Eine Nacht mit den Miezen

Ja, so eine Nacht mit den Miezen erfordert Nerven. Kaum hat man sich zur Ruhe gebettet, denken die Miezen es ist Spielzeit. Dann wird erstmal rumgetobt und wer schlafen will, hat Pech gehabt. Das legt sich irgendwann, dann kommt Ronnie und will unter die Bettdecke. Dazu streicht er mir mit seinen Barthaaren über’s Gesicht und schnuffelt mit seiner feuchten Nase hinterher. Kaum hat man ihn reingelassen, kommt Lemmy und springt auf ihn drauf. Dann haut Ronnie wieder ab und Lemmy auch. Es dauert aber nicht lange, da geht das Spielchen wieder los, diesmal ohne Lemmy aber dafür hat Ronnie nach einer Weile Bettdecke sowieso die Nase voll und verschwindet. Doch er kommt wieder, nach dem fünften Mal zählt man nicht mehr und legt sich eine Taktik zurecht. Die Mieze beim nächsten Mal ignorieren, doch das erweist sich als fürchterlich falsch. Denn dann wird er erst richtig aktiv und versucht einzubrechen, gelingt das nicht wird überall rumgeschnuffelt, über den Kopf gelaufen und auf der Bettdecke rumgetrampelt und gekratzt. Ja, Sesam öffne dich, schon ist er wieder da.

Irgendwann mitten in der Nacht denkt sich Lemmy, er kann sich eigentlich dazulegen. Liegt man auf dem Rücken, dann hat man die Mieze bald auf der Brust. Liegt man auf der Seite, trappelt er über einen drüber und legt sich in Höhe der Knie. Will man sich selbst in der Nacht mal von einer Seite auf die andere wälzen, dann trotten die Miezen beleidigt von dannen, bloß um ein paar Minuten später wieder von neuem anzugreifen.

Wenn es draußen langsam hell wird, werden die Miezen aktiv. Dann ist jagen angesagt und wehe dem, der nicht bei drei unter der Bettdecke verschwunden ist. Ohne Rücksicht auf Verluste wird rumgetobt, dabei fallen Dinge herunter oder Miezen oder beides gleichzeitig. Am schönsten ist es, wenn sie über einen drüber laufen, als ob man nicht da wäre. Naja, das hört man sich eine Weile an, stellt fest, daß man so nicht wieder einschlafen kann, steht grummelig auf und füttert die Monster. Nach dem Füttern ist es aber noch lange nicht ruhig, dann muß wieder getobt werden. Irgendwann, viel später sind sie wieder unter/auf der Bettdecke zum Schlafen. Hatte ich schon das Klogehen während der Nacht erwähnt? Lemmy scharrt ja für sein Leben gern…

Frühling

Im März hat Lemmy sein erstes Tier erlegt: einen Marienkäfer, auf den er sich gesetzt hat. Wir haben den Käfer pietätvoll über den Balkon geschmissen.

Außerdem springen die Miezen wie die Weltmeister. Sie erreichen locker einen Meter, mit Anstrengen sogar mehr. Wenn sie noch das Prinzip der Türklinken durchschauen (was noch lange dauern kann, denn unsere Katzen sind nicht der hellsten welche), müssen wir das Schlafzimmer nachts abschließen.

Ende März haben sie aus Rache dafür, daß wir die Anthurie außer Reichweite gefahren haben, das Küchenpapier getötet. Eine ganze Rolle fachgerecht erlegt.