Wenn die Mieze kommt

und man sitzt gerade am Rechner, sollte man schleunigst auf Ein-Hand-Bedienung des Rechners umstellen, da die linke Hand zum Katzenkrabbeln benötigt wird. Und am Rechner verlangt die Katze volle Aufmerksamkeit. Da kann man nicht so ein Null-Acht-Fünfzehn-Knuddeln anbieten, wie vor dem Fernseher. Dafür hat man die Gelegenheit, das Firefox-Maskottchen auf dem Schoß nachgebildet zu sehen.

100 Tage Herrschaft

Die Miezen sind nun 100 Tage bei uns und wie sich das für eine neue Regierung gehört ist es an der Zeit für ein ausführliches Fazit. Da die Miezen die Tastatur eher willkürlich oder mit dem Hintern bedienen, übernehmen wir das Schriftliche.

100 Tage Katzenherrschaft Fazit

Wir haben uns an die Miezen gewöhnt, die Miezen wohl auch an uns, so genau weiß man das ja nicht. Es ist schön, zu Hause von müden, hungrigen Miezen begrüßt zu werden und mit ihnen um die Schnürsenkel zu kämpfen. Ihr Rumtoben ist besonders angenehm, wenn man eigentlich nur ein Nickerchen auf dem Sofa machen möchte. Dann sind wir einfach große Kissen. Beide Miezen leisten uns gerne Gesellschaft beim Baden, dabei werden ihre Schwänze naß und die müssen dann gejagt werden. Bevorzugtes Areal für diese Fangspiele ist der Wannenrand.

Lemmy ist ein exzessiver Kater, er kann alles am besten. Ob das nun fressen, schnurren, kratzen, beißen oder scharren im Katzenklo ist, Hauptsache laut und ausgiebig. Er springt auch ganz besonders hoch und weit und liebt es, Korken in der Luft zu fangen. Lemmy ist beim Schmusen sehr fix, er kommt vorbei und fällt sofort um. Dann muß man ihn mit einer Hand vorm Runterfallen bewahren und kann ihn mit der anderen streicheln.

Ronnie ist ein Fetischist, er liebt E’s Socken und Achselhöhlen, er lutscht und knabbert an nackten Zehen. Vielleicht ist sein Geruchssinn schlecht, denn er steigt liebend gerne in gerade ausgezogene Schuhe oder in Sporttaschen, die verschwitzte Sachen enthalten. Außerdem tritt er erst mal stundenlang auf einem rum, bevor er sich zum Schmusen niederläßt. Ronnie geht auch gerne ins Bad und schaut voller Interesse in die Toilette. Ronnie ist also furchtbar neugierig: kaufen wir uns einen neuen Drucker, hilft Ronnie aktiv und störend beim Aufbau mit.

Von der Tapete haben wir uns verabschiedet. Die Miezen finden immer wieder neue Stellen zum Kratzen, vielleicht sollten wir noch mindestens 5 Kratzbäume bauen? Man kann ihnen soviel zu fressen geben wie sie wollen, sie sehen immer hungrig aus und maunzen als ob sie nie etwas zu essen bekämen. Apropos maunzen, meist beschränkt sich das auf lautes Zwitschern zur Verständigung untereinander. Wenn das Fressen mal nicht schnell genug im Napf ist, wird kläglich miaut. Morgens, wenn die Tür zum Schlafzimmer bekratzt wird, mischt sich auch ab und zu ein Miauen darunter. Und jede Schmuseabsicht wird vorher angemaunzt.

Die Darstellung der Miezen würde sicherlich wie folgt lauten:

Haha, heute sind wir schon vor dem Weckerklingeln zum Schlafzimmer gerannt und haben laut und ausgiebig and der Tür gekratzt. Gemischt mit einem wohldosierten kläglichen Maunzen funktioniert das bestens, um unsere Wächter zu wecken. Als der große Gefängniswärter rauskam, haben wir ihn mit lautem Schnurren und Schmeicheln begrüßt, er ist trotzdem erst auf Klo gegangen. Danach hat er uns gefüttert, das könnte schneller gehen und das Fressen könnte mehr sein. Irgendwann haut der Große ab, dann warten wir auf die kleine Wärterin, die kommt manchmal schon ein paar Minuten vor dem Wecker raus. Doch wir erholen uns schnell von der Überraschung und folgen ihr ins Bad. Sie gibt uns frische Milch und Trockenfutter, könnte mehr sein und schneller, wie üblich. Sie putzt das Klo; wir warten mit dem Geschäft, bis sie fertig ist. Und dann nix wie weg, spielen und toben.

Wenn sie aus dem Haus geht, müssen wir die Schnürsenkel jagen und dann traurig schauen, so daß sie ein schlechtes Gewissen bekommt. Endlich können wir uns ausruhen, morgens ist es besonders anstrengend. Irgendwann viele Schnuffelstunden später tauchen die beiden wieder auf, mal zusammen, mal getrennt – wir wollen fressen! Manchmal bekommen wir das gleich, manchmal müssen wir warten und dann gibt es auch noch komische Vitamine zum Fressen, bäh. Naja, wenn sie da sind, springen wir ein wenig rum und schlafen dann wieder. Die Gefängniswärter geben uns nichts von ihrem Fressen ab, Schweine. Später kriegen wir noch etwas, ein bißchen, viel zu wenig, eigentlich. Jetzt ist es Zeit, das Gefängnis umzudekorieren: die Teppiche liegen nicht richtig und da klebt zuviel Papier an der Wand. Wenn die Wärter schlafen gehen wollen, verstecken wir uns oder rennen weg.