laut gestaltet werden, sehr zur Freude der schlaftrunkenen Menschen hinter der Tür.
Heute habe ich mich den ganzen Morgen gewundert, warum mir der Schuh drückt (und das ist keine Metapher). Jetzt habe ich doch mal nachgesehen, denn die Schmerzen wurden zu groß. Ich habe Katzenspielzeug gefunden, aua. Gestern lag es noch unter dem Teppich, aber offensichtlich war es schöner, etwas in Schuhen zu verstecken.
Lemmy baut seine Parallelexistenz als Schuhimitation weiter aus.

Miezenverhalten

So, da es diesmal glücklicherweise nichts Neues von der Flohfront zu berichten gibt, alle Miezen flohfrei, jedoch nicht mackenfrei, hier ein paar Ergänzungen zum Verhalten unserer Miezen.

Ronnie ist ein nerviger kleiner Kerl, besonders und ausschließlich morgens vorm Weckerklingeln. Da kratzt und scharrt er minutenlang an der Schlafzimmertür. Sonst ist er freundlich und lieb, er kommt sofort angerannt, wenn man nach Hause kommt, wohl aber nur, um einen Blick auf die Freiheit zu erhaschen. Nun gut, außerdem mag er Füße und Käse (Camembert nicht so gerne) und Höhlen aller Art und Form. Ronnie mag auch Schnürsenkel. Ronnie schnurrt eher leise und mümmelt gern. Beides zusammen ist eine echte Augen- und Ohrenweide. Er besitzt auch das Talent, die Leckerlis direkt im Maul aufzufangen.

Lemmy ist nur beim Fressen richtig nervös, zumindest wenn er glaubt, es gibt gleich welches. Das passiert eigentlich andauernd. Da kann man ihn gerade gefüttert haben oder auch nicht, ist egal. Wir liegen alle im Wohnzimmer faul herum, eine falsche Bewegung unsererseits und Lemmy sprintet ab durch die Tür zum Freßnapf. Manchmal verfällt er aber auch in regelrechten Aktionismus wenn er Hunger hat, oder was er dafür hält. Hunger kann er nicht haben, so fett wie er ist. Jedenfalls wird rumgetobt, vorzugsweise über/an/auf/unter/entlang den Dosis. Sofaliegen kann ganz schön gefährlich sein. Lemmy mag allen Käse, er frißt dann den von Ronnie verschmähten Camembert. Lemmy begrüßt uns auch freundlich an der Tür, allerdings durch unterwürfiges Hinwerfen zwischen den Schuhen. Lemmy ist ein Schuh.

Katzekratz

Ja die lieben Miezen haben uns letzte Woche doch ziemlich genervt. Sie haben dauernd an der Schlafzimmertür gekratzt. Zuerst nur eine Viertelstunde vor dem Weckerklingeln, dann eine halbe, dann eine ganze. Schweinebande.
Aufstehen und wegjagen bringt nix, sie sind nach einer kurzen “Ach, der will wohl spielen” Pause sofort wieder in Kratzaction.
Auszug aus dem Logbuch von Futtermeister E:
7:02 Katzen kratzen an der Tür
7:04 Müllmänner haben den Rückwärtsgang eingelegt (Piep,Piep)
7:10 Katzen kratzen an der Tür
7:13 Müllmänner schleifen Mülltonnen über den Hof
7:15 Müllmänner entleeren die Glastonne (Pling, Pling)
7:18 Müllmänner schleifen Mülltonnen über den Hof
7:20 Katzen kratzen an der Tür
usw.usf.

Argh, Viecher…

Innere Uhr

Da hat man es einmal geschafft, halbwegs pünktlich ins Bett zu kommen, um das Schlafdefizit der letzten Tage auszugleichen.

8 Uhr soll der Wecker klingeln, was weckt mich exakt 6 Uhr? Das Quietschen der Ronnie-Pfoten auf dem Glas der Schlafzimmertür. Mit einigem Aufwand ignoriere ich den ca. fünfminütigen Ton und schlafe wieder ein.

7 Uhr: das Quietschen wiederholt sich. Ich kann es nicht ignorieren. Also stehe ich auf, erkläre der Katze freundlich aber bestimmt, dass sie jetzt ruhig sein soll, sonst gäbe es weniger Essen am morgen (Essen ist eine gute Argumentationshilfe). Wie schaffen es die Katzen, die genaue Stunde einzuhalten? Ab ins Bett.

7:30: nein, nicht die Katzen, Jugendliche im Hof, die Fußball spielen. In den Ferien. Vor acht wach. Was ist nur mit der Jugend los?

8 Uhr: Lemmy miaut, das ist ok, er hat wohl den Wecker gehört. Ronnie hat sich meine Ermahnung zu Herzen genommen und wartet im Firefox-Bett. Ich bin müde.

Feuerzangenbowle

Wir veranstalten eine Feuerzangenbowle. Erstmals viele Menschen in der Stube – die Katzen stört das nicht. Auf seiner Tour durch die Stube läuft Lemmy zu nah an der Kerze vorbei und fängt Feuer. Er merkt es nicht einmal, die Haare sind nur angesengt, stinken aber erbärmlich. Das stört nun auch Lemmy. Advent, Advent, die Katze brennt.

In der Nacht mussten sie im Flur schlafen, bis auf heftiges Türkratzen in der Frühe, von der alle Menschen wach wurden, gab es keine Schäden.